Autor: Der Mann hinter dem Bericht
Der Papstpalast von Avignon und die berühmte Brücke von Avignon zählen zu den bedeutendsten historischen Sehenswürdigkeiten Südfrankreichs und sind untrennbar mit der Geschichte der Stadt verbunden. Beide Monumente zeugen von der bewegten Vergangenheit Avignons, das im 14. Jahrhundert zeitweise zum Zentrum der katholischen Welt wurde.
Der Papstpalast, französisch „Palais des Papes“, ist das größte gotische Bauwerk Europas und wurde zwischen 1335 und 1352 errichtet. Er diente sieben Päpsten als Residenz, nachdem Papst Clemens V. im Jahr 1309 den Sitz des Papsttums von Rom nach Avignon verlegte. Diese sogenannte „Avignonesische Papstzeit“ dauerte bis 1377 und war von politischen Spannungen und kirchlichen Machtkämpfen geprägt. Der Palast selbst ist ein imposantes Bauwerk mit dicken Mauern, hohen Türmen und zahlreichen prunkvollen Sälen. Besonders hervorzuheben sind der Große Audienzsaal, die päpstlichen Gemächer sowie die mit Fresken ausgestattete Kapelle. Der Papstpalast ist heute ein Museum und zieht jedes Jahr hunderttausende Besucher an. Er vermittelt eindrucksvoll die politische und religiöse Bedeutung Avignons im Mittelalter.
In der Nähe des Papstpalasts befindet sich die berühmte Brücke von Avignon, offiziell „Pont Saint-Bénézet“ genannt. Die ursprünglich im 12. Jahrhundert erbaute Brücke verband die Stadt Avignon mit dem gegenüberliegenden Ufer der Rhône. Einer Legende zufolge wurde sie auf Geheiß des Hirtenjungen Bénézet errichtet, dem ein göttlicher Auftrag zur Brückenerrichtung erteilt worden sei. Die Brücke wurde mehrfach durch Hochwasser beschädigt und im 17. Jahrhundert schließlich aufgegeben. Heute sind nur noch vier ihrer ursprünglich 22 Bögen erhalten. Dennoch ist die Pont Saint-Bénézet weltberühmt – nicht zuletzt durch das bekannte französische Volkslied „Sur le pont d’Avignon“, das sie unsterblich gemacht hat. Die Brücke ist ebenso wie der Papstpalast Teil des UNESCO-Weltkulturerbes.