Fontainebleau

Bild von Michael Althoff

Michael Althoff

Autor: Der Mann hinter dem Bericht

Königssitz inmitten eines Waldgebiets

Fontainebleau, malerisch eingebettet rund 55 km südöstlich von Paris im gleichnamigen Waldgebiet, nimmt Besucher mit auf eine Zeitreise über 800 Jahre französischer Geschichte. Das Herzstück der Ortschaft ist das Château de Fontainebleau – ein Schloss, das vom als königliches Jagdschloss begonnenen Bau im 12. Jahrhundert zu einem der prächtigsten Monarchensitze Europas wuchs. Unter König Franz I. (reg. 1515–1547) erlebte Fontainebleau seine Renaissance-Glanzzeit. Er ließ den mittelalterlichen Kern in eine großartige, italienisch beeinflusste Anlage verwandeln, holte bedeutende Künstler an seinen Hof und gründete die berühmte „Schule von Fontainebleau“, die die Kunstszene Frankreichs prägte. Die Galerie François I. mit prachtvollen Fresken und Stuckornamenten zählt zu den Höhepunkten dieses Umbaus. In den folgenden Jahrhunderten wurde das Schloss von annähernd allen großen französischen Herrschern genutzt – von Heinrich II. über Ludwig XIV. bis Napoleon III. Jeder hinterließ sichtbare Spuren: etwa die monumentale Pferdehufe-Treppe Heinrichs II., das Interieur im Stil Ludwigs XIV. oder das private Theater Napoleons III. Insgesamt lebten im Laufe der Zeit 34 Könige und zwei Kaiser in Fontainebleau – ein Zeugnis für die zentrale Rolle des Schlosses in der Dynastiegeschichte. Das Schloss ist von ausgedehnten Gärten und einem weitläufigen Park umgeben, die ebenfalls mehrere Epochen französischer Gartenbaukunst widerspiegeln. Wiederkehrende Formen der Renaissance, barocker Anlagen von Le Nôtre und späterer englischer Landschaftsstil entfalten auf dem 130 Hektar großen Areal eine harmonische Vielfalt. Springbrunnen, Bassins und der berühmte Garten der Diana laden zum Verweilen inmitten historischer Atmosphäre ein. Heute ist Château de Fontainebleau ein nationales Museum (seit 1927) und Teil des UNESCO-Weltkulturerbes (seit 1981). Besucher tauchen ein in opulent ausgestattete Räume: Die Galerie François I., das Boudoir Marie-Antoinettes und Napoleons Audienzsäle lassen die Entwicklungsstufen französischer Herrschaft und Ästhetik lebendig werden.

Die Stadt Fontainebleau selbst ergänzt das Schlossambiente um ein charmantes, lebendiges Flair. Einst ein kleines Dorf inmitten des Forêts de Bière, entwickelte es sich im 19. Jahrhundert zum beliebten Ausflugsziel der Pariser Oberschicht. Heute versprüht es mit eleganter Gastronomie, entspannter Atmosphäre und dem Wald als naturnahem Rückzugsgebiet ein Gefühl stilvoller Gelassenheit.

In der Nähe des Schlosses gibt es zahlreiche, teils ausgezeichnete Restaurants und Hotels. Unsere Empfehlungen: das Restaurant L’Ecailler du château, dessen Außenbereich einen schönen Blick direkt auf das Schloss bietet, sowie das Hotel Fontainebleau Aigle Noir.