Katameya Dunes 

Bild von Michael Althoff

Michael Althoff

Autor: Der Mann hinter dem Bericht

Golfresort der Extraklasse

Der Katameya Dunes Golf and Social Club bildet gemeinsam mit dem Westin Resort ein wunderbares Golfresort in New Cairo. Man muss jedoch nicht im Westin übernachten, um dort aufteen zu können. Die Anlage wurde von Faldo Design entworfen – und bietet auf insgesamt 27 Spielbahnen drei abwechslungsreiche und gut gepflegte Spieloptionen. Die Schleifen A und B werden zum sogenannten Lakes Course zusammengefasst, C & B ergeben in Kombination den Palms Course. So kann man entweder 9 oder 18 Bahnen für die Runde wählen – und auch wenn die Namen unterschiedlich sind: natürlich gibt es  auch auf dem Palms Course Wasserhindernisse und rund um den Lakes Course auch Palmen. Da der A-Platz am Tag unseres Besuchs aufgrund regelmäßiger Platzpflegearbeiten gesperrt war, absolvierten wir den Palms Course. Dieser ist ein Par 71 (Front Nine: 36, Back Nine: 35) und spielt sich bei fünf Abschlägen pro Bahn zwischen 4.859 und 6.767 Yards. Damit muss man kein Longhitter sein, um hier eine Golfrunde genießen zu können.

 

Die Runde beginnt mit einem schönen, bis zu 365 Yards langen Par 4, das leicht bergauf verläuft. Im letzten Teil dreht die Bahn sanft nach rechts. Gleich zu Beginn merkt man: dies ist ein klassischer Resortcourse mit angenehm breiten Fairways, aber dennoch anspruchsvollen Spielbahnen. Zudem – ganz dem Platznamen angepasst – wird direkt der erste Bahn von einer wahren Palmenallee gesäumt. Zudem begleiten zahlreiche Bunker und Waste Areas die Golfer vom Abschlag bis zum Grün – ein klassisches Faldo Design eben. Aufgrund der Bunker sollte man sich an der ersten Bahn vom Tee eher links halten, auch das Grün wird links weniger von Sand begrenzt als rechts, dort lauert ein riesiger Bunker mit teils überhängender Kante. Spätestens jetzt sollte man warmgegespielt sein, ansonsten kann man auch das vergleichsweise leichte Par 4 mit maximal 340 Yards an der zweiten Bahn noch zum Einspielen nutzen. Zum einen verläuft die Bahn bergab und spielt sich daher kürzer, zum anderen wirkt es vom Abschlag nur so, als ob das Grün direkt an das Wasser rechts angrenze, tatsächlich wird das Grün fast vollständig von Sand eingerahmt, der es auch vom Teich rechts trennt. Beim ersten Par 3 an Bahn 3 mit bis zu 185 Yards kommt das Wasser dem Grün dann deutlich näher, daher spielen die meisten Golfer die Fahne lieber über die linke Seite an, um rechts das Wasser aus dem Spiel zu nehmen. Bahn 4 beschließt die erste Faldo’sche Wassertrilogie, das Par 4 mit bis zu 340 Yards beginnt mit einem Teeshot über Wasser auf das nach rechts versetzte Grün, dann folgt das Wasser auf der linken Seite und rahmt das Grün ein. Wer – wie die meisten Golfer – die Fahne über rechts anspielt, darf nicht zu flach spielen, sonst bleibt der Ball an der mächtigen, hochgezogenen Bunkerkante rechts vor dem Grün hängen. Beim Schlag zur Fahne ist es wichtig, dass der Ball schnell zur Ruhe kommt, denn außer der rechten Seite ist das Grün komplett von Wasser umgeben – und hängt natürlich auch Richtung Wasser. Weiter geht es mit dem ersten Par 5, das jedoch nur maximal 500 Yards misst, aber leicht Richtung Grün ansteigt. Wasser kommt hier nicht ins Spiel, dafür säumen zahlreiche Bunker den Weg vom Abschlag bis zum Grün. Letzteres ist leicht nach links versetzt, so dass man bei einem Lay-up einen etwas einfacheren Winkel zur Fahne hat und nicht ganz so viele Bunker überspielen muss. Das mit maximal 157 Yards eher kurze Par 3 an Bahn 6 wird von leicht erhöhten Teeboxen gespielt. Wichtig ist hier, die beiden Bunker vor dem Grün hoch zu überspielen und dann kein Opfer des Grüngefälles bergab zu werden. An der nächsten, bis zu 385 Yards langen Bahn – einem Par 4 – muss von den hinteren Abschlägen eine niedrige, aber dichte Hecke überwunden werden. Das schräg gesetzte Grün wird zudem rechts durch drei Bunker geschützt und von mehreren Wellen durchzogen, daher sollte man die Fahne möglichst hoch anspielen. Bahn 8 bringt das letzte Par 3 der Front Nine – und vielleicht auch das schönste dieser Neun-Loch-Schleife. Von den leicht erhöhten Abschlägen geht es maximal 190 Yards leicht bergab zum länglichen Grün. Rechts kommt direkt nach den Teeboxen Wasser ins Spiel, zudem wird das Grün von mehreren Bunkern links, rechts und hinten gesäumt. Steckt die Fahne rechts hinten, muss man von den hinteren Teeboxen über Wasser spielen, einfacher ist daher eine Fahnenposition vorne links. Das geteilte Grün fällt zudem auf der rechten Seite Richtung Wasser ab, während es nach dem kleinen Bergrücken nach links vorne hängt – so kann der Ball oft noch ungeahnte Rollwege einschlagen. Die 9-Loch-Schleife endet mit einem bis zu 575 Yards langen Par 5 als Dogleg links. Durch die hochgezogenen Bunkerkanten an den Fairwaybunkern in der Drivelandezone ist das Grün nicht zu erkennen, man sollte daher möglichst zwischen die Bunker zielen. Beim folgenden Lay-up gilt es, nicht zu weit nach rechts zu geraten, denn dort lauern zahlreiche Fairwaybunker. Dann dreht die Bahn nach links und steigt weiter an. Das Grün hängt in der hinteren Hälfe nach hinten, vorne ist es deutlich onduliert und bietet sogar ein kleines Tal im Grün.

 

Vorbei an der Fassade des Westin Hotels mit einem wunderschönen kleinen Wasserfall geht es nach rechts auf den zweiten Teil der Runde. Gleich zu Beginn wartet ein bis zu 495 Yards mächtiges Par 4, das zudem bergauf als leichtes Dogleg links verläuft und vor allem im zweiten Teil fast schon eine Kraterlandschaft rechts des Fairways bietet. Der langgestreckte Bunker neben den Teeboxen hat hingegen eher psychologische Bedeutung – gleiches gilt für die beiden Teiche links und rechts der Abschläge. Wenn hier Gegenwind herrscht, spielt sich diese Bahn eher wie ein Par 5. Das folgende Par 5 mit bis zu 5959 Yards spielt sich gefühlt nicht länger, da es nun bergab geht. Das Fairway zieht sich leicht S-förmig Richtung Grün und ist deutlich gewellt, man sollte vom Tee eher links anhalten, die Annäherung kann man dann mittig oder über rechts spielen. Hinter dem Grün lauern Bunker und Wasser, so dass man nicht über das Grün hinausspielen sollte. Das erste Par 3 der zweiten 9-Bahnen-Schleife bringt ebenfalls Bunker und Wasser. Das nach vorne hängende Grün ist wie eine Halbinsel ausgebildet, links des Grüns lauern bei dieser maximal 175 Yards kurzen Bahn zwei mächtige Bunker. Da der Teeshot über Wasser führt, ist hier ein hoher und in der Länge kontrollierter Abschlag das Erfolgsgeheimnis. Vom Grün der 12 kann man bereits einen Blick auf das vierzehnte Grün erhaschen, doch zunächst wartet das maximal 400 Yards lange Par 4 an Bahn 13. Vom erhöhten Tee geht es zunächst geradeaus. Wer über die notwendige Länge verfügt, kann über den Fairwaybunker links spielen, sonst hält man den Teeshot am besten rechts davon. Im letzten Abschnitt dreht die Bahn dann nach links, hier sollte man die Grünbunker links der Fahne beachten. Nun wartet Bahn 14, ein nur maximal 320 Yards kurzes Par 4, das kurz vor dem Grün nach rechts dreht und daher ein weiteres Halbinsel-Grün bietet. Links der Abschläge sieht man eine riesige Waste Area, welche die Bahn von der 13 trennt. Vom Abschlag sollte man leicht nach links spielen, so hat man einen besseren Winkel Richtung Fahne. Das Grün hängt nach vorne Richtung Teeboxen und ist zudem onduliert, besonders tückisch ist die Senke vorne links vor dem Grün, denn von dort spielt man Richtung Wasser weiter. Auch an Bahn 15, einem bis zu 425 Yards langen Par 4, kommt Wasser ins Spiel, jedoch direkt am Abschlag. Dieses zieht sich bis zum Beginn des Fairways, sollte jedoch nicht ins Spiel kommen. Wichtig ist vom Tee, die Fairwaybunker beiderseits zu vermeiden. Da die Bahn leicht bergauf führt, sollte man vor allem beim zweiten Schlag mindestens eine Schlägerlänge mehr einplanen. Da links mehrere Bunker lauern, spielt man das Grün besser über die rechte Seite an. Bahn 16 bringt ein bis zu 230 Yards langes Par 3, das mit dem Teich links und den hohen Bäumen neben den Abschlägen fast schon Parkland-Charakter hat. Hier sollte man vor allem – neben dem Wasser – auf die mächtigen Bunker links achten und das quer angelegte, zwei Ebenen und nach vorne abfallende Grün. Von daher sollte man eher über die rechte Seite spielen – bleibt der Ball zu kurz, bleibt er wenigstens trocken und meidet den Sand. An der 17, einem bis zu 465 Yards langen Par 4, Dogleg rechts, geht es über eine Waste Area bergauf. Erst im zweiten Teil kommen Bunker ins Spiel – mit Ausnahme eines Fairwaybunkers alls auf der rechten Seite. Auch rund ums Grün hat das Team von Sir Nick Faldo reichlich Sand eingesetzt, zudem fällt das Gelände rechts neben dem Grün deutlich ab. Für den Schlussakkord hat sich der Major-Sieger die längste Bahn der Runde aufgehoben: maximal 625 Yards geht es bei diesem Dogleg rechts Richtung Fahne, allerdings leicht bergab. Vom Tee sollte man leicht nach links spielen, sonst versperren die hohen Palmen gerne den direkten Weg für den Lay-up. Auffällig ist das deutlich gewellte Fairway, das den Drive nach der Landung gerne noch in unerwartete Richtungen rollen lässt. Auch beim Lay-up sollte man eher die linke Bahnseite anspielen, denn nach dem Knick kommt auf der rechten Bahnseite Wasser ins Spiel und begleitet die Golfer bis zum Grün. Eine Einbuchung des damit verbundenen Teichs kurz vor dem Grün sorgt dafür, dass man – wenn der Lay-up auf der rechten Bahnseite zur Ruhe kam – die Annäherung hoch über Wasser spielen muss. Einfacher ist der Weg über die linke Grünseite. Unter den Augen aufmerksamer Besucher auf der Restaurantterrasse kann man dann den letzten Putt lochen – und sich anschließend im Clubrestaurant (das vom Westin betrieben wird) mit einem Kaltgetränk und sehr leckeren Snacks verwöhnen lassen.

Katameya Dunes ist ein wunderbares Resort in Kairo. Wer hier mehrere Runden spielen möchte, sollte das Westin als Basishotel wählen. Aber auch als Tagesgast sollte man das sehr gelungene Design, das Golfer aller Spielstärken anspricht und dennoch ebenso abwechslungsreich wie anspruchsvoll ist (die Grüns sind üblicherweise sehr schnell) für mindestens eine Runde genießen.