Tiroler Zugspitzgolf

Bild von Michael Althoff

Michael Althoff

Autor: Der Mann hinter dem Bericht

Alpingolf auf der „anderen“ Seite der Zugspitze

Am Fuße des imposanten Wettersteingebirges bietet der Tiroler Zugspitz Golf ein spektakuläres Sporterlebnis vor traumhafter Kulisse. Zwischen Ehrwald und Lermoos erstreckt sich die gepflegte 9-Loch-Anlage auf einem ebenen Hochplateau, das Golfern aller Spielstärken entspannte Runden ermöglicht. Während des Spiels fasziniert der unverstellte Blick auf die majestätische (österreichische Seite der) Zugspitze und die umliegenden Tiroler Alpen. Die gelungene Kombination aus erstklassigen Fairways, durchdachtem Platzdesign und echter Tiroler Gastfreundschaft macht den Club zu einem beliebten Ziel für Alpingolfer. Obwohl in herrlicher Alpenlandschaft gelegen, ziehen sich die Spielbahnen sehr eben entlang des Hochplateaus, so dass man sie auch sehr gut zu Fuß absolvieren kann. Hunde sind hier sehr gerne gesehene Begleiter. Jede der neun Spielbahnen verfügt über zwei Abschläge, wobei es für die Front- und Back Nine separate Teeboxen gibt. Damit ist die Anlage sowohl für neun als auch 18 Bahnen-Runden ausgelegt. Die Front Nine, ‚Zugspitze‘ genannt, sind ein Par 36 mit 3.003 beziehungsweise 2.553 Metern, die Back Nine, ‚Sonnenspitze‘, spielen sich über 3.002 beziehungsweise 2.530 Meter, ebenfalls als Par 36. Die nachfolgende Beschreibung bezieht sich auf die ‚Zugspitze‘-Variante. Am schönsten wirken die Panoramen aus der Vogelperspektive:

 

Die Runde startet mit einem bis zu 348 Meter langen Par 4 unterhalb des sehr modernen Clubhauses, in dem sich neben der Rezeption und dem Pro-Shop auch das Restaurant befindet. Das Dogleg rechts erfordert einen präzisen Teeshot in den Knick – gerät er zu lang, kann der Busch auf der linken Seite den direkten Zugang zum Grün versperren. Hier sind Fade-Spieler klar im Vorteil. Zudem ist die linke Bahnseite ab dem Knick bis zum Grün immer wieder mit Bunkern versehen, ein weiterer Bunker links neben dem Grün. Danach und hinter dem Grün ist Ausgrenze, zumal die Bahn dort an ein Biotop angrenzt. Über die gesamte Bahn hat man zudem das Zugspitzmassiv als Hintergrund – eine herrliche Kulisse für eine sehr schöne, aber nicht übermäßig schwere Auftaktbahn. Dann folgt ein bis zu 442 Meter langes Par 5. Die Herausforderung liegt weniger in der Länge denn im Layout. Wer eher kurz spielt, sollte den Ball zwischen den beiden gut sichtbaren Scheunen rechts anhalten – und damit auch rechts des Bachlaufs. Die meisten Golfer hingegen werden vom Tee eher links anhalten und damit Brücke und Bach überspielen. Dabei sollte man jedoch den großen Fairwaybunker links beachten. Dann dreht die Bahn nach rechts, der Wasserlauf bleibt bis hinter dem Grün auf der rechten Seite erhalten. Wer den Lay-up wählt, sollte auf die Fairwaybunker beiderseits achten, auch das Grün wird von drei Bunkern eingerahmt. Das Grün hängt leicht von links hinten nach rechts vorne. Die Bahn ist letztlich klassisches Risk & Reward: wer das Grün mit dem zweiten Schlag anspielen möchte, braucht nicht nur die notwendige Länge, sondern auch Präzision, um Sand und Wasser zu meiden. Weiter geht es mit einem bis zu 169 Meter langen Par 3. Von beiden Abschlägen wird ein hoher Teeshot über einen Teich benötigt, der sich von rechts in die Bahn zieht und das Grün von den Teeboxen trennt. Zudem lauert ein Bunker rechts des Grüns auf die Bälle, auch das Grün hängt leicht in Richtung des Bunkers. Das nur maximal 318 Meter kurze Par 4 an der nächsten Bahn verläuft nahezu rechtwinklig zum vorherigen Par 3. Daher kommt der von dort bekannte Teich nun auf der rechten Seite ins Spiel, an sich sollte man jedoch vom Tee der im zweiten Teil ganz sanft nach rechts drehenden Bahn über diesen Abschnitt hinaus spielen können. Allerdings kommt auch in der Drivelandezone rechts nochmals Wasser ins Spiel. Links begrenzen Bäume und daneben ein Zaun die Bahn, zudem kommen im Bereich des Knicks und damit der Landezone vom Tee beiderseits Bunker ins Spiel. Auch die Fahne wird von gleich mehreren Bunkern eingerahmt. Weiter geht es mit einem bis zu 370 Meter langen Par 4, das in der Gegenrichtung verläuft. Daher kommt im Bereich der Drivelandezone auch erneut Wasser ins Spiel, und zwar rechts. Vom gelben Tee kommt Wasser zudem direkt beim Abschlag ins Spiel, denn der Teeshot muss über eine Feuchtzone samt dahin mäanderndem Bach gespielt werden – je nach Höhe des Bewuchses wird das fast schon ein blinder Teeshot, zumal auch die Scheue rechts des Tees die Sicht versperrt. Obwohl die Bahn an sich weitgehend gerade Richtung Grün verläuft, sorgen Bäume, Büsche und eben Wasser immer wieder dafür, dass man das Gefühl hat, die Bahn würde in Schlangenlinien verlaufen. Daher sollte man in Kenntnis der eigenen Schlagweite die Landezone sorgfältig auswählen. Gut 100 Meter vor dem Grün – im Bereich des von der vorherigen Bahn bekannten Teichs rechts – dreht die Bahn nach rechts Richtung Grün. Wer nochmals einen Lay-up spielt, sollte auf die Holzhütten links achten – kommt der Ball zu weit links zum Liegen, können diese den Weg Richtung Fahne versperren. Die letzte Hütte versperrt zudem den Blick auf den Grünbunker links, denn dieser befindet sich gut versteckt hinter der Hütte. Über die Loisachbrücke geht es zur sechsten Bahn, einem nur maximal 311 Meter langen, ausgeprägtem Dogleg links. Im ersten Abschnitt kommt in Form eines Teichs erneut Wasser ins Spiel, und zwar rechts. Allerdings sorgt ein hoher Baum zu Beginn des Teichs dafür, dass man den Schlag sorgfältig ausführen muss, vor allem vom hinteren Abschlag: links vorbei, rechts vorbei oder darüber hinweg – es gibt viele Optionen. Im Knick lauert links ein großer Fairwaybunker, auch links des Grüns befindet sich ein Bunker. Im Teich rechts vor dem Grün überrascht zudem eine kleine Skulptur aus Golfschlägern – ob diese von frustrierten Golfern im Wasser versenkt wurden, ist nicht bekannt. Weiter geht es mit einem bis zu 358 Meter langen Par 4 hinter dem sechsten Grün, nun als sanftem Dogleg rechts. Das Fairway ist breit und offen, hier darf man vom Abschlag ‚Gas geben‘, zumal die Bäume noch recht jung und entsprechend klein sind. In der Drivelandezone lauern beiderseits Fairwaybunker, auch das leicht erhöhte Grün wird beiderseits durch Bunker gerahmt. Nun ist man am weitesten vom Clubhaus entfernt, mit den folgenden beiden Bahnen geht es daher zurück Richtung erstem Abschlag. Das Par 3 an Bahn 8 spielt sich maximal 175 Meter Richtung Zugspitze. Büsche auf der rechten Seite sorgen dafür, dass viele Golfer den Ball eher nach links spielen – allerdings lauert rechts vor dem Grün Sand, so dass die linke Grünseite keine schlechte Position für den Teeshot ist. Das große Grün bietet viele Optionen für Fahnenpositionen, so dass hier auch ein Abschlag aufs Grün noch keine Garantie für Birdie oder Par ist. Mit einem bis zu 512 Meter langen Par 5, das als Doppel-Dogleg ausgelegt ist, endet der erste Durchlauf der Runde. Von den leicht erhöhten Abschlägen geht es zunächst geradeaus, Longhitter können über rechts abkürzen – aber Vorsicht: auf dieser Seite ist der vom sechsten Grün gekannte Teich seitliches Wasser. In der Drivelandezone lauern zudem links Bunker. Dann dreht die Spielrichtung um rund 90 Grad – und man muss sich entscheiden: entweder spielt man den Lay-up geradeaus in den nächsten Knick, oder man kürzt über den Knick ab. Dabei ist jedoch Vorsicht geboten, denn die linke Seite ist als Aus markiert, zudem kommt dann gerne die kleine Anpflanzung links vor dem Grün ins Spiel, in welcher der Ball gerne verschwindet. Einfacher ist es in jedem Fall, den Lay-up auf die rechte Bahnseite zu spielen, entweder bevor beiderseits eine ganze Reihe an Fairwaybunkern lauert oder eben Mitte Bahn zwischen die Bunker. Auch für den Approach gilt: das Nieren-förmige Grün wird von gleich vier Bunkern eingerahmt, links und hinter dem Grün lauert dichtes Rough – hier benötigt man einen hohen und möglichst schnell zur Ruhe kommenden Schlag, bevor man mit den letzten Putts entweder die Runde beschließt oder auf den zweiten Teil mit separaten Teeboxen geht.

Der Golfclub Tiroler Zugspitze bietet eine wunderbare Kombination aus sehr gepflegtem Golfplatz, außergewöhnlichem Bergpanorama und Tiroler Gastfreundschaft. Die beliebte Ferienregion rund um Lermoos und Ehrwald bietet zudem viele weitere Freizeitangebote, auch aus der Region Garmisch-Partenkirchen oder von Schloss Neuschwanstein erreicht man diese herrliche Golfanlage in knapp 30 bis 45 Minuten.