Autor: Der Mann hinter dem Bericht
Mit der Eröffnung des The Monument Golfplatzes 1986 schuf das Resort Boyne Mountain ein faszinierendes Denkmal für die Geschichte des Golfsports. Entworfen von dem renommierten Architekten Bill Newcomb in enger Zusammenarbeit mit Boyne-Gründer Everett Kircher, kombiniert der Par-72-Platz sportliche Raffinesse mit einer einzigartigen Hommage: Jede einzelne Spielbahn ist berühmten Persönlichkeiten, Architekten und Pionieren des Golfsports gewidmet – von Legenden wie Ben Hogan, Sam Snead und Arnold Palmer bis hin zu prägenden Designern des Spiels. The Monument zeigt sich als extrem abwechslungsreicher, taktisch fordernder Hybrid-Parkland-Kurs. Im Vergleich zum Nachbarplatz The Alpine verlangt The Monument den Spielern ein deutlich präziseres Shotmaking ab. Das Routing nutzt die spektakuläre Topografie der Umgebung voll aus: Drastische Höhenunterschiede, schmale Fairway-Schneisen durch dichte Nadel- und Hartholzwälder sowie tückisch platzierte Wasserhindernisse und Feuchtgebiete prägen das Bild. Besondere Berühmtheit genießt das Finish des Platzes – insbesondere die 18. Bahn, deren Grün auf einer malerischen Insel im Deer Lake ruht und einen hochdramatischen Schlusspunkt setzt. Um Golfenden aller Spielstärken eine faire und zugleich spannende Herausforderung zu bieten, verfügt The Monument über insgesamt sechs Teeboxen (Silver, Green, Blue, Orange, Purple und Brown). Die Distanzen decken dabei ein breites Spektrum ab: Von den vordersten Silver-Tees misst der Kurs überschaubare 4.879 Yards, was auch Einsteigern eine entspannte Runde ermöglicht. Wer sich hingegen an die hintersten Brown-Tees wagt, sieht sich einer stattlichen Gesamtlänge von maximal 6,964 Yards gegenüber.
Schon der Auftakt, eine Hommage an Byron Nelson, ist optisch dramatisch und spielerisch anspruchsvoll. Das bis zu 565 Yards lange Par 5 als 90-Grad-Dogleg rechts beginnt mit einem deutlich bergab führenden Teeshot. Golfer merken hier sofort, ob sie die richtige Teebox gewählt haben, denn der Abschlag sollte unbedingt bis in den Knick gespielt werden, sonst ist es schwierig, das Grün in drei Schlägen zu erreichen. Den Lay-up sollte man eher über rechts spielen, bevor es dann über einen großen, zum Grün hin mit Eisenbahnschwellen gestalteten Bunker zur Fahne geht. Auch links neben dem Grün lauert Sand. Da das Grün in Richtung des mächtigen Bunkers vorne rechts hängt, sollte man die Annäherung eher unterhalb der Fahne landen lassen. Das bis zu 369 Yards lange, gerade Par 4 an der folgenden Bahn ist Melvin „Chick“ Harbert gewidmet. Vom Tee geht es zunächst leicht bergauf, man sollte sich möglichst mittig halten, damit die hohen Bäume beiderseits den zweiten Schlag nicht blockieren. Die Annäherung wird dann quasi bergab gespielt, allerdings fällt das Gelände zunächst fast schon stufenartig ab, um dann Richtung Grün wieder etwas anzusteigen. Anspruchsvoll ist die große Bunkerlandschaft rund ums Grün, auch das Grün hängt von links hinten nach rechts vorne und umfasst zwei Ebenen. Das erste Par 3 zieht sich über bis zu 168 Yards, diese Bahn ist Peggy Kirk Bell gewidmet, die sich schon früh für Frauen im Golfsport engagiert hat und 2019 in die World Golf Hall auf Fame aufgenommen wurde. Das Grün liegt deutlich unterhalb der Abschläge, man sollte mindestens eine Schlägerlänge weniger einplanen. Tückisch ist der große, zudem mit drei kleinen Grüninseln versehene Bunker links vor dem Grün. Gerät der Abschlag aufgrund des Höhenunterschieds zu lang, rollt er den hinteren Grünhang in Richtung Rough hinunter und man sollte sicherheitshalber einen provisorischen Ball spielen. Weiter geht es mit einem bis zu 390 Yards langen Par 4, das mit einem blinden Teeshot bergauf beginnt. Das Fairway hängt, einer Steilwandkurve gleich nach rechts, so dass man eher die linke Bahnseite anvisieren sollte, zumal rechts ein großer Fairwaybunker lauert. Auch links des deutlich nach rechts versetzten Grüns lauern Bunker, das Grün hängt von links hinten nach rechts vorne. Bahn 5 bringt das zweite Par 5 mit maximal 529 Yards und ist dem großen Walter Hagen gewidmet. Das Dogleg links beginnt mit einem dramatischen Teeshot bergab, die gut sichtbaren Bunker am Ende des Fairways sind jedoch selbst für Longhitter außer Reichweite. Anders beim Lay-up, denn nun können die Bunker ins Spiel kommen, wenn man diesen zu weit nach rechts spielt. Nach dem Knick steigt das Gelände Richtung Fahne wieder an, die Bunker säumen die rechte Bahnseite bis zum Grün, auch links hinter dem Grün lauert Sand. Noch dramatischer sind die Höhenunterschiede beim folgenden, nur maximal 309 Yards langen Par 4, das Paul Runyan gewidmet ist. Longhitter können versuchen, das gut sichtbare Grün direkt anzuspielen, sollten allerdings die zahlreichen Bunker auf dem Weg zur Fahne sowie rund ums Grün beachten. Die etwas sicherere Variante wählt man mit einem mittleren Eisen oder kleinen Holz vom Tee, der Abschlag sollte dann auf die linke Bahnseite gespielt werden. Für die Annäherung empfiehlt es sich, eine Schlägerlänge mehr zu wählen, denn nun geht es wieder spürbar bergauf zum zwei Ebenen umfassenden Grün. Da zwei Bunker vorne nur eine sehr schmale Gasse zur Fahne belassen, muss die Annäherung zudem hoch gespielt werden. Die dem legendären Golflehrer und Autor Jim Flick gewidmete nächste Spielbahn ist ein Par 4 mit bis zu 425 Yards als Dogleg rechts. Sie führt zunächst deutlich bergab. Die Herausforderung hier ist es, den Teeshot möglichst auf der Fairwaymitte zu platzieren, denn hinter der Bahn lauert dichtes Rough. Im Knick der Bahn wartet zudem ein mächtiger Fairwaybunker. Rund 85 Yards vor dem nochmals nach links versetzten Grün befindet sich ein Teich, der sich bis kurz vor die linke Grünseite zieht. Rechts wird die Fahne durch einen Grünbunker geschützt. Eine zusätzliche Herausforderung: Richtung Grün steigt das Gelände wieder etwas an, das Grün hängt jedoch nach vorne. Das bis zu 438 Yards lange, folgende Par 4 bietet vom Tee stark unterschiedliche Sichten auf die Bahn. Die hinteren Abschläge sind mittig angelegt, hier erkennt man ein breites Fairway. Die vorderen Abschläge sind nach links versetzt und führen zunächst über dichtes Rough – kürzer, aber mit mehr psychologischen Hindernissen. Am besten lässt man den Teeshot spätestens 150 Yards vor dem Grün zur Ruhe kommen, dann ändert sich das Gelände deutlich. Das ursprünglich breite Fairway wird nun zweigeteilt: links verbleibt eine schmale Graszone, rechts durchzieht ein langgezogener Bunker die Landschaft. Das leicht erhöhte Grün hängt von rechts hinten nach links vorne und erfordert daher, meist einen hohen Approach über den Bunker hinweg. Der erste Teil der Runde endet mit einem bis zu 195 Yards langen Par 3, das Radiomoderator JP McCarthy gewidmet ist. Man beginnt aus einer Schneise im dichten Baumbestand, das Grün ist leicht nach links versetzt – problematisch für Fadespieler. Zudem zieht sich ein mächtiger Bunker von links nach rechts entlang der vorderen Kante des langgezogenen Grüns, der zudem mit seinen Eisenbahnschwellen eine hohe Kante bietet. Zwar gibt es rechts des Bunkers viel Platz für den Teeshot, dann erwartet den Golfer jedoch ein anspruchsvoller Pitch auf das nun quer verlaufende Grün, das direkt hinten an dichten Wald angrenzt – ein wundervoller Schlusspunkt der Front Nine!
























Da der Platz als Out-In angelegt ist, starten die Back Nine direkt neben der neunten Bahn. Zum Auftakt wartet direkt ein bis zu 557 Yards langes Par 5 als Dogleg rechts, das mit Kathy Whitworth und Glenn Johnson gleich zwei Legenden gewidmet ist: Whitworth hält mit 88 Turniersiegen bis heute den Rekord an Siegen auf Profitouren (noch vor Tiger Woods und Sam Snead) und erspielte als erste Proette mehr als eine Million US-Dollar an Preisgeld. Johnson war ein sehr erfolgreicher Amateurgolfer, der auch als „King of the Invitational“ bekannte Golfer ist eine Legende des Golfsports in Michigan. Vom Tee geht es leicht bergab, man sollte leicht links anhalten, um so die Fairwaybunker rechts aus dem Spiel zu nehmen. Auch beim Lay-up sollte man vor allem auf die Sandhindernisse rechts achten. Die Annäherung muss hoch gespielt werden, da ein dicht mit Schilf bewachsener Wassergraben das Grün frontal vom Fairway trennt. Das ondulierte und von links oben nach rechts hinten sowie rechts vorne hängende Grün sorgt für spannende Putts. Weiter geht es mit einem bis zu 384 Yards langen Par 4. Die Gene Sarazen gewidmete Bahn zählt zu den schönsten der gesamten Runde. Vom Tee geht es zunächst in einer sanften Rechtskurve Richtung Fairway, dabei ist ein kleiner Teich rechts zu überspielen. Wer zu weit nach rechts spielt, läuft Gefahr, den zweiten Teich am Ende der Drivelandezone zu „entdecken“. Daher sollte man den Ball möglichst Mitte Bahn platzieren. Der Teich zieht sich bis rechts vor das Grün, das zudem auf der linken Seite durch zwei Bunker geschützt wird und nach rechts vorne hängt. Dann wartet ein bis zu 449 Yards langes Par 4, das zudem leicht bergauf verläuft. Vorher kann man sich noch am gut ausgerüsteten Halfwayhaus stärken. Die Bahn bringt rechts am Ende der Drivelandezone einen kleinen Teich, so dass man nicht zu weit auf diese Seite anhalten sollte. Die Haupt-Herausforderung ist jedoch die reine Länge. Das von mehreren Bunkern eingerahmte, nach vorne hängende Grün erfordert daher einen langen zweiten Schlag – oder nochmalige Vorlegen. Weiter geht es mit dem ersten Par 3 der Back Nine über bis zu 225 Yards, das zudem bergauf führt. Rechts grenzen sanfte Hügel die Bahn ab, das Fairway hängt nach links. Nur die rechte Grünseite bietet eine kleine Gasse, um den Ball aufs Grün rollen zu lassen, links vor und rechts neben dem Grün lauern hingegen Bunker, so dass ein hoher Teeshot die bessere Wahl ist. Das folgende Par 5 ist der Golflegende Bobby Jones gewidmet, dem wohl erfolgreichsten Amateurgolfer aller Zeiten und bis heute einzigem Grand Slam-Gewinner im Golf. Maximal 546 Yards geht es vom Tee zunächst leicht bergab zum Fairway, das von links nach rechts hängt. Dann steigt die Bahn in vier kleinen Stufen wieder an, aufgrund eines großen Bunkers rechts sollte man die Annäherung über links spielen, zumal die Neigung des Geländes den Ball gerne wieder nach rechts rollen lässt. Die Annäherung schließlich sollte einerseits nicht zu kurz sein und so den Grünbunker links meiden, die größere Gefahr droht jedoch vom mächtigen Bunker im Hang hinter dem Grün, da das Grün im vorderen Teil deutlich Richtung Fairway abfällt. Bahn 15 bringt in bis zu 409 Yards langes Par 4, das von den hinteren Abschlägen mit einem blinden Teeshot über dichtes Rough beginnt. Ziel sollte sein, den Ball mindestens bis auf den höchsten Punkt des leicht ansteigenden Geländes zu spielen. Spannend wird es dann beim Schlag Richtung Fahne. Nun geht es zuerst bergab, bevor das Gelände Richtung Grün wieder etwas ansteigt. Das Grün hängt leicht nach rechts, zudem lauern links vor dem Grün ein mächtiger Baum, gefolgt von einem in einen Hang links des Grüns integrierten Bunker. Landet die Annäherung hinter dem Bunker, aber am Hang, bleibt der Ball mit Glück dennoch auf dem Grün liegen – mit etwas Pech rollt er jedoch über das Grün und dann den Abhang in Richtung eines kleinen, dicht bewachsenen Teichs hinunter. Weiter geht es mit einem bis zu 351 Yards langen Par 4 zu Ehren von Boyne-Gründer Everett Kircher. Ideal ist ein Abschlag über die Bunkerlandschaft links hinweg, das Gefälle hilft hier vielen Golfern. Im zweiten Teil steigt das Gelände jedoch wieder an, was beim Schlag Richtung Fahne zu beachten ist. Das leicht nach links gewölbte Grün wird vorne rechts und hinten von einer Bunkerlandschaft verteidigt, zudem fällt das Gelände direkt vor dem Grün deutlich, so dass zu kurz gespielte Annäherungen gerne den Golfern wieder entgegenrollen. Am besten zielt man hier auf die Grünmitte oder linke Seite und überlässt den Rest dem Putter. Auch das letzte Par 3 der Runde ist mit bis zu 233 Yards sehr lang und Chuck Kocsis gewidmet, der als Michigan’s bester Amateurgolfer aller Zeiten gilt. Zwar spielt sich die Bahn aufgrund eines deutlichen Höhenunterschieds kürzer als angegeben, das ist jedoch schon die einzige gute Nachricht, gilt sie doch als schwerstes Par 3 der gesamten Runde. Das Grün befindet sich in Verlängerung des 15. Grüns, mit dem es fast ein Doppelgrün bildet. An Bahn 17 ist das Grün jedoch einem Vulkankegel ähnlich ausgesetzt, links fällt das Gelände in Richtung des von Bahn 15 bekannten Teichs ab, rechts lauern zwei Bunker – und erfordern dann einen Bunkerschlag Richtung Wasser. Zudem fällt das Grün zur Mitte und nach links etwas ab – eine äußerst anspruchsvolle Bahn! Den Schlusspunkt setzt ein bis zu 407 Yards langes Par 4 als Dogleg rechts zu Ehren von Sam Snead, das bekanntlich mit einem Inselgrün endet. Vom Tee geht es zunächst spürbar bergab, am besten hält man sich leicht links des gut sichtbaren Teichs, der den zweiten Schlag spürbar beeinflusst. Da das Grün auf einer weitgehend runden Plattform in einem Teich liegt, hat man von allen Landepunkten des Abschlags aus einen vergleichbaren Winkel Richtung Fahne, nur eben unterschiedliche Restlängen. Das über eine kleine Fußgängerbrücke erreichbare Grün wird auf der rechten Seite durch einen Bunker begrenzt, zudem hängt das Grün von hinten nach vorne. Daher sollte man beim zweiten Schlag unbedingt die Fahnenposition beachten, um den Ball möglichst unterhalb der Fahne zur Ruhe kommen zu lassen.
The Monument verbindet somit die wilde Schönheit der nordamerikanischen Berglandschaft mit einem tiefen Respekt vor der Tradition des Golfsports – eine gelungene Mischung aus historischem Flair, landschaftlicher Dramatik und gehobenem spielerischen Anspruch. Uns hat der Platz sogar ein wenig besser gefallen als der The Alpine, aber eine Runde lohnt sich uneingeschränkt auf beiden Plätzen des Boyne Mountain Resorts.





































