Autor: Der Mann hinter dem Bericht
1995 bereicherte das renommierte Resort The Highlands von Boyne Golf sein Golfportfolio um ein herausragendes Meisterwerk: den nach seinem Schöpfer benannten Arthur Hills Golf Course. Der Platz fügt sich harmonisch in die dichten Wälder und sanften Hügelketten Nord-Michigans ein und gilt unter Golfern als eines der eindrucksvollsten und abwechslungsreichsten Golferlebnisse der Region. Der Architekt hinter dem Platz zählt zu den prägendsten Persönlichkeiten des modernen Golfplatzdesigns. Arthur Hills (1930–2021) stammt aus Toledo, Ohio, und verband eine fundierte Ausbildung in Landschaftsarchitektur an der Michigan State University mit einem Studium der Agronomie an der University of Michigan. Diese doppelte Expertise erlaubte es ihm, Kurse zu schaffen, die ästhetisch faszinieren, strategisch fordern und botanisch perfekt auf die natürliche Umgebung abgestimmt sind. Im Laufe seiner mehr als fünf Jahrzehnte umspannenden Karriere entwarf oder renovierte Hills über 300 Golfplätze weltweit – darunter berühmte Adressen wie Bay Harbor in Michigan, Bonita Bay in Florida oder den Golf Club of Georgia. Seine Designphilosophie war stets geprägt von der Überzeugung, dass ein Golfplatz für Spieler aller Spielstärken Spaß machen soll und spielbar bleiben muss, ohne der Landschaft künstliche Strukturen aufzuzwingen. Zudem galt Hills als ökologischer Pionier, der weltweit die ersten offiziell nach dem Audubon Sanctuary Program zertifizierten Golfplätze gestaltete und damit nachhaltige Umweltstandards für die gesamte Branche setzte.
Der Par-73-Platz besticht durch eine außergewöhnliche topografische Dynamik. Dichte Kiefern- und Hartholzwälder säumen die Fairways, während drastische Höhenunterschiede dem Spiel eine unverwechselbare Dramaturgie verleihen. Ein absolutes Highlight der Runde ist das Signature-Hole 13 (Par 5. Trotz der sportlichen Herausforderung sorgen großzügige Fairways und präzise präparierte Bentgrass-Grüns für ein faires Spielvergnügen. Um allen Spielstärken ein maßgeschneidertes Erlebnis zu bieten, ist der Platz mit insgesamt sechs Teeboxen ausgestattet. In seiner minimalen Distanz misst der Platz 4.811 Yards, was Einsteigern und Genussgolfern eine entspannte Runde ermöglicht. Wenn der Platz hingegen von den hintersten Abschlägen gespielt wird, entfaltet er mit seiner maximalen Gesamtlänge von 7.312 Yards echte Championship-Qualitäten und stellt selbst Longdriver und Single-Handicapper vor anspruchsvolle Aufgaben. Die Runde ist zudem als klassisches Out-In-Design konzipiert, wodurch sich verkürzte Runden über neun Bahnen schwierig gestalten, da man erst mit der 18. Bahn wieder zum Ausgangspunkt der Runde zurückkehrt.
Die Runde beginnt mit einem bis zu 406 Yards langen Par 4 als Dogleg rechts. Das wellige Fairway spielt man am besten leicht über links an, denn im Knick rechts lauert dichtes Rough, gefolgt von einem langgezogenen Fairwaybunker. Der Schlag zur Fahne sollte eher über die linke Grünseite gespielt werden, da rechts ein Bunker mit hochgezogener Kante lauert. Bahn 2, ein Par 4 über maximal 359 Yards, spielt sich in weitem Rechtsbogen Richtung Grün. Nun lauert auf der linken Seite reichlich Sand im Bereich der Drivelandezone, dann dreht die Bahn weiter nach links. Wer allerdings vom Tee zu weit nach rechts anhält, macht schnell Bekanntschaft mit der dort platzierten Roughzone. Das Grün wird vorne beiderseits durch große Bunker geschützt und fällt nach vorne ab, da es ebenfalls erhöht angelegt wurde. Das erste Par 5 der Runde spielt sich über bis zu 541 Yards und ist damit das kürzeste der insgesamt vier Par 5-Bahnen auf dem Platz. Vor allem Longhitter sollten bei diesem Dogleg rechts eher rechts anhalten und so den riesigen Fairwaybunker, der eher einer Waste Area gleicht, überspielen. Den Lay-up spielt man am besten über rechts, da nun links ein großer Fairwaybunker ins Spiel kommt. Das Grün ist nochmals nach links versetzt und wird vorne und zu beiden Seiten durch insgesamt vier Bunker verteidigt – tückisch ist vor allem der Bunker vor dem Grün mit seiner hochgezogenen Kante. Reichlich Sand gibt es auch beim folgenden Par 4 über bis zu 417 Yards, zudem in Kombination mit Wasser. Von den Tees geht es zunächst über eine riesige Waste Area geradeaus Richtung Fairway. Man sollte sich hier mittig halten, denn das Grün ist leicht nach links direkt an den Teich versetzt. Je weiter links der Teeshot liegt, umso größer ist daher die Wahrscheinlichkeit, dass der Approach über Wasser gespielt werden muss, während man über rechts den Landweg wählt. Wer aufgrund der Länge nochmals vorlegt, sollte dies über die rechte Seite planen – aber nicht zu weit rechts, sonst kommen dort die beiden in einen Hang integrierten Bunker ins Spiel. Beim Schlag zur Fahne kommt es darauf an, wie nahe diese nach links an den Teich herangerückt ist – da das Grün leicht von rechts hinten nach links vorne hängt, sollte man nicht zu weit nach links zielen. Wasse kommt auch beim folgenden, mit bis zu 481 Yards extrem mächtigen Par 4 ins Spiel. Zudem steigt das Gelände ganz leicht an, gefühlt spielt sich diese Bahn oft eher wie ein Par 5. Das Wasser befindet sich direkt vor den Abschlägen und hat daher eher psychologische Bedeutung. Da die Bahn ebenfalls in weitem Rechtsbogen Richtung Fahne verläuft, sollte man vom Tee ebenfalls rechts anhalten und sich so den besseren Winkel zum Grün sichern. Bei der Annäherung gilt es, vor allem den mächtigen Bunker links neben dem Grün mit seiner hochgezogenen Kante zu meiden, so dass die meisten Golfer die Fahne eher über die rechte Grünseite anspielen. Bei folgenden Par 5 mit bis zu 585 Yards – dem längsten dieses Platzes – handelt es sich um ein Dogleg rechts. Vom Tee kommt es darauf an, die beiden Topfbunker mittig und links am Fairwayrand zu meiden. Spannend ist auch der Lay-up: rund 240 Yards vor dem Grün ragt rechts eine dichte bewachsene Roughzone in die Spielbahn hinein, die sich bis rund 140 Yards zieht. Wer daher lieber links an dieser Zone vorbeispielen möchte, sollte jedoch den langgezogenen Fairwaybunker auf dieser Seite beachten – am besten daher hoch über die Roughzone die rechte Bahnseite anspielen. Richtung Grün wird das Fairway immer welliger, das erhöhte Grün wird auf der rechten Seite durch einen mächtigen Bunker begrenzt, zudem fällt es nach allen Seiten ab. Daher ist es wichtig, dass der Approach möglichst schnell zum Liegen kommt. Das erste Par 3 der Runde kommt an Bahn 7 ins Spiel und zieht sich über maximal 172 Yards. Da das Fairway deutlich onduliert ist und das erhöhte Grün zu allen Seiten abfällt, kommt es hier vor allem darauf an, den Ball sicher auf dem Grün zu platzieren. Neben den insgesamt drei Bunkern rund um die Fahne ist auch der hohe Baum links vor dem Grün vor allem für Fadespieler zu beachten. Bahn 8 bringt ein bis zu 427 Yards mächtiges Dogleg rechts als Par 4. Vom Tee sollte man nicht zu weit nach links anhalten, dort lauern zwei Topfbunker. Dann dreht die Bahn nach rechts, die linke Grünseite fällt deutlich in Richtung eines sich fast über die gesamte linke Bahnseite nach dem Knick ziehende Sandfläche ab. Die Front Nine enden mit einem bis zu 202 Yards langen Par 3. Hier wird schnell deutlich, ob man die für sich passende Teebox gewählt hat, denn zwischen den Abschlägen und dem Grün lauert dichtes Rough, das dort landende Bälle nicht mehr freigibt. Daher muss der Abschlag auch hoch Richtung Fahne gespielt werden, lediglich von den vorderen Teeboxen bleibt ein schmaler Grünstreifen Richtung Grün und lässt auch flache Abschläge zu. Das langgezogene, schmale Grün wird zudem vorne durch zwei Bunker verteidigt, die wie eine Brille aussehen – ein beispielsweise auch in Carnoustie anzutreffendes Designelement.




























Nach einem Stop am Halfwayhaus geht es mit einem bis zu 354 Yards langen Par 4 weiter. Von den hinteren Abschlägen spielt sich die Bahn als Dogleg rechts, von den vorderen kann man das Grün fast in gerader Linie anspielen. Probleme lauern hier insbesondere links am Ende der Drivelandezone, denn dort hat der Designer mehrere Bunker positioniert. Von den hinteren Abschlägen hält man sich am besten recht des gut sichtbaren, hohen Baums auf der linken Seite. Richtung Fahne wird das Gelände immer welliger – auch, weil einige Bunker hoch gezogene Kanten haben. Beim Schlag zur Fahne auf dem deutlich erhöhten Grün sollte man vor allem darauf achten, dass der Ball nicht rechts vor dem Grün platzierten, tiefen Bunker landet. Bahn 11 ist ein bis zu 575 Yards langes Par 5, das sich im zweiten Teil sanft nach links dreht. Vom Tee sollte man rechts des gut sichtbaren Fairwaybunkers auf der linken Seite zielen. Beim Lay-up erfordert vor allem der breite, in die Spielbahn hineinragende Fairwaybunker von rechts Beachtung Das Grün kommt hingegen ohne Bunker aus, fällt aber nach links und nach vorne ab. Ein mächtiger Bunker in der Drivelandezone prägt auch das nächste Dogleg rechts, ein bis zu 397 Yards lange Par 4. Da die Bahn auf der linken Seite jedoch nach rechts hängt, sollte man den Teeshot dennoch eher auf der linken Bahnhälfte anhalten – sonst können die Bäume rechts auf dem Weg zum Grün den direkten Weg zur Fahne versperren. Das langgezogene Grün sollte man eher über die linke Seite anspielen, da das Gelände rechts des Grün zu zwei großen Grünbunkern hin abfällt. Da die Back Nine als Par 37 ausgelegt sind, folgt an Bahn 13 ein weiteres Par 5 mit nun maximal 570 Yards. Wer schon einmal Tot Hill Farms in North Carolina gespielt hat, wird sich bei dieser Bahn an das Design des unvergessenen Mike Strantz erinnern, denn vom Tee geht es gleich mehrere Etagen bergab. Da die Bahn im zweiten Teil nach links dreht, sollte man vom Tee eher nach rechts zielen – und in Ermangelung von Fairwaybunkern kann man hier dem Driver freien Lauf lassen und mit ein wenig Glück sogar die Chance bekommen, das Grün mit zwei Schlägen zu erreichen. Im zweiten Teil wird die Bahn dann nicht nur flacher, sondern auch enger. Auch der Grünkomplex samt zahlreicher Bunker sowie deutlich onduliertem Gelände vor dem Grün hätte durchaus von Strantz designt sein können. Meiden sollte man vor allem den mächtigen Bunker rechts vor dem Grün, zudem ist die Neigung des Grüns von links nach rechts zu beachten – eine wundervolle Bahn! Weiter geht es mit einem bis zu 186 Yards langen Par 3. Hier zeigt sich großes Golfplatzdesign: von den hinteren Abschlägen spielt man über eine dichte Roughzone und Senke hinweg zum Grün, von den vorderen Teeboxen liegt die Herausforderung eher im großen, in einen Hang integrierten Bunker links vor dem Grün. Ebenfalls zu beachten ist die Bail out Area rechts vor dem Grün, die zu kurz gespielte Bälle gerne auch ins Rough rollen lässt. Auch das sichtbare ondulierte Grün erfordert volle Konzentration. Mit bis zu 440 Yards ist das folgende Par 4 als Dogleg rechts ebenfalls kein Selbstläufer. Da das Fairway jedoch deutlich unterhalb der Abschläge verläuft, spielt sich die Bahn etwas kürzer. Vom Tee kommt es vor allem darauf an, nicht zu weit nach links zu spielen, aber auch den mächtigen Fairwaybunker auf der rechten Bahnseite zu meiden. Am besten richtet man sich an dem großen Solitärbaum auf der linken Fairwayseite aus. Ist dies gelungen, bleibt noch ein mittleres Eisen oder kleines Holz Richtung Fahne, die man aufgrund der Grünbunkers links eher über die rechte Seite anspielen sollte. Bahn 16 bringt das letzte Par 3, mit bis zu 203 Yards auch zugleich das längste Par 3 der gesamten Runde. Auch wenn das Yardagebook auf der linken Seite lediglich Sand ausweist: längst ist daraus eine Mischung aus Sand, Wasser und Rough geworden – kurz: ein Bereich, in dem der Teeshot besser nicht landen sollte. Das muss an – vor allem von den vier hinteren Abschlägen – den Teeshot carry bis zum Grün bringen, sonst wartet ein spannender Rettungsschlag oder, wenn der Teeshot im Wasser landet, gar Ballverlust. Das letzte Par 4 spielt sich über bis zu 420 Yards und erfordert, je nach gewählter Teebox, einen Abschlag über oder direkt neben einem großen Teich. Eine weitere Besonderheit: das Fairway hinter dem Teich ist zweigeteilt, denn auch rechts des Teichs gibt es Abschlagpositionen – im Prinzip kombiniert diese Bahn zwei Spielbahnen in einer. Von der linken Bahnseite zielt man am besten zwischen die beiden gut sichtbaren Baumgruppen links und Mitte Bahn. So hat man nicht nur einen guten Winkel zur Fahne, sondern nimmt auch zwei der drei Grünbunker weitgehend aus dem Spiel. Den Schlusspunkt setzt ein bis zu 577 Yards lange Par 5, das nochmals alle Designelemente kombiniert: Bunker, Wasser und ein Dogleg links. Vom Tee kommt es darauf an, den Ball nicht zu weit nach links Richtung Wasser zu spielen, da das Fairway zum Teich hin geneigt ist. Allerdings lauern auf der rechten Fairwayseite zahlreiche Bunker – man benötigt daher eine gute Kombination aus Länge und Richtung. Am Ende des Teichs dreht die Bahn um 90 Grad nach links – und wird deutlich schmaler. Das merkt man spätestens beim Lay-up, zumal der Fairwaybunker rechts dann ins Spiel kommt. Beim Schlag zur Fahne gilt das alte Motto „Mitte Grün“, denn links grenzt das Gelände nun ans Wasser, rechts steigt das Gelände an und wird von zwei großen Bunkern durchzogen. Wer hier das Par spielen möchte, benötigt drei präzise Schläge – und dem nach vorne geneigten Grün zwei gelungene Putts.
Der Arthur Hills Course zählt zurecht zu den Gästefavoriten unter allen Boyne-Golfplätzen. Der Architekt hat hier ein Meisterwerk geschaffen, dass sich perfekt in die Landschaft Nord-Michigans integriert und bei Wahl der passenden Teebox für die Runde dennoch Spaß macht. Spielt man den Platz jedoch von einem zu weit hinten gelegenen Abschlag, lässt sich das Ergebnis wohl am besten mit dem berühmt-berüchtigten „Tough day in the office“ beschreiben.































