Aberdour

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Michael Althoff

Autor: Der Mann hinter dem Bericht

Golfen mit Ausblick am Forth of Firth

Der Aberdour Golf Club liegt entlang der Route von Edinburgh nach St. Andrews, rund 10 Kilometer vom nördlichen Ende der berühmten Forth Bridge entfernt. Bis ins Home of Golf nach St. Andrews sind es mit dem PKW ungefähr 60 Minuten. Der Platz wirbt mit dem Titel „Golf with a view“ – und in der Tat präsentiert sich dieser Mitgliederclub (er wurde bereits 1896 gegründet) nicht nur als äusserst gastfreundlich (das Greenfee für 18 Bahnen beträgt – Stand 2022 – in der Hauptsaison wochentags 40 GBP, am Wochenende 50 GBP), sondern auch in sehr gutem Pflegezustand. Für Mitteleuropäer sicherlich gewöhnungsbedürftig: über den Sommer lässt man die Fairways und Randzonen gerne „ausbacken“, also kontrolliert trocken, anstatt sie mit viel Wasser-Aufwand oder gar Farbe grün zu halten. Die Fairways sind jedoch auch in „braunem Zustand“ bestens gepflegt und präzise spielbar – noch dazu rollen die Bälle meist weiter als auf traditionell gewässerten Spielbahnen. Die Grüns werden jedoch auch über den Sommer gewässert und präsentieren sich in sanftigem Grün.

 

Die Bezeichnung „Golfplatz mit Aussicht“ unterstreicht der Platz direkt am ersten Tee, das nur wenige Schritte rechts des Pro-Shops liegt. Der ingesamt bis zu 5.447 Yards lange Platz bei Par 67 beginnt mit einem Par 3, das sich leicht bergab Richtung Meer und alter Ruinen spielt – gerade bei WInd ein toller Test gleich zu Beginn. Auch Bahn 2 ist ein Par 3, von den hinteren Abschlägen geht es über das Meer in Richtung eines erhöhten Grüns. Im weiteren Verlauf merken Golfer schnell, wie wichtig ein gutes Course Management ist – denn: gerade verlaufende Spielbahnen gibt es nur selten. Mal ist das Fairway stark onduliert, mal bietet das Grün mehrere Ebenen und nicht zuletzt die Lage an einem Berghang sorgen dafür, dass man schon beim Teeshot den Landepunkt sehr genau wählen sollte. So hat man an Bahn 3 das Gefühl, über eine Dünenlandschaft zu spielen, während an Bahn 4 das Fairway deutlich nach rechts abfällt und mancher Teeshot erst auf dem Fairway der parallel verlaufenden dritten Bahn zur Ruhe kommt. Erst nach dem Abschlag an Bahn 4 wird das Gelände ein wenig ebener, dann grenzt der Club auch direkt an die Häuser des Ortes. Bahn 6 ist ein bis zu 162 Yards kurzes Par 3, dessen Grün komplett durch Bunker eingerahmt ist – Mitte Bahn ist hier stets eine sinnvolle Strategie. Das folgende Par 4 ist zwar nur 247 Yards kurz, spielt sich aber vor allem im ersten Teil durch die spürbare Steigung deutlich länger und erfordert einen blinden Teeshot. Mit zwei annähernd gleich langen Par 4s (Bahn 8 verläuft jedoch leicht bergab) enden die Front Nine.

Links des neunten Grüns beginnen die Back Nine, ernuet mit einem Par 3, dessen Länge sogar fast identisch ist zur Auftaktbahn. Erneut liegt das Grün deutlich unterhalb der Teeboxen, zudem fällt das Gelände vor dem Grün und der Bereich links neben dem Grün deutlich ab (Richtung 11. Fairway). Vom Grün sollte man links die wunderschönen Ausblicke Richtung Edinburgh geniessen, bevor es mit der schwersten Bahn – einem bis zu 457 Yards langen Par 4, weiter geht. Dieses Dogleg links wird rechts durch das Meer begrenzt, rechts hängt das Fairway deutlich nach unten. Im Bereich des Knicks lauert zudem ein typischer Burn, den man stilecht per Steinbrücke überquert. Danach steigt die Bahn Richtung Grün deutlich an. Das Grün sollte man eher über die rechte Seite anspielen, da links neben dem Grün ein Abhang droht. Auch am darauf folgenden, langen Par 4 bergab kommt der Burn im Bereich der Drivelandezone ins Spiel. Das einzige Par 5 an Bahn 13 (Ash Tree genannt) ist vor allem durch seine Topographie anspruchsvoll. Das Fairway hängt im ersten Abschnitt deutlich von links nach rechts, man sollte daher seinen Teeshot so weit links wie möglich anhalten (und findet ihn dennoch oft rechts neben der Bahn). Richtung Fahne dreht die Bahn dann nach links und verläuft zudem wieder spürbar bergauf – dennoch hängt das Gelände weiterhin deutlich nach rechts. Wenn man hier das Grün verfehlt, kann der Ball durchaus zu einer Position rollen, die weiter entfernt von der Fahne ist als beim Schlag vorher. Das folgende, kurze Par 4 verläuft jedoch wieder leicht bergab und bietet eine gute Scoringmöglichkeit, sofern man die zahlreichen Bunker rund ums Grün meidet. An Bahn 15, dem letzten Par 3, ist beim Abschlag Vorsicht geboten, da die Flugbahn den Bereich der hinteren Abschläge für Bahn 16 quert. Das Grün des vorletzten Par 3s wird zu beiden Seiten durch Bunker verteidigt. Mit dem bis zu 452 Yards langen Par 4 an Bahn 16 kehrt man mit einem sanften Dogleg rechts Richtung Parkplatz zurück. Bevor man dort jedoch seine Ausrüstung wieder verstaut, wartet mit dem Par 4 Dogleg links an Bahn 17 nochmals ein blinder Abschlag. Das Grün wird durch mehrere Bunker begrenzt, zudem markiert eine Mauer links zugleich die Ausgrenze, man sollte daher das Grün eher mittig oder über rechts anspielen. Mit einem bis zu 196 Yards langen Par 3 geht es dann zurück Richtung Clubhaus – hier sollte man nicht zu weit nach rechts zielen, denn sonst landet der Ball entweder im Bunker oder gar Richtung Pro-Shop und Clubhaus.