Autor: Der Mann hinter dem Bericht
An den steilen Klippen der Little Traverse Bay am Lake Michigan erstreckt sich eines der visuell eindrucksvollsten Golf-Ensembles Nordamerikas: der Bay Harbor Golf Club. Als Kronjuwel des Boyne-Golf-Portfolios Mitte der 1990er-Jahre eröffnet, wandelte der renommierte Golfplatzarchitekt Arthur Hills ein einstiges Industrieareal – ein verlassenes Schieferbergbaugebiet samt Zementwerk – in einen spektakulären 27-Loch-Komplex um, der in Branchenkreisen rasch den Spitznamen „Pebble Beach des Mittleren Westens“ erlangte. Das Markenzeichen des Clubs ist seine architektonische Dreiteilung: Drei Neun-Loch-Schleifen – The Links, The Quarry und The Preserve – lassen sich flexibel kombinieren und bieten auf einer einzigen Anlage drei völlig unterschiedliche Landschaftserlebnisse. Alle drei Plätze bieten jeweils sechs Teeboxen zur Wahl und sind als Par 36 ausgelegt.
The Links – Linksgolf an einem Binnensee
Auf The Links dominiert der Einfluss des Sees, der aufgrund seiner Größe wie ein Meer wirkt. Entlang etwa 15 Meter hoher Felsklippen erstrecken sich Spielbahnen, die an die traditionsreichen Küstenkurse Schottlands und Irlands erinnern. Windgepeitschtes Fescue-Gras, tief verlaufende Bunker und der ständige Blick auf das scheinbar endlose Süßwassermeer fordern sowohl strategisches Gespür als auch saubere Annäherungsschläge. Die Gesamtlänge beträgt je nach Teebox zwischen 2.191 und 3.449 Yards – damit ist The Links zugleich die längste Runde von Bay Harbor. Die Runde beginnt mit einem bis zu 442 Yards langen Par 4 als Dogleg rechts. Da das Gelände vom Tee leicht ansteigt, muss der Teeshot blind ausgeführt werden – und natürlich lauert genau im Knick rechts ein Fairwaybunker. Die Annäherung spielt man am besten über die rechte Seite. Zwar lauert dort ebenfalls ein Grünbunker, doch der sich über nahezu die gesamte Grünseite ziehende Bunker links mit seiner hochgezogenen Kante spielt sich deutlich schwieriger, zudem hängt das Grün leicht von links nach rechts. Unbedingt vermeiden sollte man einen Hook, denn mit dem Grün reicht der Platz erstmals an den Lake Michigan heran. Auch Bahn 2 ist ein leichtes Dogleg rechts als Par 4 über maximal 437 Yards. Vom Wasser geht es nun wieder Richtung Binnenland, im zweiten Teil wird die Bahn von zahlreichen Bäumen gesäumt. Vom Tee ist es wichtig, das wie ein kleines Hochplateau angelegte Fairway zu treffen – rechts fällt das Gelände leicht ab, auch gut 120 Yards vor dem Grün kommt nochmals eine Senke ins Spiel. Das leicht wellenartig von vorne nach hinten verlaufende Grün wird links vorne durch einen kleinen Bunker geschützt, anspruchsvoller ist jedoch das Putten auf dem ondulierten Untergrund. Nun folgt ein nur bis zu 380 Yards kurzes Par 4 als Dogleg rechts, mit dem man wieder an das Seeufer herankommt. Die besondere Herausforderung: die Bahn verläuft auf zwei Ebenen, man muss sich daher am Tee entscheiden, ob man von dort direkt die tiefer liegende Ebene (die bei ungefähr 140 Yards vor dem Grün links beginnt) anspielen möchte oder den Ball zunächst auf der oberen Ebene hält und von dort die Fahne anspielt. Wer sich für das obere Plateau entscheidet, sollte auf die mächtigen Fairwaybunker am Ende der Ebene achten – wer die untere Ebene anspielt, sollte nicht zu weit nach links spielen, sonst kommt das Wasser ins Spiel. Vor allem von der oberen Ebene kommt beim Approach eine weitere Herausforderung ins Spiel: ein riesiger Bunker, der die kleine Senke rechts des Grüns füllt und auf zu kurz gespielte Annäherungen lauert. Links wechselt das Gelände rund 80 Yards vor dem Grün nochmals auf eine tiefer gelegene Ebene, zudem kommt auf der linken Bahnseite der Strand immer näher. Da auch das Grün deutlich onduliert ist, sollte man die Bahn nicht unterschätzen. Dies gilt auch für das erste Par 3 über maximal 178 Yards an Bahn 4. Die Teeboxen ziehen sich in einem Viertelkreis nach rechts, die gesamte linke Seite wird vom See begrenzt und das durch eine dicht bewachsene Roughzone getrennte Grün befindet sich gefühlt eine Ebene tiefer. Wer zur Vermeidung des Wassers zu weit nach rechts zielt, macht schnell mit dem tiefen Grünbunker rechts Bekanntschaft. Auch das Grün umfasst zwei Ebenen, wobei die untere Ebene am Wasser tiefer liegt – man sollte daher vom Tee das richtige Plateau anspielen, um einen Putt von Ebene zu Ebene zu vermeiden. Bahn 5 wird durch einen mächtigen Bunker genau im Knick des maximal 351 Yards kurzen Par 4s als Dogleg rechts geprägt. Man muss sich daher entscheiden, ob man vom Tee die schmale Gasse links des Bunkers anvisiert oder den Bunker mit einem Carry von 104 bis 216 Yards – je nach Teebox – rechts überspielen möchte. Gerät der Ball zu weit nach rechts, verschwindet er gerne im Mix aus Teich und Büschen. Das Grün ist deutlich erhöht, man sollte daher bei der Annäherung nicht zu kurz bleiben – und auch der kleine Grünbunker rechts kann durchaus anspruchsvoll sein. An der folgenden Bahn merkt man schnell, ob man von der zum eigenen Spiel passenden Teebox abschlägt. Das bis zu 418 Yards lange Par 4 als Dogleg rechts erfordert einen Teeshot über dichtes Rough und einen Fairwaybunker links. Ein weiterer Bunker lauert im Knick rechts sowie rund 40 Yards links vor dem Grün. Da das Fairway deutlich onduliert ist, rollt der Ball gerne nach der Landung in eine unerwartete Richtung. Zur Fahne hin steigt das Gelände leicht an, rechts des Grüns lauert ein mächtiger Bunker. Bahn 7 bringt das erste Par 5 mit bis zu 500 Yards Länge. Über die gesamte rechte Seite zieht sich der Lake Michigan, die Bahn zieht sich wunderschön auf einem Hochplateau am Ufer entlang. Vom Abschlag geht es über eine dichte bewachsene Roughzone leicht nach rechts, auch das Fairway hängt leicht zu dieser Seite. Wasserphobiker sollen nicht zu weit links anhalten, denn dort lauert ebenfalls anspruchsvolles Rough. Herausfordernd ist an dieser Bahn vor allem der Lay-up: rechts kommt das Fairway dem Wasser immer näher, zudem wird die Bahn schmaler und schmaler. Am geschicktesten ist es daher, den Ball nach links in den Bereich zwischen 130 und 100 Yards vor dem Grün zu spielen – am besten noch vor die beiden mächtigen Bunker vor dem Grün beiderseits. Da die Bahn in diesem Bereich zudem deutlich ansteigt, sollte man im Zweifelsfall lieber etwas mehr Schlaglänge einplanen. Das vor allem nach rechts und hinten deutlich abfallende Grün erfordert nicht nur eine präzise Annäherung, sondern auch präzises Putten. Wer nun glaubt, das nachfolgende Par 3 sei eine Erholung, sieht sich getäuscht. Die bis zu 225 Yards lange Bahn gleicht zwischen Tee und Grün einer regelrechten Berglandschaft, zudem ist das Grün erhöht und fällt von rechts hinten nach links vorne ab. Zwei Grünbunker links sorgen für zusätzlichen Anspruch. Wer hier das Par spielen möchte, benötigt einen Abschlag auf Grün – wer nur vorlegt, erlebt auf dem Weg zu seinem Ball oft eine Überraschung, da die wellige Landschaft diesen in eine unerwünschte Position hat rollen lassen. Die Runde auf dem Links Course endet mit einem weiteren Par 5 über bis zu 518 Yards. An sich liegt das Grün fast in direkter Verlängerung der Teeboxen, doch ein großer Teich in der Verlängerung der Abschläge erfordert, dass man vom Tee über Wasser nach links auf das Fairway spielt. Longhitter können versuchen, das Wasser beim zweiten Schlag rechts zu lassen und das Grün über links anzuspielen. Wer sich für den Lay-up entscheidet, sollte ebenfalls über die linke Seite gehen, jedoch berücksichtigen, dass die Bahn rund 170 Yards vor dem Grün nach rechts dreht und zudem die Landezone im Bereich zwischen 170 und 90 Yards besonders schmal ist. Longhitter sollten darauf achten, vom Tee nicht zu weit nach links zu spielen, sonst kommt beim zweiten Schlag der wunderschöne Solitärbaum am linken Bahnrand ins Spiel. Der Schlag zur Fahne sollte weder zu weit nach rechts (dichtes Rough bzw. Wasser!) noch zu lang (es lauern zwei Grünbunker) geraten, und selbst bei einem Green in Regulation warten noch zwei anspruchsvolle Putts, um das Par zu sichern. Der Links Course ist ein wunderbares Design, das vom angrenzenden Wasser und den kleinen, aber feinen Höhenunterschieden geprägt wird. Wie bei Linksplätzen üblich (obwohl der Platz im strengen Sinne kein Linkscourse ist, da er an einen Binnensee grenzt – allerdings mit Meer-ähnlichen Dimensionen), steigt der Schwierigkeitsgrad mit dem Wind. Daher ist die Runde häufig am Morgen einfacher, bevor am Nachmittag der Wind mit schöner Regelmäßigkeit auffrischt.




































The Quarry – Herausforderungen inmitten eines Steinbruchs
Einen dramatischen Landschaftswechsel vollzieht The Quarry. Hier baute Arthur Hills die verbliebenen Spuren des historischen Tagebaus geschickt in das Routing ein. Zerklüftete Felswände, steile Schluchten, natürliche Teiche und sogar ein kleiner Wasserfall bilden eine fast surreale Kulisse, die kompromisslose Präzision vom Abschlag bis zum Grün verlangt. Die Gesamtlänge dieser Runde liegt zwischen 2.191 und 3.396 Yards. Auch dieser Platz wartet mit teil spektakulären Bahnen auf und ist daher mit The Links die beliebteste Kombination über 18 Spielbahnen. Wer nun glaubt, mit The Quarry das Wasser hinter sich gelassen zu haben, wird bereits an der ersten Bahn eines Besseren belehrt. Das maximal 368 Yards kurze Par 4 zieht sich in weitem Linksbogen um einen dicht bewachsenen Teich herum. Vom Abschlag geht es daher carry über Wasser auf das Fairway. Loinghitter sollten beachten, dass rund 90 Yards vor dem Grün ein dicht bewachsener Graben die Bahn teilt. Dahinter erstreckt sich bis zum Grünanfang links ein mächtiger Bunker, auch rechts neben dem Grün lauert Sand – ein tolle Auftaktbahn, die den eher Parkland-ähnlichen Charakter im Design betont. Bahn 2 bringt bereits das erste, maximal 202 Yards lange Par 3. Dieses kommt komplett ohne Bunker aus, allerdings ist das Grün deutlich erhöht und vor den Teeboxen lauert zunächst dichtes Rough – ein hoher Teeshot ist daher Pflicht. Durch seine exponierte Lage fällt das Grün nach allen Seiten ab, der Abschlag sollte daher schnell zur Ruhe kommen, sonst kann man links-typisch Richtung Grün hinauf putten. Das erste Par 5 dieser Teilrunde an der folgenden Bahn misst maximal 561 Meter und bringt erneut Wasser ins Spiel. Vom Tee geht es zunächst nach links in Richtung eines leicht ansteigenden und deutlich ondulierten Fairways. Zusätzlicher Thrill-Faktor: je größer die Schlagweite, umso enger wird das Fairway, denn links lauert ein mächtiger Bunker, rechts grenzt die Bahn an Wasser. Beim anschließenden Lay-up muss man eine strategische Entscheidung treffen: entweder legt man den Ball vor der tiefen Senke bei rund 100 Yards ab, die Fairway und Grünbereich voneinander trennt, oder man überspielt den Graben und hat nur noch einen kleinen Pitch Richtung Fahne. Gerät der Approach jedoch zu lange, kommt gerne der kleine, mittig vor dem Grün platzierte Bunker in einem Hang ins Spiel – sicherer ist somit der kürzere Lay-up mit längerem Approach. Das Grün spielt man nicht zu weit über rechts anspielen, denn dort fällt das Gelände steil Richtung Wasser ab. Allerdings lauert auch links neben Grün und Cartweg dichtes Rough, hier geht Präzision vor Aggressivität. Auch Bahn 4 spielt sich als Dogleg rechts und ist mit bis zu 436 Yards zudem recht lang. Da die Bahn jedoch leicht bergab führt, spielt sie sich de facto etwas kürzer. Vom Bee geht es zunächst von den hinteren Abschlägen leicht nach links, von den vorderen Abschlägen geradeaus auf ein deutlich gewelltes Fairway. Der Fairwaybunker rechts kommt nur von den hinteren Teeboxen ins Spiel. Im zweiten Teil kommt dann auf der rechten Seite erst dichtes Rough immer mehr in die Bahn hinein, bevor rund 70 Yards vor dem Grün von rechts ein Teich bis zum Grün heranreicht. Allerdings führt das Gelände nun auch wieder leicht bergab. Wer aufgrund der Länge lieber nochmals vorlegt, sollte dafür die linke Seite wählen. Das Grün hängt zur Mitte, sodass vor allem Fahnenpositionen vorne und hinten besonders anspruchsvoll sind. Auch beim folgenden Par 5 mit maximal 495 Yars kommt reichlich Wasser ins Spiel, zudem ist das Grün deutlich nach links versetzt. Von den Abschlägen geht es zunächst carry über Wasser auf das schräg verlaufende Fairway. Je nach Teebox und Ausrichtung kann die erforderliche Schlagweite bis zu fast 280 Yards betragen, allerdings reichen im günstigsten Fall von den Forward Tees bereits gut 110 Yards, um den Ball trocken landen zu lassen. Da das Fairway sichtbar unterhalb liegt, spielt es sich etwas leichter als die reine Entfernungsangabe vermuten lässt. Spielt man zu weit auf die rechte Fairwayseite, droht wieder dichtes Rough. Das grün ist als Halbinsel konzipiert und liegt unterhalb der Bahn. Da die gesamte Vorderseite durch Wasser vom Fairway getrennt wird, sollte man dies bei der Schlagweite unbedingt berücksichtigen. Das quer liegende Grün, das von beiden Seiten Richung Grünmitte leicht ansteigt, wird nach hinten von einem Steinhang begrenzt – schließlich bedeutet „Quarry“ eben „Steinbruch“. Vom Grün geht es daher zunächst bergauf, um die Abschläge der sechsten Bahn, einem wunderschönen Dogleg rechts, zu erreichen. Mit maximal 332 Yards Länge und den oberhalb gelegenen Teeboxen reicht hier ein langes Eisen oder kleines Holz vom Tee. Von dort geht es zunächst – über einen dicht bewachsenen Wassergraben hinweg – geradeaus Richtung Fairway. Rund 90 Yards vor dem Grün dreht die Bahn dann nach rechts, zudem kommt rechts das Wasser immer näher, bis es schließlich die rechte Grünseite erreicht. Hinter dem Grün bremst ein Bunker zu weit geschlagene Bälle, das Grün hängt auch leicht nach hinten in Richtung des Bunkers. Die Annäherung muss zudem hoch gespielt werden, da man fast immer das dichte Rough auf der rechten Seite überwinden muss. Diese Bahn vermittelt endgültig den Eindruck, mitten in einem Steinbruch Golf zu spielen, denn im zweiten Teil wird die Bahn ebenfalls von einer Geröllwand links begrenzt – für mich war dies die optisch schönste Bahn auf dem Platz. Bahn 7 bringt ein Dogleg links mit bis zu 406 Yards. Vom Abschlag muss zunächst ein mächtiger Graben Richtung Fairway überwunden werden. Tückisch ist zudem der Topfbunker direkt hinter dem Knick auf der linken Bahnseite. Überhaupt: Da links dichter Wald an die Bahn heranreicht und die rechte Bahnseite von Hügeln abgegrenzt wird (welche den Ball meistens wieder Richtung Fairwaymitte rollen lassen), sollte man eher die linke Bahnseite anvisieren. Im zweiten Teil geht es leicht bergab, im Hintergrund kann man den Lake Michigan erkennen. Die Fahne spielt man am besten über rechts an, hier ist das Gelände etwas offener und man meidet den großen Grünbunker auf der linken Seite. Das bis zu 205 Yards lange Par 3 an Bahn 8 könnte auch zum Links Course zählen, grenzt es doch unmittelbar an den Lake Michigan. Das Grün liegt unterhalb der Abschläge, so dass sich die Bahn de facto kürzer spielt, wird jedoch von einem breiten Wassergraben vom Rest der Bahn getrennt. Vor dem Graben lauert dichtes Rough – man sollte daher unbedingt eine Teebox wählen, von der aus man das Grün mit einem hohen Teeshot erreichen kann. Das quer liegende Grün ist zudem in zwei Abschnitte unterteilt: es steigt von links zunächst sanft an, bevor es bei rund zwei Dritteln der Breite wieder nach rechts abfällt. Den Schlusspunkt setzt ein maximal 391 Yards langes Par 4, das überwiegend gerade verläuft. Es beginnt mit einem blinden Teeshot, der leicht bergauf führt. Ziel sollte sein, den Ball mindestens bis auf den Bergrücken zu spielen, im zweiten Teil kommt rund 100 Yards vor dem Grün ein Graben ins Spiel, der das Fairway unterteilt. Wer einen Lay-up wählt, sollte den Ball möglichst darüber hinaus spielen. Das Grün liegt deutlich nach links versetzt und unterhalb des Fairways, so dass man ruhig eine Schlägerlänge weniger einplanen darf. Zudem grenzt es links an den See (allerdings durch hohe Bäume etwas geschützt), rechts lauert ein tiefer Grünbunker – eine ebenso schöne wie anspruchsvolle Schlussbahn.



































The Preserve – Parkland-Golf mit Schlusspunkt am Wasser
Als natürlicher Gegenpol dient The Preserve, der sich sanft durch die dichten Hartholzwälder und geschützten Feuchtgebiete Nord-Michigans schlängelt. Dieser Platz wirkt wie ein ruhiges Naturreservat, in dem das Rauschen des Waldes die Runde begleitet, bevor das Finish auf einem Par 3 spektakulär direkt am Seeufer gipfelt. Eine Runde erstreckt sich, je nach Abschlag, über 2.054 bis 3.378 Yards, was den The Preserve zum kürzesten der drei Plätze macht. Die Runde beginnt mit einem Dogleg rechts als Par 4 über maximal 391 Yards. Ein Hügel in Verlängerung der Teeboxen samt Fairwaybunker will entweder über- oder umspielt werden, letzteres über die linke Seite Das deutlich ondulierte Grün spielt man am besten über links an, denn rechts neben dem Grün lauert ein tiefer Bunker, allerdings warten auch zwei kleine Bunker vor dem Grün links auf zu kurz gespielte Annäherungen. Bahn 2 ist ein 90 Grad Doppel-Dogleg über maximal 341 Yards als Par 4. Damit man das Grün in zwei Schlägen erreicht, muss der Teeshot über den ersten Knick und einen dicht bewachsenen Teich gespielt werden. Zu lang sollte der Abschlag allerdings auch nicht werden, denn rund 50 Yards vor dem Grün dreht die Bahn nochmals um nahezu 90 Grad nach links und wird erneut durch einen Wassergraben vom Rest der Bahn getrennt. Hier ist somit eine perfekte Kombination aus Richtung und Länge gefragt – und das links von einem Bunker verteidigte Grün hängt zudem nach vorne und erfordert eine präzise Dosierung des Putts. Wieter geht es mit einem bis zu 423 Yards mächtigen Par 4. Auf der linken Seite begrenzen hohe Bäume die Bahn, bevor noch dichterer Bewuchs neben dem Cartweg lauert. Rechts blockiert ein geschickt platzierter Hügel die Sicht wie eine Bodenwelle, zudem hängt das Fairway nach links. Vom Tee sollte man sich dennoch leicht rechte halten und versuchen, den bei rund 180 Yards einsetzten Geländeversatz zu erreichen. Im letzten Teil dreht die Bahn nach links Richtung Grün. Wer nun nochmals vorlegen möchte, sollte dazu die rechte Bahnseite wählen, zumal links im Drehpunkt ein großer Bunker lauert. Dafür fehlen an dieser Bahn Grünbunker, das recht schmale Grün hängt etwas nach vorne. Bahn 4 bringt das erste, bis zu 577 Yards mächtige Par 5. Vom Tee verläuft die Bahn zunächst in einer weiten Rechtskurve, bevor die dann um rund 90 Grad nach links zum Grün dreht. Eine Besonderheit ist das zweigeteilte Fairway: entweder spielt man vom Tee geradeaus auf die untere Ebene rechts, oder man spielt auf die höhere Ebene links – getrennt werden beide Bereiche durch mehrere Fairwaybunker in der Bahnmitte. Dann dreht die Bahn nach links, auch Longhitter sind gut beraten, hier den Lay-up zu spielen. Das Grün liegt fast ein wenig versteckt in einer Lichtung, ein Teich und reichlich Wasserpflanzen trennen das Grün vom Rest der Bahn. Bei der Annäherung sollte man zudem auf den Bunker rechts vor dem Grün achten – keine Frage: dies ist die schwerste Bahn des Preserve. Zur Erholung folgt ein bis zu 191 Yards langes Par 3, dessen Grün jedoch deutlich erhöht liegt und somit ungefähr eine Schlägerlänge mehr erfordert. Landet der Ball vor dem Grün, rollt er den Abhang hinunter und beschert Golfern einen spannenden Pitch bergauf. Auch die Grünbunker zu beiden Seiten sorgen dafür, dass hier der Teeshot über Birdie, Par oder schlechter entscheidet. Das zweite Par 5 an der nächsten Bahn spielt sich über bis zu 493 Yards und ist als Doppel-Dogleg ausgelegt. Zu Beginn geht es leicht nach links. Rechts wird die Bahn durch sanfte Hügel begrenzt, welche den Ball gerne Richtung Bahnmitte und damit nach links rollen lassen – sofern man nicht den Fairwaybunker rechts trifft. Dann dreht die Bahn nach rechts, Zeit für einen Lay-up oder einen mutigen langen zweiten Schlag in Richtung des nochmals nach links versetzten und von drei mächtigen Bunkern vorne geschützten Grüns. Das folgende, bis zu 404 Yards lange Par 4 beginnt mit einem blinden Teeshot bergauf, der möglichst gerade ausgeführt werden sollte. Am besten orientiert man sich links des hinteren, gut sichtbaren Baums auf der rechten Seite. Im zweiten Teil sollte man beachten, dass das Grün auf einem ausgesetzten Plateau angelegt ist – spielt man zu weit nach rechts, landet der Ball gerne in einer Senke neben dem Grün. Bahn 8 bringt nochmals ein Dogleg links als Par 4 mit maximal 372 Yards. Über dichtes Rough geht es Richtung Fairway. Da links dichter Wald droht, sollte man sich eher etwas rechts orientieren, so hat man zudem einen besseren Winkel für den zweiten Schlag. Der Fairwaybunker rechts kommt nur für Longhitter ins Spiel. Auf Höhe des Bunkers dreht die Spielrichtung leicht nach links, nun wird das Gelände zerklüfteter, insgesamt vier Bunker unterschiedlicher Größe umrahmen das Grün – hier ist ein präziser Approach erforderlich, um das Grün mit maximal zwei Putts verlassen zu können. Nach einer etwas längeren Transferstrecke wartet zum Abschluss ein wunderschönes Par 3, das links an den Lake Michigan angrenzt. Über dichtes Rough geht es leicht bergab zum etwas nach links versetzten Grün, das zudem deutlich onduliert ist. Wer mindestens das Par spielen möchte, sollte den großen, tiefen Grünbunker links vor dem Grün ebenso meiden wie einen zu starken Draw oder Hook, der eher am Strand landet. Die Bahnen des Preserve sind optisch nicht ganz so spektakulär wie die des Links oder Quarry, spielerisch und vom Pflegezustand können sie ohne Einschränkungen den beiden anderen Plätzen der Anlage mithalten. Daher sollte man auch diese 9-Loch-Schleife mindestens ein Mal pro Aufenthalt spielen.
Die beliebteste Kombination ist The Links und The Quarry, doch auch das Design des Preserve-Platzes ist sehr ansprechend, am besten gönnt man sich alle drei Anlagen. Zudem sollte man beachten, dass gerade die Kombination aus Links und Quarry deutlich über den Greenfees der Plätze von Boyne The Mountain und The Highlands liegt – das gilt insbesondere für den Zeitraum bis Ende September, danach sinken auch die Greenfees des Bay Harbor Clubs deutlich – Bay Harbor ist eben das Premiumprodukt von Boyne Golf. Gemeinsam mit dem benachbarten Luxushotel The Inn at Bay Harbor hat die Anlage das nördliche Michigan fest auf der Landkarte des internationalen Golftourismus verankert. Bay Harbor steht heute nicht nur für sportliche Herausforderung, sondern auch für die gelungene Verwandlung einer ehemaligen Industriebrache in eine ikonenhafte Sport- und Kulturlandschaft. Von allen drei Resorts von Boyne Golf in Nord-Michigan ist die Anlage, nicht zuletzt in der Kombination mit dem The Inn at Bay Harbor, das luxuriöseste und ohne eigenes Ski-Angebot für den Winter. Hier fühlen sich vor allem Mitglieder aus Privatclub oder Country Clubs wohl, denn auch das Clubhaus und der Pro-Shop sind auf gehobene Ansprüche ausgerichtet – eine wunderbare Golfoption in der Region.

























