Autor: Der Mann hinter dem Bericht
Als die PGA Tour im Herbst 2025 erstmals im Black Desert Resort nahe St. George, Utah, gastierte, staunten viele Zuschauer über das Gelände: das gesamte Resort wird von einer Mischung aus Lava und dem typisch rötlichen Gestein Utahs eingerahmt – ein Anblick, den man sonst eher von Hawaii gewöhnt ist. Im Winter sorgt der Snow Canyon zudem als Hintergrund für Postkarten-Motive. Aktuell ist das Resort die einzige Anlage weltweit, die jährlich sowohl ein Turnier der LPGA-Tour als auch der PGA Tour abhält – für ein erst 2024 eröffnetes Resort eine erstaunliche Karriere. Der Par 72-Meisterschaftsplatz des Resorts wurde von Tom Weiskopf designt. Doch leider verstarb der frühere Tour-Profis und renommierte Golfplatzdesigner vor Fertigstellung – sein Team setzte sein Werk fort. „Wir wollten ihn mit dem Platz stolz machen“ fasst sein langjähriger Senior Design Associate Phil Smith das Projekt zusammen – und dies ist zweifellos gelungen. Das knapp zwei Autostunden nordöstlich von Las Vegas gelegene Resort ist aufgrund seiner jungen Geschichte noch im Aufbau, aktuell werden zahlreiche Villen gebaut und das Konferenzzentrum erweitert. Der Platz steht auch Nicht-Resort-Gästen offen – das Greenfee liegt zwar über dem in Deutschland üblichen Niveau, ist jedoch für die gebotene Qualität und vor allem im Vergleich zu den Greenfees rund um Las Vegas für US-Verhältnisse nahezu günstig. Der Platz bietet fünf Abschläge pro Bahn und spielt sich zwischen 4.955 und 6.939 Yards (von den Black Desert-Abschlägen), von den Tournament-Teeboxen sind es sogar 7.417 Yards. Wie harmonisch sich Golfanlage, Lava und die typischen Felsen Utahs zu einem Ganzen zusammenfügen, erkennt man am besten aus der Luft.











Nachdem man sich auf der mit Toptracer ausgestatteten Range aufgewärmt hat, geht es auf die Front Nine, die direkt mit einem blinden Teeshot leicht bergauf beginnen. Schnell erkennt man das typische Layout des Platzes: neben den Fairways begrenzt Lava die Bahnen, eine der wichtigsten Vorgaben ist es daher, den Ball im Spiel zu halten. Die Runde beginnt mit einem langen Par 4, Dogleg links, bergauf. Vom Tee sollte man auf die Fairwaybunker rechts achten, das Grün wird links durch eine ausgeprägte Bunkerlandschaft begrenzt. Auch Bahn 2 ist ein Par 4 Dogleg, allerdings nach rechts. Tückisch ist besonders die kleine Senke vor dem Grün, spielt man die Annäherung mit zuviel Slice, kommen auch die Lavafelsen rund um das Grün ins Spiel. Das erste Par 3 an Bahn 3 bringt nicht nur ein mächtiges Grün, sondern auch zwei knifflige Bunker: einer mittig vor dem Grün, ein zweiter sogar mittig im Grün. Da das Grün zudem deutlich unterhalb der Abschläge liegt, ist hier Längenkontrolle besonders wichtig. Beim folgenden Par 4 versperrt rechts ein Lavahügel den Blick Richtung Grün – das an sich in fast gerader Linie von den Teeboxen liegt. Meist spielt man jedoch vom Tee über den Lavastrang leicht nach rechts, da man so auch einen besseren Winkel Richtung Fahne hat. Fairway und Grün sind deutlich onduliert, so dass man die Fahne möglichst hoch anspielen sollte – und so auch den Lavabereich rechts vor dem Grün aus dem Spiel nimmt. Weiter geht es mit einem ebenfalls von Lava umringten Par 4. Es zieht sich in mehreren Etagen in Richtung des erhöhten und von links bis zur Mitte durch Lavagestein und einen Bunker geschützten Grüns. Beim lange Par 4 an Bahn 6 kommt beiderseits Wasser ins Spiel: zunächst auf der linken Seite, denn rechts. Vor allem Longhitter sollten daher nicht zu weit nach rechts zielen. Richtung Grün steigt das Gelände leicht an, zudem blockiert ein mächtiger Bunker die linke Seite, so dass man den Ball erneut hoch aufs Grün spielen sollte. Bahn 7 ist ein Par 5 und eine der schönsten Bahnen der gesamten Runde. Durch Lavagestein hindurch mäandert die Bahn leicht bergab über ein welliges Fairway, bevor sie im letzten Drittel nach links dreht und dann auch wieder etwas ansteigt. Bunker sucht man auf dieser Bahn vergeblich, dennoch ist hier präzises Spiel unerlässlich, sonst verschwindet der Ball in der Lava. Auch das zweite Par 3 an der nächsten Bahn wird durch Lava dominiert, so dass man sich darauf konzentrieren sollte, den Abschlag auf dem leicht linsenförmigen Grün zu platzieren – der Rest ist Putten. Mit einem ebenen Par 5, bei dem immer wieder Lavabereiche in die Spielbahn hineinragen und gemeinsam mit einigen Fairwaybunkern den Weg zum Grün erschweren, enden die Front Nine.

































Auch die Back Nine beginnen mit einem Dogleg links als Par 4 bergauf, allerdings lauern die Fairwaybunker – anders als an Bahn 1 – nun links, die Grünbunker rechts und hinten. Bahn 11 ist eine weitere Bahn, welche die Vielfalt der Designs von Tom Weiskopf unterstreicht. Vom Tee geht es leicht bergab, im ersten Abschnitt verläuft die Bahn gerade. Man sollte jedoch eher leicht rechts spielen, um so einen besseren Winkel ins Grün zu haben. Das vorne und hinten durch Bunker verteidigte Grün grenzt rechts zudem an einen kleinen Teich an – hier ist nicht nur Länge gefragt (vom hintersten Abschlag misst die Bahn 530 Yards), sondern auch Präzision! Das folgende Par 4 verläuft ebenfalls leicht bergab und ist ein sanftes Dogleg rechts. In der Drivelandezone lauern beiderseits Bunker, auch die linke Grünseite wird durch einen anspruchsvollen Bunker verteidigt. Von der linken Seite des Grüns kann man das Farbenspiel mit weißem Bunkersand, dem saftigen Grün und den rot gefärbten Bergen im Hintergrund bestaunen. Das Par 5 an Bahn 13 ist ebenfalls ein optischer und spielerischer Leckerbissen. Vom Tee geht es zunächst rechts um einen Teich herum – je weiter man die linke Fairwayseite anvisiert, umso kürzer, aber auch riskanter spielt sich die Bahn. Rund 150 Yards vor dem Grün quert ein Bachlauf das Fairway – darauf sollte man beim Lay-up achten. Im letzten Teil steigt das Gelände in Richtung des mehrere Ebenen umfassenden Grüns an, zudem wird das Grün durch eine wahre Bunkerlandschaft eingerahmt. Das kurze Par 4 an der nächsten Bahn wirkt da fast schon wie eine Erholung. Das Fairway hängt leicht nach links, Longhitter sollten vor allem auf den Bunker direkt vor dem Grün achten. Wer hier nicht zu aggressiv spielt und lieber mit einem kleinen Holz oder Eisen über links vorlegt und dann mit dem Wedge die Fahne anspielt, hat eine gute Chance auf Par oder Birdie. Das Par 3 an Bahn 15 erfordert einen langen und präzisen Schlag Richtung Grün, zudem ist das Grün deutlich onduliert. Man sollte sich eher rechts halten, denn der Grünbunker links ist aufgrund der hohen Kante sehr herausfordernd. Nun beginnt die Schlusssequenz. Zunächst führt ein bis zu 535 Yards mächtiges Par 4 leicht bergauf – bei Gegenwind für die meisten Golfer daher eher ein gefühltes Par 5. Vom Tee geht es über eine Lavalandschaft, die Fahne spielt man besser über links an, da rechts ein großer Bunker das Grün von der Lavaumrandung trennt. Das letzte Par 3 spielt sich vergleichsweise kurz – aber das stark ondulierte Grün ist deutlich erhöht und fällt an den Rändern ab, dort lauern – teilweise vom Grün nicht einsehbar – insgesamt drei Bunker. Bahn 18 ist ein Par 5, Dogleg links – und vor allem links lauert erneut Lavagestein, noch dazu in Kombination mit einer Senke. Während vom Tee allenfalls der große Fairwaybunker links im Knick der Bahn zu beachten ist, sollte man beim Lay-up auf den Fairwaybunker rechts rund 120 Yards vor dem Grün achten. Das nach vorne hängende Grün wird erst hinten durch einen Bunker begrenzt, der vom Fairway aus kaum einzusehen ist – und nur ins Spiel kommt, wenn die Annäherung zu lang gerät.
Ein typisches „Schmankerl“ vieler Weiskopf-Plätze ist eine zusätzliche 19. Spielbahn – so auch bei Black Desert. Direkt vor der Restaurant-Terrasse wartet ein herrliches Par 3 mit maximal 90 Yards Länge, das links durch Wasser begrenzt wird. Hier kann man ein Stechen austragen oder auch Sonderwettbewerbe veranstalten.
Black Desert Resort ist zweifellos einer der besten neuen Plätze in den USA. Die Lage an der Verbindung zwischen Las Vegas und Utah – und damit auch am Weg zu bekannten Canyons wie dem Bryce Canyon oder Zion – ermöglicht einen Zwischenstopp, denn auch hochwertige Leihausrüstung ist hier verfügbar. Wer sich verwöhnen lassen möchte, kombiniert die Runde mit einem Aufenthalt im stylischen und sehr serviceorientierten Hotel – die außergewöhnlichen Ausblicke auf die Landschaft gibt es gratis dazu. Man kann dem Investor Reef Capital Partners zu diesem Projekt nur von Herzen gratulieren, auch die Region rund um St. George wird von diesem neuen Angebot profitieren.



































