Bushmills

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Michael Althoff

Autor: Der Mann hinter dem Bericht

Bushmills

Manchmal reicht ein einziger Buchstabe aus, um den Unterschied zwischen zwei Ansichten deutlich zu machen. So ist es auch beim Lebenswasser: auf der britischen Hauptinsel als Whisky bekannt, kommt in Irland noch ein „e“ dazu und macht daraus eben Whiskey. Und genauso verhält es sich auch mit den Vorlieben der Whisky-Genießer: die einen schwören auf die schottische Variante, andere bevorzugen Whiskey aus Irland. Nun ist es mit Geschmack immer schwierig in einer allgemeinen Bewertung. Letztlich ist es bei Whisk(e)y wie bei Wein: gut ist, was gefällt und schmeckt.

 

Sicherlich ist die Bandbreite der Geschmacksvarianten bei schottischem Whisky stärker ausgeprägt. Vor allem Freunde eines sehr torfigen, erdigen Whiskys kommen hier ganz auf ihren Geschmack (Ardbeg & Co. lassen grüßen). Andererseits legt der irische Whiskey besonderen Wert auf einen abgerundeten, sanften Geschmack – und brennt deshalb seine Whiskeys auch drei Mal, während in Schottland das Zwei-Stufen-Verfahren dominiert (von Ausnahmen wie Auchentoshan einmal abgesehen).

 

Eine der renommiertesten irischen Destillerien befindet sich im Norden der Insel, nur wenige Autominuten von Portrush entfernt. Bushmills destilliert seit vielen Jahrhunderten Lebenswasser und legt Wert darauf, dass alle Zutaten von der Insel stammen. Die Destillerie blickt auf eine mehr als 400-jährige Geschichte zurück und gilt als älteste Whiskeydestillerie der Welt. Auf einer sehr informativen und ausführlichen Führung durch die Destillerie erhält man einen umfassenden Einblick in die Whiskey-Herstellung von den Rohmaterialien über Maischen und Brennen bis hin zur Abfüllung. Im Unterschied zu nahezu allen schottischen Destillerien ist hier allerdings das Fotografieren streng verboten.

Am Ende der Tour kann man die Whiskeys des Hauses an einer kleinen Bar probieren – der 12-jährige Reserve sollte dabei nicht fehlen. Wer möchte, kann sich dann sein persönliches Whiskey-Souvenir (inklusive persönlichem Etikett auf der Flasche) gleich im angrenzenden Shop mitnehmen.

 

Eine Destillerie-Tour sollte bei keinem Irland-Besuch fehlen, so wie dies auch für Schottland gilt. Und gerade, wenn das Wetter einmal nicht ganz so mitspielt wie erhofft zeigt das Lebenswasser der Iren, welche wohlige Wärme sich auch von Innen entfalten lässt – und dann steht der nächsten Golfrunde, gleich bei welchem Wetter, nicht mehr im Wege.