Cascata – Wüstengolf auf höchstem Niveau

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Michael Althoff

Autor: Der Mann hinter dem Bericht

Cascata – Wüstengolf auf höchstem Niveau

Cascata gehört inzwischen zur Cabot Collection, befindet sich jedoch nicht im Eigentum des Unternehmens, sondern zählt zu den sogenannten „Managed Properties“. Der Platz wurde von Rees Jones designt, der schon andere spektakuläre Anlagen wie TPC Danzante Bay in Mexico oder den Highland Course von McLemore in Georgia konzipiert hat. Die Anlage befindet sich in Boulder City, nur rund eine halbe Stunde südlich von Las Vegas. Das Greenfee betrug 2025 zwischen rund 299 und 600 USD. Eine Bemerkung vorweg: zum Zeitpunkt unseres Besuches liefen umfangreiche Renovierungsarbeiten auf dem Platz, so dass einige Bunker, Fairways und sogar ein komplettes Grün nicht dem klassischen „Cabot Standard“ entsprachen. Dafür war das Greenfee zu diesem Zeitpunkt entsprechend ermäßigt. Schon im Laufe des Jahres 2025 wird sich die Anlage jedoch wieder in perfektem Zustand präsentieren. Der mit vier Abschlagen pro Bahn ausgestattete Par 72-Platz spielt sich über eine Gesamtlänge zwischen 5.543 und 7.137 Yards – man sollte daher den Abschlag sorgsam wählen. Eine Besonderheit des Platzes: er ist wunderbar in die Wüstenlandschaft rund um Las Vegas eingepasst. Daher trennen oftmals kleine Bergrücken die Bahnen voneinander, so dass man fast das Gefühl bekommt, man wäre alleine unterwegs.

 

Die Runde beginnt mit einem bis zu 367 Yards langen Par 4, das in Richtung des nach links versetzten Grüns deutlich ansteigt. Bom Tee sollte man sich möglichst mittig halten, denn rechts lauert ein Fairwaybunker, links begrenzt Wasser die Spielbahn. Das Grün spielt man am besten über rechts an, so kommen sowohl das Wasser als auch die Grünbunker hinten nicht ins Spiel. Auch Bahn 2, ein bis zu 427 Yards langes Par 4, führt leicht bergauf. Vom Tee sollte man sich möglichst direkt rechts des Fairwaybunkers links halten. Beim Schlag zur Fahne gilt: nicht zu lang und nicht zu kurz, denn rechts vor dem Grün lauert ein mächtiger Bunker, zudem warten insgesamt vier Bunker hinter dem Grün. Das erste Par 5 misst maximal 561 Yards und verläuft vom Tee deutlich bergab, so dass sich die Bahn vor allem vom Tee deutlich kürzer spielt. Denn Abschlag sollte man auf der rechten Fairwayhälfte platzieren, so hat man einen besseren Winkel für den zweiten Schlag, denn nun dreht das Gelände leicht nach links. Hat man hier die falsche – sprich: zu weit hinten positionierte – Teebox gewählt, droht der Abschlag jedoch, noch vor dem Fairway im Wüstengelände hängen zu bleiben. Richtung Grün verläuft das Fairway in mehreren Wellen, zudem lauert eine kleine Senke direkt vor dem Grün. Rechts lauern zahlreiche Bunker, daher sollte man einen Lay-up nicht zu weit auf diese Seite spielen. Beim Schlag zur Fahne sollte man beachten, dass das Grün sichtbar nach vorne hängt. Bahn 4 bringt das erste Par 3 – dessen Grün zum Zeitpunkt unseres Besuchs neu angelegt wurde. Hier kommt es vor allem auf einen gelungenen Abschlag an: steckt die Fahne links, muss der kleine Teich auf der linken Seite überspielt werden. Steckt die Fahne jedoch rechts, lauert neben dem Grün ein mächtiger, tief liegender Bunker. Dann folgt ein nahezu 90-Grad-Dogleg links mit bis zu 523 Yards. Zudem verläuft das Par 5 leicht bergauf. Vom Tee sollte man nicht zu weit nach links anhalten, dort lauert im Dogleg ein mächtiger Fairwaybunker. Auch das Grün spielt man besser über die rechte Seite an, da links vorne ein großer, bis fast ans Grünende reichender Bunker lauert. Auch das bis zu 379 Yards lange Par an der nächsten Bahn spielt sich etwas länger, da es bergauf verläuft. Vom Tee spielt man am besten mittig oder leicht links, so kommt der große Bunker rechts nicht ins Spiel und man hat, da die Bahn im letzten Drittel leicht nach rechts dreht, einen besseren Winkel Richtung Grün. Zudem kann man so die kleine Gasse vorne zwischen den Grünbunkern anspielen. Das zweite Par 3 der Runde misst maximal 157 Meter und spielt sich leicht bergab. Das Grün wird gefühlt durch zwei Ringe eingerahmt: zwei große Grünbunker vor und hinter dem Grün sowie Wasser, das sich von rechts vorne nach links bis hinter das Grün zieht. Weiter geht es mit einem Par 4 über bis zu 408 Yards als kleinem Doppel-Dogleg. Vom Tee sollte man nicht zu weit nach links spielen, sonst blockieren die Felsen den Weg Richtung Fahne. Im zweiten Teil der bergauf verlaufenden Bahn geht es zunächst nach rechts, kurz vor dem Grün dreht die Bahn dann wieder nach links zum nun leicht quer verlaufenden Grün. Beim Schlag zur Fahne sollte man vor allem auf den tiefen Grünbunker links achten. Mit einem weiteren, bis zu 451 Yards langen Par 4 enden die Front Nine. Vom Tee geht es zunächst deutlich bergab. Am besten hält man sich leicht links, da das Grün rechts an dichte Bäume angrenzt und rechts vorne (wie auch links seitlich) ein Grünbunker lauert.

Cascata ist kein klassisches Loop-Design, man beginnt den zweiten Rundenteil daher auch nicht am Clubhaus, sondern eher im klassischen Out-In-Stil. Den Auftakt der Back Nine bildet ein bis zu 466 Yards langes Par 4, das bergab gespielt wird. Vom Tee hält man sich am besten links und nimmt so den großen Fairwaybunker aus dem Spiel. Zudem ist der Winkel zum leicht nach rechts versetzten Grün so besser. Beim Schlag ins leicht erhöhte Grün sollte man vor allem die Grünbunker beiderseits meiden, zudem hängt das Grün von rechts nach links. Bahn 11 bringt ein zwar nur bis zu 346 Yards kurzes Par 4 als leichtes Dogleg rechts, aber vom Tee geht es konstant bergauf und das Fairway ist vergleichsweise schmal. Vom Tee blickt man auf die herrlichen Berge von Boulder, die einen perfekten Hintergrund für die Spielbahn bilden. Beim Abschlag sollte man sich in jedem Fall rechts der gut sichtbaren Fairwaybunker auf der linken Seite halten. Gut 50 Yards vor dem Grün kommt zudem – vom Fairway teils kaum sichtbar – ein Wassergraben ins Spiel, der das Grün vom Rest der Bahn trennt. Daher benötigt man eine hohe Annäherung, die weder zu kurz noch zu lang geraden sollte, wenn der Ball nicht vorne im Wasser oder hinten in einem der drei Grünbunker landen soll. Auch das erste Par 3 der Back Nine mit maximal 165 Yards bringt Wasser ins Spiel. Rechts vor den Abschlägen beginnt ein Wasserlauf und zieht sich über die linke Seite bis zum Grün, das rechts durch einen Bunker begrenzt wird. Daher sollte man hier eher über die Grünmitte spielen, zumal das Grün nicht sehr stark onduliert ist. Das folgende, bis zu 469 Yards lange Par 4 ist ein echtes 90 Gard-Dogleg links. Vom Tee geht es deutlich bergab, daher sollten vor allem Longhitter auf die Bunker hinter dem Knick achten. Nach dem Knick wird das Fairway etwas schmaler und steigt Richtung Grün ganz leicht an. Beim Schlag zur Fahne sollte man nicht links vom Grün landen, dort lauert ein Bunker über fast die gesamte Länge des Grüns. Das nun folgende Par 4 – ein 90-Grad-Dogleg nach rechts – ist eine der, wenn nicht gar die schönste Bahn der gesamten Runde. Vorbei an einem kleinen Teich und Wasserlauf geht es zum Abschlag. Hier sollte man nicht zu weit nach rechts anhalten, denn das Wasser wechselt direkt vor den Abschlägen von links nach rechts und zieht sich von dort bis hinter das Grün. Das Fairway ist zudem stark onduliert und sorgt dafür, dass der Ball manchmal noch in eine ungeplante Richtung rollt. Die Annäherung muss, je nach Fahnenposition und Landepunkt vom Tee, teils über das Wasser gespielt werden. Beachtung erfordern auch die beiden mächtigen Grünbunker hinter dem Grün, vorne wird das Grün durch Wasser begrenzt. Wer sich den oft erforderlichen, langen Schlag in Grün nicht zutraut, sollte daher nochmals über die linke Seite vorlegen. Hat man seinen Putt gelocht, sollte man unbedingt noch einmal den herrlichen Ausblick vom Grün zurück Richtung Abschlag mit den gerade im Nachmittagslicht wunderbar beleuchteten Bergen als Hintergrund genießen. Bahn 15 bringt das letzte, bis zu 212 Yards mächtige Par 3. Dichte Büsche begrenzen das Fairway zu beiden Seiten, zwei Grünbunker vorne lassen nur eine schmale Gasse für den Ball. Zudem hängt das Grün auf der linken Seite sehr stark Richtung Mitte und zudem nach vorne – hier ist der Teeshot entscheidend. Dann folgt ein bis zu 508 Yards langes Par 5 als Dogleg links, das zudem leicht ansteigt. Vom Tee sollte man nicht zu weit in Richtung der Felsen anhalten. Wer den Lay-up spielt, sollte diesen eher über die rechte Seite spielen, denn nun lauern die Felsen auf der linken Seite. Rechts wartet jedoch manche unerwartete Senke – man sollte daher versuchen, den Ball auf dem Fairway zu halten. Das Grün wird links vorne und hinten durch Bunker verteidigt, so dass man sich eher rechts halten sollte. Auch die vorletzte Bahn der Runde ist ein Dogleg, nun geht es über bis zu 489 Yards im zweiten Teil nach links. Da die Spielbahn bergab führt, spielt sie sich jedoch deutlich kürzer. Vom Tee sollte man möglichst nach links spielen, so meidet man auch den Fairwaybunker rechts im Knick. Kurz vor dem Grün lauert nochmals eine kleine Senke, zudem umrahmen drei Bunker das Grün. Mit 30×40 Yards ist dieses sehr groß und bietet entsprechend viele Fahnenpositionen. Den Abschluss der Runde bildet ein bis zu 559 Yards langes Par 5 als Doppel-Dogleg. Vom Tee sollte man nicht zu weit nach links zielen, auch wenn die Bahn nach der Drivelandezone zunächst in diese Richtung dreht. Allerdings zieht sich links über gut zwei Drittel der Distanz ein Wassergraben. Im Bereich des Lay-ups wechselt dieser von der linken auf die rechte Bahnseite – man muss daher über den Graben spielen, um den Ball in eine aussichtsreiche Position für den Schlag zur Fahne zu bringen. Kurz vor dem Grün – das Wasser begrenzt nun die rechte Bahnseite – dreht die Ausrichtung nochmals um rund 90 Grad nach rechts, so dass das Grün oft über Wasser angespielt werden muss. Da das Grün zudem nach vorne und nach rechts hängt, ist volle Konzentration bis zum letzten Putt gefragt.

Cascata ist zweifellos einer der schönsten Plätze rund um Las Vegas. Das Design von Rees Jones spielt wunderbar mit der Bergwelt und Wasser und sorgt immer wieder für Überraschungen. Die zum Zeitpunkt unseres Besuchs erfolgten Arbeiten unterstreichen zudem, mit welchem hohem Anspruch die Cabot-Gruppe ihre Plätze betreut – manch anderer Platz wäre froh, einen solchen Platzzustand bieten zu können. Auch der Service im Clubhaus hat uns sehr gut gefallen – hier kann man bei einer Runde Golf wunderbar von der Hektik des Las Vegas Strips abschalten und die ungewöhnliche Wüstenlandschaft Nevadas genießen.