Castelgandolfo Golf Club

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Michael Althoff

Autor: Der Mann hinter dem Bericht

Kurzerklärung

Die kleine Stadt Castelgandolfo im Südosten Roms ist den meisten Menschen als Sitz der Sommerresidenz des Papstes bekannt. Seit dem frühen 17. Jahrhundert ziehen sich die Päpste im Sommer hierher vor der oft unerträglichen Hitze im Vatikan zurück. Die päpstliche Residenz kann besichtigt werden, dort sieht man unter anderem einige Exponate des päpstlichen Fuhrparks – darunter eine Ape, die man durchaus als E-Cart auf einem Golfplatz nutzen könnte.

 

Etwas weiter unterhalb – quasi unter den Augen des Heiligen Stuhls – begrüßt der Golf Club von Castelgandolfo neben seinen zahlreichen Mitgliedern an Wochentagen auch Gastspieler und angeleinte Hunde. Der von Robert Trent Jones Sr. designte 18-Loch-Platz liegt inmitten eines alten, erloschenen Vulkankraters. Das Clubhaus, das gemeinsam mit der Gastronomie in einem Palast aus dem 17. Jahrhundert untergebracht ist, thront hoch über der Anlage. Von den hinteren Spielbahnen hat man wunderbare Blicke nicht nur über die Anlage samt Clubhaus, sondern sieht auch die päpstliche Residenz samt Observatorium. Die Par 72-Anlage bietet vier Teeboxen pro Bahn, die Gesamtlänge beträgt zwischen 5.143 und 6.222 Metern.  Bahn 1, ein bis zu 403 Meter langes Par 4, Dogleg rechts, wird von unterhalb des Clubhauses in die Caldera hineingespielt. Am besten hält man sich leicht rechts des gut sichtbaren Wassertrogs. Das Grün sollte man eher über rechts anspielen, da links ein großer Bunker lauert. Das bis zu 195 Meter lange Par 3 an der nächsten Bahn spielt sich länger, da das Grün deutlich erhöht liegt. Da links und rechts der Fahne Bunker lauern, lautet das Motto hier „Mitte Grün“, der Rest ist Putten. Bahn 3 ist ein bis zu 367 Meter langes Par 4 – an sich verläuft es eher gerade, da die Bahn jedoch nach rechts hängt und dort einige Bäume stehen, wirkt es fast wie ein Dogleg. Den Abschlag sollte man links anhalten, oft rollt er mindestens bis zur Fairwaymitte zurück. Das nach vorne abfallende Grün spielt man besser über links an, da rechts vor dem Grün eine Senke lauert. Das bis zu 374 Meter lange Par 4 an der nächsten Bahn endet mit einem Halbinselgrün, ist ein Dogleg rechts und zugleich die schwierigste Bahn der gesamten Runde. Den Teeshot kann man Richtung Wasser gerade ins Spiel bringen. Dann wird das Fairway zu einem schmalen Weg Richtung Grün, der beiderseits durch Wasser begrenzt wird. Wichtig ist es daher, die Fahne möglichst hoch anzuspielen und den Ball schnell zum Halten zu bringen, damit er nicht seitlich oder nach hinten ins Wasser rollt – ein tolle und anspruchsvolle Bahn! Das bis zu 474 Meter lange Par 5 an der nächsten Bahn verläuft ganz leicht nach rechts. Vom Tee sollte man die Gras- und Sandbunker rechts meiden. Richtung Grün steigt das Gelände dann sanft an, man sollte das Grün über rechts anspielen, denn links fällt das Gelände neben dem Grün in Richtung Bunker ab. Bahn 6 misst bis zu 350 Meter und verläuft zunächst leicht bergab, dann geht es wieder hinauf in leichter Rechtskurve. Vor allem beim zweiten Schlag sollte man das Aus auf der rechten Seite beachten. Die Landschaft rund ums Grün ist sehr wellig und etlichen Bunkern durchzogen, hier benötigt man einen präzisen Schlag Richtung Fahne. Das zweite Par 3 an Bahn 7 ist nur bis zu 140 Meter kurz, doch erneut kommt Wasser ins Spiel. Die gesamte rechte Bahnseite wird durch das feuchte Element begrenzt, ein kleiner Topfbunker vor dem Grün lauert zudem auf zu kurz gespielte Bälle. Das Grün hängt sichtbar nach rechts, so dass man vor allem bei Fahnenposition links oft bergauf puttet. An der achten Bahn wartet das zweite Par 5, nun mit bis zu 486 Metern. Schon vom Tee kommt rechts die Ausgrenze ins Spiel, zudem verläuft das Gelände bergauf. Immer wieder kommen Bäume ins Spiel und versperren den direkten Weg für den nächsten Schlag. Das deutlich erhöhte Grün spielt man wieder besser über rechts an, denn links fällt das Grün seitlich ab. Mit einem bis zu 295 Meter kurzen Par 4 enden die Front Nine. Man spielt bergauf Richtung Clubhaus, die Bahn ist ein leichtes Dogleg links. Obwohl rechts das Aus droht, sollte man vom Tee rechts anhalten, sonst kommen schnell die zahlreichen Bunker links in Spiel. Der Schlag zu Fahne sollte vor allem nicht zu kurz geraten, sonst kommt einem der Ball oft wieder entgegen gerollt.

Unterhalb des Clubhauses, fast auf gleicher Höhe wieder erste Abschlag, beginnen die Back Nine. Die Auftaktbahn hat durchaus Ähnlichkeit mit der ersten Bahn, erneut beginnt die Halbrunde mit einem Par 4 hinein in die Caldera, dieses Mal bis zu 416 Meter lang. Da das Gelände leicht nach rechts hängt, sollte man den Teeshot etwas links anhalten. Beim Schlag ins Grün darf man sich nicht davon irritieren lassen, dass hinter dem Grün Wasser sichtbar ist – das feuchte Element ist noch weit, man darf die Fahne beherzt angreifen. Das folgende Par 5, Dogleg links, bringt mit 489 Metern jedoch wieder Wasser ins Spiel. Schon bei rund 180 Metern vom gelben Abschlag kommt links das Wasser ins Spiel, zudem beginnt dort der Dogleg-Knick. Longhitter sollten daher entweder mit langem Eisen vorlegen oder mutig über das Wasser links abkürzen. Danach bleibt das Wasser auf der linken Seite bis zum Grün erhalten – man sollte den Lay-up daher eher rechts anhalten. Hat man das Grün mit dem dritten Schlag erreicht, ist das Birdie oder Par meist nicht mehr weit. Das erste Par 3 der Back Nine spielt sich bis zu 148 Meter und ist nach unserer Einschätzung die schwächste Bahn der Runde – und gerade beim ersten Mal schwer zu spielen. Das Grün liegt deutlich erhöht und ist quer angeordnet. Für den Schlag zur Fahne hat man gerade einmal 10 Meter zum Anspielen, aber ein gut 25 Meter breites Grün, das auch noch nach vorne hängt. Vor und hinter dem Grün sind große Bunker installiert. Hinter dem zwölften Grün liegt der nächste Abschlag, ein bis zu 425 Meter langes Par 4. Rechts lauern Fairwaybunker, da das Gelände jedoch nach links hängt, braucht man vom Tee nicht zu weit nach links zu zielen. Richtung Fahne geht es dann wieder bergauf, die rechte Grünseite wird durch Bunker verteidigt. Am nur maximal 343 Meter kurzen Par 4 der folgenden Bahn droht rechts das Aus, zudem hängt das Fairway zur linken Seite. Man sollte daher vom Abschlag leicht rechts anhalten. Da die linke Seite des Grüns deutlich abschüssig ist, spielt man die Fahne besser über die rechte Seite an. Das letzte Par 5 ist ein sanftes Dogleg rechts mit bis zu 470 Metern – und erfordert äußerst präzise Schläge, da erneut Wasser ins Spiel kommt. Da die Bahn leicht nach rechts hängt, sollte man vom Tee eher rechts der Bäume auf der linken Seite anhalten. Richtung Drivelandezone wird das Fairway immer schmaler, nun kommt das Wasser rechts ins Spiel. Auch unmittelbar vor dem Grün schützt eine Einbuchtung diesen Spielbereich mit reichlich Wasser – wer sich nicht zutraut, das Grün mit dem zweiten Schlag hoch anzuspielen, sollte daher auf dem wie eine kleine Insel ausgeformten Fairway vor dem Grün vorlegen. Auch beim bis zu 358 Meter langen Par 4 an der nächsten Bahn kommt Wasser ins Spiel, dieses Mal jedoch beim Teeshot. Bis zur rund 215 Metern wird das Fairway zu beiden Seiten durch Wasser eingerahmt, dann entfernt sich das Wasser rechts etwas von der Bahn, aber da es sich um ein Dogleg rechts handelt, bleibt es weiter im Spiel. Das Grün ist leicht erhöht, die vordere Mitte wird durch zwei Bunker geschützt. Bahn 17 bringt das letzte Par 3 mit bis zu 151 Metern. Die leichteste Bahn der Runde verläuft bergauf, das tropfenförmige Grün wird vorne zu beiden Seiten durch Bunker begrenzt – hier ist es wichtig, den Teeshot auf dem Grün zu platzieren. Mit einem bis zu 362 Meter langen Par 4, einem leichten Dogleg rechts, geht es zurück Richtung Clubhaus. Vom Tee sollte man sich etwas links halten und so einen guten Winkel zur Fahne bekommen. Beim Schlag zur Fahne gilt ein letztes Mal: nicht zu kurz bleiben und den Höhenunterschied einrechnen, sonst landet der Ball schnell in einem der vorderen Bunker.

 

Der Castelgandolfo Golf & Country Club bietet typisches Robert Trent Jones-Design. Durch die Einbettung in die Caldera ergeben sich viele interessante Ausblicke auf die Bahn, aber auch auf den Ort samt päpstlicher Sommerresidenz mit Observatorium. Für Gäste ist die Anlage nur von Montag bis Freitag zugänglich, denn hier stehen eindeutig die Mitglieder im Vordergrund. Der Platz und insbesondere die Bunker könnten ein wenig mehr Pflege vertragen, aber das tat dem Spiel und dem Spass auf der Runde keinen Abbruch. Nach der Runde sollte man noch die wunderbare römische Küche der Clubgastronomie genießen – am besten auf der großen Terrasse mit herrlicher Aussicht auf den Platz und die umgebende Landschaft unterhalb von Castelgandolfo.