Cypress Head Golf Club 

Bild von Michael Althoff

Michael Althoff

Autor: Der Mann hinter dem Bericht

ein großartiger “Muni Course” nahe Daytona

Der Cypress Head Golf Club in Port Orange, Florida, ist ein Paradebeispiel dafür, dass erstklassiges Golfdesign nicht zwangsläufig exklusiven Privatclubs vorbehalten sein muss. Als Municipal Course, also ein Golfplatz in städtischer Hand, verfolgt Cypress Head die Mission, ein gehobenes Golferlebnis für jedermann zugänglich zu machen. Die von KemperSports gemanagte Anlage wurde von den renommierten Architekten Arthur Hills und Mike Dasher entworfen. Der Platz fügtnahtlos in die feuchte, bewaldete Landschaft Zentralfloridas ein und bietet eine Mischung aus sportlicher Herausforderung und natürlicher Ästhetik – natürlich mit reichlich Wasserhindernissen. Was Cypress Head von vielen anderen öffentlichen Plätzen unterscheidet, ist die Ruhe. Weit weg vom Lärm der Autobahnen schlängelt sich der Kurs durch dichte Zypressensümpfe und Pinienwälder. Da es sich um einen kommunalen Platz handelt, herrscht hier eine entspannte, bodenständige Atmosphäre, ohne dass man dabei auf die Qualität der Fairways oder die Treue der Grüns verzichten muss. Der Platz wurde vor einigen Jahren umfassend renoviert, wobei man die Grüns auf modernes TifEagle-Bermudagras umstellte, was sie das ganze Jahr über schnell und spurtreu macht.

Die Rujnde beginnt mit einem einladenden Par 4. Bahn 1 erfordert einen präzisen Abschlag, um die Bunker auf der rechten Seite zu meiden, lässt aber genügend Raum für einen sicheren Start. Schon hier zeigt sich das typische Hills-Design: Die Grüns sind oft leicht erhöht und von strategisch platzierten Bunkern geschützt. Bahn 2 zieht den Schwierigkeitsgrad an; ein langes Par 4, bei dem das Wasser auf der rechten Seite lauert. Nicht umsonst trägt das Par 5 den Namen „Double Trouble“, denn auch der Graben vor dem Grün muss präzise überspielt werden. Weiter geht es mit einem Par 4, das sich in sanftem Linksbogen Richtung Grün zieht, ab der Drivelandezone kommt rechts jedoch erneut Wasser ins Spiel, so dass das Grün wie ein Halbinselgrün gespielt wird. „Think Twice“ heißt das folgende Par 4, das sich in weitem Bogen links an einem Teich vorbei zieht. Ein kleiner Graben trennt das Grün vom Rest der Bahn, zudem muss man den hohen Baum rechts vor dem Grün beachten. Wie der Name „Oak Alley“ andeutet, kommen beim folgenden Par 4 viele Eichen ins Spiel. Zunächst gilt es jedoch von den hinteren Abschlägen, das Wasser vor den Teeboxen zu überwinden. Bei der Annäherung sollte man dann die mächtigen, mit Spanish Moos überzogenen Bäume links beachten, auch der mittig vor dem Grün platzierte Bunker kommt gerne ins Spiel. Das erste Par 3 an Bahn 6 ist ein ästhetisches Highlight, bei dem man über ein Feuchtgebiet auf ein erhöhtes Grün schlagen muss. Hier ist die Schlägerwahl entscheidend, da der Wind in den offenen Schneisen oft tückisch dreht. Auch Bahn 7 ist ein Par 3, aber kürzer als die vorherige Bahn, und erinnert ein wenig an einen überdimensionalen Fuß – daher heisst sie auch „Bigfoot“. Nun führen die Bahnen den Spieler tiefer in die bewaldeten Abschnitte. Das Par 5 an Bahn 8 bringt sie Herausforderungen vor allem im zweiten Teil, denn dann kommt links Wasser ins Spiel und die Bahn zieht sich rechts um den Teich herum zum Grün. Wer das Grün mit dem zweiten Schlag erreichen möchte, hat daher reichlich Flugstrecke über Wasser vor sich. Die Front Nine endet mit einem soliden Par 4 als Dogleg links samt Wasser lins des Grüns, das direkt zurück zum Clubhaus führt und einen weiten Blick über das Gelände bietet.

Die zweiten neun Löcher gelten gemeinhin als der technisch anspruchsvollere Teil. Bahn 10 startet sanft mit einem S-förmig zu spielendem Par 4 und einem Teich neben den Teeboxen, doch schon bei Bahn 11 wird es ernst: das lange Par 4 muss links in weitem Bogen um einen Teich gespielt werden. Bahn 12 bringt das erste Par 3, das mit bis zu 216 Yards zugleich das längste Par 3 der gesamten Runde ist – und dessen Name „Waters Edge“ darauf hinweist, dass das Grün rechts direkt an das feuchte Element angrenzt. Das Herzstück der Back Nine ist zweifellos die Sequenz der Bahnen 13 bis 15. Die 13 bringt ein nicht allzu langes Par 4, bei dem man sich am Abschlag entscheiden muss, ob man den Teich überspielt oder lieber auf das schmale Fairway links des Wassers vorlegt (oder einfach von einem weiter vorne gelegenen Abschlag spielt). Bahn 14 ist ein langes Par 4, das sich um nahezu 90 Grad nach links Richtung Grün dreht – und in der Mitte lauert erneut Wasser. Hier zeigt sich die ökologische Verantwortung des Municipal Courses, da die umliegenden Habitate streng geschützt sind. Bahn 15 ist ein sanftes Dogleg, das den Spieler vor dem Grün zwingt, sich zwischen einem riskanten Schlag vorbei am links ins Spiel kommenden Wasser oder einem sicheren Lay-up zu entscheiden. Bahn 16 bringt das letzte Par 3, von den hinteren Abschlägen benötigt man einen geraden Teeshot durch die Baumschneise Richtung Grün. Das Finish am Cypress Head ist spektakulär. Bahn 17 ist ein Par 5 mit einem leicht nach links versetzten Grün. Über die gesamte linke Seite zieht sich Wasser, das oft über den Score an dieser Bahn entscheidet. Kommt der Lay-up zu weit links zur Ruhe, muss die Fahne ebenfalls über Wasser angespielt werden. Bahn 18 ist ein wunderbarer Abschluss. Dieses Par 5 kommt zwar ohne Wasser aus, doch rechts lauert eine große Waste Area. Das Grün liegt zudem leicht nach rechts versetzt in einer kleinen Waldschneise – man sollte daher den Lay-up besser über links spielen. Dies ist eine Bahn, die sowohl Birdie-Chancen als auch bittere Rückschläge bereithält.

Cypress Head beweist eindrucksvoll, dass „Municipal Golf“ in Florida ein Qualitätssiegel sein kann. Der Platz ist fair, aber durch die vielen Wasserhindernisse und die dichte Vegetation fordernd. Die Kombination aus den strategischen Finessen von Arthur Hills und der hervorragenden Pflege durch die Stadt Port Orange macht diesen Club zu einem Muss für jeden Golfer in der Region Daytona Beach. Cypress Head bietet typisches Florida-Golf, ohne das Budget zu sprengen. Es ist ein ehrlicher Golfplatz: Was man an Präzision investiert, bekommt man an Spielvergnügen zurück.