Deerfield Golf Club

Bild von Michael Althoff

Michael Althoff

Autor: Der Mann hinter dem Bericht

Parkland-Genuss in Delawares Hügellandschaft

Eingebettet in die idyllische Landschaft des White Clay Creek State Park – gelegen im US-Bundesstaat Delaware, unmittelbar an der Grenze zu Maryland – erstreckt sich mit dem Deerfield Golf Club eine der traditionsreichsten und charmantesten Golfanlagen der Region. Ursprünglich im Jahr 1955 vom US-Chemiekonzern DuPont als exklusive Erholungsstätte für seine Mitarbeiter errichtet, öffnete sich das Areal später der breiten Öffentlichkeit. Für das Design zeichnete der renommierte Platzarchitekt William F. Gordon (zusammen mit seinem Sohn David) verantwortlich, der hier ein zeitloses Meisterwerk der klassischen Platzarchitektur schuf. Der Platz präsentiert sich als ausgereifter Parkland-Kurs von majestätischer Eleganz. Das hügelige Terrain zeichnet sich durch alten Baumbestand, sanft gewellte Fairways und feinfühlig platzierten Bunkersystemen aus. Der Par-70-Platz verzichtet auf künstliche Härten und belohnt stattdessen ein taktisch kluges Shotmaking. Die schnellen, präzise modellierten Grüns sowie die spürbaren Höhenunterschiede verlangen bei den Annäherungsschlägen eine exakte Längenkontrolle. Vier Abschläge pro Bahn ermöglichen es Golfern aller Spielklassen, diesen Platz zu genießen. Ein Cart ist aufgrund der zahlreichen, teils deutlich ausgeprägten Höhenunterschiede sehr empfehlenswert, obwohl die Anlage mit einer Gesamtlänge zwischen 5.348 und 6.323 Yards kein Spezialplatz für Longhitter ist.

 

Die Runde beginnt mit einem bis zu 523 Yards langen Par 5 als Dogleg links. Mit ein wenig Glück trifft man rund um das erste Tee auf die Namensgeber der Anlage, denn Rehe sind hier häufig anzutreffen und offensichtlich an Golfer gewöhnt, weil wenig scheu. Vom Tee geht es zunächst mit einem blinden Abschlag leicht bergab, ohne dass ein Fairwaybunker versteckt lauert. Zudem öffnet sich das Gelände in der Drivelandezone etwas, mit einem Abschlag Mitte Bahn ist man gut im Rennen. Der Lay-up sollte dann möglichst in den Knick gespielt werden, denn hohe Bäume links blockieren sonst den Weg zur Fahne. Die Annäherung erfordert einen präzisen Schlag Mitte Grün, da es wie ein Vulkankegel deutlich unterhalb des Fairways liegt, nach vorne hängt, beiderseits von Grünbunker eingerahmt wird und zudem das Gelände hinter dem Grün deutlich abfällt. Der Grünkomplex des Par 3s über bis zu 179 Meter an der folgenden Bahn ist ähnlich gestaltet. Auch hier liegt das Grün unterhalb der Abschläge, zudem wird es links von zwei, rechts von einem Bunker begrenzt. Spannend ist, dass das Grün im hinteren Teil von links nach rechts hängt, zudem aber auch nach vorne abfällt – hier will der Landepunkt für den Teeshot gut gewählt werden. Bahn 3, ein bis zu 327 Yards langes Par 4, beginnt mit einem deutlichen Bergauf-Schlag. Ein Markierungspfosten (wenn man den Platz zum ersten Mal spielt, könnte man ihn auch für eine Lochfahne halten) weist den Weg. Das Grün wird links vorne und rechts hinten durch mächtige Bunker eingerahmt, aufgrund der hohen Bunkerkante links wählen viele Golfer den Weg über rechts. Das bis zu 432 Yards mächtige, gerade Par 4 an der nächsten Bahn bringt die hügelige Landschaft Marylands wunderbar ins Spiel. Vom Tee geht es zunächst deutlich bergab – will man überhaupt eine Chance haben, das Grün mit dem zweiten Schlag anspielen zu können, muss der Teeshot in jedem Fall die Bergkuppe überwinden. Da das Fairway leicht nach links hängt, sollte man den Abschlag eher rechts anhalten. Im zweiten Teil geht es dann jedoch wieder deutlich bergauf, zudem ist das Grün nach links versetzt, oft steht man für diesen Schlag aufgrund der Geländeneigung unterhalb des Balls. Links des Grüns lauern mehrere Bunker, geschickt in den Hang auf der linken Grünseite integriert. Einfacher ist es daher, die Fahne über die rechte Grünseite anzuspielen. Weiter geht es mit einem bis zu 399 Yards langen Par 4, das sich in sanftem Rechtsbogen Richtung Fahne zieht. Da die Bahn gegenläufig zur vorherigen Spielbahn verläuft, hängt das Gelände nun nach rechts – und vom Tee geht es  deutlich bergab. Am besten hält man den Teeshot unmittelbar am linken Fairwayrand an, da der Ball nach der Landung mit hoher Wahrscheinlichkeit nach rechts rollen wird. Der Approach ist nun ein Spiegelbild der vorherigen Bahn: man steht oft über dem Ball, der Abhang auf der rechten Grünseite ist mit Bunkern durchzogen – aber auch hier benötigt man einen Schlag bergauf. Tückisch auch, dass das Grün nach rechts Richtung Bunker und Abhang fällt. Das bis zu 401 Yards lange Par 4 an Bahn 6 ist ein sanftes Dogleg links. Vom Tee meint man, eine der Steilwandkurven von Daytona vor sich zu haben: es geht zunächst bergauf, zudem hängt das Gelände deutlich nach links. Daher sollte man sich eher leicht rechts der gut sichtbaren Markierungsfahne auf der Anhöhe halten. Longhitter sollten jedoch eher links davon zielen, sonst landet ihr Schlag zwischen den hohen Bäumen am rechten Bahnrand. Anschließend geht es wieder bergab, das Grün steigt jedoch wieder an, hängt aber nach vorne und lässt zu kurz gespielte Bälle gerne wieder deutlich zurückrollen. Auch die drei Bunker rund ums Grün sollte man nicht unterschätzen. Dann folgt ein leicht nach rechts gedrehtes, bis zu 346 Yards langes Par 4. Nun dreht die Bahn leicht nach rechts, sodass man vom Tee entweder einen Fade benötigt oder die „Steilwandkurve“ links dazu nutzt, dass der Teeshot nach rechts rollt. Das Grün liegt etwas unterhalb und zieht sich in zwei Ebenen nach vorne, zudem wird es nach hinten durch hohe Bäume sowie seitlich durch drei Grünbunker begrenzt. Das zweite Par 3 der Runde misst bis zu 225 Yards – und das bergauf! Hier gilt: links lauern Probleme – nicht nur aufgrund der beiden Bunker, sondern auch, weil das Gelände neben dem Grün deutlich abfällt und am Ende des Hangs dichter Baumbewuchs lauert. Allerdings lauert auch rechts ein Grünbunker und daneben dichter Waldbestand, so dass hier die Maxime gilt, den Ball möglichst gerade ins Spiel zu bringen. Das nach vorne geneigte Grün sorgt dafür, dass auch mit dem Driver oder Holz gespielte Bälle etwas abgebremst werden. Der erste Teil der Runde endet mit der schwersten Bahn insgesamt. Das bis zu 418 Yards lange Par 4 zieht sich in einem sanften Linksbogen Richtung Grün. Vom Tee geht es direkt leicht nach rechts, zudem über eine Senke hinweg. Insgesamt steigt das Gelände kontinuierlich an. Wer sich für einen Lay-up entscheidet, sollte auf den Fairwaybunekr rechts achten. Das Grün wird durch insgesamt drei Bunker gesäumt, aufgrund des Höhenunterschieds erfordern vor allem die beiden Bunker links und rechts vor dem Grün aufgrund ihrer hochgezogenen Kanten Beachtung.

Hinter dem Clubhaus – vorbei an einem schönen Blumenbogen für Hochzeitsfotos – geht es auf die Back Nine. Diese beginnen mit einem maximal 536 Yards langen Par 5 als Dogleg links. Nun kommt auch Wasser ins Spiel, denn links im Knick lauert ein Teich auf zu weit in diese Richtung gespielte Abschläge. Longhitter benötigen entweder einen präzisen Draw oder sollten überlegen, vom Tee lieber zum kleineren Holz zu greifen. Die Herausforderung beim Lay-up ist die Kombination aus einem schmalen Fairway und der deutlichen Neigung des Geländes von rechts nach links. Dafür kommt das erhöhte und leicht nach rechts versetzte Grün ohne Bunker aus. Weiter geht es mit einem bis zu 158 Yards kurzen Par 3. Dieses verläuft über eine kleine Senke zu einem Grün, das deutlich sichtbar von hinten links nach vorne rechts hängt und auf der linken Seite durch mächtige Bunker geschützt wird. Das bis zu 369 Yards lange Par 4 an der nächsten Bahn führt vom Tee zunächst bergauf. Am besten hält man sich hier mittig oder rechts, denn auf dieser Hälfte hängt die Bahn nach links. Kaum sichtbar vom Tee sind jedoch die teils mächtigen Fairwaybunker beiderseits der Bahn. Das nach links vorne hängende Grün wird durch eine Senke angespielt und grenzt führt nahe an die Straße – man sollte daher nicht zu weit nach rechts spielen. Dann folgt ein nur maximal 326 Yards kurzes Dogleg rechts als Par 4. Da das Gelände links ohnehin ansteigt und rechts im Knick einige Bunker lauern, sollte man vom Tee links anhalten – hier reicht durchaus eine mittleres Eisen oder kleines Holz. Dann dreht die Bahn nach rechts, das Grün liegt deutlich unterhalb des Fairways. Da das Gelände hinter dem Grün steil abfällt, sollte man in keinem Fall über das Grün hinausspielen. Hilfreich ist dabei, dass das Grün von hinten nach vorne geneigt ist. Bahn 14, die schwerste Bahn der Back Nine, misst bis zu 406 Yards und ist ein Dogleg links. Das Fairway liegt deutlich unterhalb der Abschläge, so dass man die volle Schlagweite am besten ausnutzen kann, indem man über links direkt in den Knick spielt – aber Vorsicht: hier lauern dichte Büsche und Bäume. Im zweiten Teil geht es dann wieder etwas bergauf, die beiden Grünbunker beiderseits favorisieren einen Schlag Richtung Grünmitte. Nun folgt ein gerades, bis zu 355 Yards langes Par 4. Da das Grün deutlich tiefer liegt als die Abschläge und das Gelände zudem von links nach rechts hängt, wirkt die Bahn ein wenig wie ein Dogleg rechts. Vom Tee sollte man daher eher links anhalten. Im zweiten Teil geht es zum leicht erhöhten und an den Rändern abfallenden Grün, das vorne rechts durch einen mächtigen Bunker verteidigt wird und von der Grünmitte leicht nach vorne und hinten hängt. An Bahn 16, einem Par 3, geht es wieder bergauf, und zwar über bis zu 170 Yards. Da das Gelände vor und neben dem Grün deutlich nach links hängt, ist man verleitet, nach links zu spielen – gefordert ist eher das Gegenteil, zumindest sollte man wenigstens einen geraden Teeshot Richtung Fahne spielen. Links neben dem Grün fällt das Gelände ab, dort rollt der Ball oft den Berg hinunter und bleibt unter mächtigen Bäumen liegen. Die vier Grünbunker, welche die Fahne nahezu vollständig umgeben, verlangen Präzision und einen hohen Teeshot. Das leicht nach rechts hängende Grün ist ansonsten sind besonders onduliert. Bahn 17 bringt ein Dogleg rechts als Par 4 über bis zu 406 Yards mit einem Teeshot bergauf in Richtung eines deutlich nach rechts hängenden Fairways. Daher lauern die Fairwaybunker auch rechts im Knick der Bahn, man sollte vom Tee eher die Bahnmitte anspielen und dann dem Gelände die Mithilfe dabei überlassen, dass der Ball nach rechts dreht. Beim Schlag zur Fahne steht man aufgrund der Topographie oft über dem Ball, rechts vorne wird das Grün daher strategisch von einem tiefen Grünbunker verteidigt. Auch das Grün hat seine Tücken, da es deutlich onduliert ist. Mit einem letzten Dogleg rechts und maximal 347 Yards endet die Runde. Vom Tee geht es steil bergauf, nochmals weist eine Fahne die Zielrichtung. Da das Gelände nach rechts hängt, sollte man eher links der Fahne zielen. Auch im zweiten Teil hängt das Gelände leicht nach rechts, jedoch nun nicht mehr so stark. Das leicht erhöhte Grün wird seitlich durch insgesamt drei Bunker eingerahmt und hängt leicht nach vorne – ein schöner Abschluss vor dem Clubhaus.

Über den reinen Sportbetrieb hinaus nehmen Hochzeitsfeiern eine überragende Stellung im Gesamtportfolio der Anlage ein. Der Club verfügt über einen imposanten Ballsaal mit großzügigen Panoramafenstern und direktem Blick auf die parkähnliche Landschaft. Deerfield zählt regelmäßig zu den am häufigsten prämierten Hochzeitslocations der Region. Die Kombination aus gehobener Gastronomie, professioneller Eventorganisation und der malerischen Naturkulisse macht das Hochzeitsgeschäft zu einer tragenden wirtschaftlichen Säule, die das sportliche Vereinsleben auf elegante Weise ergänzt.

 

Deerfield ist eine sehr sympathische, öffentliche Golfanlage, die eine genussvolle Golfrunde mit wundervollem Parkland-Charakter – und an heißen Tagen sorgt der alte, üppige Baumbestand zusätzlich für angenehme Beschattung. Auch der Service im Clubhaus hat uns sehr gut gefallen – ein Platz, den man in jedem Fall besuchen sollte.