Autor: Der Mann hinter dem Bericht
Während der Furnas Golf Club im Herzen der Insel São Miguel mit seinem verwunschenen Waldambiente verzaubert, präsentiert sich der Batalha Golf Club an der Nordküste als das majestätische, raue und dennoch Gegenstück. Nur wenige Kilometer von der Hauptstadt Ponta Delgada entfernt, bietet dieser Platz ein völlig anderes Erlebnis: Weite Ausblicke auf den tiefblauen Atlantik, die markante Silhouette der Berge im Inselinneren und ein Layout, das den Geist des Links-Golfs atmet, ohne seine vulkanische Herkunft zu verleugnen. Der 1993 eröffnete und von Cameron & Powell entworfene Platz umfasst insgesamt 27 Löcher, aufgeteilt in drei Kurse (A, B und C). Für den anspruchsvollen Golfer gilt die Kombination der Kurse A (Batalha) und B (Quinta) als die prestigeträchtigste Herausforderung. Hier, auf einem Hochplateau über dem Meer, bestimmen der Wind und die strategische Platzierung der Schläge das Spiel. Wer hier antritt, sollte nicht nur sein langes Spiel beherrschen, sondern auch ein Auge für die architektonischen Details haben – allen voran die historischen Steinmauern, die sogenannten „Currais“, die einst dem Schutz der Weinreben dienten und heute das markante Bild des Platzes prägen. Da zum Zeitpunkt unseres Besuchs der B-Platz für Pflegemaßnahmen geschlossen war, nutzten wir die Rundenkombination C und A. Für viele Kenner ist die Kombination der Plätze C (Louro) und A (Eucalipto) die ultimative Herausforderung. Sie verbindet die technischen Tücken des jüngsten Kurses mit der schieren Länge und dem majestätischen Layout der Gründungsbahnen. Hier spielt man nicht nur gegen sein Handicap, sondern gegen die Elemente – und die allgegenwärtigen schwarzen Lavasteinmauern, die jeden unpräzisen Schlag gnadenlos verschlucken können.
Platz C: Der Louro-Loop – Technik trifft Taktik
Das Par 4 mit bis zu 372 Metern ist eine vergleichsweise leichte Auftaktbahn. Das Gelände ist leicht abschüssig, und fällt nach rechts – was vorteilhaft ist, denn dort lauern dichte Büsche und Bäume. Wie schon beim Furnas Golf Club sind die Grüns meist erhöht und von anspruchsvollen Bunkern umgeben. Bahn 2 bringt ein bis zu 440 Meter langes Par 5 als Doppel-Dogleg. Man sollte sich von der Längenangabe nicht täuschen lassen: Die Bahn verläuft stetig bergauf und spielt sich deutlich länger als angegeben. Von den wie Terrassen angelegten Abschlägen sollte man sich leicht rechts halten, um so einen besseren Winkel für den Lay-up zu haben. Diesen sollte man eher rechts anhalten, das das nach links hängende Gelände ihn ohnehin noch nach links rollen lassen wird – sofern man nicht den Fairwaybunker rechts trifft. Dann dreht die Spielrichtung wieder nach rechts, eine versetzte Ebene und mehrere Bunker erfordern präzise, hohe Schläge. Das erste Par 3 spielt sich über maximal 177 Meter über eine Senke leicht bergauf. Hinter dem Grün begrenzt eine alte Steinmauer das Gelände – und hält zur Not zu weit geschlagene Teeshots auf. Wer das Grün verfehlt, macht oft Bekanntschaft mit einem der vier Bunker rund um das Grün. Mit dem maximal 370 Meter langen Par 4 an Bahn 4 geht es deutlich bergab, hier reicht ein kleines Holz oder langes Eisen vom Tee. Auch wenn links Fairwaybunker lauern: man sollte eher diese Seite anspielen, da rechts rund 70 Meter vor dem Grün ein Teich ins Spiel kommt und die Spielbahn verengt. Man sollte daher vom Tee links des gut sichtbaren Felsbrockens auf dem Fairway zielen. Das Grün wird von zwei Bunkern vorne verteidigt, rechts droht weiterhin Wasser. Auch den Bahn 5, dem zweiten Par 3 mit bis zu 173 Metern, kommt Wasser ins Spiel. Die Teeboxen sind wie auf einem Steg in den Teich integriert, das Wasser reicht fast bis ans Grün heran. Da das Grün erhöht liegt, sollte man nicht zu kurz bleiben – obwohl hinter dem Grün ein mächtiger Bunker lauert – einer von vier Grünbunkern. Dann folgt ein nur bis zu 333 Meter kurzes Par 4 als Dogleg links, das entgegen der Spielrichtung nun auf der gegenüber liegenden Seite des Teichs verläuft. Hier gilt es vor allem, die zahlreichen Fairwaybunker rechts zu meiden. Richtung Fahne wird die Bahn immer enger, rechts fällt das Gelände neben dem Grün deutlich ab – und erneut lauern strategisch exzellent platzierte Bunker auf die Bälle. Dann folgt ein bis zu 353 Meter langes Par 4, erneut ein Dogleg links. Vom Tee sollte man vor allem weit genug rechts des gut sichtbaren, hohen Baums auf der linken Fairwayseite spielen. Weitere Bäume und Bunker sorgen dafür, dass die Annäherung hier besonders anspruchsvoll ist, wenn der Teeshot nicht den idealen Landepunkt im Knick mit freier Sicht auf das Grün gefunden hat. Bahn 8 ist mit bis zu 332 Meter kein Längenmonster, aber ein nahezu 90-Grad-Dogleg links bergauf. Das Grün liegt unterhalb des sechsten Grüns und wird von mehreren Bunker eingerahmt, hinten begrenzt die steinerne Stützmauer des sechsten Grüns die Bahn. Auch Bahn 9 ist ein 90-Grad-Dogleg, jedoch nach rechts und als bis zu 513 Meter mächtiges Par 5. Das sehr wellendurchzogene Fairway sorgt dafür, dass der Roll nach dem Schlag unterschiedlich ausfällt. Zudem wird die Bahn beiderseits durch hohe, dichte Bäume begrenzt. Kurz vor dem Grün geht es nochmals leicht bergauf und leicht nach rechts, mehrere Bunker sorgen dafür, dass sowohl beim Lay-up als auch beim Approach Präzision belohnt wird.








































Platz A: Der Eucalipto-Parcours – Wo Legenden atmen
Nach dem technischen Platz C wirkt der Platz A zumindest optisch deutlich einfacher. Die Fairways werden breiter, aber die Distanzen auch etwas länger. Gleich zum Auftakt wartet ein bis zu 478 Meter langes Par 5 als leichtes Dogleg rechts mit reichlich Wasser und Bunkern. Vom erhöhten Tee geht es zunächst bergab – wer zu weit nach links zielt, macht oft Bekanntschaft mit der Bunkerlandschaft, welche die Bahn auf dieser Seite begrenzt. Zwei Teiche trennen das Fairway vom Grünkomplex, liegt der Ball Mitte Fairway oder rechts, muss jedoch nur der größere, hintere Teich überspielt werden. Das leicht erhöhte Grün liegt wie ein Plateau im Gelände, links des Grüns lauert ein tiefer Bunker. Rechts des Grüns wartet ein Par 3 mit bis zu 174 Metern Länge, das quer in den Hang eingebaut wurde. Daher hängt das Fairway leicht nach rechts. Rechts wird das Grün durch einen Bunker mit hoher, schwieriger Kante begrenzt, auf der linken Seite sollte man auf die hohe Palme vor dem Grün achten. Das folgende, bis zu 343 Meter lange Par 4 wird Richtung Meer gespielt und ist ein leichtes Dogleg links. Man beginnt mit einem blinden Teeshot, ab der Drivelandezone fällt das Gelände Richtung Grün ab. Da das Fairway am Anfang leicht nach links hängt, sollte man nicht zu weit nach rechts zielen. Im zweiten Teil geht es zunächst weiter bergab, erst kurz vor dem Grün wird das Gelände flacher. Zudem begrenzt rechts eine alte Steinmauer die Spielbahn. Das erste Par 5 dieser Runde spielt sich bis zu 559 Meter und ist ein 90-Grad-Dogleg links. Vom Tee sollte man sich nicht von der hinter einigen Bäumen versteckten Fahne locken lassen – dann wäre diese Bahn nur ein Par 3, das dort sichtbare Grün kommt erst an Bahn 5 ins Spiel. Wer über die linke Seite abkürzen möchte, sollte die beiden Teiche dort beachten – denn Bahn 4 verläuft im zweiten Teil parallel zur ersten Bahn, so dass links auch die kraterähnliche Bunkerlandschaft wieder ins Spiel kommt. Richtung Fahne steigt das Gelände weiter an, das erhöhte Grün wird zudem seitlich durch mächtige Bunker begrenzt. Bahn 5 bringt ein bis zu 367 Meter langes Par 4 als sanftes Dogleg rechts. Auch diese Bahn führt Richtung Meer und beginnt mit einem blinden Abschlag, den man möglichst Mitte Bahn positionieren sollte. Beim Schlag zum deutlich tiefer liegenden Grün sollte man nicht zu weit nach links geraten, denn dort lauert ein mächtiger Grünbunker. Das bis zu 401 Meter lange Par 4 an der folgenden Bahn gehört sicherlich zu den schönsten Bahnen der gesamten Anlage – und es ist die schwerste Bahn dieses Platzes. Zwar liegt das Grün nahezu auf Höhe der Abschläge, aber der Weg führt zunächst deutlich bergab und daher auch im zweiten Teil wieder deutlich bergauf. Links begrenzt eine Mischung aus Bäumen und Bunkern die nach rechts hängende Bahn. Das Grün ist deutlich erhöht, die beiden Grünbunker links und rechts sollte man aufgrund ihrer hohen Kanten möglichst meiden. Bahn 7 führt über bis zu 347 Meter weitgehend gerade und bergab Richtung Grün. Allerdings lauern beiderseits der Bahn zahlreiche Bunker, so dass hier ein gerader Teeshot den Grundstein zum guten Score legt. Das deutlich erhöhte Grün fällt nach allen Seiten ab, links und rechts lauern Bunker. Nun kommt das letzte, bis zu 193 Meter lange Par 3. Es verläuft leicht bergauf, links gibt es zahlreiche Bunker, so dass man die Fahne besser über die rechte Seite anspielen sollte. Zum Abschluss wartet ein bis zu 360 Meter langes Dogleg rechts als Par 4. Dichter Baumbestand beiderseits des Fairways erfordert einen geraden Abschlag. Im zweiten Teil steigt die Bahn dann leicht Richtung Fahne an. Das Grün liegt erneut auf einem kleinen Hochplateau, die sehr hohen Bunkerkanten der Grünbunker links und rechts sorgen dafür, dass man hier im Zweifelsfall lieber die Grünmitte anspielen sollte.
Eine Runde im Batalha Golf Club kann schnell zur emotionalen Achterbahnfahrt werden. Das liegt nicht nur an den anspruchsvollen Spielbahnen, sondern auch der perfekten Integration in die Landschaft der Azoren. Die Stille der Nordküste wird nur vom Ruf der Seevögel und dem Rauschen des Atlantiks unterbrochen. Der Platz ist in einem tadellosen Zustand, wobei die Grüns im Vergleich zum bergigeren Furnas oft eine Spur schneller und treuer sind. Was den Platz so besonders macht, ist das Licht. Durch die ständigen Wolkenbewegungen über dem Atlantik wechselt die Szenerie alle zehn Minuten: Mal leuchten die Fairways in einem fast unnatürlichen Smaragdgrün, mal wirken die schwarzen Lavasteine bedrohlich und düster.
Alle drei Plätze der Anlage erfordern eine Kombination aus Länge und Präzision, wobei das richtige Course Management oft den Ausschlag gibt. Kein Wunder, dass diese Anlage zu den besten Plätzen Portugals zählt. Im Gegensatz zu vielen Parkland-Kursen in Europa fühlt man sich hier frei – die Horizonte sind weit, die Luft ist salzig und der Platz ist so großflächig angelegt, dass man sich selbst an gut besuchten Tagen fast allein mit der Natur fühlt. Die Grüns sind oft großflächig und in exzellentem Zustand, doch die größte Herausforderung ist zweifelsohne das „Green Reading“. Die vulkanische Topographie sorgt für Breaks, die für das Auge oft unsichtbar sind.


































