Der Doon Brae Golfplatz

Bild von Michael Althoff

Michael Althoff

Autor: Der Mann hinter dem Bericht

Spektakuläres Short-Game am Skihang

Im Jahr 2024 erbaut und zur Saison 2025 offiziell eröffnet, bereichert der Doon Brae Short Course das Angebot des Traditionshauses The Highlands (Boyne) in Harbor Springs, Michigan, um ein hochmodernes und zugleich historisch inspiriertes Golferlebnis. Entworfen von dem renommierten US-amerikanischen Golfarchitekten Ray Hearn, verdankt die Anlage ihren Namen der gälischen Sprache: Während „Doon“ das Hinabsteigen in ein Tal beschreibt, steht „Brae“ für einen steilen Hang. Diese Namensgebung könnte kaum treffender sein, denn der Neun-Loch-Par-3-Platz wurde direkt in die natürlichen Hänge unmittelbar hinter der Main Lodge gebaut – auf genau dem Terrain, das im Winter als Skipiste genutzt wird. Zudem ist Doon Brae mit einer eigenen Flutlichtanlage ausgestattet, was stimmungsvolle Runden bis weit in die Nacht hinein ermöglicht.

 

Doon Brae ist als Walking Course konzipiert, der Golfern aller Spielstärken unkomplizierten Spielspaß bietet, ohne auf strategische Tiefe zu verzichten. Die Bahnen schlängeln sich horizontal und vertikal durch das hügelige Gelände, wodurch ständig wechselnde Balllagen – von steilen Bergauf- und Bergablagen bis hin zu kniffligen seitlichen Hanglagen – entstehen. Um unterschiedliche Leistungsklassen anzusprechen, stehen insgesamt drei Teeboxen (Silver, Green und Blue) zur Verfügung. Die Gesamtlänge des Platzes bewegt sich in einem extrem kompakten Rahmen von minimal 678 Yards von den Silver-Tees bis zu maximal 1.050 Yards von den hintersten Blue-Tees. Trotz der kurzen Distanzen erfordern die Annäherungen hohe Präzision, da fast jedes Loch zwei bis drei unterschiedliche Fairway-Optionen und Anspielwinkel bietet. Architektonisch erweist Ray Hearn vor allem den ikonischen Klassikern der Britischen Inseln seine Referenz. Die großzügigen Grüns greifen berühmte historische „Template Holes“ auf. So finden sich über die neun Bahnen hinweg gestalterische Zitate berühmter Vorbilder wie dem schräg nach hinten abfallenden Redan, dem mit einer tiefen Quermulde versehenen Biarritz-Grün, dem trichterförmigen Punchbowl, dem winzigen, aber intensiv verteidigten Postage Stamp sowie dem klassisch von Frontbunkern beschützten Eden-Loch. Hinweistafeln erläutern an jeder Bahn den Design-Hintergrund. Jede der neun Spielbahnen besitzt ein eigenes topografisches Profil und individuell gestaltete Hindernisse.

 

Die Runde beginnt auf Bahn 1, einem vergleichsweise ebenen Auftaktloch, das durch schottische Torfsoden-Bunker (sod-faced bunkers) sofort authentisches Links-Golf-Flair versprüht und eine maximale Länge von rund 150 Yards erreicht. Zudem fällt das Grün zu den Rändern hin ab. Bahn 2 führt steil bergauf und markiert mit einer maximalen Länge von nur maximal 88 Yards die kürzeste Herausforderung des Platzes. Als Besonderheit verzichtet das zweite Loch als einzige Spielbahn des Platzes komplett auf Bunker. Das Grün ist als Punch Bowl angelegt, so dass auch seitliche Grüntreffer oft noch Richtung Fahne rollen. An Bahn 3 folgt ein dramatischer Abschlag bergab ins Tal, rechts begrenzen hohe Bäume das Grün. Mit seinen zahlreichen Grünbunkern erfordert diese, dem National Golf Links nachempfundene Bahn eine gute Längenkontrolle und einen hohen Approach. An Bahn 4 geht es in der Gegenrichtung steil bergauf. Am Ende der Bahn wartet ein Redan Grün im Stile von North Berwick, also im 45-Grad-Winkel (hier von rechts vorne nach links hinten) angelegtes Grün, dass vorne zudem durch einen mächtigen Bunker verteidigt wird. Weiter geht es mit dem bis zu 136 Yards Reverse Redan an Bahn 5, die leicht ansteigend quer zum Hang verläuft. Reverse Redan bedeutet, dass das Grün nun von links vorne nach rechts hinten im 45-Grad-Winkel angelegt ist – der tiefe Bunker vorne bleibt erhalten. Die nachfolgenden Bahnen 6 und 7 ziehen sich horizontal an der Hangkante entlang. Bahn 6 spielt sich über maximal 109 Yards und basiert auf einer Vorlage von Royal Dornoch im Norden Schottlands. Das an einen Vulkankegel erinnernde Grün war vor allem bei Donald Ross sehr beliebt und ragt an drei Seiten vom Fairway empor. Ein sichtbar nach links bergab hängendes Fairway und der Topfbunker links vor dem Grün stellen zusätzliche Herausforderungen dar. Bahn 7 basiert auf der zehnten Bahn von Royal Country Down in Nordirland. Während dort die Bahn deutlich bergab führt, geht es hier umgekehrt bergauf über maximal 92 Yards. Drei Bunker vor dem Grün sowie ein weiterer Bunker rechts des Grün sowie ein Hang links neben dem Grün und ein nach rechts bergab hängendes Fairway sorgen dafür, dass man hier am besten die Grünmitte anspielt, um das Par zu sichern. Den dramatischen Schlusspunkt leiten die beiden Finalbahnen ein: Bahn 8 führt die Spieler in starkem Gefälle wieder dem Tal entgegen, Vorbild für diese bis zu 111 Yards lange Bahn ist die berühmte achte Bahn „Postage Stamp“ von Royal Troon – allerdings fallen vor allem die Bunker rechts des Grüns deutlich gnädiger aus als beim Original. Bahn 9 bietet einen fulminanten Bergab-Abschluss mit maximal 134 Yards. Das Biarritz-Grün (benannt nach dem Platz Biarritz Le Phare in Frankreich, wo dieses Gründesign erstmals angewandt wurde) des neunten Loches wird von einer spektakulären Sandlandschaft dominiert und ist nahezu vollständig von tiefen Bunkern umgeben. Das Grün selbst ist in Ebenen unterteilt, die durch eine mittige Senke voneinander getrennt sind. Häufig ist daher auf jedem Grünplateau eine Fahne gesteckt.

 

Abgerundet wird das Ensemble am Fuße des Hanges durch das über 1,5 Acre große Putting-Grün The Back Yaird – ein hügeliges 27-Loch-Putting-Areal nach dem Vorbild des schottischen St. Andrews Himalayas Course. Doon Brae verbindet alpine Hangtopografie, zeitlose ikonische Golfplatz-Architektur und geselliges Golferlebnis zu einem einzigartigen Short-Game-Paradies.