Der Spruce Run Golfplatz

Bild von Michael Althoff

Michael Althoff

Autor: Der Mann hinter dem Bericht

Tradition und Präzision

Die Geschichte des Grand Traverse Resort and Spa in Acme, Michigan, als eine der führenden Golfdestinationen des amerikanischen Mittleren Westens begann mit einem echten Klassiker: dem Spruce Run Golfplatz. Ursprünglich 1979 als Vorzeigekurs des Resorts eröffnet, wurde der Platz Mitte der 1980er-Jahre von dem renommierten Golfarchitekten William Newcomb umfassend überarbeitet und neu gestaltet. Als historisches Fundament der Anlage verkörpert Spruce Run bis heute den traditionellen Charme des Golfsports in Michigan. Das Design ist ein klassischer Parkland-Kurs, der vor allem Taktik und Präzision belohnt. Die Fairways schlängeln sich durch sanft rollende Hügel, dicht gewachsene Fichtenwälder sowie natürliche Feuchtgebiete. Während spätere Platzbauten oft auf schiere Länge setzen, zwingt Spruce Run die Spieler zu einer klugen Spielstrategie. Zahlreiche Wasserhindernisse – darunter natürliche Teiche und der malerisch ins Spiel eingebundene Acme Creek – fordern an vielen Löchern ein durchdachtes Shotmaking. Die eher überschaubaren, aber raffiniert modellierten Grüns verlangen zudem ein präzises Anspiel und ein starkes kurzes Spiel. Pro Bahn stehen drei Teeboxen zur Verfügung: Blue, White und Yellow. Von den vorderen Tees addiert sich die Gesamtlänge des Par 70-Platzes auf 4.662 Yards, wer sich für die blauen Abschläge entscheidet, sieht sich einer maximalen Gesamtlänge von 6.201 Yards gegenüber – eine Distanz, die auf dem Papier überschaubar wirkt, durch die engen Schneisen und strategischen Hindernisse aber auch Single-Handicappern volle Konzentration abverlangt.

 

Den Auftakt bildet ein bis zu 368 Yards langes Par 4, das von erhöhten Teeboxen bergab gespielt wird und als Dogleg rechts ausgelegt ist. Den Teeshot sollte man möglichst an den linken Fairwayrand spielen, da rechts vor dem Grün ein kleiner Teich ins Spiel kommt. Links wird das Grün von einem Bunker begrenzt, auch das Grün selbst hängt leicht nach links vorne. Beim anschließenden Par 5 mit maximal 485 Yards ist das Grün durchaus mit dem zweiten Schlag erreichbar – sofern man vom Tee den kleinen Teich links meidet und den Ball nicht zu sehr nach rechts hinaus spielt, denn sonst können die Bäume den direkten Weg zur Fahne blockieren. Zwar steigt das Gelände Richtung Grün sanft an, da es aber nur einen Fairwaybunker links gibt, kann man die Fahne – am besten über die rechte Seite – mit einem langen Eisen oder Holz gut anspielen. Weiter geht es mit einem bis zu 399 Yards langen Par 4, dessen Teeboxen leicht nach rechts bei der ansonsten geraden Bahn versetzt sind. Im ersten Teil für die Bahn leicht bergab, das Gelände hängt etwas nach rechts, so dass man den Abschlag eher über links spielen sollte. Dann steigt die Bahn Richtung Fahne wieder etwas an, je ein Bunker vorne links und mittig hinter dem Grün rahmen das Kurzgemähte ein. Das mit bis zu 453 Yards mächtige Par 4 an Bahn 4 gilt als schwierigste Bahn der gesamten Runde. Da das Gelände nun leicht abfällt, fällt der Teeshot länger aus. Longhitter können über den Fairwaybunker links spielen, sonst sollte man sich leicht rechts davon halten. Die Schwierigkeit der Bahn liegt vor allem in der Annäherung: im zweiten Teil wird das Gelände ebener, ein Teich trennt das Grün vom Rest der Bahn frontal. Zudem hängt das Grün sichtbar nach rechts vorne. Dann folgt ein Par 4 mit bis zu 410 Yards, allerdings als Dogleg rechts. Hier ist es umgekehrt wie an der vorherigen Bahn: das Gelände hängt leicht nach links und führt etwas bergauf. Auch hier braucht man daher einen gelungen Drive, um das Grün mit zwei Schlägen zu erreichen – und den hochgezogenen Fairwaybunker rechts sollte man ebenfalls meiden. Das auf beiden Seiten von hinten leicht nach vorne abfallende Grün wird auf beiden Seiten ebenfalls von Bunkern eingerahmt. Als kleine Erholung folgt ein mit maximal 149 Yards eher kurzes Par 3. Hier ist der Teeshot entscheidend, denn vor dem Plateau-ähnlichen Grün gibt es eine kleine, nach rechts hängende Senke, auch rechts neben dem Grün fällt das Gelände deutlich ab. Zudem blockiert ein großer Bunker vor dem Grün den Weg für flach gespielte Bälle. Hier benötigt man einen hohen Teeshot, am einfachsten Mitte Grün oder leicht links. Bahn 7 bringt ein Par 4 über bis zu 382 Yards als Dogleg links. Der Knick liegt jedoch im letzten Drittel der Bahn, so dass man einen gelungenen, weiten Abschlag benötigt. Ein kleiner Teich am Ende der Bahn im Knick, ein weiterer Teich rechts vor dem Grün und zahlreiche Bunker erfordern zwei präzise Schläge zur Fahne, zumal das Grün nach rechts in Richtung eines großen Bunkers hängt, der das Grün vom Wasser trennt. Das zweite Par 3 spielt sich maximal 190 Yards auf ein etwas tiefer liegendes Grün, das rechts durch einen Teich begrenzt wird. Zudem hängt das Grün nach rechts Richtung Wasser. Im Zweifelsfall spielt man den Abschlag hier Mitte Grün und setzt auf das Putten. Mit einem bis zu 503 Yards langen Par 5 als gerader Bahn enden die Front Nine. Vom Tee kommt es darauf an, die hohen Bäume direkt neben den Abschlägen (gerade für Draw-Spieler) sowie den Teich rechts in der Drivelandezone zu meiden. Das Fairway verläuft erst leicht bergab, steigt dann aber Richtung Grün wieder an. Den Lay-up spielt man am besten über rechts, bevor man sich dann sehr gut zwischen den beiden Grünbunkern orientieren kann.

Die Back Nine beginnen mit einem bis zu 212 Yards mächtigen Par 3, das vor den Teeboxen von einem Wasserlauf gequert wird – und sich dann auf der linken Seite bis hinter das Grün zieht. Vom Tee kommt es vor allem für Fade-Spieler darauf an, die recht nahe kommenden Bäume auf der linken Seite der Abschläge zu meiden. Das zwei Ebenen umfassende Grün wird rechts von mehreren Bunkern gesäumt, links grenzt besagtes Wasserhindernis samt dichtem Bewuchs an das Vorgrün an. Dann folgt ein maximal 362 Yards langes Par 4, bei dem ebenfalls einmal vor den Teeboxen sowie vor dem Grün – nun jedoch rechts – Wasser ins Spiel kommt. Vom Tee führt die Bahn zunächst leicht bergab, wer zu weit nach rechts spielt, macht gerne mit dem dort lauernden Fairwaybunker Bekanntschaft. Für den Schlag zur Fahne bleibt lediglich links eine sehr schmale Landzunge über einen flachen Schlag, sicherer ist die hohe Variante über das Wasserhindernis. Auch beim folgenden Par 4, Dogleg links, mit bis zu 307 Yards, kommt links Wasser ins Spiel. Nur von den vorderen Abschlägen führt der Weg über Land zur Landezone. Dennoch reicht hier meist ein kleines Holz oder langes Eisen, um den Ball in den Knick zu spielen. Dabei sollte man beachten, dass rechts dichter Wald an die Bahn angrenzt. Nach der Drehung geht es links Richtung Grün, das auf der linken Seite durch einen Bunker verteidigt wird, hinter dem Grün lauert ebenfalls dicht mit Schilf bewachsenes Wasser. Bahn 13 ist mit maximal 336 Yards ebenfalls ein eher kurzes Par 4 – und die erste Wasser-freie Bahn der Back Nine. Allerdings führt die Spielrichtung hier rechts um die Ecke – dichtes Gebüchs an einem kleinen Hang rechts sorgen dafür, dass man hier entweder einen sicheren Fade braucht oder lieber nur mit einem mittleren Eisen den Ball geradeaus ins Spiel bringt und dann einen längeren zweiten Schlag in Kauf nimmt. Nach dem Knick zieht sich die Bahn in mehreren Etagen bergauf Richtung Fahne, so dass man mindestens eine Schlägerlänge mehr für den zweiten Schlag einplanen sollte, zumal das rechts und hinten durch Bunker eingerahmte Grün nach vorne hängt – aber dies sieht man oft erst, wenn man die Höhe des Grüns erreicht hat. Weiter geht es mit einem bis zu 372 Yards langen Dogleg links. Der kleine Teich links vorne hat eher psychologische Bedeutung, der stetige Anstieg der Bahn Richtung Grün sollte hingegen berücksichtigt werden. Am besten spielt man vom Tee rechts der Bäume auf der linken Bahnseite. Das Grün wird ein wenig wie ein nach vorne offenes Punch Bowl-Grün, allerdings lauern zwei versteckte Bunker rechts und links des Grüns. Die gesamte Back Nine des Par 70-Platzes kommt ohne Par 5 aus, da sie sich gegenüber Par 36 auf den Front Nine lediglich als Par 34 spielt. Dafür werden die Par 4-Bahnen der Back Nine von Bahn 12 bis 15 mit jeder Bahn länger. Nun warten maximal 397 Yards auf die Golfer, das leichte Dogleg rechts verläuft weitgehend ebenerdig. Vom Tee sollte man den Ball auf dem nur minimal ansteigenden Fairway möglichst Mitte Bahn spielen, denn links lauert ein gut versteckter Bunker, rechts begrenzen große Bäume die Bahn. Das Grün wird auf der linken Seite durch mehrere Bunker begrenzt, die wiederum an einen Teich angrenzen. Sicherer ist daher der Weg über die rechte Grünseite. Das letzte Par 3 spielt sich kürzer als die angegebenen 156 Yards maximal, da das Grün deutlich unterhalb der Abschläge liegt. Ein großer Grünbunker rechts vorne und hinter dem Grün sowie ein deutlich von rechts nach links hängendes Grün sorgen in Verbindung mit dem Höhenunterschied dennoch für einen kniffligen Teeshot, auch das Putten ist aufgrund des Höhenunterschieds anspruchsvoll. Bahn 17 bringt ein mit maximal 316 Yards eher kurzes Par 4 bergauf und einem nach links hängenden Fairway. Vom Tee geht es links über einen kleinen Teich, die Bunker links nimmt am dadurch aus dem Spiel, dass man die rechte Bahnseite anvisiert. Der Schlag zur Fahne führt ebenfalls zwischen Bunkern hindurch, zudem hängt das Grün etwas nach links vorne. Ein maximal 404 Yards langes Par 4 – die längste Bahn der Back Nine – beschließt die Runde. Die Spielstrategie ähnelt der vorherigen Bahn, nur sind die Wege nun deutlich länger. Da im Bereich der Drivelandezone links ein kleiner Teich lauert, sollte man erneut die rechte Seite als Landezone vom Tee wählen. Kurz vor dem erhöhten Grün führt der Weg durch eine Senke, die beiderseits von Bunkern eingerahmt wird. Daher ist ein hoher Approach wichtig, um das quer liegende und deutlich ondulierte Grün anzuspielen – schließlich ist diese Bahn die zweitschwerste Bahn der gesamten Runde.

Spruce Run bleibt somit ein stimmungsvolles Gegengewicht zu den monumentalen Power-Courses der Moderne: Ein Platz, auf dem Köpfchen und Ballkontrolle stets über die reine Schlagweite siegen. Dennoch steht der Platz in einem spannenden Wettbewerb zu den beiden übrigen Plätzen des Resorts, The Wolverine und The Bear. Wer Plätze nach Länge und auch optischen Reizen einschätzt, sollte sich überlegen, diese in der Reihenfolge a) Spruce Run, b) The Wolverine und zum Abschluss c) The Bear zu spielen. So nehmen optischer Reiz, aber auch spielerische Herausforderung mit jeder Runde zu.