Autor: Der Mann hinter dem Bericht
Als der südafrikanische Golf-Weltstar Gary Player im Jahr 1999 seinen ersten von ihm entworfenen Platz im Bundesstaat Michigan übergab, setzte er im Grand Traverse Resort and Spa in Acme ein spektakuläres Ausrufezeichen. The Wolverine – benannt nach dem symbolträchtigen Raubtier und Wappen-Maskottchen Michigans – bereichert die Anlage als moderner Meisterschaftskurs, der die Handschrift des legendären „Black Knight“ in jeder Faser trägt. The Wolverine präsentiert sich als abwechslungsreicher, anspruchsvoller Resort-Meisterschaftsplatz, der gleich drei unterschiedliche Ökosysteme harmonisch miteinander verschmelzen lässt. Die Runde beginnt auf offenem, sanft rollendem Terrain mit Anklängen an ein weitläufiges Links- und Heathland-Design. Im weiteren Verlauf taucht das Routing tiefer in dichte Hartholzwälder ein, bevor die Bahnen schließlich von natürlichen, geschützten Feuchtgebieten flankiert werden. Typisch für die Designphilosophie von Gary Player zwingt der Platz die Spieler zu einem durchdachten Risikomanagement: Strategisch platzierte, oft tiefe Bunker, tückische Wasserhindernisse und großflächige, stark ondulierte Grüns belohnen präzises Shotmaking und bestrafen unüberlegte Attacken. Um Golfenden aller Spielstärken eine faire und zugleich packende Herausforderung zu bieten, verfügt The Wolverine über insgesamt vier Teeboxen pro Bahn. Von den vordersten Teeboxen misst der Platz überschaubare 4.654 Yards, was Einsteigern und Genussgolfern eine entspannte Runde ohne frustrierenden Längendruck ermöglicht. Wer sich hingegen an die hintersten Championship-Tees wagt, sieht sich einer maximalen Gesamtlänge von 7.045 Yards gegenüber – einer anspruchsvollen Distanz, die in Kombination mit den schmalen Landezonen und den Windeinflüssen der Traverse Bay selbst Longdrivern höchste Konzentration abverlangt.
Los geht es mit einem bis zu 406 Yards langen Par 4, das mit einem geraden Abschlag bergab beginnt. Im zweiten Teil verläuft die Bahn ebenerdig und wird rechts von zahlreichen Fairwaybunkern gesäumt. Zudem hängt die Bahn von links nach rechts, so dass man vom Abschlag leicht links anhalten sollte. Der Schlag Richtung Fahne auf das nach links vorne hängende Grün erfordert Präzision: steckt die Fahne rechts, muss ein Bunker überspielt werden – oder man nimmt einen längeren ersten Putt in Kauf. Auch hinter dem Grün lauern beiderseits Bunker. Weiter geht es über bis zu 421 Yards mit einem Dogleg links. Die Bahn startet mit einem blinden Teeshot leicht bergauf über eine von links ins Fairway hineinragende Bunkerzone mit hochgezogenen, ausgefransten Kanten. Nach dem Knick geht es jedoch bunkerfrei weiter, allerdings ist das deutlich ondulierte Grün auch ohne Bunker eine Herausforderung. Das erste, maximal 491 Yards kurze Par 5 zieht sich in weitem Rechtsbogen um einen Teich. Longhitter müssen dabei teilweise über Wasser spielen, in jedem Fall sollte man versuchen, den Teeshot Mitte Bahn zu platzieren, da beiderseits zahlreiche Fairwaybunker lauern. Das zwei Ebenen umfassende, erhöhte Grün ist nach links versetzt, bleibt aber hinter dem Wasser. Allerdings warten Player-typisch mehrere Bunker vor und neben dem Grün auf unpräzise gespielte Annäherungen. Weiter geht es mit einem bis zu 427 Yards langen Par 4, das über eine dichte Roughzone hinweg beginnt. Auch hier ist „Mitte Bahn“ das oberste Prinzip, will man nicht einen der großen Fairwaybunker treffen. Im zweiten Teil wird das Gelände deutlich welliger, das Grün fällt vorne ab und wird durch drei Bunker rechts seitlich und hinten eingerahmt. Das erste Par 5 spielt sich über mächtige 216 Yards maximal und bringt eine Mischung aus Wasser und Bunkern. Vom Tee wirkt der Teich aufgrund seines dichten Bewuchses wie eine breite Roughzone – das hat aber keine Auswirkungen, den so oder so benötigt man einen hohen Teeshot. Das wellige Grün wird beiderseits durch wunderbare Bunker im natürlichen Stil begrenzt. Man sollte keinesfalls über das Grün hinaus spielen, denn dort lauert dichtes Rough. Dann folgt ein bis zu 395 Yards langes Par 4 als Dogleg links. Vom Tee sollte man sich eher rechts halten – so nimmt man nicht nur den Teich links aus dem Spiel, sondern auch das dichte Rough auf dieser Seite – und sichert sich zudem einen besseren Winkel für den zweiten Schlag Richtung Fahne. Das an ein Biarritz-Grün angelehnte Grün wird seitlich von mehreren, tiefen Bunkern begrenzt, hier sollte man unbedingt darauf achten, auf welchem Teil des Grüns die Fahne gesteckt wurde. Wer den Approach zu weit nach links anhält, läuft Gefahr, das zweite Wasserhindernis der Bahn zu entdecken. Auch Bahn 7, ein bis zu 389 Yards langes Par 4, bringt reichlich Wasser auf der linken Seite. Das das Gelände neben dem Teich zudem von dichtem Rough und kleinen Hügeln durchzogen ist, hält man sich vom Tee am besten rechts. Spannend wird der Schlag zur Fahne, wenn diese links gesteckt ist, denn dann grenzt die Landezone an den Teich an. Zudem hängt das Grün sichtbar nach vorne, so dass man den Ball besser unterhalb der Fahne landen lassen sollte. Dann folgt das zweite Par 5, ein Dogleg rechts (ohne Wasser) über bis zu 509 Yards. Die Bahn startet mit einem blinden Teeshot leicht bergauf, zudem kommen von rechts kleine Hügel ins Spiel und blockieren sowohl die Sicht als auch flache Schläge. Wer etwas abkürzen möchte, sollte dennoch vom Tee eher über die rechte Seite spielen. Longhitter müssen zwingend über rechts abkürzen, da der Knick der Bahn recht früh einsetzt. Im zweiten Teil verläuft die Bahn weitgehend ebenerdig. Gefahr lauert beim Lay-up vor allem rechts in Form hoher Bäume und weiterer Bunker. Auch das Grün wird rechts von mehreren Bunkern begrenzt, so dass man bei Schläge am besten mittig platziert. Knifflig ist auch der in der Mitte des Grüns integrierte, erhöhte Geländerücken. Die Front Nine enden mit einem bis zu 196 Yards langen Par 3. Dieses spielt sich jedoch deutlich kürzer, da das Grün deutlich unterhalb liegt. Zudem hat Player das Grün als nach links abfallendes Redan-Grün ausgelegt, so dass sich die Bahn bei eine rechts gesteckten Fahne deutlich leichter spielt als bei einer Fahnenposition links, zumal links neben dem Bunker auch ein kleiner Teich auf Hooks wartet.





























Die Back Nine starten mit einem bis zu 435 Yards mächtigen Par 4. Das Gelände führt zunächst leicht bergab, steigt Richtung Fahne aber wieder auf das Höhenniveau der Abschläge. Vom Tee hält man sich am besten rechts, der Schlag zur Fahne sollte Mitte Grün und hoch gespielt werden, um die Bunkerfront an der Grün-Vorderseite sowie de kleinen Teich links des Grüns aus dem Spiel zu nehmen. Bahn 11 ist als Par 5 mit bis zu 547 Yards ausgewiesen, spielt sich als Bergauf-Bahn jedoch de facto länger. Dafür kommt die Bahn mit wenigen Bunkern aus – sowohl der Fairwaybunker als auch die beiden Grünbunker befinden sich auf der rechten Seite – und verzichtet auch auf Wasser. Da das Fairway leicht nach links hängt, sollte man den Teeshot rechts anhalten. Man sollte den Lay-up und den Approach dennoch nicht unterschätzen, denn das Gelände wird Richtung Fahne deutlich welliger und das Grün fällt sichtbar nach links vorne ab. Das erste Par 3 spielt sich über maximal 200 Yards und verläuft erfreulich ebenerdig. Daher kommt es vor allem darauf an, die großen Bunker vor und hinter dem Grün zu meiden und zudem die Neigung des Grüns nach links zu berücksichtigen. Als nächstes steht ein bis zu 414 Yards langes Par 4, Dogleg rechts, an. Vom Tee geht es deutlich bergauf, daher muss der Teeshot ohne Blick zur Fahne gespielt werden. Am besten versucht man, ihn zwischen die gut sichtbaren Fairwaybunker beiderseits zu platzieren. Dann dreht die Bahn nach rechts – nun geht es deutlich bergab und hinter dem Grün lauert ein Teich, der dieses zur Halbinsel werden lässt – hier will die Schlägerwahl gut überlegt sein. Auch der hohe Rücken im ersten Drittel sollte berücksichtigt werden, damit man die Annäherung auf dem richtigen Grünplateau ablegt. Auch das maximal 181 Yards lange Par 4 an Bahn 14 grenzt an diesen Teich, nun auf der rechten Seite und hinter dem Grün. Erneut wird das Grün von einem Bergrücken durchzogen. Zudem lauert vorne rechts ein großer Bunker – wer hier das Par anstrebt, benötigt einen präzisen Teeshot, der auch das leichte Gefälle Richtung Fahne berücksichtigt. Bahn 15, ein bis zu 387 Yards langes Par 4, beginnt am gegenüberliegenden Ufer des Teichs. Von den Abschlägen geht es zunächst leicht nach rechts bergauf, zumal das nach links geneigte Fairway die Bälle oft den Hang etwas hinunterrollen lässt. Genau dort setzt eine Player-typische „Bunkerorgie“ ein, die zunächst beiderseits des Fairways auf die Bälle lauert, aber auch rechts neben und links hinter dem Grün. Zu vermeiden ist, dass der Ball links den Hang neben dem Grün hinterrollt, dann wird das Up and Down sehr anspruchsvoll. Mit dieser Bahn beginnt eine ebenso schöne wie anspruchsvolle Schlusssequenz. Das folgende Par 4 ist ein deutliches Dogleg rechts über bis zu 479 Yards – da wird die Bahn für viele Golfer zum gefühlten Par 5, ist sie doch nur 12 Yards kürzer als das kürzeste Par 5 der Runde. Vom Tee geht es mit einem blinden Teeshort bergauf, ein kleiner Teich rechts hat eher psychologischen Einfluss. Longhitter benötigen einen Fade – oder spielen über die linke Seite der gut sichtbaren, hohem Bäume rechts. Da die Bäume sich bis zum Grün ziehen, sollte man den Abschlag möglichst auf der linken Bahnseite landen lassen. Beim Schlag zu Fahne geht es etwas bergab, hier erfordern vor allem der tiefe Grünbunker rechts vorne und der daneben platzierte, hohe Baum Aufmerksamkeit, zudem hängt das Grün von rechts nach links. Auch Bahn 17 ist ein Dogleg rechts, nun über bis zu 391 Yards. Schon vom Tee erkennt man, dass noch vor dem Knick der Bahn rechts Wasser ins Spiel kommt – das durch etliche Bunker, die wie eine Terrasse zwischen Fairway und Wasser gebaut wurden, auch nicht einfacher zu spielen ist. Man sollte daher den Teeshot in jedem Fall links anhalten – oder über ausreichend Schlagweite verfügen, um den vorderen Teil des Wassers sicher überspielen zu können. Im Knick hängt das Fairway zudem leicht nach rechts Richtung Wasser und steigt etwas an, anschließend wird das Gelände Richtung Fahne wieder ebener. Das Grün hängt von der Mitte aus links nach links außen, rechts jedoch in Richtung eines deutlichen Abhangs und dann Richtung Teich – daher sollte man hier eher die Grünmitte oder gar die linke Seite anspielen. Die Schlussbahn, als Par 5 mit bis zu 561 zugleich die längste Bahn der gesamten Runde, kommt ohne Wasser auf, bringt aber nochmals reichlich und ausgezeichnet platzierte Bunker ins Spiel. Anspruchsvoll ist auch die deutlich sichtbare Schräglage des Fairways nach links, was vor allem beim zweiten Schlag häufig dafür sorgt, dass man unterhalb des Balls steht. Am besten legt man den Teeshot linnks des gut sichtbaren Fairwaybunkers rechts ab. Den Lay-up sollte man dann über rechts spielen und so die bereits vom Tee gut sichtbaren Fairwaybunker links meiden. Beim Schlag zur Fahne auf dem erhöhten und nach rechts vorne hängenden Grün sollte man dann vor allem auf die rund um das Grün positionierten Bunker achten – eine ebenso schöne wie anspruchsvolle Schlussbahn, ganz im Stile Gary Players.
The Wolverine ist somit ein beeindruckendes Meisterwerk des modernen Platzdesigns, das die landschaftliche Vielfalt Nord-Michigans stilvoll inszeniert und taktischen Sportsgeist mit herausragender Naturkulisse verbindet.



























