Empordà Resort, Links Course 

Bild von Michael Althoff

Michael Althoff

Autor: Der Mann hinter dem Bericht

Robert van Hagges zweites Meisterwerk in Katalonien

Der Empordà Golf Club Links Course – neuerdings „Dunes Course“ genannt – ist ein anspruchsvoller 18LochChampionshipPlatz im Herzen der Costa Brava, entworfen von Robert von Hagge. Mit einer Länge zwischen 5.021 und 6.328 Metern über offenes und damit windanfälliges Gelände, Dünen und Wasserhindernisse kombiniert er traditionell schottisch inspirierte Links-Elemente mit modernem Design. Puristen mögen sich an dem Begriff „Links“ stören, denn der Platz liegt nicht am Meer, auch die typischen Topfbunker fehlen. Vielleicht trifft der Begriff „Heideland“ die Architektur besser – in jedem Fall gelang es van Hagge, mit diesem Platz einen wundervollen Kontrakt zum Forest Course zu schaffen. Anders als der durch Pinienwald führende Forest Course präsentiert sich der Links Course in offenem Terrain mit flach geschwungenen Fairways, rollenden Hügeln und weiträumig gestalteten Greens. Die Bahnverläufe verlaufen weniger durch Baumkorridore – stattdessen wird das Spiel durch strategisch platzierte Teiche und tiefe Bunker vielfältig gefordert.

Die Runde beginnt mit einem bis zu 381 Meter langen, sehr ebenen Par 4 als sanftem Dogleg rechts. Um die Bunker rechts aus dem Spiel zu nehmen, sollte man hier eher über die linke Seite spielen. Rund ums Grün lauern nicht nur Bunker, sondern auch zahlreiche Hügel, so dass man hier vor allem darauf achten sollte, das Grün zu treffen. Auch Bahn 2 ist ein Par 4, nun mit maximal 372 Metern und als 90-Grad-Dogleg links. Vom erhöhten Tee kommt es darauf an, den Ball sicher zwischen den in den Knick integrierten Teich und die Fairwaybunker rechts zu platzieren. Auch im zweiten Teil bleibt das Wasser auf der linken Seite erhalten, zudem wird das deutlich ondulierte Grün von mehreren Bunkern eingerahmt – auch hier ist Mitte Grün eine durchaus sinnvolle Strategie für den Approach. Das erste Par 3 spielt sich offiziell über bis zu 158 Meter, verläuft jedoch bergauf, so dass man ruhig eine Schlägerlänge mehr einplanen sollte. Auf der linken Grünseite lauern Bunker, rechts wartet zerklüftetes Gelände. Zudem hängt das Grün nach vorne. Weiter geht es mit einem bis zu 328 Meter kurzen Par 4, das im zweiten Teil leicht nach links dreht. Anspruchsvoll ist vor allem der Schlag ins Grün, das nicht nur nach rechts hängt, sondern seitlich von Bunkern eingerahmt ist und U-förmig von Wasser umschlossen wird – erneut ist Längenkontrolle ein Schlüsselfaktor für den Score. Bahn 5 bringt ein Dogleg rechts als Par 4 mit bis zu 359 Metern. Man sollte jedoch nicht zu weit nach rechts zielen, denn dort lauert reichlich Sand. Das zwei Ebenen umfassende und zusätzlich nach links vorne hängende Grün wird vorher durch Bunker verteidigt, man sollte daher zumindest den Grünanfang mit der Annäherung sicher erreichen. Mit bis zu 168 Metern präsentiert sich das zweite Par 3 vor allem als Hügellandschaft. Daher ist ein hoher Schlag zur Fahne erforderlich, denn zusätzlich verläuft das Grün quer zur Spielrichtung, so dass der Ball schnell zum Halten kommen sollte. Mit bis zu 407 Metern ist Bahn 7 das längste Par 4 der Runde. Da die Bahn auf der linken Seite etwas ausbaucht, spielt sie sich gefühlt wie ein kleines Dogleg rechts. Dieser Eindruck wird durch die Hügellandschaft am rechten Fairwayrand unterstützt. Man sollte daher vom Tee leicht links anhalten, das deutlich nach rechts hängende Grün wird auf der linken Seite durch zahlreiche Bunker verteidigt. Da sich die Front Nine als Par 35 spielen, bringt Bahn 8 das einzige Par 5 des ersten Rundenabschnitts, das mit bis zu 546 Metern als Dogleg links jedoch zugleich die schwierigste Bahn der gesamten Runde ist. Van Hagge-typisch kommt hier auch Wasser ins Spiel, und zwar auf der linken Seite ab der Drivelandezone. Allerdings ist auch der mittig platzierte Fairwaybunker vielen Bällen offensichtlich einen Besuch wert, das wellige Fairway sorgt zudem dafür, dass man beim zweiten und möglicherweise dritten Schlag gerne über oder unter dem Ball steht. Da das Grün durch Wasser vom Fairway getrennt ist, wählen die meisten Golfer die Drei-Schlag-Strategie, denn das zwei Ebenen umfassende Grün in der Form einer Sanduhr fällt nach vorne Richtung Wasser ab und wird zusätzlich durch Bunker verteidigt – ein toller, aber schwieriger Abschluss der Front Nine.

Vorbei am Clubhaus geht es auf den zweiten Teil der Runde, der mit einem bis zu 330 Meter kurzen Par 4 als Dogleg links beginnt. Dabei sollte man sich rechts der gut sichtbaren, an den Old Course in St. Andrews erinnernden Brücke halten. Das leicht gewölbte Grün wird von vier Bunkern eingerahmt und fordert einen hohen Schlag Richtung Fahne. Weiter geht es mit einem bis zu 164 Meter langen Par 3 – auch dieses ein typisches van Hagge-Design. Von den hinteren Abschlägen muss man carry über Wasser zum leicht nach links versetzen Grün spielen. Von den vorderen Teeboxen kann man über die schmale Landzunge zur Fahne spielen. Auch hier sollte man beachten, dass das Grün nach rechts vorne Richtung Wasser hängt. Als Par 36 umfassen die Back Nine zwei Par 5. Das erste an Bahn 12 spielt sich über bis zu 535 Meter und und dreht stetig, aber sehr sanft nach rechts. Das sehr wellige Gelände wird bis rund ums Grün von mehreren Bunkern durchbrochen, hier ist eine gute Kombination aus Schlagweite und Präzision gefragt. Bahn 13, ein bis zu 364 Meter langes Dogleg rechts als Par 4, bringt erneut Wasser ins Spiel. Wichtig ist es, den Teich links vor dem Grün zu beachten. Das Grün ist deutlich erhöht, die Fahne thront auf einer regelrechten Anhöhe, so dass das Gelände rund ums Grün deutlich abfällt. Hier ist ein hoher Schlag gefordert, der schnell zur Ruhe kommt. Bahn 14 bringt ein Par 4 als Dogleg links, hier kommt im zweiten Teil rechts Wasser ins Spiel, zudem umrahmen viele Bunker das Grün. Weiter geht es mit dem letzten Par 3 über maximal 148 Meter. Das Grün wird von mehreren Hügeln mit Bunkern umgeben und wirkt wie eine kleine Arena, der Weg Richtung Fahne führt über Sand. Dennoch: diese Bahn ist die leichteste der gesamten Runde und bietet, einen gelungenen Abschlag vorausgesetzt, eine gute Chance auf Par oder Birdie. Weiter geht es mit zwei Par 4 Bahnen, die mit 394 und 398 Metern Maximallänge fast gleich lang sind – wenig verwunderlich, da sie auch parallel verlaufen. Bahn 16 steigt zunächst leicht an, das Grün ist nach rechts in Richtung der Pinien versetzt. Daher verläuft der erste Teil der vorletzten Bahn ebenfalls parallel zum Pinienwald, die Schwierigkeiten folgen jedoch vor allem im zweiten Teil. Erstens steigt die Bahn nun an, zweitens fehlen zwar Grünbunker, dafür wirkt das Gelände jedoch wie eine grasbewachsene Mondlandschaft mit vielen Kratern, so dass man hier vor allem darauf achten sollte, den Approach sicher auf dem Grün zu platzieren. Die Runde endet mit einem bis zu 505 Meter langen Par 5. Wie beim Forest Course dargestellt, verläuft diese Bahn auf der linken Seite des Teichs vor dem Hotel und damit parallel zur Schlussbahn des Forest Courses. Das Dogleg links bringt über die gesamte Bahn links Wasser, am besten zielt man vom Tee in Richtung der Caddiemaster-Hütte. Dann dreht die Bahn nach links, zugleich hängt das Fairway zu dieser Seite. Trotz einiger Fairwaybunker sollte man den Lay-up daher über rechts spielen. Das riesige, nach vorne und links hängende Grün und die Fahnenposition entscheiden über die Schwierigkeit des letzten Approachs: steckt die Fahne rechts, kann man über Land spielen, je weiter sie nach links wandert, um so mehr kommt das Wasser ins Spiel. Wie beim Forest Course lauern zudem hinter dem Grün zahlreiche Bunker – eine herrliche Abschlussbahn, die noch einmal die volle Konzentration fordert.

Mit seinen insgesamt fünf Teeboxen ist das Layout bewusst so gestaltet, dass Spieler auf allen Spielniveaus gefordert sind – wobei strategischer Einsatz von Länge, Präzision und Kreativität den Unterschied macht. Für von Hagge war es seine erste Anlage dieser Art in Spanien und sie zeigt seine charakteristische Handschrift: fließende Hügel in Kombination mit humorvollen, aber fairen Schwellen und Grüns – ideal integrativ in die Umgebung. Der Links Course ist ein technisch anspruchsvoller, gepflegter Inland-Links mit eleganter Architektur. Er punktet mit windgeprägtem Terrain, intelligent platzierten Wasser- und Sandhindernissen sowie einem spannenden Finale – ein Muss für versierte Golfer, die klassische Links-Signaturen in mediterraner Umgebung erleben möchten.