Fairmont St. Andrews

Michael Althoff

Michael Althoff

Autor: Der Mann hinter dem Bericht

Fairmont St. Andrews

Wer jedoch auf 5-Sterne-Komfort nicht verzichten möchte und bereit ist, etwas außerhalb der Stadt zu wohnen, findet im Fairmont St. Andrews die perfekte Kombination aus Golf und Komfort. Das Resort grenzt unmittelbar an den Castle Course an und liegt rund 10 Autominuten von der Innenstadt entfernt. Die Zimmer sind sehr großzügig geschnitten und auch das Interieur des Hotels ist perfekt gestaltet. Die Lobby samt Bar wurde erst kürzlich überarbeitet und ist nun deutlich heller und freundlicher als zuvor. Die Preise sind deutlich günstiger als im Old Course Hotel, vor allem in der Nebensaison gibt es oft recht günstige Angebote. Und wenn einmal Golf außen vor bleibt, bietet das hoteleigene Spa beste Erholung und vielfältige Anwendungen. Im Golfbereich arbeitet das Fairmont mit dem Weltmarktführer im Golfanlagen-Management, der US-amerikanischen Troon-Gruppe, zusammen. Zum Resort zählen zwei 18-Loch-Plätze: Kittocks und Torrance. Zudem bietet das Resort sehr gute Übungsmöglichkeiten, was das Fairmont auch für Golf-Trainingsgruppen und Pro-Reisen interessant macht. Und auch für Nicht-Golfer fast schon ein Muss: ein Besuch im Clubhaus. Dieses bietet wohl die beste Aussicht auf die Stadt St. Andrews, die man sich vorstellen kann. Mit Blick über die Ausläufer beider Plätze reicht der Blick auf die alte Kathedrale und Innenstadt des Home of Golfs, auch das Meer setzt sich aus dieser Perspektive eindrucksvoll in Szene. Beide Golfplätze stehen auch Gästen offen, das Greenfee ist mit 40 Pfund in der Nebensaison und 80 Pfund in der Hauptsaison (ab 15 Uhr gilt auch hier ein Sundowner-Tarif von 40 Pfund; Stand: März 2016) gemessen an der Platzqualität fast schon ein Schnäppchen – hier sieht man, dass sich der Wettbewerb mit den berühmten Golfplätzen des Links Trusts positiv auf das Greenfee auswirkt. Wie bei einer starken Ausrichtung auf US-amerikanische Gäste nicht anders zu erwarten stehen auch Buggies für die Golfer zur Verfügung – die Mehrzahl der Golfer läuft jedoch nach unseren Erfahrungen.

 

Immer wieder wird die Frage gestellt: Kittocks oder Torrance? Unsere Antwort: beide, denn jeder dieser Plätze hat seinen eigenen Charme, beide bieten sehr gutes Links Golf. DerKittocks-Platz wurde 2002 eröffnet, das Design stammt von Bruce Devlin unter Mitwirkung von Gene Sarazen. Er bietet dem Golfer immer wieder fantastische Ausblicke auf die Küste und die Küstenlandschaft, da fällt es manchmal schwer, sich auf das eigene Spiel und den nächsten Schlag zu konzentrieren. Der Abschlag des Kittocks liegt unmittelbar vor dem Proshop am Clubhaus – und ist als Par 5 mit bis zu 548 Yards eine gute Gelegenheit, sich warm zu spielen. Das mittellange Par 4 an der 2 wird zur linken und rechten Seite durch Seen begrenzt. Mit dem anschließenden Par 3 wendet sich der Platz langsam Richtung Küste. An der 4 wartet mit bis zu 477 Yards ein echtes Hammer-Par4 – vor allem bei Gegenwind spielt sich diese Bahn eher wie ein Par 5. Und auch die 5, diesmal wirklich eine Par 5, ist mit bis zu 556 Yards kein Fall für Shorthitter, bietet aber dafür vor allem rund um das Grün fantastische Blicke auf das Meer. Und auch das Schlussloch der Front 9, ein bis zu 468 Yards langes Par 4, verläuft direkt an der Küstenlinie und bietet immer wieder grandiose Blicke auf das Meer und die Stadt St. Andrews. Die 9 endet am Clubhaus, so dass sich dieser Platz auch für eine 9-Loch-Runde bestens eignet. Weiter geht es mit einem vergleichsweise kurzen, bis maximal 334 Yards langen Par 4 – doch gilt es hier vor allem, den Wind in das Spiel einzubeziehen. Auch die folgenden Bahnen sind alles andere als kurz – da aber immer 4 verschiedene Abschläge zur Wahl stehen, sollte jeder Golfer eine für sein Spiel und seine Länge geeignete Teebox finden. Beeindruckend sind nochmals die drei Schlussbahnen: das mittellange Par 3 an der 16 dient als Einstieg, die 17 führt die Linie dann unmittelbar an der Küste fort. Mit mindestens 383 und maximal 502 Yards ist diese Bahn ein echtes Hammer-Par 4! Doch auch der Schlag ins Grün will wohl überlegt sein, denn rechts lauern dichte Büsche und die Küste. Vom Abschlag der 18 hat man einen wunderschönen Blick auf  höher gelegene Clubhaus – doch ist nochmals die gesamte Aufmerksamkeit gefordert. Der kleine See links der Teeboxen sollte eher nicht ins Spiel kommen, dafür lauern die beiden Wasserhindernisse links und rechts des Fairways geradezu auf die Abschläge – sofern diese nicht in einem der 3 Fairwaybunker verschwinden.

Der Torrance Course wurde 2001 eröffnet und vom bekannten schottischen Profigolfer Sam Torrance entworfen. Das heutige Design stammt aus dem Jahr 2009, der Platz war im gleichen Jahr Austragungsort der Scottish Seniors Open und 2014 schließlich der European Seniors Tour. Im Unterschied zum Kittocks verläuft der Torrance-Course zunächst rund um das Fairmont-Hotel. Daher sind die Ausblicke teils auch nicht so spektakulär, da man teilweise auf das Hotelgebäude und die Parkplätze schaut. Dennoch sind die Bahnen anspruchsvoll und erfordern ein sehr konzentriertes Spiel mit gutem Course Management. Der Charakter des Platzes ändert sich mit Bahn 9, denn damit wendet sich der Platz hin zum Meer. Die zweiten 9 verlaufen zwischen dem Hotel und dem zum St. Andrews Links Trust gehörenden Castle Course. Auch hier hat man immer wieder fantastische Ausblicke auf die Stadt und das Meer. Sehr gut gelungen sind beim Torrance Course die Platzierungen der vier verschiedenen Teeboxen. Mit insgesamt 7.230 Yards von den hinteren Abschlägen (blau) ist der Platz sogar geringfügig länger als der Kittocks. Von den vorderen Abschlägen (rot) hingegen kommt der Platz auf 5.415 Yards gegenüber 5.904 beim Kittocks – damit bietet sich somit auch perfekt für Einsteiger an.

 

 

Update: 2022 wurde bekannt, dass die beiden bisherigen Plätze zu einem neuen 18-Loch-Platz zusammengeführt und redesignt werden sollen. Erste Pläne wurden bereits erstellt, wann mit den Baumaßnahmen begonnen wird, bleibt abzuwarten.