Finca Cortesín

Michael Althoff

Michael Althoff

Autor: Der Mann hinter dem Bericht

Finca Cortesín

Finca Cortesín zählt zu den absoluten Top-Plätzen an der Costa del Sol. International erntete die Anlage viel Aufmerksamkeit als Austragungsort des Solheim Cups 2023, den Team Europe gewann. Der Platz ist Teil eines Gesamtkonzepts aus Community, 5-Sterne-Hotel mit Spa und Golf. Daher wird auch im Golfbereich die Customer Experience groß geschrieben. Davon zeugen beispielsweise Startzeiten-Intervalle zwischen 11 und 15 Minuten sowie kostenloses Obst, das die Golfer an Bahn 1 erwartet. Für das leibliche Wohl auf der Runde sorgt eine mobile Buggy Bar. Aufgrund der zahlreichen Höhenunterschiede genießt man den Platz am besten im hochwertigen Buggy, der über das integrierte GPS gerade für die erste Runde viele wertvolle Informationen bereithält. Das Gelände ermöglicht es jedoch auch, den Platz zu Fuss zu absolvieren. Der Pflegezustand ist ganzjährig auf absolutem Top-Niveau. Die Ausrichtung als Championship Course zeigt auch die Platzlänge samt Anzahl der Teeboxen. Insgesamt bietet der Par 72-Platz pro Bahn fünf Abschläge, wobei die Championship-Abschläge nicht immer geöffnet sind. Die Gesamtlänge des Platzes liegt, je nach gewähltem Abschlag, zwischen 4.852 und 6.727 Metern. Damit eignet sich der Platz aus der Feder von Cabell Robinson, der zahlreiche weitere Plätze in Spanien wie beispielsweise La Reserva designt hat, für Golfer nahezu aller Spielstärken – die Nutzung der passenden Teeboxen vorausgesetzt.

 

Die Runde startete mit einem bis zu 431 Meter langen Par 4. Obwohl das Grün in nahezu direkter Linie von den Abschlägen liegt, zieht sich das Fairway gefühlt erst leicht nach links. Man sollte daher den Abschlag eher rechts anhalten, um nicht unnötige Zusatzmeter absolvieren zu müssen. Zudem hängt das Fairway nach links, so dass der Ball nach der Landung meist noch auf diese Seite rollt. Richtung Fahne geht es sanft bergauf, am besten spielt man das Grün über die rechte Seite an, da es ebenfalls leicht nach links hängt und zudem ein großer Bunker links lauert. Bahn 2 ist ein bis zu 218 Meter langes Par 3. Wichtig ist es, den Ball hoch zu spielen, da ein bewachsener Graben das Grün in der Mitte der Bahn liegt. Das links mit zwei Einbuchtungen versehene Grün wird von drei Bunkern eingerahmt und hängt leicht nach vorne – hier ist, je nach Teebox, das Par nicht garantiert! Dann folgt das erste Par 5, ein wunderschönes Dogleg links, das im letzten Drittel auf der linken Seite an einen Teich angrenzt. Vom Tee sollte man auf die beiden großen Fairwaybunker rechts achten. Die meisten Golfer werden den Ball davor ablegen , daher kann man vom Tee auch leicht rechts anhalten und so einen besseren Winkel für den Lay-up nutzen. Auch den zweiten Schlag spielt man am besten über rechts, so hat man den besseren Winkel zur Fahne. Das langgezogene Grün wird links durch Wasser begrenzt, rechts lauert ein großer Grünbunker mit vergleichsweise niedriger Kante. Dann folgt die vierte Bahn – ein herrliches Par 4 mit maximal 305 Metern, das von deutlich höher gelegenen Teeboxen beginnt. Man hat zwei Optionen: entweder versucht man, über den großen Teich hinweg das Grün direkt anzugreifen, oder man spielt um den See herum und wählt die klassische 2-Schläge-Strategie zur Fahne. Kein Wunder, dass diese Bahn beim Solheim Cup als Startbahn gewählt wurde, sie ist eine perfekte Matchplay-Bahn! Da das Grün leicht von hinten nach vorne abfällt, sollte man den Ball nicht zu kurz lassen – auch, wenn man lieber bergauf statt bergab puttet. Spätestens beim nächsten, bis zu 526 Meter langen Par 5 merkt man, ob man die richtige Teebox für die Runde gewählt hat. Vom Abschlag geht es zunächst leicht bergauf über eine dichte bewachsene Senke. Richtung Drivelandezone wird das Fairway etwas schmaler, links kommt ein Fairwaybunker ins Spiel. Im zweiten Teil ist das Gelände etwas abschüssig. Den Lay-up sollte man nicht zu weit nach rechts anhalten, sonst hat man zum einen rund 80 Meter vor dem Grün einen weiteren Fairwaybunker im Weg, zudem muss man das Grün dann fast quer anspielen. Den deutlich besseren Winkel zur Fahne auf dem langgezogenen Grün hat man über die linke Seite. Bahn 6 bietet ein bis zu 226 Meter langes Par 3! Hier gilt: alles, was zu kurz bleibt, bedeutet Probleme. Direkt vor dem Grün versperren mittig und rechts zwei große Bunker den Zugang, das Fairway hängt deutlich nach rechts, dort wartet dichter Bewuchs geradezu auf Fehlschläge. Daher sollte man dieses Grün besser über links anspielen – gleiches gilt, wenn man das Grün vom Tee nicht erreichen kann und daher einen Lay-up wählt. Vom hinteren Bereich des Grüns hat man übrigens einen fantastischen Blick auf die Front Nine der Anlage. Durch eine Unterführung kommt man zu Bahn 7, der schwersten Bahn für Herren – für Damen ist es Bahn 8. Die 7 ist ein bis zu 452 Meter langes Par 4, Dogleg links. Allerdings liegt der längste Teil der Bahn nach dem leichten Dogleg, so dass man entweder über links abkürzen muss oder sich für einen Lay-up entscheidet, denn selbst vom vordersten Abschlag spielt sich diese Bahn stolze 351 Meter. Das Fairway hängt gut sichtbar nach rechts. Zwar gibt ein weithin erkennbarer Markierungspfosten die Richtung für den Teeshot vor – sollte man diese Weite jedoch nicht schaffen, sollte man sich lieber deutlich links des Pfostens halten. Zum Grün hin geht es leicht bergauf, zudem sollte man auf die beiden Grünbunker rechts achten. Bahn 8 bietet ein bis zu 525 Meter langes Par 5 als Dogleg rechts. Wer seinen Drive nicht bis zum gut sichtbaren Markierungspfosten schlagen kann, sollte sich links davon halten, da das Fairway nach rechts hängt. Beim Lay-up gilt es, die drei Fairwaybunker links und rechts der Bahn zu meiden. Das Grün wird rechts durch einen Bunker verteidigt und ist zudem deutlich onduliert. Zum Abschluss der Front Nine wartet ein mit maximal 348 Metern eher kurzes Par 4, dessen Grün nach links versetzt liegt. Allerdings geht es kontinuierlich bergauf, so dass sich die Bahn deutlich länger spielt. Den Teeshot sollte man unbedingt recht anhalten, denn links lauern mehrere anspruchsvolle Fairwaybunker – und neben den die Bahn begrenzenden Büschen ein Abhang und damit ein verlorener Ball. Zudem neigt sich das Fairway von rechts nach links. Auch die Annäherung sollte man über die rechte Seite spielen, denn dort fehlen nicht nur Bunker, sondern das Gelände steigt neben dem Grün leicht an und lässt manchen zu weit nach rechts gespielten Ball noch aufs Grün rollen. Wer nun nachrechnet, stellt fest: mit drei Par 5 und zwei Par 3 spielen sich die Front Nine als Par 37.

Vorbei am Clubhaus beginnt der zweite Rundenteil – ein Par 35 – mit einem bis zu 207 Meter langen Par 3. Das schmale, langgezogene Grün liegt nicht nur deutlich unterhalb der Abschläge, sondern hängt auch deutlich nach rechts in Richtung zweier Grünbunker – und neben den Grünbunkern lauert Wasser. Daher sollte man hier in jedem Fall die linke Grünseite anspielen. Das mit 573 Metern längste Par 5 an Bahn 11 zieht sich S-förmig Richtung Fahne. Den blinden Teeshot sollte man mittig anhalten und so den einzigen Fairwaybunker der vorderen Bahnhälfte links aus dem Spiel nehmen. Da das Gelände im zweiten Teil nach rechts abfällt, sollte der Lay-up leicht über links gespielt werden, wobei man auf die beiden, ab rund 70 Meter vor dem Grün platzierten Fairwaybunker links achten sollte. Bis zum Grün hängt das Gelände weiter nach rechts, daher sollte man das Grün besser über die linke Seite anspielen. Hält man zu weit rechts an, lauern gleich drei mächtige Bunker neben dem Grün auf den Ball. Das folgende Par 3 mit bis zu 205 Metern hat uns von allen Par 3 am besten gefallen. Da das Grün unterhalb der Teeboxen liegt, spielt sich die Bahn etwas kürzer. Von den hinteren Tees ist es wichtig, den Abschlag hoch zu spielen und so die quer verlaufende Hecke zu überwinden. Das leicht schräg angelegte Grün hängt erneut etwas nach rechts und wird von insgesamt 5 Bunkern gerahmt, man sollte hier eher über die linke Seite spielen. Eine zusätzliche Tücke ist der vom Abschlag kaum erkennbare Graben auf dem Weg Richtung Grün, der mit Hilfe einer kleinen Brücke überquert wird. Das bis zu 383 Meter lange Par 4 an Bahn 13 bietet ein breites Fairway, bringt aber auch Wasser ins Spiel. Ein Wasserlauf quert die Bahn unmittelbar vor den Teeboxen und hat daher eher psychologische Bedeutung. Danach markiert der Bach die linke Bahngrenze. Da das Grün leicht nach rechts versetzt ist, sollte man den Teeshot dennoch eher leicht links anhalten. Rund 50 Meter vor dem Grün quer die Bachlauf – nun schräg von links nach rechts – erneut die Spielbahn. Ein alter Olivenbaum rechts vor dem Grün sollte ebenfalls gemieden werden. Verfehlt man das Grün, lauern  links und rechts große Bunker. Dann geht es bergauf zum nächsten, maximal 323 Meter kurzen Par 4, einem ganz leicht nach rechts gedrehten Dogleg. Von Tee geht es leicht bergauf, man erkennt Richtung Fahne unzählige Bunker. Ins Spiel kommen jedoch zunächst nur die Fairwaybunker rechts, daher sollte man hier vom Tee eher nach links spielen. Die Grün-Vorderseite wird gleich von mehreren Bunkern durchzogen, daher sollte man die Annäherung unbedingt hoch spielen. Das wellige Grün fällt vorne Richtung Fairway ab, auch rechts hinten ist das Gelände neben dem Grün abschüssig. Dann folgt ein weiteres Highlight: das Par 4, Dogleg links, mit bis zu 414 Metern. Vom Tee liegt die Schwierigkeit darin, dass das Fairway fasst im 90-Grad-Winkel zur Spielrichtung liegt und vom Tee eine dichte bewachsene Senke zu überspielen ist. In der Drivelandezone lauern links zahlreiche Bunker. Man sollte daher genau prüfen, welche Stelle auf dem Fairway man mit seiner persönlichen Schlagweite erreichen kann, denn spielt man zu gerade, droht durch Bäume und Büsche am Ende der gegenüber liegenden Bahnen ebenfalls Ungemach. Da das Fairway im zweiten Teil der Bahn zudem nach links abfällt, sollte man die Bunker dort deutlich überspielen, damit der Ball nicht nach der Landung doch noch in sie hinein rollt. Richtung Grün geht es weiter bergauf, das Grün wird durch mehrere Bunker umrahmt. Da es leicht nach links hängt, sollte man hier eher die rechte Seite anspielen. Bahn 16 ist mit bis zu 424 Metern nur unwesentlich länger als Bahn 15, aber ein Dogleg rechts. Genau in der Drivelandezone lauern zwei Fairwaybunker links und rechts auf die Abschläge, die als blind shot leicht bergauf zu spielen sind. Danach wird das Gelände ebener, das Grün sollte man über rechts anspielen und so die Bunker auf der linken Grünseite aus dem Spiel nehmen. Das letzte Par 3 ist zugleich das kürzeste. Maximal 153 Meter liegen zwischen Abschlag und Fahne. Das Grün fällt nach rechts vorne ab, nicht weniger als fünf Bunker – drei davon rechts vorne – sind rund um die Fahne platziert worden. Hier kommt es auf einen präzisen Teeshot an, dann sollte das Par sicher sein. Mit einem bis zu 519 Meter langen Par 5, Dogleg links, endet die Runde. Vom Tee geht es zunächst deutlich bergauf, hier hält man sich am besten Mitte Bahn. Den Lay-up sollte man ebenfalls Mitte Bahn spielen, denn nun hängt das Fairway nach rechts und sollte den Ball in die perfekte Ausgangsposition für einen Schlag ins Grün rollen lassen. Das Grün wirkt wie ein quer in den Hang gebautes Plateau, denn auch rund ums Grün hängt das Gelände weiter deutlich nach rechts. Daher sollte man beim Schlag zur Fahne die linke Grünseite anspielen – dort lauern zwar einige Grünbunker, doch deutlich unangenehmer ist es, wenn der Ball rechts das Grün verfehlt und dann in einen der drei Bunker unterhalb des Grüns rollt und einen langen Bunkerschlag als Annäherung erfordert.

 

Finca Cortesín ist definitiv ein Bucket List-Course an der Costa del Sol. Für diese Anlage sollte man sich Zeit nehmen, sich vor der Runde in Ruhe auf der wunderschönen Range einspielen und nach der Runde im Clubrestaurant – am besten auf der Terrasse mit Blick zur Range und dem Platz – mindestens noch ein Getränk genießen. Und der sehr gut sortierte Pro-Shop mit seinem kleinen, aber ausgezeichneten Sortiment und kompetenter, freundlicher Beratung ist ebenfalls einen Besuch wert.