Foxburg Country Club

Bild von Michael Althoff

Michael Althoff

Autor: Der Mann hinter dem Bericht

der älteste, durchgängig bespielte Golfplatz der USA

Der Deutsch-Amerikaner Emil Berliner meldet das Grammophon zum Patent an, In Paris wird mit dem Bau des Eifelturms begonnen, in Großbritannien prägt der Merchandise Marks Act den Begriff „Made in Germany“ (der sich jedoch von einer Warnbezeichnung für minderwertige deutsche Replika-Produkte schnell zum Qualitätssiegel wandelte) – und in Foxubrg, Pennsylvanie, wurde ein Golfplatz eröffnet. Hoch über dem Flusslauf des Allegheny Rivers in Pennsylvania erstreckt sich bis heute eine Anlage, die wie kaum eine zweite für die Wurzeln des US-amerikanischen Golfsports steht: der Foxburg Country Club. Seine Entstehung verdankt der Platz dem wohlhabenden Landbesitzer Joseph Mickle Fox, der 1884 als Mitglied einer amerikanischen Cricket-Mannschaft nach Schottland reiste. In St Andrews verfiel Fox der Faszination des Golfspiels und lernte sogar den legendären Old Tom Morris kennen. Mit Bällen und Hickory-Schlägern im Gepäck kehrte er in seine Heimat zurück und legte im Jahr 1887 auf seinem Familienanwesen den Grundstein für den Kurs. Fox selbst fungierte dabei als Architekt. Bis heute gilt Foxburg als der älteste ununterbrochen betriebene Golfplatz der Vereinigten Staaten. Der neun Bahnen umfassende Platz bietet pro Bahn zwei Abschlagvarianten, so dass er auch über 18 Bahnengspielt werden kann. Als urgemütlicher, aber keineswegs zu unterschätzender Parkland-Platz, der den zeitlosen Charme des späten 19. Jahrhunderts bewahrt hat, erfreut er sich bis heute vor allem unter Einheimischen großer Beliebtheit. Das hügelige Terrain fordert von den Spielern taktisches Geschick statt schierer Schlagweite: Enge, von dichtem Eichen- und Kiefernbestand eingerahmte Fairways, spürbare Höhenunterschiede und winzige, tückisch modellierte Grüns verlangen eine präzise Ballplatzierung. Foxburg bietet für jede 9-Loch-Runde zudem zwei Abschlagvarianten: White und Red/Gold für die erste Runde sowie Blue und Red/Gold für die zweite. Selbstverständlich kann man aber auch nur 9 Bahnen spielen. In dieser Variante beträgt die Länge 2.218 beziehungsweise 2.555 Yards, über 18 Bahnen sind 4.439 beziehungsweise 5.253 Yards zu bewältigen.

 

Die Runde beginnt mit einem bis zu 309 Yards kurzen Par 4 bergab. Den Teeshot sollte man links anhalten, um so gegen das Gefälle nach rechts und die auf rechten Seite gut sichtbaren, alten Bäume zu spielen. Bunker sucht man bei dieser Bahn sowohl entlang des Fairways als auch rund ums Grün vergebens – erst auf dem Grün entdeckt man, dass dahinter ein quer liegender Bunker lauert. Daher kann man den Approach auf das kleine Grün direkt Richtung Fahne spielen. Dabei sollte man jedoch berücksichtigen, dass das Gelände Richtung Fahne ganz leicht ansteigt. Auch Bahn 2, ein bis zu 179 Yards langes Par 3, führt leicht bergauf. Zudem kommen rechts erneut hohe Bäume ins Spiel, so dass Fade-Spieler hier etwas im Vorteil sind. Dieses Mal gibt es rund um das Grün tatsächlich keinen Bunker. Dann folgt die schwerste Bahn der Runde, ein bis zu 374 Yards langes Par 4 als Dogleg links. Vom Tee muss man den Abschlag geschickt zwischen den mächtigen Bäumen beiderseits spielen, am besten auf die rechte Bahnseite in den Knick. Bleibt der Ball links, blockieren mächtige Bäume den direkten Weg Richtung Fahne. Zudem steigt die Bahn im zweiten Teil deutlich an, so dass sie sich etliche Yards länger als angegeben spielt – man sollte ruhig einen Schläger mehr vorsehen Das Grün wird von beiderseits durch Bunker begrenzt, zudem hängt das Grün leicht nach vorne Richtung Hang. Weiter geht es mit einem nahezu gleich langen Par 4 (373 Yards), das nun jedoch im ersten Teil wieder bergab führt. Am besten bringt man den Ball vom Tee über die Fairwaymitte, zwischen den Bäumen auf beiden Seiten, ins Spiel. Danach steigt das Gelände an, das Grün hängt sichtbar nach rechts, wo auch ein Grünbunker lauert. Das einzige Par 5 folgt an Bahn 5 und fällt mit maximal 435 Yards recht kurz aus. Der Reiz dieser Bahn liegt jedoch in ihrem Design. Zum einen haben Golfer hier von den weißen Tees einerseits sowie den rot/gelben Tees andererseits einen völlig unterschiedlichen Winkel zum Fairway. Von den hinteren Abschlägen beginnt man links eines Teichs und kann das breite Fairway bergab weitgehend problemlos über die rechte Bahnseite anspielen. Von den vorderen Teeboxen startet man rechts hinter dem Teich – und sieht sich rechts neben der Bahn dichtem Baum- und Buschbewuchs ausgesetzt. Wer von hier die rechte Bahnseite anspielen möchte – sie bietet den besseren Winkel, um das Grün mit dem zweiten Schlag anzuspielen – benötigt man einen ausgeprägten Fade. Bringt man den Ball gerade in Spiel, reicht oft sogar ein mittleres Eisen, da man dann meist nochmals über rechts vorlegt und die Fahne erst mit dem dritten Schlag anspielt. Im zweiten Teil zieht sich die Bahn über mehrere Stufen bergauf. Da die rechte Seite weiterhin von dichtem Bewuchs begrenzt wird, sollte man das Grün eher mittig oder über links anspielen. Das bis zu 146 Yards kurze Par 3 an der nächsten Bahn verläuft im 90-Grad-Winkel zu den bisherigen Bahnen. Entsprechend schmal ist die Bahn gestaltet, zumal das Fairway nach links hängt und die rechte Seite von zahlreichen Bäumen begrenzt wird. Direkt hinter dem Grün lauern zudem hohe Bäume. Das Grün hängt etwas nach links, direkt neben dem Grün geht es links deutlich stärker bergab. Zusätzliche Spannung bringt eine Einbuchung in der Mitte des Grüns auf der linken Seite. Zwar ist die linke Grünhälfte etwas leichter anzuspielen als die rechte Seite, dafür ist das Grün in diesem Bereich anspruchsvoller – in jedem Fall eine spannende Bahn. Weiter geht es an Bahn 6 mit einem bis zu 319 Yards langen Par 4, das deutlich bergab verläuft. Wer sich daher mit dem Gedanken trägt, das Grün direkt anzuspielen, sollte auf die beiden quer vor dem Grün verlaufenden Hügel achten. Sie sorgen dafür, dass nur eine sehr schmale Gasse in der Mitte bleibt, um den Ball aufs Grün rollen zu lassen. Da alle Grüns im Vergleich zu heutigen Golfplätzen eher klein ausfallen, liegt die Kunst darin, den Ball auf dem Grün schnell zum Halten zu bringen – das geht mit einem Wedge aus kürzer Entfernung deutlich besser als mit dem Driver oder Holz 3 vom Tee, zumal das Grün nach hinten abfällt und somit die Annäherungen nicht abbremst. Weiter geht es mit dem letzten Par 3 über maximal 138 Yards. Auch hier ist ein hoher Schlag gefragt, denn vor dem Grün lauern nun zwei Bunker. Diese wirken aus der Ferne wie ein Augenpaar, die Bunkerkanten wie Wimpern – liegt der eigene Ball im Bunker, merkt man, dass die Kanten sogar leicht überhängen und der Schlag umso schwieriger wird, je näher der Ball an der hinteren Bunkerkante zur Ruhe kommt. Das nach rechts hängende Grün bleibt ansonsten Bunker-frei. Mit einem bis zu 317 Yards langen Par 4 als Dogleg links bergauf endet die Runde. Vom Tee ist es wichtig, dass man den Ball zwischen den Bäumen hindurch in den Knick spielt, dort am besten auf die rechte Bahnseite. Dann geht es bergauf, links begrenzen mehrere alte Eichen die Bahn, rechts ist das Gelände etwas offener. Das Grün thront mittig auf der Anhöhe und hängt nach vorne, dafür hat der Designer zum Schluss abermals auf Grünbunker verzichtet.

Wer mag, kann nun von leicht veränderten Abschlägen die Runde nochmals spielen – in jedem Fall sollte man sich auch das Clubhaus näher anschauen. Neben dem historischen Spielerlebnis auf dem Fairway wartet dort ein weiteres Highlight: Im Obergeschoss des urigen Clubhauses befindet sich die American Golf Hall of Fame. Das kleine, liebevoll gepflegte Museum schlägt die Brücke zu den Anfängen des Sports und zeigt eine eindrucksvolle Sammlung rarster Exponate. Besucher können hier Jahrhunderte alte Hickory-Schläger, seltene Feder- und Gutpercha-Bälle (Gutties), historische Kleidung sowie persönliche Erinnerungsstücke des Gründer-Pioniers Joseph Mickle Fox aus nächster Nähe betrachten. Der Foxburg Country Club ist damit weit mehr als nur ein Golfplatz – er ist eine lebendige Zeitreise und ein unverzichtbares Pilgerziel für jeden Golfhistoriker.