Autor: Der Mann hinter dem Bericht
Der Südafrikaner Gary Player ist bekannt für seine spektakulären Designs. Wer schon einmal Plätze wie Thracian Cliffs (Bulgarien), Fancourt Links (Südafrika) oder Saadiyat Beach (Abu Dhabi) gespielt hat, weiss: seine Designs sind meist wunderschön anzusehen, herrlich in die Landschaft eingebettet – und oft sehr anspruchsvoll und Bälle-verzehrend. Das gilt auch für seinen Meisterschaftsplatz von Somabay Golf. Der mehrfach preisgekrönte Platz bietet ein fantastisches Design, das zwischen Wüstenlandschaft und Roten Meer eingebettet wurde. Obwohl es an sich ein Resortplatz ist, kommen die Häuser der Anlage nur selten in Sichtweite oder gar an die Spielbahn heran. Anders ist es da schon mit dem Wind, der regelmäßig Einfluss auf das Spiel nimmt und gerade als Gegenwind für anspruchsvolle Spielsituationen sorgt. Daher bevorzugen manche Golfer sehr frühe Startzeiten, dann ist der Wind noch recht zahm. Wer den Platz zum ersten Mal spielt, sollte sich jedoch mit einem weiteren Merkmal der Anlage beschäftigen: dem Kikuyu-Gras. Aus Sicht vieler Greenkeeper ist Kikuyu fast schon ein Wunderwerk: Es wächst extrem schnell, Divots werden binnen kürzester Zeit wieder verschlossen. Es verträgt Hitze hervorragend und ist sehr strapazierfähig, auch bei Nutzung von Golfcarts und hoher Spielerfrequenz. Und schließlich ist es so dominant, dass es Unkraut kaum eine Chance lässt – aber als Einwucherung auf den Grüns auch Probleme hervorrufen kann. Aus Golfersicht schwankt die Einordnung von Kikuyu (Pennisetum clandestinum) zwischen Segen oder ein absoluter Albtraum. Ursprünglich aus Ostafrika stammend, hat es sich auf vielen Top-Plätzen in warmen Regionen etabliert. Die markanteste Eigenschaft von Kikuyu sind seine enorme Dichte und die dicken, drahtigen Halme, welche ein extrem festes, teppichartiges Polster bilden. Dadurch sinkt der Ball fast nie ein. Er liegt auf den Fairways wie „aufgeteet“. Andererseits gibt es kaum „Roll“. Da das Gras so dicht und elastisch ist, stoppt der Ball nach der Landung deutlich schneller als auf anderen Grassorten. Das Rough ist berüchtigt dafür, den Schlägerkopf im Treffmoment förmlich „einzufangen“. Und auch beim Chippen erfordert Kikuyu eine andere Technik, da Chip and Run kaum möglich ist. Man sollte daher nicht überrascht sein, wenn bei der ersten Runde auf diesem Beleg ein paar mehr Schläge als sonst auf der Scorekarte stehen. Der Championship Course von Somabay Golf bietet pro Bahn vier Abschläge und spielt sich als Par 72 zwischen 5.363 und 6.998 Yards. Der regelmäßige Wind sorgt jedoch dafür, dass sich kaum eine Bahn von der Länge her wie angegeben spielt.
Die Runde beginnt mit einem bis zu 419 Yards langen Par 4, einem leichten Dogleg rechts, unmittelbar vor dem Pro-Shop. Vom Tee muss man sich entscheiden, auf welcher Seite man den Bunker Mitte Fairway umspielen möchte – oder ob man über die notwendige Länge verfügt, ihn gar zu überspielen. Dann dreht die Spielrichtung nach rechts, das Grün ist wie eine Halbinsel von Wasser umgeben. Zudem sollte man beim Schlag auf das erhöhte Grün auf den Bunker rechts vorne achten – eine schöne, nicht zu unterschätzende Auftaktbahn. Weiter geh es mit einem bis zu 614 Yards mächtigen Par 5 als Dogleg links. Der Wasserlauf vor den Abschlägen sollte nicht ins Spiel kommen, dafür gilt es, das nach rechts hängende Fairway zu beachten. Hier ist es sinnvoll, vom Tee eher links anzuhalten. Dann dreht die Bahn nach links, für den Lay-up kommen beiderseits Fairwaybunker ins Spiel. Zudem steigt das Gelände nun Richtung Grün an. Das Grün wird rechts von einem Bunker flankiert, tückischer sind jedoch seine beiden nach vorne geneigten Ebenen. Player-typisch bringt das bis zu 427 Yards lange Par 4 an der nächsten Bahn reichlich Bunker ins Spiel. Daher gilt es, den Ball vom Tee mittig zu platzieren und auch beim Schlag zur Fahne auf dem nach vorne rechts hängenden Grün nicht nur das ansteigende Gelände zu berücksichtigen, sondern vor allem die vielen Bunker beiderseits zu meiden. Dass dies nicht immer gelingt, erkennt man daran, dass diese Bahn als die schwerste der gesamten Runde gilt. Auch Bahn 4 ist ein Par 4, im zweiten Teil dreht die Bahn leicht nach rechts. Im ersten Teil wird die leicht ansteigende Bahn beiderseits zunächst von Fairwaybunkern begrenzt, daran schließ0t sich bis zum Grün eine üppige Waste Area an. Mit der Annäherung nähert man sich auch dem Roten Meer, das Grün hängt von links nach rechts, kommt aber ohne Bunker aus. Das folgende Par 3 mit maximal 207 Yards gilt Vielen als Signature Hole. Es verläuft parallel zum Roten Meer und erfordert einen Teeshot über Waste Area und Wasser auf ein fast vollständig von Wasser umgebens Halbinselgrün. Wem dies zu riskant ist, der kann zunächst auf das Fairway links oberhalb des Grüns spielen und vor dort putten oder chippen. Doch es ist nicht nur das Design und das Wasser, das diese Bahn zur drittschwersten der gesamten Runde macht: auch der stetige, anlandige Wind erschwert die Wahl des richtigen Schlägers und die Ausrichtung. In der Verlängerung der Bahn folgt ein nur 339 Yards kurzes, gerades Par 4, das ebenfalls parallel zum Meer verläuft. Tückisch ist hier vor allem die Annäherung: wer aufgrund des drohenden Wassers rechts weit nach links spielt, muss den Ball über einen mächtigen Grünbunker links Richtung Fahne spielen. Wer seinen Teeshot rechts anhält, kann das erhöhte Grün bunkerfrei anspielen. In jedem Fall sollte der Approach nicht zu lange und zu weit nach rechts geraten, denn dort grenzt das Grün an das Meer. Nun spielt man wieder landeinwärts. Das maximal 396 Yards lange Par 4, Dogleg rechts beginnt mit einem Schlag direkt Richtung im Bau befindlicher Immobilien (Stand: Frühjahr 2026). Zielt man zu weit nach links, macht man Bekanntschaft mit einem mächtigen Fairwaybunker. Wer über die notwendige Schlagweite verfügt, um den Ball mindestens in den Knick zu spielen, sollte leicht rechts anhalten. Das Grün ist im Stile eines Robert Trent Jones Sr. erneut deutlich erhöht und wird vorne und hinten von Bunkern verteidigt. Weiter geht es mit dem zweiten Par 3, das sich über maximal 193 Yards spielt. Es ist eine typische Wüstenbahn und hat uns ein wenig an Players Design in Puerto Cortez, Mexico, erinnert. Die Bahn wird durch viel Waste Area und Wüstenpflanzen dominiert, daher ist ein hoher Schlag empfehlenswert. Rechts hinter dem Grün lauern zwei Bunker, das Grün selbst ist schmal, aber breit und hängt leicht nach rechts. Wie bei Players Design üblich geht es mit der neunten Bahn zurück zum die Optik beherrschenden früheren Clubhaus, das heute vollständig zum The Cascades-Hotel gehört, aber natürlich weiterhin von vielen Golfern genutzt wird. Das bis zu 540 Yards kurze Par 5 dreht im zweiten Teil leicht nach rechts. Vom Tee sollte man sich zunächst leicht links halten und so den großen Fairwaybunker links aus dem Spiel nehmen. Da kurz vor dem Grün ein Wasserlauf die Bahn teilt (das Wasser bleibt dann auf der rechten Bahnseite erhalten), muss man sich beim zweiten Schlag entscheiden: entweder vor dem Wassergraben ablegen oder das Grün mit einem langen zweiten Schlag anspielen. Das Grün wird links durch zahlreiche Bunker begrenzt, rechts kommt das Wasser ins Spiel. Daher ist es einfacher, den Ball nochmals über links vorzulegen und dann zwischen Bunker und Wasser die Fahne anzuspielen. Bleibt die Annäherung zu kurz, rollt sie gerne vom erhöhten Grün bergab – manchmal gar bis zum Wassergraben. Danach kann man sich im Pro-Shop an der Rezeption mit Snacks, Softdrinks und sehr leckerem Cafe versorgen – und dies zu erneut überraschend niedrigen Preisen. Dies hat dazu geführt, dass viele Bewohner der Siedlung Somabay nicht nur zum Golfen, sondern auch nur für einen Drink vorbeikommen.










































Auch der zweite Teil der Runde beginnt mit einem kurzen Par 5: maximal 480 Yards geht es, weitgehend gerade, über ein sehr welliges Fairway Richtung Fahne. Letztes sorgt dafür, dass man beim zweiten Schlag oft über oder unter dem Ball steht. Ansonsten warten beiderseits des Fairways einige Bunker, auch das Grün wird links von Bunkern verteidigt. Dennoch: eine eher zahme Auftaktbahn für die Back Nine. Bahn 11 bringt dann direkt die schwerste Bahn der Back Nine, ein bis zu 426 Yards langes Par 4. Da die Teeboxen deutlich erhöht liegen, spielt sich die Bahn faktisch etwas kürzer. Die Tücke liegt auch hier in den kleinen Schluchten und hochgezogenen Bunkerkanten entlang des Fairways, zudem fällt das Grün nach links vorne ab. Bahn 12, ein maximal 355 Yards langes Par 4, bietet zwei Fairways, um zum Grün zu gelangen. Diese sind als Grünstreifen in eine riesige Waste Area eingebettet. Von den hinteren Abschlägen liegt das linke Fairway eher in gerader Linie vom Tee, während das rechte Fairway eher als Verlängerung der vorderen Teeboxen konzipiert ist. Dennoch: über beide Varianten führt der Weg Richtung Fahne, das rechte Fairway reicht jedoch näher an das Grün heran. Letztlich ist es die Frage, ob man das Grün lieber von links oder von rechts anspielt – es wird auf beiden Seiten durch mächtige Bunker eingerahmt und hängt gut sichtbar nach vorne. Bahn 13 ist ein bis zu 511 Yards langes Par 5, das im zweiten Teil leicht nach links dreht. Da die Bahn leicht ansteigt, spielt sie sich etwas länger, bereitet ansonsten aber wenig Schwierigkeiten. Beim Schlag zur Fahne sollte man nicht über das Grün hinaus geraten, denn dort fällt das Gelände deutlich ab. Dann folgt das erste Par 3 der Back Nine, das uns fast noch besser gefallen hat als die berühmte Bahn 5. Von den erhöhten Tees geht es über eine Senke (Waste Area) geradewegs Richtung Meer auf das quer liegende Grün. Gerät der Teeshot zu lange, darf man direkt einen neuen Ball einsetzen. Bleibt der Ball zu kurz, muss man meist aus der Waste Area heraus spielen – und auch die Bunker rund um das Grün sind nicht gerade einfach. Wer jedoch vom Tee das Grün trifft, kann auf dem leicht nach rechts hängenden Grün oft das Birdie oder Par mitnehmen. Bahn 15 trägt den bezeichnenden Namen „Great Wall of Soma“. Das rührt nicht daher, dass die Bahn links direkt am Meer entlang läuft, sondern vom Cartweg, der durch Mauern im Stil der Chinesischen Mauern eingefasst ist und sich durch die Wüste schlängelt. Vom Tee sollte man sich zunächst eher rechts halten, um dem Wasser zu entgehen. Das Grün liegt jedoch ausgesetzt und erhöht direkt am Wasser. Rechts lauert ein riesiger Grünbunker, das gesamte Grün fällt nach vorne Richtung Meer ab – hier kommt es darauf an, den Approach schnellstmöglich zum Halten zu bringen. Das letzte Par 3 der Runde an Bahn 16 misst maximal 184 Yards und ist im Vergleich zu den kurzen Bahnen am Meer eher unspektakulär. Wenn man das leicht erhöhte Grün mit dem ersten Schlag trifft, hat man an dieser leichtesten Bahn der gesamten Runde nochmals eine sehr gute Scoringmöglichkeit. Bahn 17 bringt das längste Par 4 der gesamten Runde. Stolze 470 Yards misst die Bahn maximal, die sich in einem sanften Linksbogen Richtung Grün zieht. Vom Tee sollte man sich rechts des gut sichtbaren Fairwaybunkers links halten, die Annäherung zur Fahne auf dem erhöhten Grün sollte nicht zu kurz geraten, sonst rollt der Ball wieder zurück. Die Hauptschwierigkeit hier liegt jedoch in der Länge, selbst vom vordersten Tee sind noch 379 Yards zu überwinden. Mit einem maximal 394 Yards langen Par 4 endet die Runde, man spielt nun auf die Rückseite des The Cascades-Hotels zu. Das von Bunkern eingerahmte Fairway hängt mal nach links, mal nach rechts, so dass der Ball durch den Roll nochmals seine Position wechseln kann – aber bei Kikuyu fällt der Roll bekanntermaßen eher kurz aus. Das erhöhte und nach rechts abfallende Grün wird von durch zwei Bunker verteidigt, ferner kommt im letzten Viertel der Bahn Wasser ins Spiel, das sich links bis zum Grün fortsetzt.
Der Championship Course von Somabay Golf ist ein Designgenuss, aber auch spieltechnisch eine Herausforderung. Das ungewohnte Kikuyu-Gras sorgt für manche Überraschung bei den Schlägen, eine der wichtigsten Regeln lautet „Möglichst den Ball nicht ins Rough spielen“ – mancher Golfer spielt gar lieber aus der Waste Area denn aus Kikuyu-Rough. Hat man sich an diese Besonderheit und den ständigen Wind gewöhnt, ist die Wahl der zum eigenen Spiel passenden Teebox die nächste Herausforderung. Wer nicht gerade die sportliche Herausforderung sucht, sondern den Golfgenuss, sollte lieber einen Abschlag weiter vorne wählen – der Score wird es den Golfern danken. Dennoch: dieser Platz ist ein absolutes Must Play in der Region Hurghada und will entdeckt werden. Daher sollte man nicht nur eine, sondern möglichst mehrere Runden einplanen, um den Platz zu verstehen und das eigene Course Management daran anpassen zu können. In Kombination mit Hidden Coves und den ausgezeichneten Übungseinrichtungen sowie dem Par 3-Course eignet sich Somabay sowohl für einen reinen Golfurlaub als auch – gerade im Sommer – für einen wunderschönen Badeurlaub mit Golfoption an ausgewählten Tagen.



































