Golfclub Garmisch-Partenkirchen

Bild von Michael Althoff

Michael Althoff

Autor: Der Mann hinter dem Bericht

Moderne Tradition mit Alpenpanorama

Der Golfclub Garmisch-Partenkirchen blickt auf eine lange Tradition zurück. Der Club wurde 1929 gegründet, 1930 wurde der damalige Platz eröffnet. Nach dem zweiten Weltkrieg behielten die US-Streitkräfte die Oberaufsicht über den Platz. Anfang der 1970er Jahre entschlossen sich die Mitglieder, einen neuen Platz zu bauen – dieses Mal etwas außerhalb von Garmisch-Partenkirchen auf Gut Buchwies bei Oberau. 1974 wurde die Anlage zunächst als 9-Loch-Anlage eröffnet, 1990 folge die Erweiterung auf 18 Spielbahnen. Die heutige Anlage bietet nicht nur für alpine Verhältnisse eine vergleichsweise ebene und damit auch gut zu Fuß absolvierbare Topographie, sondern auch immer wieder großartige Ausblicke auf das Zugspitzmassiv und die umliegende Bergwelt. Wer möchte, kann für die Runde ein Cart mieten. Der Platz teilt sich – nicht zuletzt aufgrund seiner Entstehungsgeschichte – in zwei Runde zu je neun Spielbahnen auf. Die Gesamtlänge des Par 72-Platzes liegt zwischen 5.222 und 6.156 Metern bei vier Teeboxen pro Spielbahn. Gäste ausgewählter Partnerhotels zahlen ein ermäßigtes Greenfee. Obwohl an sich ein typischer Mitgliederclub, präsentiert sich der Golfclub Garmisch-Partenkirchen sehr gastfreundlich, schließlich befindet er sich in einer der bekanntesten und beliebtesten deutschen Ferienregionen. Wer ohne eigene Golfschläger den Weg ins Zugspitzgebiet gefunden hat, kann sich vor Ort zu sehr günstigen Konditionen Golfschläger leihen.

 

Die Front Nine beginnen mit einem bis zu 479 Meter langen Par 5 als sanftem Dogleg links. Hinter der Spielbahn thront majestätisch die Zugspitze, das Fairway wird durch zahlreiche Bäume begrenzt. Vom Tee sollte man sich zunächst leicht links oder mittig halten, um den Weg Richtung Fahne nicht unnötig zu verlängern. Auch den Lay-up sollte man nicht zu weit nach rechts anhalten, sonst kann der hohe Baum auf dieser Seite den direkten Weg zur Fahne blockieren. Fairwaybunker sucht man vergeblich, erst rechts vor sowie links neben dem Grün kommt Sand ins Spiel. Das leicht erhöhte Grün hängt zudem von rechts hinten nach links vorne. Das gerade und bis zu 340 Meter lange Par 4 an der nächsten Bahn bringt links im Bereich der Drivelandezone einen Fairwaybunker. Spielt man vom Tee jedoch zu weit nach rechts, blockiert eine Baumgruppe den direkten Weg zum Grün und man muss nochmals über links vorlegen. Beim Schlag zur Fahne sollte man auf den Bunker links des Grüns achten, zudem hängt das Kurzgemähte erneut von hinten nach vorne. Weiter geht es mit einem weiteren Par 4, das mit maximal 327 Metern annähernd gleich lang ist, im letzten Teil jedoch etwas nach links dreht. Die besondere Herausforderung liegt im quer über das Fairway verlaufenden Graben im Bereich der Drivelandezone. Vom Abschlag erkennt man ihn am besten an der rechts sichtbaren, hellen Brücke über die Senke. Man sollte daher den Teeshot so ausführen, dass man den Graben entweder überspielt – oder den Teeshot bewusst vor dem Graben platziert und einen längeren zweiten Schlag in Kauf nimmt. Am besten hält man den Abschlag leicht links der Brücke an, so hat man einen guten Winkel zur Fahne für die Annäherung. Bei dieser sollte man nicht über das Grün hinaus spielen, denn dort lauern Rough und eine Bail-out Zone. Nun folgen zwei lange Par 4. Das erste mit bis zu 397 Metern verläuft entgegengesetzt zur vorherigen Bahn, so dass erneut der Graben ins Spiel kommt – dieses Mal jedoch eher als psychologisches Hindernis, denn vom Tee sollte er sicher überspielt werden können. Da die Bahn als leichtes Dogleg rechts ausgelegt ist, sollte man vom Abschlag eher Mitte Bahn spielen. Auf dem Weg über den Graben sollte man links des Übergangs einen Blick auf den Grenzstein werfen: er stammt von der früheren Grenze zwischen dem Kurfürstentum Bayern und der Grafschaft Werdenfels. Heute gelangt man ohne Passkontrolle zum langen zweiten Schlag. Er fordert ebenfalls Präzision, rechts neben dem Grün lauert ein Bunker, zudem bietet das langgezogene Grün viele Fahnenoptionen. Bahn 5 ist mit maximal 396 Metern nahezu gleich lang, die Bahn zieht sich in einem sanften Linksbogen Richtung Grün. Ein Bunker rechts sowie eine Senke links neben dem Grün sorgen dafür, dass man die Fahne am besten hoch anspielen sollte. Bahn 6 bringt ein bis zu 371 Meter lagen Par 4, dessen Grün leicht nach rechts versetzt wird. Auch hier ist vor allem bei der Annäherung Präzision gefragt, da beiderseits des Grüns Bunker lauern und das Grün erneut nach vorne abfüllt. Mit dem bis zu 364 Meter langen Par 4 an der nächsten Bahn wartet ein klassisches 90-Grad-Dogleg rechts – zudem lauert rechts die Ausgrenze, hohe Bäume lassen wenig Spielraum für die Landezone des Teeshots. Los geht es von erhöhten Teeboxen, am besten richtet man sich links des gut sichtbaren Fairwaybunkers direkt hinter dem Bahnknick aus. Man sollte den Ball so spielen, dass er zwischen 140 und 150 Meter vor dem Grün zur Ruhe kommt, sonst kann der Winkel zum Grün in Verbindung mit den vielen hohen Bäumen einen nochmaligen Lay-up erfordern. Nach dem Knick geht es dann geradeaus Richtung Fahne, rechts des deutlich nach vorne abfallenden Grüns lauert ein Bunker. Nun kommt das erste und zugleich einzige Par 3 der Front Nine. Mit maximal 144 Metern ist es zwar nicht allzu lang, aber drei Bunker vor dem quer angelegten Grün erfordern einen hohen Teeshot, der schnell zur Ruhe kommen sollte. Ein weiteres, bis zu 374 Meter langes Par 4 als sanftes Dogleg rechts beschließt die Front Nine. Vom Abschlag sollte man leicht links anhalten, die Landezone ist außergeöwhnlich breite, so dass man getrost zum Driver greifen kann. Das Grün wird beiderseits durch Bunker sowie neben den Bunkern und hinter dem Grün durch dichtes Rough und Büsche eingerahmt, hier gilt die alte Regel „am besten Mitte Grün spielen“.

Der zweite Teil der Runde bringt eine spannende Mischung aus je drei Par 3, drei Par 4 und drei Par 5. Los geht es mit einem maximal 312 Meter kurzen Par 4. Vom Tee sollte man sich für den Schläger entscheiden, mit dem man den Ball gerade ins Spiel bringen kann – denn die hohen Bäume beiderseits des Fairways sorgen für eine vergleichsweise enge Landezone. Gut 170 Meter vor dem Grün kommen rechts die Bäume noch mehr in die Spielbahn hinein. Das schräg nach rechts gewendete Grün wird rechts vorne und links hinten durch Bunker geschützt, hier benötigt man zwei präzise Schläge, um die Fahne sicher anzuspielen. Beim folgenden, maximal 330 Meter langen Par 4, Dogleg rechts, beginnt man vom hinteren Abschlag deutlich erhöht, die übrigen Abschläge liegen ebenerdig. Vom Tee ist der Fade der ideale Abschlag, zumal rechts die Ausgrenze lauert. Aufgrund der Kürze der Bahn reicht vom Tee oftmals das kleine Holz. Wichtig ist, dass der Ball nicht zu weit rechts zur Ruhe kommt, sonst blockieren einmal mehr Bäume den direkten Weg zur Fahne. Über die gesamte Bahn hängt das Gelände leicht nach links, so dass man das Grün besser über die rechte Seite anspielen sollte. Zwei Bunker beiderseits des Grüns sorgen für zusätzliche Spannung. Das maximal 149 Meter lange Par 3 an Bahn 12 beginnt von deutlich erhöhtem Abschlag – hier kann man durchaus eine Schlägerlänge weniger einkalkulieren. Drawspieler sollten auf die Bäume rechts achten, zudem hängt das Grün von links nach rechts in Richtung eines Bunkers. Geräte der Teeshot zu lange, rollt er gerne den Hang hinter dem Grün herunter. Nun kommt erstmals reichlich Wasser ins Spiel. Das bis zu 496 Meter lange Par 5 als Dogleg links zählt definitiv zu den anspruchsvollsten und schönsten Bahnen der gesamten Runde. Da es vom Tee zunächst bergab geht, spielt sich die Bahn etwas kürzer als angegeben. Das ist direkt beim Abschlag zu beachten, denn dadurch kommt das Wasser im Knick der Bahn schneller ins Spiel als manchmal gedacht. Ideal ist es, den Ball leicht rechts der gut sichtbaren Brücke anzuhalten. Dort angekommen, muss man sich entscheiden: entweder spielt man von dort über beide Bachquerungen direkt Richtung Fahne (dafür benötigt man je nach Position des Teeshots mindestens 150 Meter carry), oder man legt den Ball nochmals auf dem Gelände zwischen den beiden Bachquerungen ab. Die Fahne wird zudem beiderseits von Bunkern eingerahmt, das Grün hängt leicht nach vorne – eine wunderschöne, aber dennoch anspruchsvolle Bahn. Das gilt auch für Bahn 14, der zweitschwersten Bahn der gesamten Runde. Über bis zu 402 Meter geht es Richtung Fahne – dies zudem leicht bergauf, so dass sich die Bahn für manche Golfer fast schon wie ein Par 5 anfühlt. Man beginnt über den von der vorherigen Bahn bekannten Bachlauf. Vom Tee sollte man leicht nach rechts spielen, denn am Ende der Drivelandezone lauert nicht nur links ein Fairwaybunker, sondern direkt davor  – vom Tee aus kaum einsehbar – ein weiterer Bachlauf, der die Landezone deutlich schmaler werden lässt. Im zweiten Teil geht es dann bergauf, das nach links vorne hängende Grün sollte hoch angespielt werden, um die beiden Bunker vor der Fahne aus dem Spiel zu nehmen. Dann folgt das längste Par 3 der Runde. Bis zu 172 Meter geht es Richtung Fahne – allerdings leicht bergab. Hier ist Längenkontrolle wichtig, damit der Ball nicht hinten vom Grünhang hinunterrollt. Die Fläche zwischen der Scheune rechts und dem Grün wird zudem durch einen mächtigen Bunker gefüllt, auch links in der Grünmitte lauert Sand. Das Grün hängt zudem deutlich sichtbar von rechts nach links. Dann folgen zwei Par 5 hintereinander. Bahn 16 spielt sich über maximal 483 Meter als sanftes Dogleg rechts – und bringt vor dem Grün erneut Wasser ins Spiel. Vom Tee sollte man sich Mitte Bahn halten, den ein Fairwaybunker links sowie eine Bunkerkette mit drei Bunkern rechts verengen die Drivelandezone. Nach dem Knick ist Präzision beim Lay-up gefragt. Rund 90 Meter vor dem Grün kommt rechts ein Teich ins Spiel, in dessen Verlängerung zudem ein mächtiger Bunker die vordere linke Grünseite verteidigt. Man muss sich daher entscheiden: entweder legt man vor dem Teich ab und hat die gesamte Fairwaybreite zur Verfügung, oder man spielt nach links auf das dortige, schmalere Fairway neben und hinter dem Grün. Das Grün selbst hängt von rechts hinten nach links vorne, so dass man unbedingt auf die Fahnenposition achten sollte. Bevor man an der maximal 460 Meter langen 17 abschlägt, ist bei diesem Dogleg links eine Strategieentscheidung zu treffen: wer das Grün mit zwei Schlägen erreichen möchte, sollte den Draw beherrschen, um den Ball um die Bäume links herum zu spielen. Zudem erfordert dann die Straße Beachtung, damit der Teeshot nicht an einem PKW hängen bleibt. Zur Orientierung: wer sich zutraut, den Ball an den ersten Fairwaybunker rechts heranzuspielen, sollte auf einen autofreien Moment warten. Wer hingegen mit drei Schlägen zur Fahne spielt, sollte den Ball vom Tee nach rechts spielen und am besten hinter dem ersten der beiden Fairwaybunker bleiben. Auf den zweiten Schlag sollte man dann über rechts spielen, da man so einen besseren Winkel zum nochmals leicht nach links versetzten Grün hat. Dieses wird zudem beiderseits durch Bunker eingerahmt. Besondere Beachtung erfordert der Bunker links, da er eine hochgezogene Kante zum Grün hat. Die Runde endet – eher ungewöhnlich – mit einem bis zu 160 Meter langen Par 3. Rechts hinter dem Grün erkennt man die Restaurantterrasse, was für viele Golfer für zusätzlichen Nervenkitzel sorgt. Daher ist rechts neben und hinter dem Grün auch Aus. Zudem quert eine Bodenwelle das Fairway. Die linke Grünseite wird vorne durch einen mächtigen Bunker begrenzt, so dass man zum Abschluss nochmals einen hohen und präzisen Teeshot benötigt.

Nach der Runde sollte man sich zumindest mit einem Drink auf der sehr schön gelegenen Terrasse des Clubhauses belohnen. Auch der Pro-Shop im Gebäude neben der Rezeption lädt zum Besuch ein. Der Golfclub Garmisch-Partenkirchen ist insgesamt eine herrliche Anlage in den bayerischen Alpen. Auch die Freundlichkeit und Servicebereitschaft des gesamten Teams sind überzeugend, an heißen Tagen werden beispielsweise auf der Runde Getränke angeboten. Wer in die Region Garmisch-Partenkirchen kommt und eine ebenso moderne wie traditionsreiche Anlage spielen möchte, sollte unbedingt eine Startzeit im Golfclub Garmisch-Partenkirchen buchen.