Golfpark Biblis Wattenheim 

Bild von Michael Althoff

Michael Althoff

Autor: Der Mann hinter dem Bericht

Sportliche Herausforderung im Schatten von Flug und Bahn

Der Golfpark Biblis Wattenheim ist eine von aktuell zehn Golfanlagen von Golf Absolute im Rhein-Main-Neckar-Gebiet. Der Mehranlagenbetreiber ist auch Erfinder des sogenannten Rotationsgolfs, so dass die Mitglieder auch alle weiteren Anlagen des Betreibers ohne Greenfee spielen können. Die Anlage in Biblis Wattenheim wurde Anfang der 1990er Jahre in Betrieb genommen und bietet drei Plätze mit jeweils neun Bahnen, einen Kurzplatz mit neun Bahnen und umfangreiche Trainingsmöglichkeiten inklusive großer Driving Range, Kurzspielbereich und einem 18-Loch-Puttparcours. Nicht-golfende Begleitpersonen können bei schönem Wetter die Zeit am kleinen See vor der Driving Range in der Sonne genießen. Die drei Plätze A, B und C tragen die Namen California Dream, Crocodile Dundee und Arizona Life. Während A als Par 36 und B als Par 37 ausgelegt sind, spielt sich der C-Platz als Par 38 und ist auch der längste Platz. Jeder Platz verfügt über fünf geratete Abschläge, in der Kombination B und C ergibt sich die Maximallänge von 6.406 Metern, so dass auch Longhitter an vielen Bahnen auf ihre Kosten kommen. Für unsere Runde wählten wir genau diese Kombination aus B und C. Neben zahlreichen Skulpturen findet man auf der Anlage zwei markante Exponate: in der Mitte des Areals hat eine alte DC 3 ihre Heimat gefunden, links neben dem neunten Grün des B-Platzes ziert eine alte Dampflok samt Anhänger das Gelände – vor allem für Kinder immer wieder verlockend.

 

Platz B: Crocodile Dundee

Keine Sorge: man muss weder den australischen Outback-Überlebenskünstler noch Krododile auf diesem Platz fürchten – aber Wasser kommt durchaus ins Spiel. Beim Auftakt-Par 4 über bis zu 294 Meter liegt dieses zwar rechts der Bahn neben einem geteerten Weg – aber mancher Golfer findet es trotzdem, stellt dann allerdings fest, dass sein Ball bereits vorher die Ausgrenze auf dieser Seite überschritten hat. Vom Tee sollte man das sichtbar hügelige Fairway in jedem Fall links des gut sichtbaren Fairwaybunkers rechts anspielen, hier reicht ein kleines Holz oder langes Eisen. Dann dreht die Bahn leicht nach links in Richtung des nach vorne hängenden Grüns, das vorne durch zwei Bunker verteidigt wird. Nun sollte man ausreichend aufgewärmt und wach sein, denn mit bis zu 555 Metern folgt ein anspruchsvolles Par 5. Wer hier zu weit nach links zieht – immerhin dreht die Bahn im zweiten Teil in diese Richtung, macht oft Bekanntschaft mit einem Teich auf dieser Seite. Man sollte daher möglichst rechts der Bäume auf der linken Seite anhalten – Longhitter können auch über die Bäume abkürzen. Sanfte Hügel zu beiden Seiten des Fairways sorgen oft dafür, dass zu weit nach links oder rechts gespielte Bälle dennoch wieder Richtung Bahnmitte rollen. Beim Lay-up sollte man vor allem auf die Fairwaybunker in der Mitte der Bahn achten. Richtung Grün steigt das Gelände sanft an, das Grün ist jedoch wenig onduliert, man sollte jedoch die Grünbunker bei der Annäherung beachten. Dann folgt die schwierigste und vielleicht auch schönste Bahn dieser Teilrunde: ein bis zu 401 Meter langes Par 4, das ebenfalls im zweiten Teil leicht nach links dreht. Seine Besonderheit: ein breiter Felsgraben in ungefähr in der Mitte der Bahn. Man muss sich daher vom Tee entscheiden: entweder den Graben überspielen und sich die Chance erhalten, das Grün mit zwei Schlägen zu erreichen, oder man legt den Abschlag vor den Graben und nimmt eine Drei-Schlag-Strategie in Kauf. Nach der Drivelandezone zieht sich die Bahn in sanften Wellen Richtung Grün, das vorne durch zwei Bunker geschützt wird und seitlich abfällt. Das erste Par 3 an Bahn 4 spielt sich maximal 166 Meter und wird von Bunkern dominiert. An allen Grünseiten lauert Sand, so dass das vorrangige Ziel lautet: den Ball sicher auf dem großen Grün zu platzieren. Das Putten ist dann nicht mehr ganz so schwierig, obwohl das Grün einige Ondulierungen aufweist. Weiter geht es mit einem bis zu 377 Meter langen Par 4, dem ersten leichten Dogleg rechts. Wer über rechts abkürzen möchte, sollte auf den im Knick platzierten Bunker achten. Zudem sorgen einige Hügel rechts dafür, dass man von der linken Seite die bessere Sicht aufs Grün hat. Das erhöhte Grün hängt nach vorne und wird erneut vorne durch Bunker verteidigt, hier kommt es darauf an, den richtigen Bereich des Kurzgemähten anzuspielen. Nun folgt das zweite Par 5 mit bis zu 499 Metern, ein Doppel-Dogleg links und rechts. Wer das Grün mit zwei Schlägen erreichen möchte, muss über die hohen Bäume links abkürzen. Einfacher ist es, den Ball vom Tee zunächst bis zum Knick zu spielen und einen Lay-up zu nutzen. Beim zweiten Schlag gilt es dann, den riesigen Bunker links aus dem Spiel zu nehmen, der sich bis zum Grün zieht. Das Grün wird auf der rechten Seite durch einen kleinen Rücken geteilt, so dass das Putten alles andere als einfach ist. Auch Bahn 16 ist ein Par 5, mit maximal 453 Metern aber nochmals deutlich kürzer. Allerdings wechselt die Bahn auch hier zwei Mal die Richtung: zunächst geht es fast 90 Grad nach rechts, dann kurz vor dem Grün nochmals sanft nach links. Vom Abschlag merkt man: entweder greift man zum kleinen Holz oder langen Eisen, oder man muss rechts über die Bäume abkürzen. Leichter spielt es sich zunächst geradeaus und mit anschließendem, langen Lay-up Richtung Fahne. Der zweite Schlag sollte nicht zu weit nach links geraten, sonst versperrt ein Hügel auf dieser Seite den flachen Zugang zur Fahne. Das von mehreren Bunkern eingerahmte, große Grün erfordert dann einen präzisen, hohen Annäherungsschlag. Das zweite Par 3 an Bahn 17 misst maximal 200 Meter – und bringt reichlich Wasser ins Spiel. Links der Abschläge steht das sogenannte Mannheimer Tor, der Weg Richtung Fahne führt von allen Teeboxen über Wasser. Das Grün wiederum wird von drei Bunkern fast vollständig umschlossen, so dass nur vorne eine schmale Gasse bleibt, um den Ball aufs Grün rollen zu lassen. Die Schlussbahn misst nochmals bis zu 280 Meter – aber man sollte hier nicht zu aggressiv spielen. Die Tücke liegt in den zahlreichen Bunkern: einem eher flachen Fairwaybunker rechts in der Drivelandezone sowie vier Topfbunkern links und im Hang des deutlich erhöhten Grüns plus einem Grünbunker links der Fahne. Am besten bringt man den Ball hier mit einem kleinen Holz oder langen Eisen ins Spiel, um dann das hohe Grün sicher mit einem Wedge anzuspielen – ein tolle Schlussbahn mit der alten DC 3 im Hintergrund!

Platz C: Arizona Life

Wer schon einmal in Arizona war, wird zwei typische Landschaftsmerkmale erinnern: Fels und Sand – und von beidem gibt es auch auf diesem Platz reichlich, noch dazu teilweise mit Wasser kombiniert. Der Auftakt mit einem bis zu 264 Meter kurzen Par 4 erinnert ein wenig an den Beginn des B-Platzes, denn auch hier dreht die Bahn sanft nach links, allerdings ist das Fairway deutlich welliger und das Grün liegt in einer kleinen Senke. Man sollte daher vom Tee leicht rechts anhalten und dann das Grün ebenfalls eher über die rechte Seite anspielen, da links ein großer Grünbunker lauert. Dann folgen zwei Par 5. Das erste ist die schwerste Bahn des C-Platzes mit bis zu 536 Metern. Das Fairway zieht sich in einem schmalen, weiten Rechtsbogen um einen großen Teich – hier kommt es auf einen präzisen Teeshot und Lay-up an, wenn man nicht Bekanntschaft mit dem feuchten Element machen möchte. Und auch bei der Annäherung ist nochmals Präzision gefragt: das runde Grün wird den Teich vom Fairway getrennt und fällt seitlich und nach vorne in Richtung des feuchten Elements ab. Das folgende Par 5 spielt sich mit maximal 469 Metern deutlich kürzer und ist ein 90-Grad-Dogleg rechts, dennoch ist es anspruchsvoll. Wer sich für die Drei-Schlag-Strategie Richtung Fahne entscheidet, kann den Teeshot entspannt geradeaus zwischen die Fairwaybunker spielen und dann mit zwei weiteren Schlägen aus dem Knick das Grün anspielen. Wer das Grün mit zwei Schlägen erreichen möchte, muss über die Bäume und Sträucher links abkürzen und läuft Gefahr, seinen Ball in einem Bunker wiederzufinden oder gar den kleinen Teich im Knick zu treffen. Erst aus der Luft erkennt man die Besonderheit des Gründesigns: dieses ist wie als ausgestreckte Hand mit fünf Fingern angelegt – man sollte daher möglichst die Innenhandfläche treffen. Dann folgt das erste Par 3 mit bis zu 201 Metern. Auch hier kommen zahlreiche Bunker und eine kleine Senke rechts vor dem Grün ins Spiel. Wer seinen Ball gerne hoch spielt, macht jedoch oft Bekanntschaft mit den quer über das Fairway verlaufenden Hochspannungsleitungen – also eher den Ball flach halten. Wer dann gar den Stinger aus dem Repertoire zaubert, freut sich oft über die Steinmauer hinter dem Grün, welche zu lang gespielte Bälle wieder zurückprallen lässt. An der folgenden Bahn sind manchmal links der Teeboxen auf einer Koppel Stiere und Kühe zu finden – wer einen Duckhook spielt, sollte ihnen den Ball besser überlassen… Das bis zu 394 Meter lange Par 4 an Bahn 5 ist ein sanftes Dogleg rechts. Wer über diese Seite abkürzen möchte, sollte auf die hohen Bäume rechts achten, die in einem kleinen Wasserloch stehen – besser links davon anhalten. Die gesamte Bahn kommt ohne Bunker aus, aber das deutlich erhöhte und ondulierte Grün sollte besser mit einer Schlägerlänge mehr und hoch angespielt werden – sonst kommt der Ball dem Golfer gerne wieder entgegen. Das nächste Par 4 verläuft in die Gegenrichtung und ist daher mit bis zu 397 Metern nahezu gleich lang. Nun kommt die Weidekoppel links ins Spiel, man sollte daher bei diesem leichten Dogleg links in jedem Fall rechts der gut sichtbaren Bäume auf der linken Seite anhalten. Dann dreht das Gelände leicht nach links, das Grün kommt erneut ohne Bunker aus, der große Bunker links vor dem Grün kommt nur ins Spiel, wenn die Annäherung deutlich zu kurz bleibt und nach links verzogen wird. Deutlich mehr Sand kommt an den beiden folgenden Bahnen ins Spiel. Beim nur maximal 312 Meter kurzen Par 4 an Bahn 7 hängt das Fairway beiderseits in Richtung langgezogener Bunker, auch das nach links versetzte und erhöhte Grün wird durch Bunker vom Fairway getrennt, so dass die Fahne unbedingt hoch angespielt werden sollte. Dann folgt die wohl bekannteste Bahn: ein bis zu 457 Meter langes Par 5 als 90-Grad-Dogleg rechts mit einer riesigen Waste Area im Knick. Von den erhöhten Abschlägen gibt es zwei Strategien: entweder geradeaus die Bahn entlang in den Knick spielen, dann sollte man nicht zu weit nach links geraten und auch nicht zu lang sein, denn links und hinter dem Fairway kommt Wasser ins Spiel. Alternativ kann man bewusst die Waste Area anspielen (gerade von Slicern eine ohnehin oft genutzte Version) und so etwas abkürzen. Man hat dann aber beim Lay-up das Wasser neben dem Fairway in Spielrichtung und läuft Gefahr, dass der Ball zu nahe an einem der Steine in der Waste Area liegt – eine spannende Strategiefrage. Auch das Grün ist nochmals speziell, liegt es doch auf einem Hügel und wird vorne durch eine Steinmauer gestützt, welche zu niedrig gespielte Annäherungen entweder gnadenlos verschluckt oder den Ball in ungeahnte Richtungen springen lässt. Von einem erhöhten Abschlag geht es auf die letzte Bahn des Platzes, ein bis zu 280 Meter kurzes Par 4, das nochmals reichlich Sand ins Spiel bringt. Longhitter können versuchen, das Grün direkt anzuspielen, sonst sollte man leicht nach rechts beginnen und dann mit einem hohen Wedge die Bunker links und rechts der Bahn aus dem Spiel nehmen – ein fairer, aber nicht zu unterschätzender Abschluss.

 

Der Golfpark Biblis-Wattenheim von Golf Absolute bietet eine gelungene Mischung aus Anspruch und Entertainment – so sollte Freizeitgolf sein. Die ausgezeichneten Übungseinrichtungen machen die Anlage auch attraktiv für Golfer, die nicht spielen, sondern nur trainieren möchten. Nach der Runde sollte man die ausgezeichnete griechische Küche des Restaurants Atlantis Blue genießen – am besten auf der Terrasse, die übrigens – eher selten – an keines der Schlussgrüns der drei Plätze angrenzt, sondern an den kleinen Teich vor der Range und die Übungsanlagen.