Lykia Links

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Michael Althoff

Autor: Der Mann hinter dem Bericht

Lykia Links

Golfplätze aus dem Hause Dye gehören weltweit zu den Top-Anlagen. Auch der Lykia Links Course trägt den Namen und die Handschrift der Dyes – allerdings nicht von Pete und Alice Dye, die Meisterwerke wie den TPC Stadium Course oder den Ocean Course des Kiawah Island Resorts geschaffen haben, sondern ihren ältesten Sohn Perry. Nun gehört ein Linkscourse wohl eher nicht unbedingt zu den Anlagen, die man in der Türkei erwarten würde. Aber was Perry Dye hier geschaffen hat, würde auch jedem Standort in Großbritannien oder Irland zur Ehre gereichen – wenn man nicht durch Olivenbäume und andere Bewüchse immer wieder daran erinnert würde, dass man sich am Mittelmeer aufhält. Dennoch: der Platz ist ein echter Links Course, grenzt unmittelbar an das Mittelmeer an und wird je nach Windrichtung und -stärke leichter oder schwerer. Mitte der 2010er Jahre litt der Platz etwas unter einem Pächterwechsel und internen Unstimmigkeiten, doch seit 2019 präsentiert er sich wieder in ausgezeichnetem Pflegezustand und auch das zugehörige Golf Hotel der Lykia World strebt wieder nach alter Stärke.

 

Fünf Abschläge an jeder Spielbahn ergeben eine Gesamtlänge von 4.363 bis 6.284 Metern. Vor allem bei starkem Wind sollte man eher eine Box weiter vorne wählen. Los geht es an der 1 mit einem langen Par 4, Dogleg rechts. Und gleich in der Drivelandezone sieht man ein typisches Designmerkmal dieses Platzes: mächtige Bunker, deren Ränder mit Eisenbahnschwellen sternförmig eingefasst sind. Bahn 2 ist ein S-förmiges Par 5, das mit maximal 437 Metern eher kurz ausfällt – sofern man keinen Gegenwind hat. Aufmerksamkeit ist vor allem beim Schlag ins Grün erforderlich, da dieses nach rechts versetzt ist und von zu fast allen Seiten Sand lauert. Auch das Par 4 an der dritten Bahn, die zweitschwerste Bahn der Anlage, verläuft leicht S-förmig. Man sollte seinen Teeshot daher eher links anhalten, um einen besseren Winkel zum Grün für den zweiten Schlag zu haben. Das erste Par 3 an Bahn 4 spielt sich eher einfach, dabei kann man eine schöne Aussicht Richtung Meer genießen. Auch das folgende, gerade Par 4 verläuft gerade zum Grün, allerdings ist das Fairway sehr wellig und steigt zudem Richtung Grün spürbar an. Auch das zweite Par 5 ist mit bis zu 459 Metern nicht allzu lange. Die Bahn verläuft leicht nach links abgewinkelt – und in der zweiten Fairwayhälfte sollte man den Olivenbaum auf dem Fairway bewundern. Bahn 7 ist ein erstes optisches Highlight: am rechten Ufer des einzigen Sees der Anlage verläuft das Fairway bogenförmig Richtung Grün. Auf der gesamten zweiten Hälfte des rechten Fairways lauern teils mächtige und tiefe Bunker. Da die Bahn insgesamt maximal 307 Meter misst, sollte man am Tee lieber zum langen Eisen greifen. Der nächste Abschlag liegt genau auf der anderen Seite des Sees: das bis zu 160 Meter lange Par 3 ist eine gute Chance auf ein Par, sofern man den Teeshot weder ins Wasser noch in die mächtigen Bunker rechts des Grüns schickt. Ein weiteres Par 4, das leicht nach links ausgebuchtet ist, beschließt die Front Nine. Im Gegensatz zu traditionellen Links Courses liegt das 9. Grün in der Nähe des Clubhauses und nicht am Ende der Anlage – wer mag, kann also Bälle nachkaufen oder seine Getränkevorrat nochmals auffüllen.

Die Back Nine beginnt mit einem langen Par 4, dessen Grün leicht nach links versetzt ist. In der Drivelandezone lauern rechts insgesamt 6 markante Bunker, auch beide Grünseiten werden durch Bunker bestens geschützt. Beim folgenden Par 4 sollte man vom Tee eher links anhalten und so den besseren Winkel ins Grün nutzen. Die folgende Bahn, ein mittellanges Par 4, ist besonders gelungen: vom Tee wird ein blinder Abschlag gespielt – zur Orientierung wurde der klassische Markierpfosten aufgestellt. Bleibt man zu weit links von ihm, landet der Ball schnell auf dem gegenüberliegenden Fairway, ist aber spielbar. Nun geht es bergab Richtung Grün, das zu beiden Seiten durch mächtige Bunker verteidigt wird. Bahn 13, ein Par 5 mit bis zu 494 Metern Länge, ist die schwierigste Bahn der Anlage und ein leichtes Dogleg rechts. Das Fairway ist stark onduliert, so dass man häufig über oder unter dem Ball steht. Zahlreiche Bunker säumen zudem den Weg des Annäherungsschlags bis zum Grün. An Bahn 14 säumt eine mächtige Waste Area die linke Fairwayseite, ansonsten ist die Bahn gut zu spielen und bietet eine faire Par-Chance. Bahn 15 ist ein mittellanges Par 3, das auf dem Papier einfacher aussieht als es sich spielt: hochgezogene Bunker schützen die linke Grünseite, so dass man die Fahne meist hoch anspielen muss – je nach Wind ein mehr oder weniger schwieriges Unterfangen. Das folgende, letzte Par 5 ist lediglich 430 Meter lang – aber bei Gegenwind können auch diese anstrengend sein. Ansonsten verläuft die Bahn fast kerzengerade und leicht bergauf Richtung Grün. Bahn 17 ist ein weiteres Highlight: einst ein langes Par 3, wurde die Bahn zum kurzen Par 4 umgestaltet. Nun verläuft das Fairway bogenförmig vom Tee zum Grün. Die rechte Fairwayhälfte schützt ein Hügel und Bewuchs, zudem fällt das Vorgrün auf der rechten Seite stark ab. Selbst für Longhitter dürfte es hier schwer sein, den Ball vom Tee auf dem Grün zu platzieren – daher lieber zwei kurze Eisenschläge wählen und sich so eine Chance aufs Par oder gar Birdie sichern. Die Schlussbahn ist ein typisches Homeward Bound-Design: vom Abschlag geht es zunächst gerade und leicht bergab Richtung Hotel und Clubhaus, dann biegt das wellige Fairway leicht nach rechts ab. Hat man den letzten Putt versenkt, darf man sich auf eine Abkühlung auf der Terrasse des Clubhauses freuen.