Autor: Der Mann hinter dem Bericht
Südlich von Hurghada – dort, wo das schimmernde Türkis des Roten Meeres auf die schroffen Ausläufer der Arabischen Wüste trifft – hat der amerikanische Architekt John Sanford ein grünes Wunder geschaffen: den Golfplatz Madinat Makadi. Es ist ein Ort, der in der Welt des Golfsports oft als „Juwel am Roten Meer“ bezeichnet wird – und das aus gutem Grund. In einem Land, das mit erstklassigen Plätzen nicht geizt, setzt Madinat Makadi Maßstäbe in Sachen Pflegezustand, sportlichem Anspruch und landschaftlicher Inszenierung. Schon die Auffahrt zum Madinat Makadi Golf Resort lässt erahnen, dass hier viel Wert auf Qualität und Service gelegt werden. Das Clubhaus thront majestätisch auf dem höchsten Punkt des Geländes und erinnert in seiner Architektur an eine moderne ägyptische Zitadelle. Von der Terrasse der „Spikes Bar“ aus bietet sich ein Panorama, das selbst weitgereiste Golfer kurz innehalten lässt: Ein sattes, fast unwirkliches Grün breitet sich unter einem tiefblauen Himmel aus, eingerahmt von den goldenen Tönen der Wüste und dem azurblauen Meer in der Ferne. Das Clubhaus ist und die Bar sind Teil des Steigenbergers Makadi, das durch wunderschöne Zimmer, ein umfassendes kulinarisches Angebot und auch exzellenten Service besticht. Wer keine direkte Strandlage benötigt, sollte in Madinat Makadi unbedingt dieses Hotel mit seinem wunderschönen Pool in Erwägung ziehen. Besonders gefallen hat uns in dem Hotel, dass es nicht allzu groß ist und so eher wie ein Boutiquehotel wirkt. Auch der Service in allen Bereichen war ausgezeichnet und zuvorkommend. Wer dennoch einen Strandtag verbringen möchte, kann die mehrmals täglich angebotenen Shuttleservices des Hotels nutzen. Madinat Makadi ist kein Platz für Zaghafte. Mit einer Gesamtlänge von beeindruckenden 6.871 Metern von den hintersten Abschlägen (Schwarz) ist er einer der längsten Plätze in ganz Ägypten (Achtung: auf dieser Anlage werden die Bahnlängen und Entfernungen – anders als bei vielen anderen Golfanlagen in Ägypten – in Metern und nicht in Yards angegeben). Eine weitere Besonderheit: jede Spielbahn ist einer Figur oder Person aus Ägyptens Geschichte und Mythologie gewidmet. Große Infotafeln an den Teeboxen informieren über die Bedeutung und Geschichte der jeweiligen Namensgeber – so lernt man während der Runde allerlei Wissenswertes über die jahrtausendealte Geschichte der Gastgeber.
Die ersten neun Spielbahnen verlaufen weitgehend zwischen dem Clubhaus und der Zufahrt zu Madinat Makadi. Zwar gibt es einige Höhenunterschiede, dennoch ist dieser Teil der Anlage noch recht gut zu Fuß zu absolvieren. Das ändert sich im zweiten Teil, wo teils mächtige Höhenunterschiede in hügeligem Gelände die Kondition auf die Probe stellen – und gerade angesichts der Temperaturen und des auch hier allgegenwärtigen Winds sollte man bei 18 Bahnen-Runden besser auf ein Cart zurückgreifen. Die Reise beginnt mit einer klassischen Eröffnungsbahn als Par 4 über bis zu 400 Meter leicht bergauf, die dem Spieler Vertrauen schenken möchte. Das Fairway ist breit, doch der Wind, der hier fast stetig aus Norden weht, kann den Ball leicht in die Waste Areas drücken, die das Grün wie einen Schutzwall umgeben. Hier lernt man die erste Lektion von Makadi: Bleib auf dem Gras. Das Seashore Paspalum-Gras ist so dicht und perfekt geschnitten, dass der Ball fast wie auf einem Tee liegt – ein Traum für jeden guten Eisen-Spieler. Gleich darauf fordert Bahn 2 (Par 5, 548 Meter) mehr Präzision: Ein leichtes Dogleg nach links, bei dem man die Bunker auf der Innenseite tunlichst meiden sollte. Wer hier zu mutig abkürzt, riskiert einen langen Schlag aus dem Sand auf ein erhöhtes Grün. Nach einem weiteren Par 4 mit bis zu 390 Metern Länge bergauf und einem nach links versetzten Grün folgt das erste Highlight beim ersten Par 3 mit maximal 210 Metern. Es spielt sich oft deutlich länger als die Scorekarte vermuten lässt, da der Wind hier meist frontal angreift. Das Grün ist großflächig, aber tückisch onduliert – ein Beispiel für die exzellenten, aber pfeilschnellen Grüns des Platzes. An Bahn 5 (Par 4, 382 Meter) dürfen die Longhitter erstmals die Muskeln spielen lassen. Diese gerade Spielbahn zieht sich sanft bergauf und verlangt taktische Disziplin. Es folgt die fünfte Bahn (Par 4, 421 Meter), die durch seine optische Dramatik besticht. Die Schwierigkeit liegt hier in der Länge des Annäherungsschlags, der präzise zwischen die Grünbunker gespielt werden muss. Nun ist man an der Zufahrt zum Resortgebiet Madinat Makadi angekommen und damit am weitesten vom Clubhaus entfernt. Bahn 6 (Par 4, 403 Meter) bietet keine Verschnaufpause – es ist die schwierigste Bahn der gesamten Runde. Es ist ein „Risk-Reward“-Loch, das bereits in der Drivelandezone links Wasser ins Spiel bringt. Zudem muss man zwischen Fairway und Fahne einen Wasserlauf überqueren, der das Grün vom Fairway trennt – eine nicht nur wunderschöne, sondern auch anspruchsvolle Bahn. Nach der eher technischen siebten Bahn als Par 3 mit bis zu 185 Metern, die einen beherzten Teeshot über Wasser erfordert und Tutenchamun gewidmet ist, wartet an Bahn 8 (Par 4, 390 Meter) ebenfalls Wasser, nun jedoch auf der rechten Bahnseite. Tückisch ist hier die Annäherung, denn das Grün ist nicht nur leicht nach links versetzt, sondern wird links auch durch mehrere Bunker verteidigt und hängt nach rechts. Den Abschluss der ersten Hälfte bildet das ein Par 5 mit maximal 550 Metern, das den Spieler zurück in Richtung Clubhaus führt. Ein präziser Drive ist an dieser, Cleopoatra VII. gewidmeten Bahn Pflicht und Hauptschwierigkeit, da man einen blinden Teeshot benötigt und rechts gut sichtbar große Bunker das Fairway säumen. Ab der Drivelandezone geht es dann bergab, das Grün liegt wie ein kleines Plateau im Hang und erfordert eine präzise Annäherung über die vorderen Grünbunker hinweg.




































Unterhalb des Hotels geht es auf die Back Nine, die oft als anspruchsvoller und landschaftlich noch reizvoller gelten. Nun nehmen auch die Höhenunterschiede deutlich zu, was bei der Schlägerwahl unbedingt berücksichtigt werden sollte. Bahn 10 (Par 4, 378 Meter) startet sanft, doch schon der folgenden Bahn (Par 4, 400 Meter) wird es wieder taktisch. Dieses Par beginnt mit einem blinden Teeshot, man muss den Ball zwischen die gut sichtbaren Bunker spielen – und kann dann darauf hoffen, durch das dort einsetzende Gefälle weitere Längenmeter geschenkt zu bekommen. Das Grün ist leicht nach rechts versetzt, wird durch zahlreiche Bunker gesäumt und erfordert somit einen präzisen Schlag, der auch den Höhenunterschied berücksichtigt. Die nächste Bahn, ein Par 4 über maximal 380 Meter, ist eine lange, gerade Bahn, die oft unterschätzt wird. Hier kann mit solidem Spiel viel Boden gutmachen, indem man den Ball sicher über das Fairway über eine kleine Senke zum erhöhten Grün manövriert. Dass die Bahn Anubis, dem Wegweiser durch die Unterwelt, gewidmet ist, sollte nicht allzu metaphorisch gesehen werden – man hat hier den tiefsten Punkt der Back Nine erreicht. Auf dem Weg zum Grün sollte man auch auf die schön anzusehenden, kleinen Steinskulpturen achten. Ganz anders präsentiert sich Bahn 13 (Par 5, 530 Meter). Das Doppel-Dogleg dreht erst nach rechts, im letzten Teil geht es dann wieder nach links. Wer vom Tee nach rechts zielt, sollte auf die zahlreichen Fairwaybunker achten. Auch beim Lay-up geht es vor allem darum, die zahlreichen Bunker zu meiden. Diese Herausforderung wird bis zum Grün fortgeführt, auch der kleine Hang hinter dem Grün ist durch eine regelrechte Kraterlandschaft durchzogen. Das folgende, bis zu 196 Meter lange Par 3 führt vom Tee zunächst über eine große Waste Area. Die rechte Grünseite wird durch zahlreiche Bunker begrenzt, das Grün führt in mehreren Wellen nach links unten. Bahn 15 bringt mit bis zu 413 Metern ein mächtiges Par 4. Da es jedoch stetig bergab geht, spielt sich die Bahn de facto deutlich kürzer. Das Fairway wirkt wie ein Talkessel und fällt von links und rechts Richtung Bahnmitte. Idealerweise spielt man vom Tee über die Bunker auf die rechte Bahnseite, meist rollt der Ball dann noch weiter Richtung Fahne. Das Grün wird rechts durch einen großen Bunker begrenzt, zudem hängt es gegen die Richtung nach links, man sollte daher je nach Fahnenposition im Zweifelsfall einfach die Grünmitte anspielen. Das letzte Par 3 spielt sich über stolze 211 Meter maximal, aber auch hier geht es – nachdem man mit dem Cart einige Höhenmeter absolviert hat – stetig bergab. Spielbahn und Grün hängen teils deutlich nach rechts, man sollte daher – ohne die Fairwaybunker zu treffen – eher die linke Grünseite anspielen und den Roll für sich nutzen. Zudem erschwert die Bodenwelle im Grün das Putten. Weiter geht es mit dem letzten Par 4 über maximal 350 Meter. Die Bahn erinnert ein wenig an Bahn 10, denn auch hier geht es deutlich bergauf über eine Waste Area. Im letzten Teil dreht die Bahn sanft nach links, auch das Grün hängt sichtbar nach vorne. Den Abschluss bildet ein bis zu 555 Meter langes Par 5. Das Dogleg rechts beginnt mit einem blinden Teeshot, je länger die Schlagweite, umso mehr sollte man sich rechts orientieren. Nach einem kleinen Zwischenplateau fällt das Gelände dann Richtung Grün erneut ab. Das Plateau-artige Grün wird rechts durch mächtige Bunker geschützt und hängt leicht nach vorne – hier sind drei präzise Golfschläge erforderlich, um die Runde mit zwei guten Putts im Par beenden zu können.
Neben dem Meisterschaftsplatz verfügt das Resort über einen voll funktionsfähigen 9-Loch-Executive-Platz (Par 27), der ideal für Anfänger oder für eine schnelle Runde zwischndurch ist. Die Driving Range ist eine der größten des Landes. Wie dargestellt ist der Platz für Gastspieler grundsätzlich zugänglich, ideal ist jedoch die Kombination mit dem örtlichen Steigenberger Makadi. Wer abends noch etwas Energie hat, kann die Madinat Makadi Souk besuchen, ein kleines Zentrum mit Geschäften, Restaurants und abendlicher Unterhaltung, das nur wenige Minuten mit dem Shuttle entfernt liegt. Es ist die gelungene Kombination aus sportlicher Exzellenz, ästhetischer Schönheit und dem luxuriösen Rahmen des Resorts, die Madinat Makadi zu einem festen Bestandteil jeder Golfreise nach Ägypten machen sollte.
































