Marco Simone GC

Michael Althoff

Michael Althoff

Author: Der Mann hinter dem Bericht

Marco Simone

2023 kommt der Ryder Cup in Europa zum zweiten Mal hintereinander nach Kontinentaleuropa. Austragungsort wird der Marco Simone Golf Club in Rom sein. Für das Event wurde der Ryder Cup Course neu gestaltet und ist seit März 2021 geöffnet. Wer den Platz spielt, merkt sofort: hier wurde gezielt auf das Event hingearbeitet. So hat das Gelände an vielen Bahnen Stadium-Charakter, was vor allem den Zuschauern zugute kommen wird. Und vor allem auf den Back Nine sind insbesondere die Schlussbahnen wunderbare Risk and Reward-Konzepte, die sich gerade für Matchplay bestens eignen, aber auch in Zählspielen für interessante Scores sorgen werden. Der Par 72-Platz wird außerhalb der Wettbewerbe von zwei Abschlägen aus gespielt. Von den hinteren Abschlägen addiert sich die Länge zu 5.757 Metern, von den vorderen Tees sind es insgesamt 5.252 Meter. Zahlreiche Höhenunterschiede sorgen jedoch dafür, dass sich viele Bahnen gefühlt deutlich kürzer oder länger spielen.

 

Die Front Nine beginnen eher gemütlich, alleine das quer zu einem Hang platzierte Par 3 an Bahn 3 zeigt, was dieser Platz noch bieten wird. Richtig interessant wird es ab Bahn 6. Diese ist zwar nur 295 Meter lang, das Par 4 verläuft jedoch spürbar bergauf. Das Grün ist wie ein Hochplateau ausgeformt, daher fällt es auch zu beiden Seiten und nach vorne ab. Nach dem zweiten Par 3 folgen die beiden anspruchsvollsten Bahnen der Front Nine, rund um einen kleinen See.Bahn 8 ist nur 421 Meter kurz und erinnert in der ersten Hälfte ein wenig an die Bahn 1 des Le Golfs National. Genau in der Drivelandezone kommt von links der See ins Spiel, man sollte daher entweder direkt rechts über das Rough spielen, einen Fade ins Spiel bringen oder nur mit einem kleinen Holz oder langen Eisen vom Tee abschlagen. Dann windet sich die Bahn ein einer Linkskurve Richtung Grün – daher müssen die Profis den Schlag zur Fahne oft über Wasser spielen. Auf Höhe des achten Grüns liegen die Teeboxen der neunten Bahn. Nun ist das Wasser links, kommt aber eher psychologisch ins Spiel. Zudem spielt sich die Bahn länger, da es wieder bergauf geht. Richtung Grün dreht die Bahn deutlich nach links, das Grün wird durch Bunker, dichtes Rough und zwei hohe Bäume geschützt. Ein anspruchsvoller Abschluß der Front Nine!

Vorbei am Clubhaus geht es auf die Back Nine – und diese beginnen gleich mit einer der schönsten Bahnen des Platzes. Das bis zu 359 Meter lange Par 4 verläuft deutlich bergauf. Auf der rechten Seite begrenzt ein Bachlauf das Dogleg rechts. Bahn 11 ist ein weiteres, nur 265 Meter kurzes Par 4, Dogleg links – und bietet Risk and Reward at its best! Hier werden viele Profis das erhöhte Grün vom Tee attackieren.Ab Bahn 14, einem 402 Meter langen Par 4, Dogleg links, zieht der Platz wieder deutlich an – hier merkt man, dass man im Matchplay auf eine Entscheidung hinsteuert. An Bahn 14 geht es im ersten Teil geht es nur sanft bergab, dann fällt das Gelände immer mehr ab, aber nicht in Richtung des Grüns, sondern rechts davon. Bahn 15 ist ein bis zu 375 Meter langes Dogleg rechts. Vom Tee sollte man nicht zu weit nach rechts zielen, dort lauern große Bunker. Erneut ist das Grün deutlich erhöht, die Vorderseite fällt deutlich ab und lässt zu kurze Bälle weit zurückrollen. Dann folgt ein perfektes Matchplay-Loch: das nur 277 Meter lange Par 4 an Bahn 16 fällt Richtung Grün deutlich ab. Allerdings zieht sich ein See schräg von links vor dem Grün auf dessen rechte Seite. Steckt die Fahne rechts, muss dieser See überspielt werden, wenn man das Grün vom Tee direkt anspielen will. Entscheidet man sich für das Vorlegen, trifft man auf sehr welliges Gelände und auch hier kommt der – nun vor dem Grün querende – Bach schnell ins Spiel. Bahn 17 bietet das letzte, maximal 166 Meter lange Par 3 der Runde. Da das Grün sehr langgezogen ist, bietet es zudem viele Fahnenpositionen – erst aus der Nähe erkennt man, dass das Grün keineswegs eben ist, sondern aus mehreren Ebenen besteht und auch in sich leicht verwunden ist. Das abschließende Par 5 könnte bei manchen Matches im Ryder Cup über Sieg oder Niederlage entscheiden. Auf bis zu 478 Metern geht es als Dogleg links bei diesem Par 5 fast bis an das Clubhaus heran.Der Weg zum Grün wird durch Bunker gesäumt, zudem grenzt das Grün links an einen Teich. Hier wird die Spielstrategie eine wichtige Rolle spielen – für die Profis ist das Grün bequem mit dem zweiten Schlag erreichbar, aber Bunker und Wasser können manche Überraschung mit sich bringen.

 

 

Zugang: Der Platz kann von Greenfee-Spielern gebucht werden – es ist damit zu rechnen, dass das Greenfee in 2023 und 2024 wohl höher sein wird als derzeit. Ein Handicap ist nicht vorgegeben, man sollte jedoch mindestens um Handicap 24 liegen, um den Platz in seiner Vielfalt auch genießen zu können.

Unser Tipp: Rom bietet zahlreiche weitere, sehr abwechslungsreiche Golfanlagen – aber natürlich lockt vor allem die Stadt mit ihrem reichen historischen Erbe. Man sollte daher eine Golfrunde hier stets in einen mehrtägigen Aufenthalt einbetten – und dabei nicht nur an Golf denken.

Zuletzt besucht: Juni 2022