Miguel Ángel Jiménez Golf Academy

Michael Althoff

Michael Althoff

Autor: Der Mann hinter dem Bericht

Miguel Ángel Jiménez Golf Academy

Der 1964 in Málage geborene Golfprofi Miguel Ángel Jiménez blieb seiner Heimat Andalusien stets eng verbunden. Der mehrfache European Tour-Sieger konnte 2018 auf dem Old Course in St. Andrews auch den lang ersehnten Major-Titel mit der Senior Open einfahren. Inzwischen spielt er sehr erfolgreich auf der PGA Champions Tour. Dennoch bleibt er seiner Heimat sehr verbunden und engagiert sich nicht zuletzt für die Nachwuchsförderung. Dies zeigt die Miguel Ángel Jiménez Golf Academy in Torrremolinos. Dort finden Erwachsene wie Kinder und Jugendliche eine zweistöckige Driving Range und einen 9 Loch Par 3-Platz, den Jiménez selbst designt hat und dabei Elemente der schönsten Par 3s seiner jahrzehntelangen Karriere einfließen ließ. In erster Linie wird die Anlage von Einheimischen genutzt, Gastspieler kommen eher selten hierher – dabei ist ein Besuch absolut lohnenswert, um in die lokale andalusische Golfszene einzutauchen. Hunde sind auf der Anlage angeleint ebenfalls erlaubt. Und am Wochenende kann man viele Kinder beim Training erleben – alle ausgestattet mit Polos und Pullovern der Academy! Jiménez steht nicht zuletzt für den Typ Golfer, die Golf nicht nur als Sport ansehen, sondern als Lebensphilosophie. Seine Vorliebe für Rotwein und Zigarren sind weltbekannt, er genießt beides aus auf Privatrunden und nach einer Runde. Daher gehört auch eine sehr gute Gastronomie mit großem Außenbereich zum Angebot seiner Academy – das  Preisniveau ist sensationell!

 

Auch der Par 3-Platz lohnt einen Besuch – vor allem, wenn man nicht einen ganzen Tag für eine Golfrunde investieren möchte oder die Runde mit etwas Training kombiniert. Die Bahnen spielen sich zwischen 54 und 119 Metern, die Gesamtlänge für 9 Bahnen liegt bei 816 Metern. Man braucht somit keinen vollen Schlägersatz, im Prinzip reichen Wedges und Putter aus. Den Platz kann man, je nach Belegung, so bequem in gut einer Stunde absolvieren. Interessanterweise gibt es für jede Bahn stets 2 Teeboxen: Grassabschläge, die bei Turnieren genutzt werden, sowie Mattenabschläge für die Privatrunde. Auf getrennte Tees für Damen und Herren wird ebenfalls verzichtet, hier spielen alle Golfer vom gleichen Abschlag. Die erste Bahn misst 73 Meter, verläuft eben und bietet ein erhöhtes Grün. Schnell merkt man: die Grüns sind eher klein, pfeilschnell und hart, daher sollte man den Ball fast immer besser am Grünanfang aufkommen lassen. Spurtreu sind die Grüns ebenfalls, so dass die Anlage eine hervorragende Trainingsgelegenheit für das kurze Spiel bietet. Auf einen Bunker hat man an der ersten Bahn übrigens verzichtet. Der kommt jedoch an der ebenfalls 73 Meter langen zweiten Bahn ins Spiel, und zwar rechts am deutlich erhöhten Grün. Der kleine Bachlauf vor dem Abschlag hat eher psychologischen Charakter. Das Grün hängt nach links vorne, daher ist auch das Putten anspruchsvoll. Mit 114 Metern darf man an Tee 3 einen vollen Schwung vom Tee durchführen – zudem geht es die Bahn leicht bergauf. Rechts trennt ein hohes Netz die Bahn von der Driving Range, links begleitet das von Bahn 2 bekannte Wasser als kleiner Bachlauf die Bahn. Das Grün hängt leicht nach vorne – und überrascht mit einem Bunker hinter dem Grün, der vom Abschlag nicht einsehbar ist. Bahn 4 spielt sich 83 Meter lang. Vom erhöhten Tee geht es leicht bergab in Richtung des sichtbar von rechts nach links vorne hängenden Grüns. Meiden sollte man den tiefen Topfbunker rechts vor dem Grün. Beim folgenden Par 3 mit 104 Metern Länge kommt rechts ein Teich ins Spiel, die Mattenabschläge sind jedoch ganz links positioniert, so dass man einen schmalen Grünstreifen bis zum Grün hat. Steckt die Fahne jedoch rechts auf dem Grün, führt der direkte Weg zur Fahne auch von den Mattenabschlägen über Wasser. Gerät der Teeshot zu lagen, hat man einen spannenden Chip aus dem welligen Gelände hinter dem Grün. Nun folgt die mit 54 Metern kürzeste Bahn. Es geht deutlich bergauf in Richtung eines quer angelegten Grüns – hier ist es wichtig, dass der Ball schnell hält und keinen Backspin bekommt, sonst rollt er wieder zurück Richtung Abschlag. Auch an dieser Bahn sucht man vergebens nach Bunkern. Die nächste Bahn ist mit 119 Metern die längste der Runde und eine Remineszenz an Bahn 12 im Augusta National Golf Club – allerdings ohne die erst später in Augusta nachgerüstete Brücke. Von einem erhöhten Abschlag geht es über einen Teich vor dem Grün in Richtung des quer liegenden Grüns. An der Grün-Vorderseite lauert mittig ein tiefer Bunker, zudem gibt es natürlich die beiden Brillen-artigen Bunker rechts hinter dem Grün. Wer hier vom Tee landet, darf ausprobieren, wie sich ein Bunkerschlag auf ein schmales Grün Richtung Wasser anfühlt… Dann läuft man hinter der Driving Range zum vorletzten Abschlag mit 111 Metern. Vom Tee geht es deutlich bergab, rechts trennt ein hohes Netz die Bahn von der Driving Range. Das Grün ist deutlich erhöht, auch hier sollte der Ball schnell zur Ruhe kommen, sonst rollt er vom Grün hinunter. Zudem liegt das hintere Plateau des Grüns tiefer als das vordere, ein Bunker links des Grüns sorgt für zusätzliche Spannung. Links der achten Spielbahn liegt der Abschlag zum mit 85 Meter mittellangen, letzten Par 3 der Runde. Drawspieler bleiben schon einmal in den hohen Palmen rechts hängen, welche die Bahnen 9 und 8 voneinander trennt. Rechts des erhöhten Grüns lauert zudem ein großer Bunker. Da das Grün ohnehin nach rechts hängt, sollte man eher die linke Grünseite anspielen.

 

 

Natürlich können Golfer in der Academy auch Trainerstunden buchen. Und wer Samstags herkommt, kann am Vormittag den Kindern beim Training zuschauen. Die Eltern nutzen die Zeit meistens entweder für eigenes Training oder Spiel – oder genießen ihr Frühstück in der Sonne in der Outdoor-Gastronomie. Eine Anlage, die einen wunderbaren Einblick in die einheimische Golfszene ermöglicht und mit ihrem sehr freundlichen und kompetenten Personal zugleich ein tolles Golferlebnis bietet!