Miklagard Golf

Bild von Michael Althoff

Michael Althoff

Autor: Der Mann hinter dem Bericht

Golf auf den Spuren der Wikinger

Nur wenige Autominuten vom Flughafen Oslo-Gradermoen entfernt liegt eine der ambitioniertesten Golfanlagen Skandinaviens. Miklagard Golf zeigt eindrucksvoll, wie moderner Spitzensport, nordische Mythologie und wirtschaftliches Krisenmanagement fusionieren. Der Name „Miklagard“, den die Wikinger einst dem historischen Konstantinopel gaben und der übersetzt „die große Stadt“ bedeutet – steht heute für eine der absoluten Top-Golfanlagen in Nordeuropa. Skulpturen in Form alter Wikinger-Schwerte verdeutlichen das kulturelle Erbe auf der Runde. Gegründet im Juni 2001 mit dem klaren Ziel, zu den besten Golfplätzen Europas zu gehören, trägt die Anlage die unverkennbare Handschrift des legendären US-amerikanischen Platzarchitekten Robert Trent Jones Jr. Das gesamte Areal ist tief im historischen Erbe der Region verwurzelt. Wo einst Wikinger siedelten, erstreckt sich heute ein weitläufiger Park- und Stadium-Course, dessen Design auf internationale Turniere ausgelegt ist. Anstatt die Landschaft rein dekorativ zu nutzen, ist das Thema der nordischen Mythologie allgegenwärtig, beispielsweise in den Namen der Spielbahnen. Sie und die weiteren Einrichtungen orientieren sich an alten Sagakönigen und Göttern der Wikingerzeit. Dabei musste der Club unmittelbar nach Corona eine wirtschaftliche Talsohle durchschreiten und geriet 2024 gar in die Insolvenz. Ende Februar 2024 formierte sich eine Investorengruppe um den golfbegeisterten Investor Arild André Karlsen, der auch zu den drei Eigentümern von Crownwood Club in Schweden gehört, und den langjährigen Clubmanager Tore Waagø. Sie erwarben die Vermögenswerte aus der Konkursmasse und retteten die Anlage sprichwörtlich in letzter Sekunde. Heute ist von der damaligen Krise auf den perfekt gepflegten Fairways nichts mehr zu spüren. Die Betreiber haben die Strukturen konsequent modernisiert. Mit der Einführung hochinnovativer Buchungsplattformen wurde die Auslastung und Zugänglichkeit für Mitglieder und internationale Gäste optimiert. Durch ungewöhnliche Allianzen außerhalb des klassischen Golfsektors – etwa mit dem norwegischen Traditions-Sportverein Vålerenga – öffnete sich der Club neuen Zielgruppen und Netzwerken. Zudem ist die Anlage heute Austragungsort des prestigeträchtigen Profiturniers „Klubbmesternes Mester“. Die Kombination aus dem sportlich anspruchsvollen Meisterschaftsplatz und dem direkt integrierten Lifestyle-Konzept des Hotels Lily Country Club hat Miklagard wieder fest auf der europäischen Golf-Landkarte etabliert. Es ist der Beweis dafür, dass Tradition und moderne ökonomische Weitsicht kein Widerspruch sein müssen – ganz im Geiste der Wikinger, die sich von Rückschlägen noch nie aufhalten ließen. Der Platz spielt sich als Par 72 (die Front Nine sind ein Par 35, die Back Nine somit ein Par 37(über eine Gesamtlänge zwischen 4.736 und 6.542 Metern bei fünf Abschlägen, die wie in Skandinavien weit verbreitet schlicht mit römischen Ziffern statt mit Farben markiert sind. Berüchtigt sind vor allem die extrem schnellen, oft erhöht liegenden Grüns, die durch tiefe Bunker geschützt werden und selbst europäischen Tour-Profis regelmäßig Respekt abverlangen.

 

Die Runde beginnt mit einem bis zu 385 Meter langen Par 4. Von den hinteren Abschlägen spielt sich die Bahn in einer leichten Linkskurve, von den seitlich nach links versetzten vorderen Teeboxen liegt das Grün in gerader Linie vor den Abschlägen. Das Grün ist vom Abschlag nicht einsehbar, da es vom Tee über eine kleine Senke zunächst leicht bergauf geht. Die dicht bewaldete rechte Bahnseite ist als seitliches Wasser markiert. Wichtig ist, den gut sichtbaren Fairwaybunker links zu meiden. Das Grün ist leicht nach links versetzt, auf der linken Seite lauert ein mächtiger Grünbunker. Auch das linsenartig gewölbte Grün stellt die Golfer vor manche Herausforderung. Diese Bahn setzt direkt ein Ausrufezeichen für die Runde und macht deutlich, dass der Platz eine Kombination aus Länge und Präzision fordert. Ein Blick auf die Scorekarte zeigt: die Bahn ist die zweitschwerste der gesamten Runde. Auf dem Papier gilt das folgende, maximal 360 Meter lange Par 4 als deutlich einfacher. Doch auch diese Bahn hat ihre Tücken. Das liegt weniger an den beiden Teichen vor den Teeboxen als am Design des Fairways. Trent Jones Jr. hat dieses geteilt. Möchte man den oberen Teil des Fairways anspielen, schlägt man ohne Sicht auf das Fairway ab und muss nach links zielen. Wählt man hingegen den unteren, gut einsehbaren Teil des Fairways, wartet der schwierigere Approach. Ursache dafür ist, dass die Bahn deutlich Richtung Grün ansteigt. Liegt der Abschlag auf dem unteren Fairway, ist die Sicht auf das Grün stark eingeschränkt und man muss eine Kette von vier Bunkern überwinden, welche die beiden Fairwayhälften trennt. Leichter ist die Annäherung vom oberen Fairwayplateau, dann kommt nur der letzte Bunker ganz rechts ins Spiel. Beim folgenden Par 4 mit bis zu 366 Metern sorgen zwei gut sichtbare Fairwaybunker links dafür, dass die meisten Golfer die Bahn wie ein sanftes Dogleg links spielen. Der Teeshot sollte leicht rechts angehalten werden, um die Bunker aus dem Spiel zu nehmen – oder man ist Longhitter und überspielt diese, doch dafür sind – je nach Teebox – zwischen 150 und 255 Meter carry erforderlich. Zudem sollte man den Ball möglichst auf dem Fairway halten, denn das umliegende Rough ist äußerst bälleverzehrend und anspruchsvoll zu spielen. Auf dem Weg zur Fahne ist ein großer, fast die gesamte rechte Grünseite begrenzender Bunker zu überwinden, zudem hängt das Grün zur Mitte hin – eine faire, aber sehr anspruchsvolle Spielbahn. Dann folgt das erste Par 5 mit einer Länge von bis zu 542 Metern. Im letzten Drittel dreht die Spielbahn nach links in Richtung Wald, doch vom Tee fallen vor allem die deutliche Neigung des Fairways nach links und die zahlreichen Bunker auf. Ob man den Teeshot eher rechts oder links anhält, hängt daher von der Schlagweite ab. Gleiches gilt für den Lay-up, da weiterhin Fairwaybunker beiderseits die Bahn seitlich begrenzen. Auch das nach vorne geneigte Grün wird links und rechts durch mächtige Bunker geschützt – hier sind drei präzise Schläge erforderlich, um den Ball zur Fahne zur transportieren. Das erste Par 3 an Bahn 5 spielt sich bis zu stolzen 217 Metern, selbst vom vordersten Abschlag bleiben noch 126 Meter. Der Weg Richtung Grün wird von dichtem Rough versperrt, das erhöhte Grün umfasst zwei Ebenen und wird zudem durch einen Bunker links begrenzt. Da hinter dem Grün Wald lauert, sollte man hier vor allem nicht zu lang vom Tee sein. Dann geht es leicht bergauf zum nächsten Abschlag, einem  sanften Dogleg links als Par 5 über maximal 535 Meter. Das Fairway zieht sich in Wellen Richtung Grün, rechts lauern dichtes Rough und ein mächtiger Fairwaybunker. Vom Tee sollte man sich daher links des Fairwaybunkers halten. Die meisten Golfer werden drei Schläge brauchen, um das Grün zu erreichen. Viele Golfer lassen sich dennoch dazu verleiten, den Lay-up über die große Bunkerlandschaft auf der linken Bahnseite zu spielen, um so abzukürzen – um dann jedoch festzustellen, dass hinter dem Bunker eine Senke mit Rough lauert. Daher sollte der Lay-up über rechts gespielt werden, die Landezone wird umso schmaler, je näher der Ball dem Grün kommt. Das Grün hängt leicht von links nach rechts, wichtig ist hier die Annäherung, mit der man die Senke sicher überwinden sollte – und auch den Grünbunker rechts meidet. Weiter geht es mit dem zweiten Par 3 über bis zu 166 Meter. Hier zeigt Trent Jones Jr., dass Unterschiede in den Teeboxen nicht immer nur mit unterschiedlichen Längen eine Bahn verändern: der Längenunterschied von den Abschlägen I bis IV beträgt gerade einmal 31 Meter, doch die Herausforderung liegt in den deutlich unterschiedlichen Winkeln zum Grün. Von Teebox I muss der Ball hoch über einen Bunker links des Grüns gespielt werden, von Teebox II kann man – bei fast gleicher Schlagweite – eine schmale Gasse zwischen den drei Grünbunkern nutzen. Auch das deutlich ondulierte und von einer Bodenwelle durchzogene Grün bereitet manche Herausforderung – vor allem, wenn die Fahne hinten links gesteckt ist, denn dort fällt das Grün ab. Bahn 8 bringt ein gerades, maximal 390 Meter langes Par 4. Von den deutlich erhöhten Teeboxen kommt es zunächst darauf an, die beiden Teiche vor den Abschlägen zu meiden – vor allem, weil man diese von den hinteren Tees kaum einsehen kann. Die Herausforderung beginnt jedoch im zweiten Teil der Bahn: zum einen fordert der Fairwaybunker links vom Tee bereits Beachtung, man sollte sich eher rechts davon halten und den Höhenunterschied beachten. Ab dann geht es jedoch Richtung Grün spürbar bergauf, so dass man nicht nur mindestens eine Schlägerlänge mehr nehmen sollte, sondern auch einen hohen Approach benötigt, um die vor dem Grün platzierten Bunker zu überwinden. Auch das nach drei Seiten hängende Grün erfordert besondere Aufmerksamkeit. Den Abschluss der Front Nine bildet ein zwar nur maximal 146 Meter kurzes, aber ebenso schönes wie anspruchsvolles Par 3 vor der Kulisse des Lily Country Clubs. Die Schwierigkeit steigt, wenn die Abschläge nach rechts versetzt sind. Ursache ist ein kleiner Bachlauf, der vor den Teeboxen beginnt und sich auf der rechten Seite bis hinter das schmale, schräg angelegte Grün zieht. Rechts droht zudem die Ausgrenze (Driving Range). Das Grün ist stark onduliert und fällt von der Mitte her zu beiden Seiten ab – hier ist ein Dreiputt (oder mehr) keine Seltenheit.

Nun geht es auf den zweiten Teil der Runde, der unterhalb der Front Nine angeordnet ist und noch mehr Wasser ins Spiel bringt. Das zeigt bereits Bahn 10, ein bis zu 405 Meter mächtiges Par 4. Von den nach rechts versetzten Teeboxen sollte man sich etwas links halten, um den mächtigen Hügel vor den Abschlägen aus dem Spiel zu nehmen. Gerät der Teeshot zu weit nach links, macht man schnell Bekanntschaft mit einem der beiden Seen, welche die Bahn vor dem Grün begrenzen und nur eine schmale Landzunge Richtung Grün belassen. Je nach Fahnenposition und Lage des Teeshots muss der Approach daher teilweise über Wasser gespielt werden. Auch die rechte Grünseite grenzt an Wasser. Zusätzliche Beachtung erfordert die Topographie rund ums Grün. Dieses wurde am Ende eines kleinen Hangs gebaut, so dass es deutlich nach rechts Richtung Wasser hängt. Zusätzlich teil ein Bergrücken das ondulierte Grün. Mit etwas Glück kann man den Ball hoch an den Hang spielen und dann auf das Grün zurückrollen lassen – klappt das nicht, steht ein anspruchsvoller Chip oder Putt bergab Richtung Wasser bevor. Da folgende Par 4 mit maximal 416 Metern Gesamtlänge ist die schwierigste Bahn der gesamten Runde. Ursächlich dafür ist zum einen das Wasser, das sich auf der rechten Seite bis hinter das Grün zieht, zum anderen die Kombination aus Länge und schmalem, leicht bergauf verlaufenden Fairway. Kommt dann noch Gegenwind dazu, spielt sich diese Bahn eher wie ein Par 5. Da das Fairway zusätzlich leicht nach rechts Richtung Wasser hängt, sollte man den Abschlag möglichst direkt rechts neben dem gut sichtbaren Fairwaybunker auf der linken Seite platzieren. Auch für die Annäherung ist links die etwas einfachere Seite, da rechts vor dem Grün nicht nur Bunker lauern, sondern auch eine Senke das Grün vom Fairway trennt – wer hier landet, hat einen spannenden Bergauf-Pitch vor ich. An Bahn 12 verändert sich der Charakter des Platzes kurzzeitig: nicht mehr heideland-ähnliches Gelände, sondern eher Parkland mit viel Wald. Das bis zu 525 Meter lange Par 5 verläuft in einer sanften S-Kurve Richtung Grün. Vom Tee gilt die Herausforderung: je weiter der Schlag, desto enger die Drivelandezone. Zusätzlich kommt links – allerdings noch in einer breiten Fairwayzone – ein Bunker ins Spiel. Im zweiten Teil bleibt das Fairway schmal und führt leicht bergab, bevor es zum in eine kleine Lichtung eingebetteten Grün wieder bergauf geht. Da rechts seitliches Wasser vor den Bäumen gesteckt ist, spielen die meisten Golfer ihren Approach über links und müssen dann Richtung erhöhtem Grün eine große Bunkerzone vor dem Grün und oft auch den Grünbunker links überspielen. Auch das nach vorne geneigte Grün sorgt für zusätzliche Herausforderungen. Nun ist man am hinteren Ende des Platzes angekommen, keine Bahn ist weiter vom Clubhaus entfernt. Doch Stopp: auf dem Weg zur dreizehnten Bahn kommt man an einem Par 3 vorbei, das als neunzehnte Bahn gekennzeichnet ist – für eine Shoot-out Bahn weit weg vom Clubhaus, aber wunderschön in eine Waldschneise bergauf eingebettet. Die reguläre Runde wird mit einem bis zu 370 Meter langen Par 4 als Dogleg rechts fortgesetzt. Das Fairway hängt deutlich sichtbar nach rechts, fast wirkt der Knick des Doglegs wie eine kleine Steilkurve. Vom Tee sollte man sich daher unterhalb der gut sichtbaren Fairwaybunker links halten. Auch nach dem Knick ist die Spielfläche deutlich nach rechts geneigt, das Grün wird vorne links und vor allem rechts durch teils große Bunker begrenzt und hängt gegen die Spielbahn leicht nach links. Bahn 14 ist eine typische RTJ Jr. Spielbahn: nur maximal  286 Meter kurz als Par 4, aber dennoch kein garantiertes Par oder besser. Das Grün ist leicht nach links bergauf versetzt, zudem lauert im zweiten Teil rund um das Grün eine wahre Kraterlandschaft an Bunkern. Vom Tee kommt es darauf an, den gut sichtbaren, Mitte Fairway platzierten Bunker aus dem Spiel zu nehmen. Da das Gelände gut sichtbar weiterhin nach rechts hängt, geht das über rechts etwas leichter, aber es bleibt dann ein längerer zweiter Schlag. Strategisch besser ist es, den Ball direkt in Richtung Fahne und damit links am Bunker vorbeizuspielen. So gelangt er auf ein kleines Plateau und es bleibt ein kleiner Pitch über die Bunker Richtung Grün. Vorbei am Abschlag der sechsten Bahn geht es zum ersten Par 3 der Back Nine. Zwar spielt sich dieses nur über maximal 130 Meter, aber der Weg zur Fahne führt über eine Senke auf ein stark onduliertes Grün, das nach vorne und nach rechts abfällt. Daher sollte man den Teeshot eher – über den vorderen Grünbunker hinweg – nach links spielen, zumal rechts neben dem Grün ein weiterer Bunker lauert. Dann folgt das zweite Par 5 der Back Nine mit bis zu 538 Metern. Seine Besonderheit: unmittelbar vor den drei hinteren Abschlägen beginnt ein Teich, der sich bis zur Vorderseite des nach rechts versetzten Grüns zieht. Von den beiden vorderen Teeboxen kann das Fairway gerade angespielt werden, von den hinteren Abschlägen hingegen muss man über Wasser nach links spielen – und sollte für die Ausrichtung seine Schlagweite richtig einschätzen, um nicht im Wasser zu landen. Eine gute Orientierung bietet der Fairwaybunker links. Da das Gelände im zweiten Teil nach rechts Richtung Wasser hängt, sollte man den Lay-up eher über die linke Seite spielen – idealerweise bis in den nahezu 90 Grad starken Knick, mit dem die Bahn auf Höhe des Grüns nach rechts dreht. Bleibt der Lay-up hingegen zu kurz, muss – so man nicht nochmals vorlegen möchte – der Approach über Wasser gespielt werden. Der Schlag Richtung Fahne führt zudem leicht bergab – und das Grün hängt deutlich sichtbar nach rechts Richtung Wasser. Daher sollte man, trotz des großen Grünbunkers links, die Annäherung eher über die linke Seite spielen und möglichst den Fade meiden. Die vorletzte Bahn bringt nochmals ein Par 3, nun über maximal 205 Meter. Vom Abschlag geht es über eine Senke zum leicht erhöht positionierten, länglichen Grün. Dieses wird von gleich fünf Bunker fast vollständig umrahmt, so dass nur vorne eine kleine Gasse bleibt. Die Herausforderung lautet also, einen möglichst langen, hohen und schnell zur Ruhe kommenden Teeshot zu spielen. Bleibt dieser zu kurz, rollt einem der Ball oft bergab entgegen und man hat einen blinden zweiten Schlag Richtung Grün. Dieses hängt zudem nach vorne und von links nach rechts. Dann folgt der Abschluss mit einem bis zu 550 Meter langen Par 5. Die linke Seite mit ihrem dichten Baumbestand ist Aus. Das stellt vor allem Golfer vor Herausforderungen, welche eine der beiden hinteren Teeboxen nutzen, denn dann benötigt man einen sauberen Draw und die ins Fairway hineinragenden Bäume herum. Der hingegen von den vorderen Abschlägen beginnt, startet mit einem blinden Teeshot bergauf – Schwierigkeiten gibt es somit von allen Positionen. In jedem Fall sollte man versuchen, den Ball Mitte Fairway zu platzieren, denn beiderseits lauern Bunker. Spannend auch der Lay-up: zwar zieht sich die Ausgrenze links ein wenig zurück, aber das Gelände hängt nun nach rechts. Zudem kommt knapp 100 Meter vor dem Grün von links ein Bachlauf ins Spiel, der sich – ähnlich wie bei Bahn 9 – nach links wendet und so das Grün vom Fairway trennt. Man sollte daher entscheiden, ob der Lay-up vor oder hinter dem Wasser landen soll. Landet er rechts des Bachlaufs, muss der Approach leicht bergauf gespielt werden, das Grün wird durch eine Steinmauer vom Bachlauf getrennt. Auf der linken Seite hingegen lauern zahlreiche Bunker auf dem Weg Richtung Fahne. Das im vorderen Teil zudem von einer Welle durchzogene Grün hängt zudem nach rechts Richtung Wasser – hier ist eine gute Annäherung erforderlich, um mit zwei Putts vom Grün zu gehen.

Miklagard Golf präsentiert sich als wunderbares Gesamtpaket aus anspruchsvollem Platzdesign, hervorragender Pflege (das Team kooperiert im Greenkeeping mit Crownwood Club in Schweden) und ausgezeichnetem Service. Aufgrund der zahlreichen Höhenunterschiede und der Gesamtlänge sollte man durchaus ein Cart für die Runde wählen. Wer sein Spiel verfeinern möchte, kann dazu die moderne Trackman Range-Anlage nutzen. Nach der Runde sollte man zudem die Gastronomie auf der Clubhaus-Terrasse – welche mit einem herrlichen Gründach versehen ist- genießen. Hier gibt es nicht nur sehr leckere Burger und Sandwiches, sondern auch ein frisch aus dem Microdraught eingeschenktes Guinness. Erfreulich auch, dass Hunde auf der Anlage sehr gerne gesehen Begleiter sind. Gäste sollte den an die Anlage angrenzenden Lily Country Club für eine Übernachtung wählen, der dem Qualitätsanspruch der Golfanlage in nichts nachsteht (siehe dazu den separaten Bericht). Für nicht-golfende Begleitungen bietet sich das Spa des Hotels an. So kann man, obwohl zentral zum Flughafen und zur Hauptstadt Oslo gelegen, in Kløfta problemlos dem Alltag entfliehen – und die gute Fluganbindung von Oslo sorgt dafür, dass sich die Anlage auch für einen Wochenendtrip hervorragend eignet, da man keinen Mietwagen benötigt.