Autor: Der Mann hinter dem Bericht
Newgiza ist ein noch im Aufbau befindliches, neues Stadtgebiet nahe Kairo, nur wenige Autominuten vom Grand Egyptian Museum und den berühmten Pyramiden von Gizeh entfernt. Der New Giza Golf Club ist daher ein traditioneller Mitgliederclub, der jedoch auch Gastspieler sehr gerne und herzlich empfängt. Die Hotel-Infrastruktur befand sich Anfang 2026 noch im Aufbau, so dass man derzeit noch auf etwas abgelegenere Unterkünfte zurückgreifen muss – aber Dank Limousinenservice oder Uber kommt man problemlos zur Anlage. Der von Tim Lobb konzipierte Platz ist auf Nachhaltigkeit ausgerichtet und überzeugt vor allem durch sein abwechslungsreiches Design, das wunderbar zwischen die Wohnanlagen eingebettet wurde. Der Par 72-Platz umfasst fünf Abschläge pro Bahn und spielt sich über eine Gesamtlänge zwischen 5.302 und 7.351 Yards. Die hohe Qualität der Anlage zeigt sich auch daran, dass der Platz schon mehrfach Austragungsort der MENA Golf Tour und Alps Tour Golf war. Besonders schön zeigt sich der wunderbare Mix aus Gras, Wüstenflächen und Anpflanzungen am frühen Morgen. Das ursprüngliche Clubhaus wird aktuell durch ein Provisorium vor der Driving Range ersetzt, da das Clubhaus abgerissen und – in Verbindung mit einem Apartmentkomplex – neu gebaut werden wird.
Die Runde beginnt mit einem bis zu 413 Yards langen Par 4. Dieses führt links eines kleinen Bachlaufs leicht bergab, Slicer sollten den großen Fairwaybunker rechts beachten. Das zwei Ebenen umfassende, ondulierte Grün führt in Wellen bergab, so dass man beim Lesen der Puttlinie viel Sorgfalt benötigt. Weiter geht es mit einem bis zu 349 Yards kurzen Par 4, das als Dogleg nach links verläuft. Zudem kommt nach der Drivelandezone links Wasser ins Spiel – man sollte sich daher vom Tee eher rechts halten. Im zweiten Teil der Bahn dreht die Spielrichtung nach links, das Fairway wird welliger und auf der linken Seite kommt nun Wasser ins Spiel, welches sich links bis hinter das Grün zieht. Da das Grün leicht Richtung Wasser hängt, sollte der Approach schnell zur Ruhe kommen. Weiter geht es mit dem ersten Par 5, das sich über bis zu 555 Yards herrlich zwischen Palmen hindurchzieht. Vom hinteren Abschlag geht es zunächst über Wasser geradeaus. Das Fairway ist stark onduliert, mal hängt das Gelände nach rechts, mal nach links. Besonders spannend wird es ab dem Approach: gerät dieser zu weit nach rechts, landet man in einer kleinen trockenen Senke, die man über Treppen gut erreicht. Richtung Grün geht es dann leicht bergauf, zwei Bunker vor dem Grün erfordern einen hohen Schlag zur Fahne. Das erste Par 3 an Bahn 4 mit maximal 206 Yards ist ein absolutes Highlight: die Teeboxen liegt deutlich erhöht, man darf hier mindestens zwei Schlägerlängen weniger einplanen, um das tief liegende Grün anzuspielen. Hinter der Bahn erkennt man derzeit die umfangreichen Baumaßnahmen. Das Grün umfasst zwei Ebenen und wird in der Mitte von einem kleinen Bergrücken durchzogen, vor dem im Vergleich zum Fairway wieder erhöhten Grün lauert zudem ein mächtiger Bunker. Wer hier zu kurz bleibt, findet seinen Ball oft weit vor dem Grün wieder – trifft man das Grün, kann die ondulierte Spielfläche dennoch dem Par im Wege stehen. Dann folgt ein bis zu 383 Yards langes Dogleg links als Par 4. Die Bahn verläuft in einem kleinen Talkessel, ein kleiner Hügel links versperrt den Blick Richtung Grün. So geht es zunächst über rechts los, das leicht ansteigende Gelände Richtung Knick lässt den Drive oft früher zur Ruhe kommen als gewünscht. Je nach Ballposition muss daher manchmal mit der Annäherung der Hügel links überspielt werden – kommt man an diesem vom Tee vorbei, hat man freie Sicht auf der Punchbowl-ähnliche Grün. Beim Schlag zur Fahne sollte man vor allem auf die tiefe Senke rechts vor dem Grün achten. Bahn 6 bringt das zweite Par 3 mit bis zu 169 Yards und führt erneut vom Tee bergab. Offensichtlich haben die Architekten gleich Platz für ein zweites Grün geschaffen, denn links oberhalb des offiziellen Grüns liegt ein weiterer Bereich, der sich als Grün eignet – aktuell ist er Fairway. Vom Tee ist zudem ein Teich zu überwinden, so dass hier erneut ein hoher Schlag gefordert wird. Das riesige Grün ist stark onduliert, daher rollt der Ball oft in eine nicht erwartete Position – besser ist es, wenn er schnell zur Ruhe kommt. Weiter geht es mit einem maximal 434 Yards langen Par 4. Das Gelände steigt minimal an, man kann von den hinteren Abschlägen die Fahne am Ende der Bahn erahnen. Aufgrund zahlreicher Bunker links sollte man eher über die rechte Seite beginnen (am besten links neben oder über die kleine Palme vor den Abschlägen zielen), aber auch hier lauert ein Fairwaybunker in der Drivelandezone. Das Grün ist erneut wellig und hängt leicht nach vorne. Dann folgt die schwerste Bahn der Runde, ein bis zu 488 Yards mächtiges Par 4. Über eine große Waste Area hinweg geht es los, das Gelände hängt von links nach rechts. Longhitter zielen am besten über den gut sichtbaren, großen Fairwaybunker auf der rechten Seite – benötigen aber dafür einen Carry von mindestens 220 Meter. Im zweiten Teil geht es zunächst leicht bergab. Wer sich für den Lay-up entscheidet, sollte auf den großen Bunker rechts mit hochgezogener Kante achten. Zudem sollte man das Grün möglichst nicht verfehlen, denn beiderseits ist das Gelände von Wellen durchzogen, was eine Recovery erschwert. Die Front Nine enden mit einem bis zu 585 Yards langen Par 5, dessen Grün leicht nach rechts versetzt ist. Von den erhöhten Teeboxen geht es zunächst geradeaus. Da das Gelände leicht nach rechts fällt, sollte man sich etwas links halten, ohne dabei die zahlreichen Fairwaybunker zu treffen. Dann geht es Richtung Fahne wieder leicht bergauf, teils mittig platzierte Bunker versperren den Weg Richtung Grün. Da die Bunker vor dem Grün zudem eine hochgezogene Kante haben, ist auch zum Abschluss der ersten neun Bahnen nochmals eine hohe Annäherung erforderlich.


































Der zweite Teil der Runde wird mit einem bis zu 493 Yards mächtigen Par 4 eröffnet. Rechts des Fairways begrenzt ein Teich die Bahn, vom Tee sollte man zudem den mittig platzierten Fairwaybunker beachten. Das Grün ist leicht nach rechts Richtung Wasser versetzt, je nach Fahnenposition sollte man bedenken, dass das Gelände rechts neben dem Grün Richtung Wasser hängt. Die Par 3s auf den Back Nine sind nochmals länger als im ersten Rundenteil. An Bahn 11 wartet ein maximal 216 Yards langes Par 3, das vor allem von den hinteren Abschlägen über Wasser Richtung Fahne führt. Von den vorderen Teeboxen kann man sich auch links des Wassers halten. Hinter dem Grün lauern zwei Bunker auf zu lang gespielte Abschläge. Bahn 12 ist ein bis zu 553 Yards langes Par 5, dessen Grün gut in zwei Schlägen erreichbar ist. Zunächst dreht die Spielrichtung leicht nach rechts, bevor des Richtung Fahne wieder nach links geht. Da rechts Wasser die Bahn begrenzt, sollte man die Drivelandezone sorgfältig wählen – und den Slice vermeiden. Links vor dem Grün lauert ebenfalls Wasser, so dass man die Annäherung im Zweifelsfall lieber klassisch Mitte Grün spielen sollte. Dann folgt ein bis zu 185 Yards kurzes Par 3 – denn die Back Nine umfassen je drei Par 3, drei Par 4 und drei Par 5. An der 13 geht es erneut carry über Wasser, das quer liegende Grün fällt zudem deutlich sichtbar von links nach rechts ab – man kann daher den Fall im kleinen Abhang links landen lassen und nutzt den Roll nach rechts. Zudem sollte man berücksichtigen, dass das Grün leicht von hinten nach vorne hängt. Nun gelangt man zur längsten Bahn der gesamten Runde, einem bis zu 655 Yards langen Par 5, dass sich in Schlangenlinien Richtung Grün zieht. Vom Abschlag geht es zunächst leicht bergauf. Da das Fairway nach rechts hängt, sollte man eher die linke Bahnhälfte anspielen. Dann dreht die Spielrichtung leicht nach rechts – für die Landeposition sollte man unbedingt die eigene Schlagweite berücksichtigen, denn zielt man zu weit nach rechts und bleibt kurz, landet der Ball in einer ausgeprägten Waste Area. Auf dem Weg zur Fahne geht es dann wieder bergauf, rechts vor dem Grün fällt das Gelände deutlich in Richtung eines kleinen Teichs ab, so dass man hier eher den Weg über links wählen sollte – eine wunderschöne Bahn, die ein gutes Course Management und präzise Kenntnis der eigenen Schlagweite erfordert. Dann folgt ein nur maximal 332 Yards kurzes Par 4. Da das Grün bei dieser ansonsten geraden Bahn deutlich nach links versetzt ist, sollte man vom Tee dennoch zum Driver oder Holz 3 greifen, um die Fairwaybunker aus dem Spiel zu nehmen und auch aufgrund des leicht ansteigenden Geländes freie Sicht zur Fahne zu haben. Gelingt dies, bietet diese Bahn eine sehr gute Scoringmöglichkeit. Das letzte Par 3 an Bahn 16 ist mit bis zu 226 Yards auch das längste. Über Wasser und eine ausgeprägte Bunkerlandschaft geht es zum leicht erhöhten Grün – eine ebenso schöne wie anspruchsvolle Bahn, die zudem zeigt, ob man für die Runde die passende Teebox gewählt hat. An der 17 wartet dann das letzte Par 5, mit bis zu 632 Yards ebenfalls von ordentlicher Länge. Da die Bahn im zweiten Teil leicht abfällt, beginnt man mit einem blinden Teeshot. Hier hält man sich am besten direkt rechts des gut sichtbaren Fairwaybunkers auf der linken Seite. Im weiteren Verlauf lauern rechts Bunker, das Grün selbst kommt jedoch ohne Sand aus. Erst mit Annäherung an das Grün erkennt man zudem, dass links im letzten Drittel ein Teich ins Spiel kommt. Man sollte daher die Annäherung möglichst Mitte Bahn halten, um so Wasser und Sand auszuweichen, denn auch rechts neben den Bunkern kommt ein kleiner Bachlauf ins Spiel. Zum Abschluss gibt es ein bis zu 479 Yards mächtiges Par 4, das sich zudem länger spielt als angegeben, denn es geht wieder bergauf. Die Bahn verläuft parallel zur ersten Bahn. Daher kommt Wasser nicht nur in Form des Teichs rechts der hinteren Teeboxen ins Spiel, sondern auch mit dem Cascaden-ähnlichen Bachlauf samt Auffangbecken auf der linken Seite. Am besten zielt man vom Abschlag auf den gut sichtbaren Fairwaybunker links, der jedoch selbst für Longhitter ausreichend weit entfernt ist. Im letzten Abschnitt dreht die Bahn leicht nach links, man spielt weiter bergauf, aber es gibt keine Grünbunker.
Newgiza ist ein wunderbarer Golfclub nahe Kairo, der die Balance zwischen Mitgliedsgolf und Gastspielern wunderbar austariert. Der Platz ist abwechslungsreich und vermittelt ein gewisses „Wüstenfeeling“, ohne mit unendlichen Waste Areas aufzuwarten. Auch das gekonnte, sehr abwechslungsreiche Spiel mit Höhenunterschieden, Wasser und Sand hat uns sehr gut gefallen. Auch wenn derzeit noch Baumaßnahmen rund um die Anlage herum laufen: diese fallen auf der Runde erstaunlich wenig auf. Zusätzlich attraktiv ist das Greenfee. Es beträgt (Stand: 2026) für internationale Gäste 60 Euro, wer ein Cart nutzen möchte, zahlt weitere 25 Euro. Auch Leihschläger sind vorhanden. Wer Golf und Kultur kombinieren möchte, kann nach einer frühen Runde bei Newgiza anschließend das Grand Egyptian Museum erkunden.






























