Pezula Golf

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Michael Althoff

Autor: Der Mann hinter dem Bericht

Pezula Golf

Der Pezula Championship Course oberhalb der Stadt Knysna ist mit einem Conrad-Hotel kombiniert, steht aber Gastspielern jederzeit zur Verfügung. Insgesamt fünf verschiedene Teeboxen pro Bahn ermöglichen es Golfern aller Spielstärken, den Platz zu genießen. Die Region ist zudem für ihre Wetterumschwünge bekannt: wer bei Sonne beginnt, kann trotzdem später noch auf Regen treffen – bei uns war es zum Glück umgekehrt, wir begannen bei Regen und beendeten die Runde bei herrlichem Sonnenschein. Ähnlich wie Pinnacle Point ist auch Pezula direkt an das Meer gebaut worden, allerdings sind die Spielbahnen hier weniger spektakulär von der Aussicht – was jedoch die Qualität des Platzes und der Spielbahnen nicht schmälert. Dennoch: insgesamt haben uns die zweiten Neun in Bezug auf das Layout und die Vielfalt der Bahnen besser gefallen.

 

Die Runde beginnt direkt mit einem Par 5, das zwischen 396 und 550 Meter lang ist. Seine Besonderheit: man muss eine kleine Schlucht überspielen, von daher ist man hier meist mit drei Schlägen bis zum Grün besser beraten. Das folgende Par 4 windet sich im Halbkreis um einen See. Daher sollte man die Landezone für den Teeshot sorgfältig auswählen – und möglichst die Fairwaybunker zu beiden Seiten der Spielbahn meiden. Je nach Balllage wird meist auch der zweite Schlag über Wasser ausgeführt. An Bahn 3 wartet das erste Par 3 – sein Grün wird zur Vorderseite durch einen mächtigen Bunker geschützt, weitere 7 Bunker verteidigen die Seiten des Grüns. Die Herausforderung beim mit eher kurzen Par 4, Dogleg links, liegt weniger im leicht ansteigenden Fairway, sondern vor allem darin, vom Tee keinen der mächtigen Fairwaybunker zu erwischen. Wenn dies gelingt, besteht eine gute Chance auf ein Par. Das folgende, bis zu 200 Meter lange Par 3 ist ein echter Tester. Man sollte seinen Ball eher rechts anhalten, um den massigen und tiefen Grünbunkern aus dem Weg zu gehen. Am Abschlag des folgenden Par 4s hat man einen schönen Blick auf die Stadt Knysna. Man sollte sich jedoch schnell wieder auf sein Spiel konzentrieren, denn die leicht nach links gewinkelte Bahn ist lang und die Fairwaybunker rechts tief. Auch das etwas tiefer liegende Grün wird durch „Sandkästen“ bewacht. Auch Bahn 7 bietet schöne Ausblicke zur Rechten, man sollte jedoch vor allem darauf achten, den Ball nicht in das tiefe Rough zu beiden Seiten der Spielbahn zu befördern. Beim Schlag ins Grün ist zu beachten, dass dieses deutlich tiefer liegt – man kann den Ball daher durchaus zum Grün rollen lassen. Nach einem weiteren Par 4 gelangt man schließlich zur Schlussbahn der Front Nine, einem ausgesetzten Par 5. Wie leicht oder schwer sich diese Bahn spielt, hängt vor allem von Wind ab – bei Gegenwind wird es eine heftige Herausforderung, das Grün in drei Schlägen zu erreichen. Dafür sorgen nicht zuletzt die mächtigen Bunker, welche die rechte Grünseite bis weit ins Fairway hinein schützen. 

Das Auftakt-Par 4 für die Back Nine ist ein 90 Grad Dogleg links. Man könnte es als „ip and down“ im wahrsten Sinne des Worts beschreiben, denn vom Tee spielt man zunächst talwärts. Das nach rechts hängende Fairway sorgt dafür, dass auch zu weit links angehaltene Bälle meist eine gute Ausgangsposition für den zweiten Schlag haben. Nun geht es wieder bergauf, zudem hängt die Spielbahn samt Grün nun leicht nach links. Beim folgenden, bis zu 168 Meter langen Par 3 sollte man berücksichtigen, dass das Grün deutlich unterhalb der Teebox liegt. Nun geht es Richtung Meer – und die Ausblicke sind fantastisch! Das Grün liegt deutlich tiefer, so dass sich die bis zu 428 Meter lange Bahn de facto kürzer spielt. Auch beim folgenden Par 5 ist das Grün einige Etagen tiefer, man hat daher sogar eine gute Chance, das Grün mit dem zweiten Schlag zu erreichen. Dabei sollte man jedoch nicht zu kurz bleiben, sondern liegt der Ball schnell unauffindbar im dichten Rough auf der rechten Spielbahnseite. Und auch das Grün ist stark onduliert, geschenkt wird auch hier kein Par. Das nur bis zu 289 Meter kurze Par 4 an Bahn 14 ist das Signature Hole des Platzes. Das Grün bildet eine eigene, etwas tiefer liegende Etage – und man hat den Eindruck, dass hier vielleicht Rasen und Sand vertauscht wurden, denn das Grünplateau wird durch eine mächtige Bunkerlandschaft dominiert. Daher sollte man das Grün eher nicht direkt vom Tee angreifen, sondern lieber mit zwei sauberen Eisenschlägen anspielen. Auch beim letzten Par 3 der Runde liegt das Grün deutlich unter den Teeboxen, das erfordert einige Überlegungen bei der Schlägerwahl. Wichtig ist, den Ball auch bei diesem kürzeren Par 3 möglichst carry auf das Grün zu befördern, sonst verschwindet er ihm tiefen Rough. Nach so viel Bergab-Golf war es nur eine Frage der Zeit, bis sich die Richtung ändert: und so geht es an der 16 wieder bergauf. Das bis 362 Meter lange Par 4 spielt sich daher deutlich länger. Wichtig ist, den Teeshot etwas links anzuhalten, um einen guten Winkel zum Grün zu haben, das durch einen kleinen Bachlauf vom Fairway abgetrennt ist – rechts drohen dichtes Rough und Bäume auf dem Fairway. Das folgende, kurze Par 4 lädt dazu ein, das Grün vom Tee aus anzugreifen. Zwar lauern insgesamt 8 Bunker auf dem Weg dorthin, doch kommen diese auch ins Spiel, wenn man vom Abschlag vorlegt. Der Weg zum Clubhaus an Bahn 18 führt bergauf – das Par 5 mit bis zu 481 Metern spielt sich daher spürbar länger. Vom Tee gilt es zunächst, eine dichte Roughzone zu überwinden. Danach macht die Bahn einen Knick nach links, so dass man häufig beim zweiten Schlag das Grün noch nicht sieht. Bis zu letzt verteidigen Bunker die gesamte Spielbahn, nach erfolgreichem Abschluss hat man sich seinen After Round-Drink im schönen Clubhaus absolut verdient!