Autor: Der Mann hinter dem Bericht
Im Norden der Dominikanischen Republik, nahe dem auch von vielen Kreuzfahrtschiffen gerne genutzten Hafen von Puerto Plata, lockt der von Robert Trent Jones Sr. entworfene Playa Dorada Golf Club Golfer aus aller Welt an. Der mit fünf Teeboxen ausgestattete Platz spielt sich über eine Gesamtlänge zwischen 5.417 und 6.916 Yards als Par 72. Die Anlage ist Teil eines Freizeitkomplexes am Strand der Playa Dorada, steht jedoch auch Gastspielern offen. Das Greenfee ist für die Karibik mehr als angemessen: In der Hochsaison von November bis April werden 75 USD aufgerufen, in der übrigen Zeit des Jahres sinkt das Greenfee auf 60 USD (jeweils zzgl. 18% Steuern und einer Caddiegebühr von 30 USD ohne Trinkgeld; alle Angaben Stand Ende 2025). Obwohl man den Strand und das Meer von mehreren Spielbahnen aus sehen kann: keine der Bahnen verläuft direkt am Meer entlang – allerdings kommen auch die Immobilien des Resorts nur äußerst selten ins Spiel, was nicht nur optisch sehr angenehm ist. Wer in der Karibik golft, sollte die dortigen Wetterverhältnisse berücksichtigen: so kann es immer wieder einmal kurze Schauer geben – vor allem am Nachmittag – und die Kombination aus heftigen Regenfällen und tropischem Klima sorgt auch dafür, dass Grüns und Fairways teilweise nicht in perfekt manikürtem Zustand sind – was jedoch eher optische denn spielerische Auswirkungen hat. Der Platz verläuft nahezu eben, dennoch sind die meisten Golfer per E-Cart unterwegs. Wer den Platz spielt, erkennt vor allem an den teils deutlich ausgeprägten Bunkerlandschaften die Handschrift von Trent Jones. Andererseits sind die Grüns für den Architekten erstaunlich flach, die oft von Trent Jones bekannten, stark erhöhten Grüns sucht man hier selten.
Die Runde beginnt direkt mit einem bis zu 510 Yards langen Par 5. Das Doppel-Dogleg dreht in der Drivelandezone leicht nach rechts, dort lauern auch zahlreiche Fairwaybunker. Wer den Lay-up wählt, kann dann geradeaus spielen. Das Grün ist jedoch nochmals nach links versetzt, wer mit dem zweiten Schlag zur Fahne spielen möchte, braucht daher einen Draw. Das beiderseits durch Bunker geschützte Grün hängt leicht nach vorne, links kommt zudem Wasser ins Spiel. Weiter geht es mit sehr schönen, bis zu 195 Yards langen Par 3. Links neben dem Grün lauert erneut das feuchte Element, das umso stärker ins Spiel kommt, je weiter links die Fahne gesteckt ist. Allerdings hängt das Grün erneut leicht nach vorne und damit vom Wasser weg. Man sollte jedoch den großen Grünbunker rechts und den kleineren Bunker hinter dem Grün nicht unterschätzen. Auch das folgende, maximal 434 Yards lange Par 4, bringt Wasser ins Spiel. Vom Tee muss man sich entscheiden: wer das Grün mit zwei Schlägen erreichen möchte, muss entweder links über den quer verlaufenden Fairwaybunker spielen oder rechts – und damit in Richtung Wasser – am Bunker vorbei zielen. Im zweiten Teil trennt ein quer verlaufender Kanal das Fairway, bevor man das nun erstmals erhöhte Grün erreicht. Die Bunker liegen hier vor dem Grün und müssen vor allem bei einem möglichen Lay-up beachtet werden. Bahn 4 ist mit bis zu 432 Yards nur unwesentlich kürzer. Das Dogleg rechts gilt als schwierigste Bahn der Runde. Das liegt weniger an Wasser, sondern an der sehr guten Mischung aus Bunkern und hohen Palmen. Wer über rechts abkürzen möchte, muss die dort platzierten Bunker und hohen Bäume beachten – über links ist das Gelände offener, aber der Weg auch weiter. Bei der Annäherung sollte man sich am besten Mitte Grün orientieren, gerade die Bunkerlandschaft rechts des Grüns mit ihren hochgezogenen Kanten sind bei diesem erneut erhöhten Grün sehr anspruchsvoll. Auch das nach links vorne hängende Grün ist nicht gerade leicht zu lesen. Dann folgt das zweite Par 5, das mit bis zu 540 Yards etwas länger ausfällt als die Auftaktbahn. Trent Jones bringt bei diesem Dogleg rechts im zweiten Teil erneut reichlich Wasser ins Spiel. Vom Tee gilt erneut: Longhitter müssen entscheiden, ob die die zahlreichen Fairwaybunker rechts überwinden können, sonst sollte man sich vom Tee lieber mittig bis leicht links halten. In jedem Fall sollte man den Ball auf dem Fairway halten, denn neben der Bahn lauert geradezu Dschungel. Knifflig wird es im zweiten Teil: Nun kommt von rechts Wasser ins Spiel, das bereits im Bereich eines Lay-ups beginnt und vor dem Grün auf die linke Seite wechselt. Wer – um dem Wasser rechts zu entgehen – daher über die linke Seite vorlegt, muss die Annäherung über Wasser spielen. In jedem Fall sollte man die erneut mit hohen Kanten versehenen Bunker vor dem Grün meiden. Bahn 6 bringt ein bis zu 379 Yards langes Par 4 als nahezu 90-Grad-Dogleg rechts. Da zahlreiche Bäume den Knick rechts füllen, sollte man vom Tee links davon ablegen. Wer es nicht schafft, an den Bäumen vorbei zu spielen, wird meist nochmals vorlegen, um freie Bahn Richtung Fahne zu haben. Das mit einer leichten Senke versehene Grün grenzt links an den Strand, man sollte hier in keinem Fall über die linke Seite zu kurz bleiben, denn der dort gut platzierte Bunker ähnelt von der Tiefe her links-typischen Topfbunkern. Das zweite Par 3 der Front Nine misst maximal 175 Yards und grenzt links ebenfalls an den Strand. Auf dem Weg zur leicht erhöhten Fahne sollte man nicht zu weit nach rechts anhalten, dort lauert ein unangenehmer Grünbunker. Trifft man das Grün vom Tee, steht dem Par jedoch kaum noch etwas im Weg. Bahn 8 bringt ein bis zu 380 Yards langes Par 4, dessen Grün leicht nach rechts versetzt ist. Das sehr breite Fairway ist äußerst fehlerverzeihend, je länger der Teeshot, umso einfach die Annäherung auf das von drei mächtigen Bunkern eingerahmte Grün. Die Hügel links, in welche die Bunker integriert sind, helfen manchmal dabei, nach links verzogene Bälle doch noch Richtung Fahne rollen zu lassen. Mit einem bis zu 375 Yards langen Par 4 als Dogleg links mit reichlich Wasser enden die Front Nine. Absolute Longhitter könnten über den rechten Teil des Teichs abkürzen, ansonsten sollte man sich vom Tee rechts des Wassers halten. Bleibt der Abschlag vor Ende des Teichs liegen, kommt beim zweiten Schlag nicht nur Wasser, sondern auch eine geschickt vor dem Grün platzierte Baumgruppe ins Spiel – kurz: man sollte dann lieber nochmals über rechts vorlegen. Auch bei der Annäherung gilt: steckt die Fahne links, können die Bäume vor dem Grün ins Spiel kommen, leichter spielt sich die Bahn bei rechts gesteckter Fahne. Wer die Annäherung zu weit nach rechts anhält, macht schnell mit einem nicht gerade einfach zu spielenden Grünbunker Bekanntschaft.





































Nun kann man im Clubhaus Getränke nachfüllen, bevor es auf die Back Nine geht. Direkt zum Auftakt kommt bei dem bis zu 406 Yards langen Par 4 erneut Wasser ins Spiel – allerdings weniger direkt im Bereich neben den Teeboxen, sondern vor allem im zweiten Teil rechts, durch eine Hecke jedoch gut sichtbar. Da in gerader Linie vom Abschlag einige Bunker in der Drivelandezone lauern, sollte man vom Tee leicht rechts anhalten. So nimmt man auch den massiven Baum auf der linken Bahnseite aus dem Spiel. Beim Schlag zur Fahne sollte man sich klassisch Mitte Grün orientieren, denn zahlreiche Bunker rahmen das gesamte, leicht nach vorne hängende Grün ein. Bahn 11 ist ebenfalls ein Par 4, nun über maximal 395 Yards und in sanftem Rechtsbogen. Wer vom Tee auf Nummer Sicher gehen und die Bunker rechts aus dem Spiel nehmen möchte, muss links anhalten und einen etwas weiteren Weg in Kauf nehmen. Ob man über die Bunker rechts abkürzen kann, hängt nicht zuletzt von der gewählten Teebox und Schlagweite ab. Allerdings hat man über links auch den leichteren Weg Richtung Grün, denn die gesamte rechte Seite wird durch einen massiven Bunker verteidigt. Das erste Par 3 der Back Nine misst maximal 185 Yards und führt geradeaus zum leicht erhöhten Grün. Hier kommt es ebenfalls darauf an, die beiden Grünbunker rechts zu meiden. Dann folgt ein bis zu 538 Yards langes Par 5, die leichteste Bahn der Back Nine. Durch die Ausrichtung der Teeboxen und die Bepflanzung links spielt sich die Bahn wie ein Dogleg links. Im Knick der Bahn lauern links zudem einige Fairwaybunker. Am besten zielt man vom Abschlag zwischen die zweite und dritte Palme von links. Im zweiten Teil kommen rechts einige Hügel ins Spiel, dort gibt es auch einige Bunker, die beim Lay-up zu beachten sind. Zudem wird das Grün durch weitere Bunker eingerahmt. Bahn 14 misst maximal stolze 498 Yards als Par 4 und ist die schwerste Bahn der Back Nine – sie wirkt ein wenig wie die Schwester der vorherigen Bahn, nur eben mit einem Schlag weniger als Vorgabe. Daher dreht die Spielrichtung in der Drivelandezone auch nach links. Wer über diese Seite abkürzen möchte, sollte den dort lauernden Dschungel neben der Bahn beachten. Zudem gibt es auf der linken Seite im Bereich der Drivelandezone eine Waste Area. Richtung Fahne kommt es darauf an, den schräg von vorne nach hinten verlaufenden Grünbunker rechts zu beachten – und auch die Grünneigung nach links vorne sorgt für zusätzlichen Anspruch beim Putten. Weiter geht es mit einem bis zu 407 Yards langen Par 4 als Dogleg links. Wer hier über links abkürzen möchte, benötigt einen deutlichen Draw, daher legen die meisten Golfer geradeaus vor – am besten zielt man rechts der zweiten Palme auf der linken Bahnseite. Kommt man auf dieser Bahn zu weit nach rechts, trifft man erneut auf Wasser. Das Grün liegt quer zur Spielrichtung und wird zudem vorne und hinten durch Bunker verteidigt – und hängt von der Mitte gut sichtbar nach links und rechts. Auch Bahn 16 ist ein Par 4, fällt mit maximal 377 Yards jedoch kürzer aus. Über die gesamte Länge hat der Architekt immer wieder kleine Wasserläufe und Bunker eingestreut. Vom Tee sollte man die linke Fairwayseite anspielen, das Grün erfordert idealerweise eine hohe Annäherung, denn rund um das Grün befinden sich einige Bunker. Bahn 17 bringt das letzte und nach unserer Einschätzung schönste Par 3. Mit bis zu 185 Yards Länge geht es von den beiden hinteren Teeboxen frontal, von den übrigen Abschlägen leicht seitlich über Wasser Richtung Grün. Daher ist auch hier ein hoher Schlag erforderlich, der zudem schnell zum Liegen kommen sollte. Dadurch kann man auch die zahlreichen Bunker rund ums Grün aus dem Spiel nehmen. Mit einem letzten – und mit maximal 505 Yards eher kurzen – Par 5 endet die Runde. Das Doppel-Dogleg erfordert vom Tee eine klare Spielstrategie: entweder beherrscht man einen hohen Draw um die Bäume und Hügel rechts herum, oder man sollte eher eine Drei-Schlag-Strategie Richtung Fahne wählen. Bei dieser hält man vom Tee leicht rechts an – hier reicht oft jedoch das lange Eisen oder kleine Holz, sonst kommt der Ball schnell mit dem dort befindlichen Wasser in Kontakt. Danach benötigt man entweder einen langen, hohen zweiten Schlag zum Grün über Wasser – oder man legt nochmals über links vor. Das nach rechts versetzte Grün wird links und hinten durch Bunker, rechts durch Wasser begrenzt – auch hier sollte man daher einen Schlag wählen, der hoch und weich Richtung Fahne gespielt wird, bevor man – direkt vor der Terrasse des Restaurants – seine finalen Putts spielt.
Der Playa Dorade Golf Club bietet ein wundervolles, klassisches Resort-Course Design und sehr freundlichen Service. Obwohl es vor und auch zum Beginn unserer Runde stark geregnet hatte, war der Platz in erfreulich gutem Zustand – die kahlen Stellen auf einigen Grüns hatten nur sehr geringe Auswirkungen auf das Spiel. Wer von seinem Hotel oder beim Kreuzfahrthafen auf eigene Faust zum Golfplatz fährt: die offiziellen Taxen werden stets für den gesamten Tag gebucht. Das hat den Vorteil, dass die Fahrer während der Runde auf ihre Gäste warten und man nach der Runde sogar noch – je nach verfügbarer Zeit – ein wenig Sightseeing einbauen kann. Das Playa Dorade Golf Club wurde Anfangs der 2000er Jahre mehrfach in die Top 100-Golfplätze außerhalb der USA gewählt – und auch heute lohnt sich hier ein Besuch.





































