Pont du Gard 

Bild von Michael Althoff

Michael Althoff

Autor: Der Mann hinter dem Bericht

Römische Bau- und Ingenieurskunst in Südfrankreich

Der Pont du Gard, rund 25 Kilometer westlich von Avignon im Süden Frankreichs gelegen, ist eines der beeindruckendsten Bauwerke der Antike und ein eindrucksvolles Zeugnis römischer Ingenieurskunst. Das monumentale Aquädukt, das sich in drei Etagen über das Tal des Flusses Gardon spannt, wurde im 1. Jahrhundert n. Chr. errichtet und diente dazu, die römische Stadt Nîmes mit Wasser aus einer Quelle bei Uzès zu versorgen. Mit seinen knapp 50 Metern Höhe und 275 Metern Länge gehört der Pont du Gard zu den am besten erhaltenen und zugleich höchsten Aquädukten der römischen Welt.

Das Bauwerk, dessen unterste Ebene heute auch als Fußgängerbrücke genutzt wird, besteht aus riesigen Steinquadern, die ohne Mörtel passgenau aufeinandergesetzt wurden. Insgesamt flossen rund 50.000 Tonnen Gestein in die Konstruktion ein – ein Meisterwerk, das bis heute Wissenschaftler und Besucher gleichermaßen in Staunen versetzt. Das Aquädukt war Teil einer rund 50 Kilometer langen Wasserleitung, die durch die sorgfältige Ausnutzung des natürlichen Gefälles über Berge und Täler hinweg verlief und täglich bis zu 20.000 Kubikmeter Wasser nach Nîmes transportierte.

Der Pont du Gard wurde 1985 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt und zählt heute zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten Südfrankreichs. Neben seiner historischen Bedeutung bietet die Umgebung ein vielfältiges Natur- und Freizeiterlebnis. Spazierwege entlang des Gardon führen zu spektakulären Aussichtspunkten, während sich im Sommer unterhalb des Bauwerks Badegäste, Kanufahrer und Picknicker tummeln. Eine moderne Besucheranlage mit Museum, Ausstellungen und einem archäologischen Parcours liefert anschauliche Informationen zur römischen Wassertechnik und zum Alltag im antiken Gallien.

Ein besonderes Erlebnis bietet der Pont du Gard in den Sommermonaten bei Einbruch der Dunkelheit: Dann wird das Bauwerk in wechselnden Lichtspielen kunstvoll beleuchtet – ein Spektakel, das die Harmonie von Technik, Architektur und Natur auf poetische Weise hervorhebt.