Autor: Der Mann hinter dem Bericht
Schon vom Deck des Kreuzfahrtschiffs kann man das moderne Kreuzfahrtterminal erkennen – auch, wenn dahin noch ein längere Fussmarsch bevorsteht: Palmenkronen im Wind, türkisfarbenes Wasser, dahinter das sanfte Grün der Hügel. Am Taino Bay Cruise Port beginnt für viele Besucher der erste Kontakt mit der Dominikanische Republik – und dieser Auftakt ist überraschend modern. Der Hafen ist weniger nüchterne Anlegestelle als vielmehr ein offenes Freizeitareal mit Poollandschaft, Bars, Musik und dem Gefühl, dass der Urlaub hier schon beginnt, bevor man überhaupt die Stadt betreten hat. Hier kann man – vor allem, wenn die Anlegedauer eher kurz ausfällt – bequem den Landgang genießen. Es gibt zahlreiche Bars, Restaurants, Geschäfte (meist von Anbietern, die auch in der Stadt vertreten sind), einen aufgeschütteten Sandstrand samt Floating-Kanal und natürlich auch einen Duty Free-Shop.






Doch die eigentliche Magie wartet ein paar Schritte weiter draußen. Hinter den gut organisierten Wegen des Terminals öffnet sich die Welt von Puerto Plata, einer Stadt, die zwischen Kolonialgeschichte und karibischer Lebenslust pendelt. Taxis reihen sich aneinander, Händler winken mit Hüten und geflochtenen Taschen, und über allem liegt dieser typische Mix aus Straßenstaub, salziger Luft und süßem Duft reifer Früchte. Der Weg führt hinein ins historische Zentrum – dorthin, wo Farbe zum Programm geworden ist.
Mitten im alten Stadtkern leuchtet plötzlich alles in Rosa. Die Paseo de Doña Blanca, international als Pink Street bekannt, ist kaum länger als ein paar Dutzend Meter, aber sie wirkt wie ein überdimensionales Kunstwerk. Hausfassaden, Fensterrahmen, selbst Blumentöpfe – alles ist in sanften Rosatönen gehalten. Cafés haben kleine Tische aufgestellt, Touristen zücken ihre Kameras, Einheimische gehen ihrem Alltag nach, als wäre dieses Farbenspiel das Selbstverständlichste der Welt. Die Straße trägt den Namen einer historischen Frauenfigur, doch heute steht sie vor allem für Leichtigkeit, für Lebensfreude und für die Lust, sich selbst in Szene zu setzen – und sei es nur für ein schnelles Foto im perfekten Licht.



Nur ein paar Schritte weiter spannt sich ein Dach aus bunten Schirmen über die nächste Gasse. Die Paseo de los Paraguas verwandelt den Blick nach oben in ein Kaleidoskop. Rot, Gelb, Blau, Grün – die Farben tanzen im Sonnenlicht, werfen Muster auf das Kopfsteinpflaster und lassen die Hitze des Tages fast spielerisch erscheinen. Darunter flanieren Besucher, Souvenirverkäufer preisen ihre Ware an. Es ist eine dieser Straßen, in denen man unwillkürlich langsamer geht, weil man nichts verpassen will: weder den Schatten eines Schirms, der sich über das Gesicht legt, noch die Musik, die aus einem der angrenzenden Läden dringt.


