Autor: Der Mann hinter dem Bericht
Royal Isabela, im Westen der zu den USA zählenden Insel Puerto Rico gelegen, wurde 2008 in Betrieb genommen. Wer möchte, kann eine Runde dort mit einem Aufenthalt im gleichnamigen Luxushotel kombinieren, aber auch externe Gäste sind herzlich willkommen. Entworfen wurde der Platz vom ansonsten eher weniger bekannten Designer David W. Pfaff, dessen übrige Plätze sich vor allem im Westen und Osten der USA befinden. Der Par 73-Platz bietet pro Bahn sechs verschiedene Abschläge und spielt sich über eine Gesamtlänge zwischen 5.063 und 7.667 Yards, wobei Bahn 6 sowohl als Par 4 als auch Par 5 gerated ist. Die Anlage wurde 2023 von den ursprünglichen Eigentümern verkauft, allerdings sind die neuen Besitzer noch nicht veröffentlich worden. Besonderer Wert wird hier auf Service gelegt. Das merkt bereits bei der Ankunft, man kann – sofern man nicht im Hotel wohnt – das Gelände nur nach vorheriger Startzeitenbuchung betreten, denn es handelt sich um eine klassische gated community. Am Parkplatz wird man dann von einem Shuttle abgeholt. Der Pro-Shop dient zugleich als Rezeption. Erfreulich, dass gerade bei der Bekleidung nicht nur internationale Marken geführt werden, sondern vor allem lokale Marken mit karibischen Designs. Natürlich gibt es auf der Runde auch ein Beverage Cart – denn bei tropischen Temperaturen ist ausreichend Flüssigkeit besonders wichtig. Als Logo der Anlage dient ein durch Wind geformter Busch – ihn trifft man an Bahn 12 auf der linken Seite, direkt neben dem Fairwaybunker. Die Runde umfasst zwei landschaftlich stark unterschiedliche Bereiche. Die ersten neun Bahnen werden landeinwärts gespielt, hier trifft man oft auf typisch tropische, fast schon dschungelartige Vegetation. Ganz anders das Bild im zweiten Teil: nun kommt man deutlich häufiger Richtung Meer und es bieten sich einige spektakuläre Ausblicke. Bedingt durch die Witterung und einige, teils heftige Regenfälle Ende 2025 (von Hurricanes blieb die Insel in 2025 zum Glück verschont) waren einige Grüns und Fairways ein wenig kahl, was dem Spiel und insbesondere dem Spaß auf der Runde jedoch keinen Abbruch tat. Nettes Detail: als Teemarker werden in den jeweiligen Teefarben lackierte Kokosnüsse genutzt. Die Weitläufigkeit der Anlage, insbesondere auf den Back Nine, erkennt man am besten aus der Luft.
















Die Runde beginnt mit einem maximal 525 Yards kurzen Par 5 als Dogleg rechts. Zunächst führt die Bahn leicht bergab, rechts lauern zahlreiche Fairwaybunker, links grenzt ein kleiner Teich an die Bahn. Nach dem Knick geht es dann bergauf. Longhitter können den Höhenunterschied reduzieren, in dem sie vom Tee das kleine Plateau rechts der Fairwaybunker anspielen. Das schräg verlaufende Grün wird links vorne durch einen Bunker verteidigt und hängt nach rechts vorne. Von der rechten Grünseite hat man zudem einen schönen Blick in Richtung karibischem Meer. Auch Bahn 2, ein maximal 422 Yards langes Par 4, dreht leicht nach rechts und verläuft zudem bergauf. Tückisch ist hier vor allem der mittig platzierte Fairwaybunker in der Drivelandezone. Die linke Grünseite wird durch mehrere Bunker begrenzt, rechts verdeckt ein kleiner Hügel den vorderen Grünbereich. Die folgende Bahn ist ein Dogleg rechts als Par mit maximal 375 Yards. Vom Tee zielt man am besten in Richtung der gut sichtbaren Villa hinter dem Platz – und vor allem Longhitter sollten überlegen, nur mit einem kleinen Holz zu beginnen, denn links lauert ein mächtiger Baum, zudem zieren mehrere Fairwaybunker die Bahn rechts direkt nach dem Knick. Im zweiten Teil geht es dann deutlich bergab, hier sollte man mindestens eine Schlägerlänge weniger nehmen. Die Annäherung sollte in keinem Fall zu lang geraten, denn hinter dem Grün lauert dichter Dschungel. Daher ist es durchaus riskant, den Ball vor dem Grün aufkommen und ihn dann Richtung Fahne rollen zu lassen. Zudem lauern gleich drei Bunker rund um das Grün. Das erste Par 3 spielt sich maximal über 166 Yards, da das Grün jedoch bergauf liegt, benötigt man mindestens eine Schlägerlänge mehr. Zusätzliche Herausforderungen sind das nach vorne hängende Grün und die drei Bunker rund um die Fahne. Dann folgt an Bahn 5 ein bis zu 420 Yards langes Par 4, das mit einem blinden Teeshot beginnt. Nach der Kuppe verändert sich das Gelände bei rund 140 Yards vor dem Grün spürbar: nun wird das Fairway von mehreren Hügeln durchzogen, es gibt Senken und kleine Steininseln. Mittig vor dem Grün lauert zudem ein tiefer Bunker. Zudem ist das Gelände hinter und neben dem Grün von dichtem Gebüsch umzingelt – daher sollte man sich bei der meist bergauf zu spielenden Annäherung nicht vom herrlichen Ausblick auf das Meer ablenken lassen. Bahn 6 bringt ein bis zu 622 Yards mächtiges Par 5 als Doppel-Dogleg. Vom Tee geht es über ein dicht bewachsenes Wasserhindernis zunächst leicht bergauf. Am besten hält man sich rechts der gut sichtbaren Fairwaybunker links, bevor die Bahn leicht nach links dreht und bergauf verläuft. Daher sollte man den Lay-up möglichst Mitte Bahn spielen. Dann dreht die Richtung nochmals nach rechts Richtung des nierenförmigen Grüns. Spielt man die Bahn als Par 4, misst sie bis zu 493 Yards und wird vom Tee aus nicht über die linke, sondern die rechte Seite gespielt. Auch hier geht es Richtung Grün stetig bergauf – leichter ist diese Variante in jedem Fall nicht. Dann wechselt man über den kleinen Fahrweg vom Eingang zum Parkplatz auf die andere Straßenseite. Dort wartet ein bis zu 463 Yards langes Par 4. Die Abschläge sind links neben einen Teich gesetzt, so dass man vom Tee auf das Wasser, aber auch den gut sichtbaren Baum links am Ende des Teichs achten sollte. Das Fairway gleicht erneut einer Berg-und-Talfahrt, so dass der Ball gerne im Roll die Richtung ändert. Das Grün wird vorne durch Bunker mit hochgezogener Kante verteidigt und ist daher hoch anzuspielen – eine ebenso schöne wie anspruchsvolle Spielbahn. Dann folgt ein bis zu 605 Yards langes Par 5, das quasi in der Gegenrichtung verläuft. Daher kommt im Bereich der Drivelandezone rechts der Teich und somit Wasser ins Spiel, das Fairway bleibt wellig und man sollte auf die einzelnen Bäume achten, damit diese nicht beim nächsten Schlag im Weg stehen. Wer den Lay-up spielt, sollte zudem auf die beiden Bunker links und rechts vor dem Grün achten. Beim Schlag zur Fahne sollte man in jedem Fall nicht zu riskant agieren, denn links, rechts und hinter dem Grün lauert dichter Bewuchs, der schnell den Einsatz eines neuen Balls erfordert. Die neunte Bahn bringt ein Inselgrün – vom Tee ähnelt der Blick ein wenig der berühmten 17 des TPC Sawgrass. Mit bis zu 174 Yards ist dieses Par 3 nicht extrem lang, allerdings geht es fast den gesamten Weg über Wasser. Wie in Florida lauert zudem vorne mittig ein Grünbunker. Das Grün ist jedoch insgesamt weniger stark onduliert als sein Vorbild nahe St. Augustine, so dass man hier bei einem gelungenen Teeshot eine gute Chance auf das Par hat.


































Auf den zweiten neun Bahnen wird das Gelände deutlich offener, zudem kommt man jetzt direkt an das karibische Meer heran. Bahn 10 ist ein Par 5, Dogleg links, und gilt mit bis zu 578 Yards als schwierigste Bahn der gesamten Runde. Je weiter man vom Tee nach links zielt, umso mehr geht es Richtung Fairwaybunker und anschließendem Wasser – allerdings sind beide in weiter Ferne. Dennoch sollte man sich vom Tee eher leicht rechts halten, um einen besseren Winkel für den zweiten Schlag zu haben. Den Lay-up sollte man auf der rechten Fairwayseite platzieren, um die teils bizarren Baumformationen links aus dem Spiel zu nehmen. Gleich fünf Bunker zieren den Weg Richtung Fahne, zudem ist das Grün deutlich onduliert. Auch beim folgenden, maximal 285 Yards (!) mächtigen Par 3 kommt Wasser ins Spiel – umso mehr, je weiter hinten der Abschlag gewählt wird. Selbst vom vordersten Abschlag sind es 153 Yards bis zur Fahne, allerdings dann rein über Land. Der Teeshot wird über eine dicht bewachsene Senke ausgeführt, links des wellenförmigen Grüns lauern Bunker. Dann folgt eine weitere Besonderheit: eine private Golfbahn, die herrlich entlang der Küste über maximal 147 Yards zum von fünf Bunkern eingerahmten Grün führt. Ursprünglich wollten sich die früheren Besitzer an dieser Stelle eine Villa bauen und die Bahn für sich nutzen (außerhalb der Golfrunde), doch es kam anders – und heute wird die Bahn oft in Turnieren anstelle der extrem langen regulären Bahn 11 gespielt. Wichtig ist bei dieser Privatbahn eine gute Längen- und Richtungskontrolle, denn gespielt wird über eine Senke hinweg, rechts des Grüns lauert dichter Bewuchs und dann das Meer. Bahn 12, ein bis zu 435 Yards langes Par 4, zieht sich in weitem Linksbogen entlang der Klippen am Meer entlang. Wer schon einmal den Cliffs Course von Cabot Cape Breton gespielt hat, wird sich hier an die 16. Bahn erinnern. Da die Bahn zudem bergauf verläuft, hat man von einigen Teeboxen einen blinden Abschlag. In jedem Fall muss man sich links halten, denn die gerade Linie Richtung Grün führt direkt aufs offene Meer hinaus. Kurz vor den Fairwaybunkern auf der linken Seite begegnet man dann auch dem vom Wind geformten Strauch, der das Logo des Clubs ziert. Rund ums Grün lauern zahlreiche Bunker – und erst oben auf dem Grün angekommen erkennt man, dass hier ein Doppelgrün gemeinsam mit Bahn 4 genutzt wird. Auch Bahn 13, ein bis zu 588 Yards langes Par 5, führt sanft bergauf. Seine Besonderheit: ab der Drivelandezone trifft man auf zahlreiche hohe Palmen, die gerne den direkten Weg für den Lay-up bei diesem Dogleg rechts versperren. Direkt nach den Palmen wartet zudem eine große Waste Area, bevor die Spielrichtung nach rechts Richtung Grün dreht. Vor dem Grün wird das Gelände sehr wellig, erst geht es bergauf, dann Richtung Fahne wieder leicht bergab. Wichtig ist auch hier eine präzise Annäherung, sonst verschwindet der Ball gerne am Hang neben und hinter dem Grün. Bahn 14, ein maximal 443 Yards langes Par 4, führt wie Bahn 12 am Meer entlang, nur in der Gegenrichtung – somit spielt man eine Bahn mit und eine gegen den Wind, sofern dieser nicht von der Seite kommt. Das Gelände steigt Richtung Grün sanft an, links lauert stets das karibische Meer. Das Grün wird beiderseits durch langgezogene Bunker begrenzt – wichtig ist hier, dass man bei diesem Doppelgrün die richtige Fahne anspielt. Weiter geht es mit einem maximal 460 Yards langen Par 4 als Dogleg links. Hier kommt es darauf an, den Abschlag ausreichend weit und leicht nach rechts zu spielen, sonst versperren die Büsche und Bäume links den direkten Weg zum Grün und erfordern einen Lay-up. Das erhöhte und nach vorne hängende Grün spielt man am besten über die rechte Seite an, da die Bahn links erneut an das Meer angrenzt. Dann folgt ein bis zu 415 Yards langes, gerades Par 4. Zunächst geht es etwas bergauf, Richtung Grün dann wieder leicht bergab. Wichtig ist hier, den hohen Pinien beiderseits nicht zu nahe zu kommen. Das Grün ist leicht nach links versetzt und wird von nicht weniger als sechs Bunkern eingerahmt. Bahn 17, ein maximal 200 Yards langes Par 3, gilt vielfach als Signature Hole. Vor allem von den hinteren Teeboxen heisst es hier zunächst einmal: Staunen! Aus einer kleinen Lichtung hoch über dem Meer heraus geht es über einen tiefen Geländeeinschnitt zum leicht ins Landesinnere versetzten Grün. Natürlich fällt das Grün Richtung Meer ab, man sollte daher eher über die rechte Seite spielen. Wer seinen Abschlag nicht auf dem Grün platzieren kann: auf der Grünseite gibt es, auf Höhe des vorderen Bunkers, einen Drop Area, so dass man wenigstens noch eine Chance auf das Bogey behält. Die Runde endet mit einem bis zu 491 Yards mächtigen Par 4 als nahezu 90 Grad Dogleg links, das zudem leicht bergauf verläuft. Von den hinteren Abschlägen wartet ein blinder Abschlag, da urwaldähnlicher Bewuchs die Sicht auf die Bahn beschränkt. Man sollte hier möglichst gerade oder leicht links vom Tee spielen, sonst wird der Weg zur Fahne noch weiter. Je nach Schlagweite bleibt dann meist ein kleines Holz oder mittleres bis langes Eisen zum Grün. Dieses liegt deutlich nach links versetzt und wird zudem durch einen Graben vom ersten Teil der Bahn getrennt. Zudem durchziehen Findlinge und eine schön anzusehende Mauer diesen Teil der Bahn. Kurz vor dem Grün steigt das Gelände nochmals deutlich an, so dass man die zahlreichen Bunker links vor und rechts neben dem Grün oft gar nicht sieht – ein ebenso schöner wie anspruchsvoller Abschluss einer wunderbaren Golfrunde.
Royal Isabela lohnt in jedem Fall einen Besuch, wenn man nach Puerto Rico reist. Das Layout ist außergewöhnlich, gerade die Bahnen entlang der Klippen bleiben natürlich in Erinnerung. Nach der Runde sollte man das direkt neben dem Pro-Shop gelegene Restaurant The Grill (geöffnet bis 3 Uhr Nachmittags) besuchen und sich mit einem leichten Mittagessen und passenden Getränken für eine außergewöhnliche Golfrunde belohnen.








































