Autor: Der Mann hinter dem Bericht
Der Royal St. Kitts Golf Club gehört zur Anlage des Marriott Resorts auf St. Kitts, steht jedoch auch externen Golfern offen. Vom Anleger der Kreuzfahrtschiffe erreicht man den Platz in gut 15 Minuten. Die Fahrpreise sind staatlich festgelegt, man braucht sie nicht direkt mit dem Fahrer auszuhandeln. Die Anlage wurde von Thomas McBroom entworfen, der ansonsten vor allem in seiner kanadischen Heimat tätig war und vor allem in Ontario viele, weit über die Grenzen der Region hinaus bekannte Golfanlagen entworfen hat. Royal St. Kitts umfasst zwei 9-Loch-Schleifen und spielt sich als Par 71 über eine Gesamtlänge zwischen 5.049 und 6.851 Yards. Pro Bahn stehen vier Teeboxen zur Auswahl. Aufgrund der Temperaturen ist man auf dem weitgehend ebenen Platz meist per Buggy unterwegs. Auch wenn die Region in 2025 von Hurricanes verschont blieb: teils heftige Regenfälle im Vorjahr und auch in 2025 haben einige Spuren auf den Fairways und Grüns hinterlassen, was jedoch einem präzisen Spiel kaum im Weg steht.
Die Runde beginnt mit einem bis zu 536 Yards kurzen Par 5, das sich leicht S-förmig Richtung Grün zieht. Vom Tee sollte man nicht nach links spielen, dort lauern zahlreiche Fairwaybunker. Für den Lay-up bietet sich die linke Bahnseite an, da man so einen besseren Winkel zum nach rechts versetzten Grün hat. Rechts des Grüns lauert Wasser, zudem ziehen sich ab rund 50 Yards beiderseits Bunker bis zum Grün. Bahn 2 ist ein bis zu 457 Yards mächtiges Par 4 als Dogleg rechts. Im Knick der Bahn rechts liegt eine Bunkerlandschaft, daher sollte man links von ihr anhalten. Die beiden Palmen am Ende des Fairways bieten eine gute Ausrichtungsmöglichkeit. Dann dreht die Bahn nach rechts und steigt Richtung Grün sanft an. Erneut befinden sich die Bunker beiderseits vor dem Grün, man sollte daher möglichst nicht zu kurz bleiben. Dann geht es hinter dem Grün durch eine kleine Unterführung auf die gegenüberliegende Straßenseite. Dort warte ein nur bis zu 345 Yards langes Par 4, das im zweiten Teil leicht nach rechts dreht. Vom Tee sollte man zunächst leicht nach links spielen, denn rechts lauern gleich mehrere Fairwaybunker. Der Schlag Richtung Fahne erfordert Präzision, denn das Grün wird von mehreren Bunkern eingerahmt. Bunker dominieren auch das erste, bis zu 197 Yards lange Par 3. Da das Grün zudem deutlich über dem Abschlag liegt, sollte man hier ruhig eine Schlägerlänger mehr einplanen. Nachdem man durch die Unterführung wieder auf die ursprüngliche Seite des Platzes gewechselt ist, wartet eine der schönsten Bahnen der gesamten Runde. Das bis zu 548 Yards lange Par 5 zieht sich in weitem Linksbogen Richtung Fahne. Von den erhöhten Abschlägen sollte man zunächst auf die linke FAirwayseite spielen, denn rechts wartet eine üppige Bunkerlandschaft. Auch im Bereich des Lay-ups bleibt man besser auf der linken Seite, da erneute links ein Fairwaybunker lauert. Wer zu weit nach rechts anhält, macht zudem oft Bekanntschaft mit den hohen Palmen – sei es nur, indem diese den direkten Weg Richtung Grün versperren. Das Grün ist deutlich erhöht, hängt leicht nach vorne und wird auf der rechten Seite erneut durch Bunker verteidigt, zudem mit hoher Kante Richtung Fahne. Kein Wunder, dass diese Bahn für die Damen als schwerste Bahn der Runde gilt. Die schwerste Bahn für die Herren folgt direkt danach. Das bis zu 457 Yards lange Par 4 wirkt ein wenig wie eine kleine Kopie der vorherigen Spielbahn, nur beginnt man nicht von einem erhöhten Abschlag. Dennoch lauert auch hier rechts ein große Bunkerlandschaft, Longhitter müssen hingegen auf die Fairwaybunker links achten. Wer den Lay-up spielt, sollte ebenfalls vor allem auf die Bunker links achten, zudem lauert vor dem erhöhten Grün rechts ein Bunker, in den – wie ein Inselgrün – eine Grünfläche samt hoher Palme integriert wurde. Bahn 7 bringt das zweite Par 3 mit bis zu 233 Yards – und reichlich Wasser! Von den hinteren Abschlägen muss dieses carry überwunden werden, die drei vorderen Abschläge ermöglichen es, den Fall links des Wassers Richtung Fahne zu spielen. Wer aufgrund des Wassers zu weit nach links zielt, macht neben dem Grün oft Bekanntschaft mit einem der drei tiefen und Richtung Teich zu spielenden Grünbunker – hier kommt dem Teeshot daher besondere Bedeutung zu. Auch Bahn 8, ein maximal 402 Yards langes Par 4, bringt reichlich Wasser im ersten Teil, nun jedoch auf der linken Seite. Je nach Schlagweite kann man vom Tee entweder direkt über das Wasser spielen oder man legt über die rechte Seite vor. Im zweiten Teil dreht die Bahn sanft nach links, dort wurde rund 80 Yards vor dem Grün eine große Waste Area platziert, auch hinter und rechts des Grüns lauert Sand. Auch die letzte Bahn der Front Nine, ein Par 3 über maximal 188 Yards, bringt reichlich Sand ins Spiel (aber hoffentlich nicht ins Getriebe…). Durch eine kleine Palmallee geht es über eine mächtige Bunkerlandschaft Richtung Fahne. Da die Bunker teils hohe Kanten haben, sollte man diese besser überspielen.




























Vorbei am Clubhaus geht es auf die Back Nine – nun kommt das Meer ins Spiel. Wie auf den Front Nine wartet zum Auftakt ein Dogleg rechts, nun als Par 4 mit bis zu 427 Yards. Während man vom Tee eher die linke Bahnseite anspielen sollte, sorgen zwei Bunker in Verbindung mit einem deutlich erhöhten Grün dafür, dass man die Fahne besser über die rechte Grünseite anspielt. Bahn 11, mit bis zu 591 Yards die längste Bahn der gesamten Runde, wechselt gleich mehrfach die Richtung. In der Drivelandezone dreht die Spielrichtung zunächst nach links – und von rechts kommt Wasser ins Spiel. Je nach Schlagweite sollte man daher entweder die rechte Seite des großen Fairwaybunkers links zur Ausrichtung nutzen oder, Longhitter-Qualitäten vorausgesetzt, man überspielt den Bunker und hält sich rechts des hinter dem Bunker gut sichtbaren, großen Baums. Den zweiten Schlag kann man geradeaus spielen. Je weiter nach rechts dieser geht, umso näher kommt das Wasser, aber man meidet beim Schlag zur Fahne die beiden großen Bunker links des Grüns. Wer den Lay-up über links spielt, muss diese Bunker hingegen beim Approach hoch überspielen – eine tolle Bahn, die strategische Entscheidungen fordert. Beim ersten Par 3 der Back Nine mit maximal 232 Yards geht es vom hinteren Abschlag über Wasser Richtung Grün, die übrigen Abschläge spielen links des Wassers (sofern man keinen Slice produziert) Richtung Fahne. So kommt auch der Grünbunker vorne rechts weniger ins Spiel. Obwohl das Grün nach rechts Richtung Wasser hängt, sollte man nicht zu weit nach links zielen, denn dort lauert neben dem Grün dichter Dschungel. Bahn 13 bringt bereits das letzte Par 5 mit bis zu 516 Yards. Vom Tee kommt es vor allem darauf an, den Fairwaybunker rechts zu meiden und den Ball auf dem Fairway zu halten, denn links sorgt ein kleiner Palmenhain dafür, dass der Ball von dort selten direkt Richtung Grün gespielt werden kann. Nach der Drivelandezone wechselt die Ausrichtung ein wenig nach rechts. Da das Grün erneut nach links versetzt ist und rechts bei rund 110 Yards vor dem Grün zudem zwei Fairwaybunker lauern, sollte der Lay-up links angehalten werden. Das leicht erhöhte und mit einer Welle durchzogene Grün spielt man am besten mittig an und meidet so die Grünbunker. Nun beginnt der vielleicht schönste und anspruchsvollste Teil der Runde. Das bis zu 332 Yards kurze und gerade Par 4 an Bahn 14 verläuft deutlich bergauf. Vom Abschlag gilt es, den kleinen Fairwaybunker rechts zu meiden, ansonsten ist es wichtig, viele Längenmeter zu überwinden. Bevor die Bahn nochmals deutlich Richtung Grün ansteigt, durchläuft sie eine Senke – das sollten vor allem Longhitter beachten, denn wenn der Ball es nicht bis aufs Grün schafft, rollt der den Spielern wieder entgegen in die Senke. Für den Schlag auf das quer liegende und nach vorne hängende Grün sollte man ein bis zwei Schlägerlängen mehr einplanen, damit der Ball sicher den Höhenunterschied überwindet. Grünbunker gibt es hier nicht, ein kleiner Trost. Nun ist man am äußersten Punkt der Anlage angekommen. Mit einem maximal 163 Yards langen Par 3 geht es nicht nur deutlich bergab, sondern auch Richtung Half Moon Bay. Das Grün wird von einer wahren Kraterlandschaft an Bunkern umgeben, hinter dem Grün und einem Bunker sieht man das türkisblaue Meer der Karibik. Ob und wie viele Schlägerlängen weniger man hier wählen sollte, hängt jedoch vom Wind ab – nicht selten kommt dieser frontal vom Meer, so dass der Höhenunterschied den Gegenwind quasi aufhebt. Das bis zu 390 Yards lange Par 4 an der folgenden Bahn verläuft parallel zum Strand – man sollte daher keinen Hook produzieren. Allerdings sollte man vom Tee auch nicht zu weit nach rechts anhalten, sonst blockieren die hohen Palmen auf der rechten Seite den direkten Zugang Richtung Grün. Auch Bahn 17 ist ein Par 4, die bis zu 405 Yards lange Bahn ist jedoch ei Dogleg links, so dass das Grün Halbinsel-förmig ins Meer ragt. Auch hier kommt es darauf an, den Ball vom Tee möglichst Mitte Bahn zu spielen, da rechts mehrere Palmen und ein Fairwaybunker geschickt platziert wurden. Wie leicht oder schwer der Schlag zur Fahne ist, hängt erneut vom Wind ab – oft kommt dieser von der Meeresseite und drückt den Ball gerne nach rechts, aber dafür gibt es keine Garantie. Dafür fehlen hier Grünbunker, so dass man den Ball auch – gerade bei starkem Wind – im Linksgolf-Stil flach auf das Grün rollen lassen kann. Zum Abschluss wartet nochmals ein Par 4 als Dogleg rechts mit reichlich Wasser. Wer aufgrund des Teichs rechts der Bahn zu weit nach links anhält, macht schnell Bekanntschaft mit den dortigen, zahlreichen Fairwaybunkern. Auch bei der Annäherung gilt: wer zu weit weg vom Wasser zielt, landet schnell im Sand – mal links des Grüns, mal dahinter – und hat dann einen spannenden Bunkerschlag Richtung Wasser vor sich. Auch die kleine Senke vor dem Grün sollte man nicht außer Acht lassen. Bleibt die Annäherung zu kurz, nimmt sie den Ball dankend auf.
Nach der Runde sollte man sich die Zeit nehmen und zumindest einen Drink auf der oberhalb des 18. Grüns gelegenen Terrasse genießen – typisch für die Karibik ist ein Rum, der dann auch den Score in zunehmend besserem Licht erscheinen lässt. Royal St. Kitts ist typisches Karibikgolf. Nach verhaltenem Auftakt auf den Bahnen 1 bis 4 nimmt die Runde ab der fünften Bahn Fahrt auf, ihren Höhepunkt erreicht sie zweifellos auf den Bahnen 14 bis 17. Gut gefallen haben uns auch der sehr zuvorkommende Service – da sieht man über die kleinen witterungsbedingten Platzfehler gerne hinweg.



































