St Andrews Old Course

Michael Althoff

Michael Althoff

Autor: Der Mann hinter dem Bericht

The Home of Golf

St. Andrews, rund eine Autostunde nördlich von Edinburgh, gehört zweifelsohne zu den Destinationen, die jeder Golfer mindestens einmal besuchen sollte – und wer einmal vor Ort war, wird nicht selten vom St. Andrews-Golfvirus befallen und kehrt, einer Pilgerfahrt ähnlich, immer wieder an diesen fantastischen Ort zurück. Denn St. Andrews ist nicht nur das Home of Golf, sondern auch die Hauptwirkungsstätte von Old Tom Morris, der sicherlich als Begründer des heutigen Golfsports angesehen werden kann. Zudem bietet der Ort die drittälteste Universität Großbritanniens (Achtung, Golfer mit Kindern: das bietet die Möglichkeit, das Studium der Kinder mit der eigenen Golfleidenschaft zu kombinieren und so Zugang zu einem Links Trust-Jahresticket zu erhalten – ein bei US-Amerikanern nicht ganz ungewöhnlicher Weg…), Reste der alten Kathedrale und eine lebhafte, sehr schöne Innenstadt. Nicht zuletzt hat hier auch die R&A ihren Sitz, mit der jeder Golfer spätestens über die Golfregeln in Berührung kommt.

 

Typisch für St. Andrews ist, dass die berühmten Plätze des St. Andrews Links Trusts direkt am Stadtrand liegen, von vielen Hotels der Stadt kann man zu Fuß zu den Abschlägen laufen. Platzhirsch unter den Hotels ist sicherlich das Old Course Hotel, unmittelbar an Bahn 17 des Old Course gelegen – und mit Preisen meist jenseits der 500 Pfund pro Nacht lässt sich dieses 5-Sterne-Hotel seine Lage auch angemessen bezahlen. Wer 3- und 4-Sterne-Hotels in die Auswahl einbezieht, kann unmittelbar am Old Course gelegen das MacDonald Rusacks Hotel oder das Best Western Scores wählen. Natürlich sollte jeder Golfer mindestens einmal den Old Course gespielt haben – doch ein Mindesthandicap von 24 ist für viele Freizeitgolfer ein Hindernis, zudem sind gerade im Sommer die Startzeiten oft über ein Jahr im Voraus ausgebucht.

 

Wer jedoch auf eine Runde nicht verzichten und dabei das typische Linksgolf-Feeling erleben und gleichzeitig das Greenfee-Budget schonen möchte, sollte unbedingt die Winter Packages und Spielmöglichkeiten in der Nebensaison prüfen. Zwar erfolgt dann auf dem Old Course das Spiel von Fairway-Matten, doch der Platz ist deutlich weniger frequentiert und man kann gerade als Einzelspieler oft sogar spontan noch eine Startzeit am gleichen Tag bekommen. Dabei zeigt sich immer wieder, dass St. Andrews von der milden Meeresströmung profitiert, nur selten ist der Old Course wegen Frost oder Schnee geschlossen. Neben dem Old Course kann man auch die anderen Plätze des St. Andrews Links Trusts günstig spielen – ein Golfgenuss der Extraklasse mit sensationellem Preis-Leistungs-Verhältnis!

Old Course – The Home of Golf 
Ein bisschen erfurchtsvoll steht man schon am Abschlag des Old Course. Umgeben von 600 Jahren Golfgeschichte, angekündigt vom Starter – die Blicke von Spaziergängern auf einen gerichtet, wartet der Tee-Shot. Und gleich auf der 1 quert die Swilcan Burn die Spielbahn – übrigens ausser der Nordsee das einzige Wasser auf dem Old Course. Manchmal erinnert der Old Course tatsächlich ein bisschen an eine riesige Wiese – Grün, Fairway und Abschlag muss man fast suchen. Unsere Empfehlung daher: unbedingt einen Caddie nutzen. Der kostet zwar extra (allerdings deutlich weniger als in den USA), aber man fühlt sich ein bisschen wie ein Profi auf der Runde, spielt deutlich schneller und besser – und verliert weniger Bälle. Unser Caddie Steve Martin war absolute spitze! Der Old Course ist ein typischer Links-Kurs. Vor allem die recht zahlreichen Topfbunker und die grossen Grüns machen den Unterschied zu den in Deutschland eher gewohnten Plätzen aus. Sicherlich, es gibt mittlerweile spektakulärere Plätze als den Old Course – dennoch ist eine Runde auf diesem Platz ein Erlebnis, das kein Golfer missen sollte. Und wenn dann (hoffentlich unter Vermeidung des Road Hole Bunkers auf der 17) nach erfolgreichem Tee-Shot das obligatorische Erinnerungsfoto auf der Swilcan Bridge ansteht, hat man definitiv eine „Round of a Lifetime“ absolviert – und kann sich in den zahlreichen Golfshops, darunter mit Tom Morris der wohl älteste Golfshop der Welt, mit den entsprechenden Golfsouvenirs ausstatten.