Tara Iti

Michael Althoff

Michael Althoff

Author: Der Mann hinter dem Bericht

Tara Iti

Obwohl erst 2015 eröffnet, hat sich Tara Iti binnen kürzester Zeit einen Top-Platz unter den Golfanlagen dieser Welt erobert. Das von US-Milliardär Ric Kayne initiierte Projekt liegt rund zwei Autostunden südöstlich von Auckland und beheimatet einen der exklusivsten Privatclubs der Welt. Um den von Tom Doak designten Platz zu spielen, gibt es drei Möglichkeiten:

  • Man ist Mitglied im Tara Iti Golf Club
  • Man wird von einem Mitglied eingeladen
  • Man bewirbt sich darum, den Platz spielen zu dürfen.

Letzteres erfordert unter anderem ein Empfehlungsschreiben des Heimatclubs, zudem ist es erforderlich, in den Member Cottages auf dem Clubgelände zu übernachten. Und ganz wichtig: dieses außergewöhnliche Golferlebnis ist lebenslang auf genau einen Besuch begrenzt – in dieser Zeit darf man so lange bleiben, wie man möchte und den Platz so oft spielen wie gewünscht. Aber nach diesem Besuch sind weitere Runden nur noch als Mitglied oder Gast eines Mitglieds möglich. Der direkt an den rund 11 Kilometer langen, unberührten Strand von Te Arai angrenzende Platz bietet eines der schönsten Designs weltweit, zudem sind die mit Fescua bedeckten Oberflächen hart und fest, so dass der Platz an typische Linkscourses in Europa erinnert. Kaum eine Spielbahn bietet nur ebene Fairways, auch die Grüns sind oft onduliert. Und immer wieder werden die Grasflächen durch üppige Sandbereiche unterbrochen – ein Eindruck, den man vor allem aus der Luft gut erkennt:

 

Die Bahnen bieten jeweils vier Abschläge. Vom Tee wird eines der wesentlichen Designelemente Doak’s deutlich: häufig gibt es eine sichere Course Management-Variante und eine Risk and Reward-Linie. Da man die Runde mit Caddie spielt, sollte man sich dessen Platzkenntnisse zu Nutze machen, denn das Gelände verläuft weitgehend eben und mancher Bunker wird erst aus der Nähe sichtbar. Nach einem schönen Auftakt-Par 4 wartet an Bahn 2 das erste Par 3 der Runde, das mit 96 – 173 Yards eher kurz ausfällt. Das Fairway der dritten Bahn, einem leicht S-förmig verlaufenden Par 4 mit bis zu 446 Yards ist zu allen Seiten von Sand umgeben, die Spielflächen verlaufen zudem leicht erhöht – wer bereits Kiawah Ocean gespielt hat, kennt diese Bahngestaltung. Das Par 4 an der folgenden Bahn bietet klassisches Risk and Reward, das Grün ist – je nach Teebox – durchaus vom Abschlag aus erreichbar. Weiter geht es mit dem ersten Par 5, das bis zu 619 Yards lang gespielt wird. Nach rund zwei Dritteln der Gesamtbahn verjüngt sich das Fairway spürbar, zudem kommt eine mächtige Waste Area ins Spiel. Bahn 6, ein langes Par 4, ist eine der schönsten Bahnen. Man spielt gefühlt auf die kleinen Inseln im Meer zu. Das gesamte Fairway ist sehr wellig, man steht daher oft über oder unter dem Ball. Bahn 7 ist hingegen ein nur maximal 292 Yards kurzes Par 4. Da aber oft Gegenwind herrscht, ist nicht garantiert, dass man das Grün vom Tee erreichen kann. Das folgende, lange Par 4 verlangt einen der schwierigsten Teeshots: will man die zahlreichen Bunker links aus dem Spiel nehmen, sind vom hinteren Tee mindestens 240 Yards Carry gefragt – bei Gegenwind ein echter Tester, mit Windunterstützung hingegen durchaus machbar. Nun geht es quasi wieder zurück, denn mit dem bis zu 472 Yards langen Par 4 geht es wieder zum Clubhaus. Bei starkem Wind spielt sich diese Bahn, vor allem von den beiden hinteren Tees, allerdings eher wie ein Par 5!

Nach einem Zwischenstop am Clubhaus geht es auf die Back Nine. Die zweite Rundehälfte beginnt mit einem zwischen 123 und 230 Yards langen Par 3. Mit dem folgenden, bis zu 534 Yards langen Par 5 gelangt man zum nördlichsten Teil der Anlage. Nun geht es bergauf: mit 344 bis 480 Yards ist das Par 4 bei Gegenwind eher ein Par 5, aber manchmal hilft der Wind auch. Vom Tee ist ein blinder Abschlag erforderlich, ein deutlich sichtbarer Posten gibt die Richtung vor. Das wie eine kleine Arena angelegte Grün sorgt dafür, dass der Ball den Weg Richtung Fahne findet. Das folgende Par 4 ist mit maximal 317 Yards deutlich kürzer, der Abschlag erfolgt links oberhalb des vorhergehenden Grüns. Mit dem Abschlag von Bahn 14, einem weiteren Par 4, hat man den höchsten Punkt der Anlage erreicht – entsprechend windig ist es daher oft. Beim Annäherungsschlag hat man das Gefühl, man spiele auf das offene Meer hinaus. Bevor man zum 15. Abschlag geht, sollte man einen Blick auf die mächtigen Dünen an der Grenze der Anlage werfen. Hier zeigt sich der Te Arai-Strand in seiner ganzen Schönheit. Bahn 15 ist ein bis zu 200 Yards langes Par 3 – eine echte Schönheit! Wer am folgenden Par 4 das Par spielen möchte, sollte vom Tee die kleine Düne links des Fairways überspielen. Bahn 17, ein kurzes Par 3, gilt vielen als die schönste Bahn des Platzes. Doch so schön die Ausblicke auf das Meer und die dahinter liegenden Inseln auch sind: vor allem bei Gegenwind ist diese Bahn alles andere als leicht! Ein weiteres Par 5 mit bis zu 547 Yards schließt die Runde Richtung Clubhaus ab.

Tara Iti ist nicht nur einer der exklusivsten, sondern auch der schönsten Golfanlagen weltweit. Anders ausgedrückt: es ist kein Produkt, sondern eine Philosophie. Die Mitglieder sind Gästen gegenüber sehr aufgeschlossen, der Service ist in allen Bereichen außergewöhnlich. „Glückliche Mitarbeiter für glückliche Golfer“ lautet ein Grundsatz des Clubs – und die Wertschätzung der Mitglieder (und natürlich auch Gäste!) gegenüber den Mitarbeitern ist eine zentrale Säule des Miteinanders. Wer die Gelegenheit bekommt, diese fantastische Anlage zu spielen, sollte zugreifen: es ist in der Tat ein einmaliges Erlebnis!