Walt Disney Resort Golf, Magnolia Course 

Bild von Michael Althoff

Michael Althoff

Autor: Der Mann hinter dem Bericht

Traumplatz mit Micky Maus-Bunker

Die meisten Besucher des Walt Disney Resorts nahe Orlando kommen wegen der außergewöhnlichen Freizeitparks – doch auch Golfer kommen hier auf ihre Kosten. Der Magnolia Course ist der längste der drei Meisterschaftsplätze. Mit fünf Abschlägen eignet er sich für Golfer aller Spielstärken, die Gesamtlänge des Par 72-Platzes liegt zwischen 5.200 und 7.505 Yards. Wer auf der Runde ähnlichen Trubel wie in den Freizeitparks erwartet, wird schnell positiv überrascht: der Platz liegt etwas abseits der Parks und präsentiert sich eher als Oase der Ruhe. 2023 wurde der Platz umfassend renoviert – und in diesem Zuge auch die Bahnen 14 bis 17 als „Grumpy’s Gauntlet“ neu gestaltet, dazu später mehr. Die von Arnold Palmer Golf Management geführte Anlage wurde von der US-amerikanischen Vereinigung der Golfanlagenbesitzer NGCOA (National Golf Course Owners Association) zum Resort-Course 2026 gekürt – man muss jedoch nicht in einem Disney-Resort wohnen, um den Platz spielen zu können. Der Platz präsentiert sich im typischen Florida-Layout: eben (Carts sind dennoch Pflicht, da es gerade im Sommer sehr heiß und luftfeucht wird) und mit reichlich Wasser, vor allem im zweiten Teil der Runde. 

Zum Auftakt kommt reichlich Wasser ins Spiel. Das Par 4 bietet, wie alle Spielbahnen, fünf verschiedene Teeboxen – bei einer Gesamtlänge von bis zu 7.505 Yards sollte man die individuell beste Abschlagposition sorgfältig abwägen. Vom Tee geht es zwischen Teichen beiderseits los, zudem sollte man die dicht stehenden Bäume links meiden. Allerdings setzt sich rechts das Wasser bis fast zum Grün fort. Liegt der Ball für den Approach zu weit links, kann zudem der große Solitärbaum links vor dem Grün den direkten Weg zur Fahne blockieren. Zudem lauern einige Grünbunker, hier allerdings mit vergleichsweise niedriger Kante. Bahn 2 ist ebenfalls ein Par 4, nun jedoch als Dogleg rechts. Wer über den Knick abkürzen möchte, sollte die hohen Bäume auf dieser Seite beachten. Dafür kommt das Wasser hier nicht ins Spiel. Steckt die Fahne links, sollte man auf den Bunker mit hochgezogener Kante achten und die Annäherung möglichst hoch spielen. Bahn 3 bringt das erste, eher kurze Par 3 ins Spiel. Hier kommt es darauf an, die vier Bunker rund um das Grün aus dem Spiel zu nehmen und den Ball vom Abschlag sicher auf dem leicht erhöhten Grün zu platzieren. Das erste Par 5 an der folgenden Bahn beginnt vergleichsweise zahm, lediglich die Fairwaybunker rechts sollten beachtet werden – die zahlreichen Bäume beiderseits des Fairways erfordern vor allem, den Ball im Spiel zu halten. Spannend wird es im zweiten Teil: wer das Grün des nicht allzu langen Par 5s mit dem zweiten Schlag anspielen möchte, sollte die ausgeprägte Bunkerlandschaft links vor dem Grün beachten, die mit einer kleinen Senke kombiniert ist. Wer vorlegt, macht dies am besten über die rechte Seite. Beim Schlag zur Fahne sollte man beachten, dass das Grün im vorderen Teil Richtung Bunker hängt. Dann folgt die schwierigste Bahn der gesamten Runde, ein Par 4 als Dogleg rechts, dass sich nur unwesentlich kürzer spielt als das Par 5 an der Bahn zuvor. Die breiten Fairways des Platzes bieten jedoch ausreichend Raum für einen vollen Drive. Richtung Fahne steigt das Gelände ganz sanft an, zudem wird das Grün von mehreren Bunkern eingerahmt. Bahn 6 ist ein starker Kandidat für das Signature Hole. Das bis zu 232 Yards mächtige Par 3 erfordert nicht nur einen beherzten Abschlag über Wasser, sondern greift mit dem in Form des Kopfes von Micky Maus gestalteten Bunker mittig vor dem Grün das Thema „Disney“ perfekt auf. An dieser Bahn zeigt sich, ob man von den passenden Abschlägen spielt – im Zweifelsfall sollte man lieber einen Abschlag weiter vorne wählen. Bahn 7 bringt als Par 4 wieder reichlich Wasser, das von den hinteren Abschlägen des Doglegs links direkt überspielt werden muss. Dafür verzichteten die Designer auf Fairwaybunker, erst direkt vor dem Grün und links des Grüns lauert Sand auf unpräzise gespielte Bälle. Auch Bahn 8 ist ein Dogleg links, allerdings als langes Par 5 – dies ist die längste Bahn der gesamten Runde mit bis zu 602 Yards. Wer über die linke Seite abkürzen möchte, sollte den dichten Bewuchs auf dieser Seite beachten. Sicherer ist es, den Ball mittig ins Spiel zu bringen. Nach dem Knick kreuzen einige, noch sehr junge Bäume das Fairway – diese dürften künftig das Spiel deutlich erschweren. Aktuell gilt es, die kleine Senke vor dem Grün zu beachten – und für den Lay-up den Fairwaybunker auf der linken Seite. Der erste Teil der Runde endet mit einem Par 4, das zwar weitgehend gerade vom Tee zur Fahne verläuft, allerdings kommt in der zweiten Bahnhälfte links Wasser ins Spiel, so dass viele Golfer den Abschlag eher nach rechts spielen – dort befinden sich auch einige Fairwaybunker. Der Schlag ins Grün ist umso einfacher, je weiter rechts die Fahne gesteckt ist – ist die links positioniert, muss die Annäherung je nach Balllage teils über Wasser gespielt werden. In jedem Fall eine optisch sehr schöne und spielerisch anspruchsvolle Bahn!

Die Back Nine starten mit einem Par 5, dass sich in leichter S-Form Richtung Grün zieht. Die hohen Bäume links, welche zudem das Fairway vom Wasser trennen, sorgen dafür, dass die meisten Golfer hier automatisch rechts anhalten. Das Gelände zieht sich in kleinen Wellen in Richtung des erhöhten Grüns, das leicht nach rechts versetzt liegt und von zahlreichen Bunkern eingerahmt wird. Bahn 11 wird stark durch Wasser geprägt. Dieses wechselt direkt nach den Teeboxen von links nach rechts. Zudem gibt es links vor dem Grün ein weiteres Wasserhindernis. Man sollte daher vom Abschlag nicht zu weit nach links spielen, zumal man von der rechten Bahnseite einen besseren Winkel ins Grün hat. Auch das Par 3 an Bahn 12 wird von Wasser dominiert, die gesamte rechte Seite bis hinter das Grün besteht aus einem Teich. Da das Gelände rechts des Grüns stark Richtung Wasser abfällt, sollte man hier eher Mitte Grün zielen – schließlich hat auch Arnold Palmer mit dieser Strategie einige seiner größten Titel errungen. Weiter geht es mit einem wasserfreien Par 4, Dogleg links. Longhitter können versuchen, über die Bäume und Waste Area links abzukürzen, einfacher ist es, diesen Bereich zu umspielen. So hat man auch einen guten Winkel ins Grün. Dann folgt die mit der Renovierung eingeführte Bahnabfolge „Grumpy’s Gauntlet“ mit den Bahnen 14 bis 17. Sie startet mit einem bis zu 514 Yards mächtigen Par 4 als deutlichem Dogleg rechts. Wer zu weit nach rechts anhält, droht, mit dem Wasser dort Bekanntschaft zu machen – also besser den Ball geradeaus ins Spiel bringen. Richtung Grün kommt links ebenfalls Wasser ins Spiel, dass aufgrund der im Teich platzierten Fontäne weithin sichtbar ist. Bahn 15, ein Dogleg rechts als Par 5, ist die vielleicht schönste Bahn von Grumpy’s Gauntlet. Vom Tee geht es, rechts des von der vorherigen Bahn bekannten Teichs, mit einem blinden Abschlag los. Wer zu weit nach rechts anhält, läuft Gefahr, die dort geschickt platzierte, üppige Bunkerlandschaft zu erwischen. Man muss sich daher gleich zu Beginn entscheiden, ob man den kürzesten Weg als Risk and Reward spielen möchte oder lieber die Sandlandschaft links umspielt und einen weiteren Weg zur Fahne in Kauf nimmt. Das Grün liegt erneut leicht erhöht und wird ebenfalls durch mehrere Bunker verteidigt. Das Par 4 an Bahn 16 bringt als Dogleg links eine Kombination aus Sand und Wasser. Wer über den Knick abkürzen möchte, sollte die ausgeprägte Waste Area mit angrenzendem Wasser beachten – sicherer ist es, sich etwas weiter rechts zu halten. Allerdings ist die gesamte rechte Seite des Fairways mit Bunkern versehen. Beim Schlag ins Grün sollte man nicht nach links abdriften, denn dort lauert erneut Wasser, das sich bis hinter das Grün zieht – dafür gibt es jedoch nur einen Grünbunker links. Über einen langen Holzsteg gelangt man zur vorletzten Bahn, einem langen Par 3 mit maximal 235 Yards – und erneut trennt Wasser das Grün von den Abschlägen. Zusätzliche Herausforderung: das nierenförmige Grün hängt deutlich nach vorne, so dass der Ball – selbst, wenn man das Grün getroffen hat – gerne von dort wieder hinunterrollt, manchmal in einen der Grünbunker. Mit einem geraden, langen Par 4 endet die Runde. Vom Abschlag gilt die alte Regel „Mitte Bahn“, beim Schlag zur Fahne sollte man auf den Teich rechts des Grüns achten – insgesamt jedoch eine vergleichsweise einfache Schlussbahn. 

Der Magnolia Course überzeugt nicht nur durch sein optimiertes Layout und perfekten Pflegezustand. Auch das Erlebnis auf der Runde wird groß geschrieben. An jeder Spielbahn erwartet die Golfer eine Tafel mit Zitaten von Arnold Palmer oder Walt Disney. Immer wieder wechselt der Umfang der Einbindung von Disney und seinen Figuren auf der Golfrunde. Noch vor wenigen Jahren waren beispielsweise die Beverage Carts als Motivfahrzeuge von insgesamt achte Disney-Figuren konzipiert – inzwischen werden Standard-Fahrzeuge eingesetzt. Auch das vor dem Clubhaus stehende Golfcart im Micky Mouse-Design ist ein Unikat – was sicherlich auch an den hohen Investitionen von rund 75.000 Dollar pro Motivcart liegt. Dennoch: ganz verzichten müssen Golfer auch auf der Runde nicht auf Disney-Charaktere. Jiminy Cricket aus dem Film Pinocchio gibt auf Tafeln Tipps zum Spielablauf, Goofy kennzeichnet die Drop-Zones an Wasserhindernissen. Wer noch mehr Disney-Feeling wünscht, wird beim umfangreichen Merchandising-Angebot im Clubhaus fündig.